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Probiotika
Probiotika für den Babydarm

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 21.08.2017
  • 12 Kommentare
Probiotika für den Babydarm
© Monkey Business Images - Shutterstock.com

Der Mangel an freundlichen Darmbakterien kann bei Säuglingen zu verschiedenen Krankheitssymptomen wie allergischen Hautreaktionen, Koliken und – da letztere höchst unangenehm sind – zu kräftigem, oft stundenlangem Gebrüll führen. Erwachsene reagieren auf eine gestörte Darmflora mit Reizdarmsyndrom, Durchfall, Harnwegsinfektionen, der Neigung zu Pilzbefall und vielen anderen gesundheitlichen Problemen. Probiotika(1) können hier – wie immer mehr Studien beweisen – dauerhaft Abhilfe schaffen.

Probiotika sind lebenswichtig

Probiotika sind Zubereitungen aus nützlichen Darmbakterien. Dabei handelt es sich um Mikroorganismen (z. B. Milchsäurebakterien), die normalerweise in einem gesunden Verdauungssystem leben und dort viele wichtige Funktionen innehaben.

Sie helfen bei der Verdauung, bei der Aufnahme wichtiger Nährstoffe und manche unter ihnen produzieren lebenswichtige Vitamine. Sie bilden außerdem einen großen Teil des Immunsystems und schützen daher den Körper vor Krankheitserregern, Parasiten oder gar eine Sepsis.

Als Darmflora bezeichnet man die ausgewogene Anwesenheit vieler verschiedener Darmbakterien. Dabei halten die nützlichen Darmbakterien die schädlichen unter Kontrolle. Erst wenn die nützlichen Darmbakterien geschwächt sind, können die schädlichen überhand nehmen. Und genau diese Situation, die auch Dysbakterie genannt wird, ist eine der wichtigsten Ursachen von vielen teilweise ganz unterschiedlichen Krankheiten.

Die moderne Lebensweise zerstört das gesunde Darmmilieu

Die moderne Lebensweise mit ungesunder Ernährung, einem Übermaß an Genussgiften (Zucker, Alkohol, Koffein, Nikotin), mangelnder Bewegung und häufigem Medikamentenkonsum zerstört so gut wie jedes gesunde Darmmilieu.

Die freundlichen Darmbakterien finden keine geeigneten Lebensbedingungen mehr, können sich nicht mehr vermehren und werden schließlich von den schädlichen Darmbakterien ins Abseits gedrängt. Die körpereigenen Abwehrkräfte werden dadurch schwächer und das Wohlbefinden verabschiedet sich.

Laut des US-amerikanischen Nationalen Zentrums für Komplementäre und Alternative Medizin, NCCAM(2) gibt es inzwischen Beweise aus zahlreichen Studien, wonach probiotische Rezepturen dabei helfen können, die Darmflora wieder so zu regenerieren, dass die eingangs erwähnten krankhaften Erscheinungen wie Durchfall, Harnwegsinfektionen, Reizdarmsyndrome, Hautentzündungen sowie Koliken bei Kindern und viele weitere mehr vollkommen ausgeheilt werden können.

Außerdem fand man in einer Studie heraus, dass Probiotika sogar der Entstehung von Blasenkrebs entgegenwirken können. Eine weitere Untersuchung, die in der Zeitschrift "Postgraduate Medicine" erschienen war, zeigte, dass die regelmäßige Einnahme von Probiotika das Immunsystem so nachhaltig stärke, dass der Körper Grippeinfektionen leichter bekämpfen könne.

Lactobacillus reuteri kann Koliken und Hautallergien vorbeugen

Auch kanadische Forscher haben kürzlich Studien veröffentlicht(3), denen zufolge bestimmte Probiotikastämme bei Magenverstimmungen außergewöhnlich beruhigend wirken sollen. Es stellte sich heraus, dass insbesondere der Probiotikastamm Lactobacillus reuteri, der sich im gesunden Darm vieler Säugetiere bilde und auch in der menschlichen Muttermilch (einer gesunden Mutter) vorhanden sei, auf die Nerven im Darm sofort in äußerst positiver Weise einwirke.

Lactobacillus reuteri hat sich ganz besonders im Einsatz bei Säuglingen mit unruhiger Verdauung bewährt. Diese Milchsäurebakterien helfen dem kindlichen Verdauungsapparat beim Aufbau einer gesunden Darmflora und unterstützen darüber hinaus das Immunsystem des Babys. Lactobacillus reuteri bildet unter anderem antibiotische Substanzen, die einen hemmenden Effekt auf krankheitserregende Keime im Darm ausüben. Es wird sogar vermutet, dass die Anwesenheit von Lactobacillus reuteri allergischen Hautveränderungen vorbeugen könne.

ProbioStress

Probiotika wirken besser als manche Medikamente

Normalerweise ist Lactobacillus reuteri ein Bestandteil der Muttermilch und infolgedessen auch des kindlichen Verdauungstraktes. Eine Mutter jedoch, deren Darmflora aufgrund der heute üblichen darmflorafeindlichen Ernährungs- und Lebensweise gestört ist, kann auch ihr Kind über die Muttermilch nicht mit den nötigen Bakterien versorgen. Bei Kindern, die nicht gestillt werden, ist die Situation diesbezüglich natürlich noch ernster.

