Entgiftungskuren

Die Salzsole-Trinkkur und andere Anwendungen der Sole

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 06.09.2018
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Die Salzsole-Trinkkur und andere Anwendungen der Sole
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Die Salzsole ist nichts anderes als in Wasser gelöstes Salz. Seit Jahrtausenden wird die Sole als Heilmittel bei vielen Beschwerden meist äusserlich in Form von Bädern, Umschlägen oder Auflagen genutzt. Aber auch innerlich kann die Sole bei vielen Indikationen zur Anwendung kommen, etwa als Sole-Trinkkur oder auch in Form von Inhalationen bei Atemwegsbeschwerden. Da jeder sehr leicht aus Salz und Wasser selbst eine Sole herstellen kann, handelt es sich hier um ein beliebtes Hausmittel mit zahlreichen medizinischen Einsatzgebieten.

Inhaltsverzeichnis

Salzzole und ihre Anwendungen

Mit Salz und Salzsole wird schon sehr lange geheilt, denn die möglichen Anwendungen sind äusserst vielfältig. Seit Jahrtausenden geniessen Menschen die regulierenden Eigenschaften der Salzsole. Im Gradierhaus von Bad Reichenhall beispielsweise ist Mitte des 19. Jahrhunderts das Freiluftinhalatorium entstanden. Hier lässt man täglich 400 000 Liter Sole über eine 13-Meter-hohe Wand aus Schwarzdornzweigen herabrieseln, was der Bergluft eine heilsame Meeresbrise verleiht.

Inhalierte Sole reinigt Atemwege und wirkt entzündungshemmend

Inhaliert man diese Luft, wirkt sie sich äusserst wohltuend auf die Atemwege aus, so dass Asthma, chronische Bronchitis, Allergien und auch Nebenhöhlenentzündungen besser werden. Die Sole wirkt entzündungshemmend und abschwellend auf die Schleimhäute. Schleim kann sodann abgehustet und quälender Hustenreiz gelindert werden. Natürlich wirkt die Inhalation der Sole auch vorbeugend. Denn die Atemwege werden gereinigt und die Lungen besser durchblutet. Auch Depressionen und Schlafstörungen reagieren positiv auf Salzsolebehandlungen.

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Sole-Bäder bei Hautbeschwerden und Rheuma

Sole-Bäder hingegen sind bei Neurodermitis, Akne, Schuppenflechte und anderen Hautbeschwerden hilfreich. Daher reisen Betroffene häufig ans Tote Meer, wo der Salzgehalt so hoch ist, dass man vom Wasser getragen wird.

In Bad Reichenhall wurde dieser Effekt mit Hilfe sog. „Floating-Becken“ imitiert, in denen man sich ebenfalls entspannt an der Oberfläche treiben lassen kann. Das Ergebnis: Die Muskulatur wird locker, der Blutdruck kann sich auf einem gesunden Niveau einpendeln, das Immunsystem wird gestärkt und rheumatische Beschwerden bessern sich. Für letztere kommt eine mindestens 4-prozentige Sole zum Einsatz.

Auch Umschläge und Packungen mit Sole (Tücher in der Salzsole tränken und auflegen) sind bei Rheuma und Arthrose möglich. Das gelöste Salz scheint die Gefässe zu weiten, die Muskeln zu entspannen und die Gelenke zu entlasten. Schliesslich lassen die rheumatischen Schmerzen nach und die Beweglichkeit nimmt zu.

Auch Salzheilstollen – Salzlager, die oft viele hundert Meter unter der Erde liegen – werden zu Heilzwecken genutzt. Hält man sich dort auf, so heisst es, tritt ein tiefer Entspannungszustand ein und die Selbstheilkräfte werden angeregt.

Salzsole selbst herstellen

Um in den Genuss der angenehmen Wirkungen der Salzsole zu gelangen, muss man sich jedoch nicht auf Reisen begeben. Sole kann jeder bei sich zu Hause selbst herstellen und für seine persönlichen Zwecke anwenden:

Für die Herstellung einer Sole gibt man einfach z. B. in ein 1-Liter-Glas mit Verschluss ein hochwertiges Salz (ca. 300 g pro Liter) und gefiltertes Wasser oder stilles mineralarmes Wasser. Dann wartet man, bis sich das Salz aufgelöst hat. Ein Rest des Salzes sollte noch unaufgelöst auf dem Glasboden sichtbar bleiben. Denn nur dann ist es eine gesättigte (26-prozentige) Sole, in der sich so viel Salz wie möglich in Lösung begeben hat.

