Zentrum der Gesundheit
  • Junges Paar unterhält sich entspannt im Wohnzimmer
10 min

8 Tipps für eine gelungene Kommunikation

Den Gesprächspartner richtig zu verstehen und auch selbst so zu kommunizieren, dass das Gegenüber die Botschaft so versteht, wie sie gemeint ist, kann eine Herausforderung sein. Unsere 8 Tipps helfen Ihnen dabei, Ihre Kommunikationsfähigkeit so zu optimieren, dass es zu immer weniger Missverständnissen kommt und Konflikte erfolgreich gelöst werden können. Dies ist Teil 2 unserer Kommunikationsserie.

Aktualisiert: 02 Juni 2023

Kostenlosen Newsletter abonnieren

Mit Ihrer Anmeldung erlauben Sie die regelmässige Zusendung des Newsletters und akzeptieren die Bestimmungen zum Datenschutz.

Tipps, wie Sie erfolgreich kommunizieren

Im ersten Teil unserer Kommunikationsserie haben Sie bereits erfahren, welche Arten der Kommunikation es gibt, wie Kommunikation funktioniert, wie Missverständnisse entstehen und welche Persönlichkeitstypen es in der Kommunikation gibt. Wenn Sie den Artikel noch nicht gelesen haben, finden Sie ihn hier: Wie Ihnen gute Kommunikation gelingt

Im vorliegenden zweiten Teil erhalten Sie nun Tipps, wie Sie die Theorie aus Teil 1 nun in der Praxis umsetzen können und worauf sie sonst noch in der Kommunikation achten sollten.

1. Tipp: Achten Sie darauf, dass Worte und Körperhaltung übereinstimmen

Damit eine Botschaft von unserem Gegenüber richtig aufgenommen werden kann, ist es wichtig, dass sprachliche und körperliche Signale übereinstimmen. Man sollte also authentisch sein und sich nach außen so geben, wie einem innerlich zumute ist. Fragt Sie etwa jemand danach, wie es Ihnen geht und Sie antworten „Mir geht es sehr gut, danke“, gleichzeitig ist jedoch Ihre Körperhaltung gekrümmt und Sie schenken Ihrem Gegenüber ein gezwungenes Lächeln, ist das nicht authentisch.

Botschaften, bei denen sprachliche und körperliche Signale nicht übereinstimmen, stören die Kommunikation und können Misstrauen oder Unsicherheit beim Gegenüber auslösen. Man fragt sich in diesem Fall vielleicht, ob es an einem selbst liegt, dass der andere keine ehrliche Antwort gibt. In diesem Fall wäre eine authentische Antwort etwa: „Mir geht es momentan nicht besonders gut, aber ich möchte gerade nicht darüber reden. Das hat nichts mit dir zu tun, ich möchte die Situation nur zuerst für mich verarbeiten, bevor ich mit jemandem darüber spreche.“

2. Tipp: Hören Sie aktiv zu und zeigen Sie Interesse

Egal, ob bei einem Gespräch mit dem Partner, dem Freund, dem Arbeitskollegen oder dem Vorgesetzten: Aktives Zuhören ist eine wichtige Voraussetzung für eine gelingende Kommunikation. Dabei ist es wichtig, sich voll und ganz auf das Gegenüber zu konzentrieren und sowohl auf körperlicher als auch auf verbaler Ebene Interesse zu zeigen. Doch was genau bedeutet das nun?

Haben Sie Ihre Hände in den Hosentaschen oder vor der Brust verschränkt, halten Sie großen Abstand und schauen Sie Ihr Gegenüber während des Gesprächs kaum an, signalisieren Sie Ihrem Gesprächspartner Unsicherheit und Desinteresse. Achten Sie daher in einem Gespräch auf eine aufrechte, offene Körperhaltung sowie auf Blickkontakt mit dem Gegenüber. Dadurch geben Sie Ihrem Gesprächspartner das Gefühl, dass Sie interessiert sind und ihm zuhören.