Babys mit Kolikbeschwerden erhalten oft Medikamente mit dem Wirkstoff Simeticon, der auch bei Erwachsenen gegen übermäßige Gasansammlung im Magen-Darm-Bereich, Völlegefühl, Spannungsgefühl im Oberbauch etc. empfohlen wird. In einer Studie am Regina Margherita-Kinderkrankenhaus der Universität Turin zeigte sich aber, dass die orale Gabe von Lactobacillus reuteri die Kolikbeschwerden bei gestillten Kindern deutlich besser reduzieren konnte als Simeticon-Medikamente.

Probiotika während Schwangerschaft und Stillzeit beugen Koliken vor

Eine schwedische placebokontrollierte Doppelblind-Studie konnte außerdem nachweisen, dass sich die tägliche Schreizeit von Kolikbabys nach nur einer Woche um 74 Prozent verringert hatte. Bei der Placebogruppe lediglich um 38 Prozent. Die Turiner Forschergruppe hatte zuvor schon mit einer ähnlichen Studie vergleichbare Erfolge erzielt. Nach nur 21 Tagen hatten 84 Prozent derjenigen Kinder, die Lacobacillus reuteri erhalten hatten, keine Koliken mehr.

Um Koliken, Verdauungsbeschwerden und Hautprobleme gleich von vornherein zu vermeiden, sollte die werdende Mutter allerspätestens während der Schwangerschaft mit der Einnahme von Probiotika beginnen und diese mindestens bis in die Stillzeit fortsetzen, um ihrem Baby die wichtigen Mikroorganismen für sein Wohlbefinden mit auf den Weg zu geben.

Probiotika wirken innerhalb von wenigen Minuten

Neurophysiologe Wolfgang Kunze, Ph. D. vom "The Brain-Body Institute" in Ontario, Kanada hat mit seinem Forscherteam die Wirkung von Lactobacillus reuteri auf den Darm von Mäusen untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass die Stärke von Muskelschmerzen im Darmgewebe innerhalb weniger Minuten abnahm, nachdem die probiotische Lösung verabreicht worden war.

Diese Entdeckung erklärt, warum die Einnahme von Probiotika die Symptome einer ganzen Reihe von Darmproblemen wie Reizdarmsyndrome, entzündliche Darmkrankheiten und Verstopfung oft innerhalb kurzer Zeit lindern kann.

Probiotika wirken dauerhaft – aber nur in Verbindung mit gesunder Ernährung

Diese aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse bestätigen das, was viele Befürworter der Naturheilkunde bereits seit Jahrzehnten predigen: Probiotika können die Gesundheit unterstützen und vor Krankheiten schützen. Sie können in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder bestimmten Lebensmitteln wie milchsauer vergorenem Gemüse oder die aus asiatischen Ländern stammenden vergorenen Sojaprodukte (Miso und Tempeh) eingenommen werden.

Vorsicht vor Joghurt und Co

Zwar enthalten Joghurt, Kefir und Sauermilchprodukte auch Probiotika, doch können Milchprodukte gerade bei Darmproblemen zu einer Verschlimmerung führen. Das ist besonders dann der Fall, wenn es sich um gewöhnliche Milchprodukte aus dem Supermarkt handelt. Sie sind vielfach behandelt und verarbeitet und daher längst kein naturbelassenes Lebensmittel mehr.

Eine allgemeine Umstellung der Ernährungsweise auf eine basische Ernährung (eventuell in Verbindung mit einer Darmreinigung) ist jedoch Voraussetzung dafür, dass sich die nützlichen Darmbakterien aus den eingenommenen Probiotika im Darm überhaupt erst ansiedeln können und dort auch auf Dauer bleiben.

Gefällt es den nützlichen Bakterien nämlich nicht (finden sie keine passende Nahrung oder sagt ihnen das Milieu nicht zu), dann kann man noch so viele Probiotika einnehmen, sie verschwinden so schnell wieder, wie sie geschluckt wurden.

Darmflora von Kindern aufbauen

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Fußnoten

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Zuletzt kommentiert

Annika K. schrieb am 07.02.2018

Ich nehme seit zwei Wochen die Combi Flora SymBio Kapseln. Mein dreimonatiges Baby wird voll gestillt. Seitdem ich die Kapseln nehme hat er keinen Stuhlgang mehr und drückt oft - ohne Erfolg. Ich habe dann einige Tage aufgehört sie zu nehmen und er hatte wieder (mehrmals täglich) Stuhlgang. Nun nehme ich sie wieder und er hat wieder keinen Stuhlgang. Kann das wirklich miteinander zusammenhängen? Sollte ich die Kapseln weiternehmen oder lieber aufhören?
Viele Grüße

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Annika

Zunächst einmal kommt es natürlich auf den Grund an, warum Sie überhaupt ein Probiotikum nehmen. Möglicherweise war Ihre Darmflora in Ordnung und es wäre nicht erforderlich gewesen. Wenn der Zusammenhang daher so ausgeprägt ist, würden wir die Kapseln vorerst nicht mehr nehmen.

Viele Grüsse

Ihr Team vom

Zentrum der Gesundheit

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