Sie können zur Herstellung der Salzsole Kristallsalz oder Steinsalz verwenden. Wenn Sie diese Salze in Form von Brocken oder Granulat vorliegen haben, so können Sie diese ebenfalls verwenden und zur Soleherstellung ins Wasser legen.

Das Sole-Glas kann nun immer wieder mit Wasser aufgefüllt werden. Solange Salzbrocken oder andere Salzreste noch vorhanden sind, wird daraus immer eine gesättigte Solelösung entstehen. Spätestens dann, wenn sich alle Salzbrocken vollständig aufgelöst haben, geben Sie neues Salz ins Wasser.

Sole richtig verdünnen

Natürlich können auch andere Solekonzentrationen hergestellt werden:

  • Wenn Sie beispielsweise in 4-prozentiger Sole baden möchten, benötigen Sie pro 100 Liter Wasser 4 Kilogramm Salz.
  • Für die Herstellung einer 1-prozentigen Sole (z. B. für Augenbäder) nehmen Sie pro 100 ml Wasser 1 g Salz.
  • Wenn Sie bereits eine gesättigte Sole hergestellt haben und diese verdünnen möchten, dann erhalten Sie eine 1-prozentige Sole, wenn Sie auf 4 ml Ihrer gesättigten Sole 100 ml Wasser geben.
  • Wenn Sie eine 3-prozentige Sole benötigen, dann verdünnen Sie 12 ml Ihrer gesättigten Sole mit 100 ml Wasser oder 120 ml Sole mit 1000 ml Wasser.

Warum die Salzsole heilt – ein Erklärungsmodell

Aus spiritueller Sicht wird Krankheit häufig als nichts anderes als ein Defizit an Energie bezeichnet. Die Sole nun wird gerne mit dem Urmeer verglichen, aus dem ja auch der Mensch einst entstanden ist, worauf noch heute die Zusammensetzung des Blutes hinweist.

Also könnte uns doch die Solelösung – insbesondere wenn in Form der Sole-Trinkkur eingenommen – als eine Art energetische Vorlage dienen. An dieser Vorlage orientieren sich unsere Körperflüssigkeiten und bewegen sich wieder in eine gesunde Richtung.

Die Sole sei also kein Heilmittel mit genau festgelegten Wirkungen, heisst es weiter. Sie reguliere lediglich, bis das richtige Mass wieder erreicht ist. Bei Bluthochdruck beispielsweise soll sie blutdrucksenkend und bei niedrigem Blutdruck blutdruckaktivierend wirken.

Die Sole gleiche einfach aus, fülle dort auf, wo etwas fehle und nehme weg, wo zu viel da sei – energetisch gesehen. Wem all das zu esoterisch klingt, möge mit der Sole experimentieren – und sich überraschen lassen.

Die Sole-Trinkkur – Anleitung

Die Sole-Trinkkur ist keine „Kur“ im Sinne von einer zeitlich begrenzten Massnahme. Sie kann ein Leben lang praktiziert werden und kann sich zu einer täglichen Gewohnheit, ähnlich dem Zähneputzen, entwickeln. Dennoch kann sie natürlich auch nur kurweise durchgeführt werden, z. B. im Rahmen einer Entschlackungskur (die Sole unterstützt massiv jede Form der Entschlackung) oder als eine der Basis-Massnahmen bei chronischen Beschwerden nahezu aller Art.

Die Sole-Trinkkur erfordert keinen grossen Aufwand: Sie nehmen einfach von Ihrer selbst hergestellten Sole jeden Morgen einen halben bis einen ganzen Teelöffel voll und geben diesen in ein grosses Glas (0,3 Liter) Wasser und trinken dieses eine halbe Stunde vor dem Frühstück. Sie können eine entsprechende Menge Sole (1,5 bis 3 TL Sole) auch in eine 1-Liter-Flasche mit Wasser füllen und dieses Wasser-Sole-Gemisch über den Tag verteilt trinken.

Sole-Trinkkur kann Nebenwirkungen haben

Die durch die Sole-Trinkkur eingeleitete Entschlackung kann sich innerhalb der ersten Tage in Durchfällen äussern oder auch in einer Art Erstverschlimmerung von bestehenden Hautproblemen. Die Soledosis kann jederzeit auf wenige Tropfen verringert werden, um die Entgiftungssymptome der ersten Tage zu mildern, bevor man wieder zur ursprünglichen Dosis zurückkehrt.

