Partnerschaft und Sexualität

L-Arginin plus Pinienrindenextrakt gegen Erektionsstörungen

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 22.10.2018
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L-Arginin plus Pinienrindenextrakt gegen Erektionsstörungen
© gettyimages.de/Vasyl Dolmatov

Erektionsstörungen betreffen nicht selten schon Männer in den Vierzigern. Die psychische Belastung ist hoch, insbesondere dann, wenn keine behebbare Ursache gefunden wird. Meist werden dann die üblichen Medikamente eingenommen (Sildenafil u. a.). Diese aber können Nebenwirkungen haben und sind somit für den langfristigen Einsatz keine Option. Neben einer allgemeinen Optimierung der Lebens- und Ernährungsweise stehen jedoch längst Alternativen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zur Verfügung, etwa die Kombination aus L-Arginin und Pinienrindenextrakt.

Inhaltsverzeichnis

Gibt es natürliche Mittel gegen Erektionsstörungen?

Erektionsstörungen sind im höheren Alter ein häufiges Problem. Ja, es heisst sogar, ab etwa vierzig Jahren gehörten Erektionsstörungen zu keinem besonderen Beschwerdebild mehr. Offiziell geht man zwar von 1 bis 2 Prozent Betroffenen in der Altersgruppe der Vierzigjährigen aus. In einer Studie von 2013 ergab sich jedoch anhand von 439 Patienten, die wegen Erektionsstörungen ihren Arzt aufsuchten, dass jeder vierte noch nicht einmal 40 Jahre alt war, sondern jünger.

Medikamente wie Sildenafil (Viagra u. a.) sind langfristig keine Lösung, weshalb viele Männer auf der Suche nach verträglichen und naturheilkundlichen Alternativen sind. Inzwischen sind etliche Nahrungsergänzungen und auch Lebensmittel bekannt, die sich bei Erektionsstörungen positiv auswirken können, etwa Curcumin, Rote-Bete-Saft, der Cordyceps-Heilpilz oder auch L-Arginin.

Wie wirkt die Kombination aus L-Arginin und Pinienrindenextrakt bei Erektionsstörungen?

Über L-Arginin und die Auswirkungen dieser Aminosäure auf die Potenz haben wir bereits hier berichtet. L-Arginin wird im Organismus für die Bildung von Stickstoffmonoxid genutzt, das wiederum die Blutgefässwände entspannt und so die Durchblutung auch in den Geschlechtsorganen fördern kann. Die Aminosäure unterstützt ausserdem die Fettverbrennung, verbessert die körperliche Leistungsfähigkeit und beschleunigt den Muskelaufbau.

Nun heisst es jedoch, man müsse über Wochen hinweg täglich 3 bis 5 Gramm L-Arginin einnehmen, um eine Wirkung in Sachen verbesserter Erektion festzustellen. Die Kombination von L-Arginin mit Pinienrindenextrakt (Pycnogenol®) soll hier eine verstärkte Wirkung erzielen, so dass deutlich weniger L-Arginin erforderlich ist.

Während nun L-Arginin als Baustoff für Stickstoffmonoxid gilt, aktiviert Pycnogenol® die sog. endotheliale Stickstoffmonoxid-Synthase (eNOS), ein Enzym, das die Bildung von Stickstoffmonoxid aus L-Arginin überhaupt erst ermöglicht.

OPC & Acerola

Was ist Pinienrindenextrakt?

Pinienrindenextrakt ist auch unter der Bezeichnung Kiefernrindenextrakt im Umlauf. Es handelt sich dabei um Rindenextrakte der Strandkiefer (auch französische Meeres- oder Seekiefer bzw. Pinus pinaster A. subsp. Atlantica genannt). Der Markennamen des enorm OPC-reichen Extrakts lautet Pycnogenol®. Eine bekanntere OPC-Quelle ist der Traubenkernextrakt.

L-Arginin und Pycnogenol: Wirkung nach drei Monaten ohne Nebenwirkungen

Schon in einer Studie von 2003 zeigte sich, dass eine tägliche Einnahme von 1,7 Gramm L-Arginin genügte, wenn bei Erektionsstörungen zusätzlich Pinienrindenextrakt eingenommen wurde. Konkret erhielten die Teilnehmer in dieser Studie im ersten Monat täglich 1,7 Gramm L-Arginin, im zweiten Monat nahmen sie zusätzlich zweimal täglich jeweils 40 mg Pycnogenol® ein, und im dritten Monat erhöhten sie die Pycnogenol-Dosis auf dreimal täglich 40 mg.

Es ergaben sich "signifikante Verbesserungen der Sexualfunktionen, ohne dass Nebenwirkungen beobachtet wurden", heisst es in der Schlussfolgerung der Studie.

Erektionsstörungen und Spermienqualität bessern sich unter L-Arginin und Pycnogenol

Im September 2015 erschien im Fachjournal Archivo Italiano di Urologia e Andrologia ebenfalls eine Studie, die sich der Wirkung von L-Arginin bei Erektionsstörungen widmete. 47 Männer, die ausserdem an reduzierter Spermienqualität (OAT-Syndrom) litten, nahmen eine Kombination aus 690 mg L-Arginin (Edicare®) und 60 mg Pycnogenol® ein.

Nach zwei bis vier Monaten hatte sich die Spermienkonzentration erhöht und auch die Erektionsfähigkeit hatte sich ganz signifikant verbessert. Die Wissenschaftler erklärten somit, dass die genannte Nahrungsergänzung äusserst hilfreich zur Verbesserung der Spermienqualität und Erektionsfähigkeit sei.