Erzählt Ihre Arbeitskollegin Ihnen etwa „Ich fühle mich momentan vollkommen überfordert und falle abends nur noch erschöpft ins Bett“ können Sie beispielsweise mit folgenden Fragen Ihr Interesse zeigen:

  1. Klären Sie, wenn Ihnen etwas unklar ist: z. B. „Wieso fühlst du dich denn überfordert? Ist es wegen der Arbeit oder der Kinder?“
  2. Spiegeln Sie die Gefühle des Gegenübers: z. B. „Du bist also enttäuscht, dass du so wenig Unterstützung bekommst oder?"
  3. Fragen Sie nach, um sich besser in die Lage Ihres Gegenübers versetzen zu können: z. B. „Hilft dir denn dein Partner nicht mit den Kindern?“
  4. Wiederholen Sie die Aussage des Gegenübers mit eigenen Worten: z. B. „Du wünschst dir also mehr Unterstützung von deinem Partner, verstehe ich das richtig?“

3. Tipp: Schaffen Sie sich eine optimale Gesprächsatmosphäre

Häufig kann es durch verschiedene äußerliche Faktoren schwerfallen, aktiv zuzuhören. Bestimmt waren Sie schon einmal in der Situation, dass Sie sich mit einer Freundin oder einem Freund im Café getroffen haben und die Person am Nebentisch sich so lautstark unterhalten hat, dass Sie sich kaum auf Ihr Gespräch konzentrieren konnten. Oder Ihr Handy klingelte die ganze Zeit, sodass Sie nur mit Mühe den Erzählungen des Gegenübers folgen konnten. Auch die eigene körperliche und psychische Verfassung kann das aktive Zuhören beeinträchtigen – wenn Sie etwa müde sind, weil sie in der Nacht kaum geschlafen haben oder innerlich unruhig sind, weil Sie gedanklich schon bei Ihrem nächsten Termin sind.

Versuchen Sie daher, eine Gesprächsatmosphäre zu schaffen, in der es Ihnen und Ihrem Gegenüber leichter fällt, zuzuhören. Hier ein paar Anregungen:

  1. Treffen Sie sich mit Ihrer Freundin oder Ihrem Freund an einem Ort mit möglichst wenig ablenkenden Geräuschen, z. B. zu Hause, in einem ruhigen Café oder zu einem Spaziergang im Park oder im Wald.
  2. Beantworten Sie Nachrichten oder Anrufe vor dem Gespräch und schalten Sie Ihr Handy während der Unterhaltung auf lautlos.
  3. Steht ein wichtiges Gespräch oder eine Aussprache mit Partner, Freund oder Arbeitskollegen bevor, nehmen Sie sich Zeit dafür und achten Sie darauf, ausgeschlafen und fit zu sein.
  4. Konzentrieren Sie sich voll und ganz auf Ihr Gegenüber, während dieses spricht, anstatt sich schon zu überlegen, was Sie als Nächstes sagen.
  5. Versuchen Sie, sich nicht von Äußerlichkeiten wie einem Pickel auf der Nase oder einem Fleck auf dem Pullover Ihres Gegenübers ablenken zu lassen.

4. Tipp: Versetzen Sie sich in Ihr Gegenüber hinein

Versuchen Sie, empathisch zu sein und sich in Gesprächen in Ihr Gegenüber hineinzuversetzen und hineinzufühlen. Erzählt eine Freundin Ihnen etwa aus heiterem Himmel, dass sie ihren Partner verlassen hat, versuchen Sie, herauszufinden, welche Gefühle das in ihr auslöst und welche Beweggründe sie dafür hatte. Sie könnten etwa fragen: „Was war denn der Auslöser dafür, dass du dich dafür entschieden hast?“, „Wie fühlst du dich damit?“ oder „Geht es dir jetzt besser?“.

Versuchen Sie, Ihre eigene Enttäuschung oder andere aufkommende Gefühle zurückzustellen und bemühen Sie sich stattdessen, Ihre Freundin zu verstehen. Sie könnten etwa sagen: „Wenn ich das richtig verstehe, hättest du dir gewünscht, dass ihr mehr Zeit miteinander verbringt?“. Möglicherweise waren Sie bereits in einer ähnlichen Situation und Sie können sich kaum zurückhalten, Ihre Geschichte zu erzählen. Achten Sie in diesem Fall darauf, sich mit besserwisserischen Ratschlägen zurückzuhalten und nicht Ihre eigene Geschichte in den Vordergrund zu stellen. Sie könnten Ihre Freundin stattdessen fragen: „Darf ich dir meine Meinung dazu sagen? Ich hätte ein paar Gedanken dazu, die dir vielleicht helfen könnten, da ich in meiner Beziehung auch schon Ähnliches erlebt habe.“ Akzeptieren Sie auch, wenn sie Ihre Meinung in diesem Moment nicht hören möchte.