Die Solelösung kann auch zum Würzen von Speisen verwendet werden. Sie eignet sich ganz hervorragend für flüssige Gerichte wie Suppen, Salatdressings, Pasteten etc.

Anwendungsmöglichkeiten der Sole

Wie oben bereits erwähnt kann man die Sole für ganz unterschiedliche Heilzwecke einsetzen. Die Sole-Trinkkur kann dabei immer durchgeführt werden – idealerweise in Kombination mit einer basenüberschüssigen Ernährung und dem Trinken von etwa 1,5 Liter Wasser pro Tag. Zusätzlich bieten sich die nachfolgend beschriebenen äusseren Anwendungen an:

Bei Hautproblemen

Hautprobleme sind jenes Einsatzgebiet, für die der Sole ganz offiziell eine lindernde Wirkung bescheinigt wurde. Allerdings nur bei äusserlicher Anwendung, nicht allein durch das Trinken einer Sole.

Bei unreiner Haut, Akne, Neurodermitis, Psoriasis, Herpes oder anderen Hautproblemen können Sie zusätzlich zu Ihrer bisherigen Therapie auch die Sole anwenden. Tupfen Sie einmal täglich konzentrierte Sole auf die Problemstellen. Oder tränken Sie ein Tuch in verdünnter Sole (z. B. 4-prozentig) und legen es auf die Haut auf.

Bei Hautproblemen in Gesicht und Dekolleté: Tragen Sie anfangs dreimal, später (nach Besserung) einmal wöchentlich eine Bentonit-Sole-Packung auf. Rühren Sie dazu Bentonit mit konzentrierter Sole (bei empfindlicher Haut mit einem 50/50-Gemisch aus Sole und Wasser) zu breiartiger Konsistenz an, tragen Sie die Mischung auf Ihre Problemzonen auf, lassen Sie sie 30 Minuten einwirken und waschen Sie sie vorsichtig wieder ab.

Bei Hautproblemen am Körper: Nehmen Sie wann immer möglich ein Solebad (bei offenen Hautstellen: 1 kg Salz auf 100 Liter Wasser, bei unempfindlicher Haut kann die Dosis bis auf 5 kg Salz auf 100 Liter gesteigert werden).

Da Hautprobleme oft auf eine gestörte Darmflora hinweisen, käme als weitere Massnahme eine Darmreinigung mit Sanierung der Darmflora in Frage.

Bei Fusspilz

Nehmen Sie täglich ein Fussbad (15 Minuten) in 10-prozentiger Solelösung. Waschen Sie die Füsse anschliessend nicht ab, sondern tupfen Sie sie nur trocken. Lassen Sie sie dann an der Luft völlig abtrocknen, bevor Sie sich wieder Strümpfe überziehen.

Bei Asthma und anderen Atemwegsbeschwerden

Führen Sie Sole-Inhalationen durch: Geben Sie dazu 20 Gramm hochwertiges Salz in einen Topf mit 1,5 Liter dampfendem Wasser. Inhalieren Sie täglich 10 bis 15 Minuten. Natürlich können Sie auch einen Inhalator verwenden.

Bei Erkältungen und Heuschnupfen

Führen Sie regelmässig Nasenspülungen mit einem Nasenkännchen (Apotheke) und einer 1-prozentigen Solelösung durch. Auch empfiehlt sich hier die bei Asthma beschriebene Inhalation.

Bei Arthritis und Gicht

Machen Sie kalte Soleumschläge mit konzentrierter Salzsole. Dazu ein Tuch immer wieder in die kühle Sole tauchen und auf die erkrankte Stelle legen.

Tragen Sie nach Bedarf eine Bentonit-Sole-Packung auf. Rühren Sie dazu Bentonit mit konzentrierter Sole zu breiartiger Konsistenz an, tragen Sie die Mischung auf, lassen Sie sie 60 Minuten einwirken und waschen Sie sie vorsichtig wieder ab.

Achtung: Keine Solebäder bei akuten Gichtanfällen oder rheumatischen Schüben!!