Schon nach einem Monat normalisiert sich die Erektionsfähigkeit

Ebenfalls im Jahr 2015 erschien eine randomisierte placebo-kontrollierte Doppelblind-Studie der Universität Münster. Für diese Untersuchung nahmen 50 Männer mit Erektionsstörungen eine Nahrungsergänzung aus Pycnogenol®, Roburin, L-Arginin und L-Citrullin oder ein Placebo-Präparat. Im Verlauf eines Monats soll sich in dieser Studie die Erektionsfähigkeit wieder vollkommen normalisiert haben, ohne dass sich Nebenwirkungen ergeben hätten.

Auch Prostatabeschwerden bessern sich

In einer japanischen Untersuchung vom Januar 2017 untersuchte man die Wirkung von zwei Nahrungsergänzungsmitteln auf Symptomatiken der unteren Harnwege (z. B. infolge einer gutartigen Prostatavergrösserung) und auch auf sexuelle Funktionsstörungen.

Eines der Nahrungsergänzungsmittel enthielt 160 mg Sägepalmextrakt pro Tablette, das andere eine Mischung aus 10 mg Pycnogenol®, 115 mg L-Arginin und 92 mg Aspartat (Asparaginsäure) pro Tablette.

19 Teilnehmer erhielten nun täglich zwei Tabletten mit Sägepalmextrakt, 20 Teilnehmer nahmen täglich vier Tabletten der anderen Nahrungsergänzung. In beiden Gruppen zeigten sich signifikante Verbesserungen in Bezug auf die Prostatabeschwerden und die damit in Verbindung stehende Lebensqualität. Die Erektionsfähigkeit sowie die Symptome einer Reizblase besserten sich ausschliesslich in der Pycnogenol-Arginin-Gruppe.

Letztendlich schlossen die beteiligten Forscher, dass das zweite Nahrungsergänzungsmittel eine wirksame therapeutische Alternative insbesondere für ältere Patienten mit Beschwerden der unteren Harnwege und Erektionsstörungen darstellt.

Bei Erektionsstörungen an Testosteronspiegel denken

Da auch ein zu niedriger Testosteronspiegel zu Erektionsstörungen beitragen kann, finden Sie hier ganzheitliche Möglichkeiten, wie Sie Ihren Testosteronspiegel erhöhen können.

Pycnogenol senkt Bluthochdruck und lindert Wechseljahresbeschwerden

Praktischerweise kann Pycnogenol® auch einen Bluthochdruck positiv beeinflussen, wie eine Studie vom Juni 2018 zeigte. Besonders verwunderlich ist dies nicht, da Stickstoffmonoxid als Mittel zur Erweiterung der Blutgefässe natürlich auch den Blutdruck senken kann. Wie der Pinienrindenextrakt (= Kiefernrindenextrakt) den Blutdruck senkt und ausserdem eine Psoriasis bessern kann, haben wir bereits hier erklärt.

Auch Frauen mit Wechseljahresbeschwerden kann der Kiefernrindenextrakt helfen, wie eine Untersuchung im März 2013 ergeben hatte. In der doppelblinden placebo-kontrollierten Studie erhielten 170 Frauen in den Wechseljahren drei Monate lang entweder zweimal täglich jeweils 30 mg Pycnogenol® oder ein Placebopräparat. Pycnogenol® konnte im Vergleich zum Placebopräparat fast alle Wechseljahresbeschwerden inkl. Schlafstörungen, Hitzewallungen und Nachtschweiss signifikant verbessern. 

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Quellen

  • Stanislavov R ,Nikolova V, Treatment of erectile dysfunction with pycnogenol and L-arginine, J Sex Marital Ther. 2003 May-Jun;29(3):207-13, (Quelle als PDF)
  • Paolo Capogrosso et al., One Patient Out of Four with Newly Diagnosed Erectile Dysfunction Is a Young Man—Worrisome Picture from the Everyday Clinical Practice, 7. Mai 2013, Journal of Sexual Medicine, (Quelle als PDF)
  • Hiroshi Yagi, Ryo Sato, Hiroshi Okada et al., Effects of a supplement combining Pycnogenol® and l-arginine aspartate on lower urinary dysfunction compared with saw palmetto extract, J Tradit Complement Med. 2017 Jan; 7(1): 117–120, (Quelle als PDF)
  • Kobori Y, Rohdewald P. et al., Improvement of seminal quality and sexual function of men with oligoasthenoteratozoospermia syndrome following supplementation with L-arginine and Pycnogenol®, Arch Ital Urol Androl. 2015 Sep 30;87(3):190-3. doi: 10.4081/aiua.2015.3.190, (Quelle als PDF)
  • Stanislavov R, Rohdewald P, Improvement of erectile function by a combination of French maritime pine bark and roburins with aminoacids, Minerva Urol Nefrol. 2015 Mar;67(1):27-32, (Quelle als PDF)
  • Takafumi Kohama, Masako Negami, Effect of Low-dose French Maritime Pine Bark Extract on Climacteric Syndrome in 170 Perimenopausal Women A Randomized, Double-blind, Placebo-controlled Trial, The Journal of reproductive medicine 58(1-2):39-46, March 2013, (Quelle als PDF)
  • Yu-Lu WEI, Zhang ZhengXing Tong, Effect of Pycnogenol Supplementation on Blood Pressure: A Systematic Review and Meta-analysis, June 2018 · Iranian Journal of Public Health, (Quelle als PDF)