5. Tipp: Zeigen Sie Respekt in der Kommunikation

Eine wichtige Voraussetzung für eine gelungene Kommunikation ist es, Ihr Gegenüber wertzuschätzen und Respekt zu zeigen. Angenommen, Sie führen eine Unterhaltung mit Ihrem Nachbarn, der der Meinung ist, dass die Bäume vor dem Haus stören und das ganze Licht wegnehmen. Sie sind dabei vollkommen anderer Meinung und ärgern sich über die Aussage Ihres Nachbarn. Würden Sie jedoch in dieser Situation Ihrem Nachbarn verärgert ins Wort fallen und erwidern: „Wegen Leuten wie Ihnen werden wir bald in einer Asphaltwüste leben!“ würde lediglich schlechte Stimmung zustande kommen.

Natürlich lässt es sich nicht immer vermeiden, dass man in ärgerlichen Situationen aus der Haut fährt. Wertschätzende Kommunikation führt jedoch dazu, dass man sich selbst wohler fühlt und auch beim Gegenüber mehr erreichen kann. Probieren Sie also, Ihrem Nachbarn zuzuhören und Ihn aussprechen zu lassen, bevor Sie darauf reagieren. Versuchen Sie, seinen Standpunkt nachzuvollziehen, auch wenn Sie anderer Meinung sind und akzeptieren Sie, dass er anderer Meinung ist als Sie. Wenn Sie antworten, achten Sie darauf, dass Sie keinen langen Monolog halten und auch Ihren Nachbarn wieder zu Wort kommen lassen.

Sie könnten etwa in ruhiger Stimme erwidern: „Ich verstehe, dass es Sie stört, dass die Bäume das Licht wegnehmen, aber Bäume haben so viele Vorteile. Neben der besseren Luft, die dadurch entsteht, zeigen Studien sogar, dass ein Blick ins Grüne unsere psychische und körperliche Gesundheit fördert. Wollen Sie sich das denn entgehen lassen?“ Auch wenn Sie die Meinung Ihres Nachbarn wahrscheinlich nicht verändern, wird er durch eine respektvolle Kommunikation bestimmt eher zum Nachdenken angeregt. Vor allem aber kommen Sie dadurch in einer Diskussion eher auf einen grünen Zweig – im wahrsten Sinne des Wortes.

6. Tipp: Achten Sie auf Ihre Körpersprache und die des Gegenübers

Die Körpersprache bezieht sich auf alles, was nicht durch Worte ausgesprochen wird − dazu zählen Körperhaltung, Körperbewegung und Gesichtsausdruck. Sie senden also bestimmte Signale aus, wenn Sie aufrecht oder gekrümmt stehen, Ihre Arme vor der Brust verschränken oder eine offene Haltung einnehmen, mit den Fingern spielen, die Stirn runzeln, lachen oder dem Blickkontakt des Gegenübers ausweichen. Häufig wird die Körpersprache in der Kommunikation vernachlässigt, doch sie spielt eine mindestens ebenso wichtige Rolle wie Worte.

Angenommen, Sie haben ein Vorstellungsgespräch und möchten Ihrem Gegenüber Interesse entgegenbringen, ist es wichtig, eine offene, interessierte und selbstsichere Haltung einzunehmen. Dabei sollten Sie darauf achten, aufrecht zu stehen oder zu sitzen, den Oberkörper tendenziell eher nach vorne zu beugen und dem anderen zuzuwenden sowie Blickkontakt zu halten. Ein ehrliches Lächeln verstärkt Ihre offene Körperhaltung zusätzlich und lässt Sie freundlich und sympathisch wirken.