Bei Arthrose

Machen Sie um die schmerzenden Gelenke warme Umschläge mit konzentrierter Sole. Nehmen Sie 1- bis 2-mal wöchentlich Solebäder bei 37 Grad (20 Minuten lang) – 2 kg Kristallsalz auf 100 Liter Wasser. Lesen Sie auch diese Informationen zum Thema Arthrose. Ändern Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten und testen Sie die hier vorgeschlagene Ernährung über einen Zeitraum von mindestens 6 bis 12 Monaten, besser länger bzw. dauerhaft: Ernährungsplan bei Arthrose

Bei Nieren- und Blasenbeschwerden

Mit der Sole-Trinkkur sollen sich selbst Nierensteine auflösen lassen, heisst es. Unserer Ansicht nach kann man die Sole-Trinkkur zwar bei Nieren- und Blasenbeschwerden durchführen. Doch wird sie als einzige Massnahme sicher nicht dafür sorgen, dass ein Nierenstein verschwindet – es sei denn, er entwickelte sich insbesondere deshalb, weil insgesamt viel zu wenig getrunken wurde, eine schlechte Gewohnheit, die man jetzt durch den morgendlichen Trunk glücklicherweise abgelegt hat. Zusätzlich ist eine nierenfreundliche basenüberschüssige Ernährung empfehlenswert.

Legen Sie heisse, feuchte Umschläge mit konzentrierter Sole auf die Nierengegend. Gönnen Sie sich nach Absprache mit Ihrem Arzt eine Nierenreinigung.

Salzsole bei Augenproblemen

Müde Augen nach stundenlanger Computerarbeit haben Pflege verdient. Aber auch eine altersbedingte Sehschwäche lässt sich – über einige Monate hinweg – mit Hilfe von Soleanwendungen oft lindern.

Führen Sie ein- bis dreimal täglich Augenbäder mit einer speziellen Augenbadewanne (Apotheke) und einprozentiger Solelösung durch. Diese Solelösung brennt nicht, da sie der physiologischen Konzentration unserer Tränenflüssigkeit entspricht. Öffnen Sie während des Augenbades das Auge und lassen Sie es mehrere Minuten lang kreisen.

Informationen zu Salz und der Salzqualität finden Sie hier: Salz ist nicht gleich Salz

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Zuletzt kommentiert

Alexandra Hoche schrieb am 23.09.2018

Liebes ZdG-Team,

seit Sommer diesen Jahres habe ich mir Salzsole hergestellt. Morgens habe ich immer einen großen Krug 500ml mit einem Eßlöffel Sole getrunken. Dies habe ich auch tagsüber mehrmals gemacht, nicht zuletzt deshalb, weil mir das Wasser so auch gut schmeckte. (Ich bin gesund, sportlich, nicht übergewichtig, nehme keine Medikamente.) Nun las ich, das dies durchaus schädlich für die Nieren sein kann. Muss ich mich wirklich sorgen? Sollte ich das Soletrinken besser vorerst und wie lange einstellen? Übliche Beschwerden, wie Bluthochdruck, weniger Harn usw. konnte ich noch nicht beobachten. Ich habe auch jetzt immer optimalen Blutdruck bis etwas zu niedrig. Nur wenn ich an in Sorge an meine Nieren denke, „verspüre“ ich leichten Druck in der Nierengegend. Kann es sein, dass ich mir etwas einbilde?
Zudem habe ich das Gefühl, dass durch das Solewasser meine Besenreiser deutlich zurückgegangen sind und möchte den Effekt nicht mehr missen. Können Sie mir einen Rat geben?
Viele Grüße, AleHo

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo AleHo

Wenn Sie zusätzlich zu Ihrem EL Sole pro Tag mehr als 5 g Salz in Fertignahrungsmitteln (Brot, Wurst, Käse) zu sich nehmen, zusätzlich tüchtig selbst noch Ihre Speisen salzen und gleichzeitig nur wenig Wasser trinken bzw. wenig Flüssigkeit zu sich nehmen (auch Gemüse, Salate, Früchte zählen zu den Wasserquellen), dann könnte es sein, dass langfristig Ihre Nieren leiden.

Ansonsten gibt es aus unserer Sicht keine Gegenanzeigen. Am besten wenden Sie sich immer mit der Bitte um Details und Hintergrundinformationen an den Urheber derartiger Warnungen. Meist werden die düsteren Prognosen sehr schnell wieder relativiert.

Viele Grüsse

Ihr Team vom

Zentrum der Gesundheit

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Quellen