Vermeiden Sie es, Ihre Arme vor der Brust zu verschränken oder Ihre Hände in Jacken- oder Hosentaschen zu stecken, dem Blick Ihres Gegenübers auszuweichen oder gekrümmt zu sitzen. Dadurch signalisieren Sie Desinteresse, Verschlossenheit und Unsicherheit. Sollten Sie eine Sonnenbrille tragen, achten Sie darauf, diese während des Gesprächs abzunehmen – denn Ihre Augen sind ein wichtiges Kommunikationsmittel. Tragen Sie eine Sonnenbrille, kann Ihr Gegenüber nicht erkennen, ob Sie etwa Blickkontakt halten oder diesen vermeiden, ob Sie traurig, gelangweilt oder genervt schauen. Doch nicht nur bei einem Vorstellungsgespräch, auch bei anderen Gesprächen, bei denen Sie Interesse zeigen wollen, ist eine offene Körperhaltung und Blickkontakt wichtig – sei es bei einem Gespräch mit Ihrem Partner, Freund, Arbeitskollegen oder einem Familienmitglied.

Auch an der Körperhaltung Ihres Gesprächspartners können Sie einiges ablesen. Wendet er seinen Körper ab, verschränkt seine Arme, wippt mit dem Bein oder schaut während des Gesprächs auf den Boden, ist er möglicherweise desinteressiert oder mit seinen Gedanken abwesend. Es könnte auch ein Zeichen dafür sein, dass Sie bereits einen langen Monolog halten und ihn nie zu Wort kommen lassen. Schaut Ihr Gesprächspartner Ihnen in die Augen und beugt sich mit dem Oberkörper und Kopf in Ihre Richtung, nickt immer wieder oder schenkt Ihnen ein Lächeln, deutet das darauf hin, dass er Ihnen zuhört und interessiert ist.

7. Tipp: Sprechen Sie in Ich-Botschaften

Ein Klassiker unter den Gesprächsregeln sind die Ich-Botschaften. Das bedeutet, dass die eigene Wahrnehmung, die eigenen Gefühle und die Wünsche für die Zukunft in der Ich-Perspektive ausgedrückt werden. Gerade wenn man Kritik anbringen möchte, sind diese Botschaften sehr hilfreich. Denn so wird vermieden, dass das Gegenüber sich angegriffen fühlt und in den Widerstand geht. Anstatt seinem Partner etwa vorzuwerfen „Nie kann man sich auf dich verlassen“ könnte man etwa sagen: „Mir fällt auf, dass du deine Versprechen nicht einhältst (eigene Wahrnehmung) − das ärgert mich (eigene Gefühle). Ich bitte dich, dass du in Zukunft nur mehr Dinge versprichst, die du auch wirklich einhalten kannst (Wünsche für die Zukunft)“.

Weitere Beispiele für Ich-Botschaften:

  1. Du hörst mir nie zu“ könnte in der Ich-Botschaft formuliert werden „Mich macht das wütend, dass du so oft auf dein Handy schaust, wenn ich dir etwas erzähle. Ich bitte dich, dass du in Zukunft zuerst alles am Handy erledigst und es während unseres Gesprächs weglegst“.
  2. Du lügst mich immer an“ könnte in der Ich-Botschaft formuliert werden: „Ich finde es schade, dass du mir sagst, du sitzt an deinen Hausaufgaben und in Wirklichkeit schreibst du mit deiner Freundin. Ich bitte dich, dass du mir in Zukunft die Wahrheit sagst“.

8. Tipp: Reden Sie nicht um den heißen Brei herum

Versuchen Sie, auch in anderen Situationen in Ich-Botschaften mit konkretem Inhalt zu sprechen anstatt zu verallgemeinern – somit hat der Gesprächspartner bessere Chancen, zu verstehen, was Sie meinen. Anstatt etwa zu sagen: „Man ist eben enttäuscht, wenn es nicht so läuft, wie man es sich vorgestellt hat“ könnte folgende Ich-Botschaft formuliert werden: „Ich bin enttäuscht, weil ich den Job nicht bekommen habe, den ich haben wollte“. Oder „Die Menschen sind so unfair“ könnte ersetzt werden durch „Ich finde es unfair, dass ein paar meiner Arbeitskollegen heute früher nach Hause gegangen sind und ich ihre Arbeit erledigen musste“.

Je besser Ihre Kommunikation, umso erfolgreicher sind Sie

Sie werden sehen: Je besser Sie kommunizieren können, umso erfolgreicher werden Ihre Beziehungen – sowohl im Arbeitsalltag als auch in Ihrem Privatleben. Das Üben und Lernen einer guten Kommunikation lohnt sich daher enorm. Entsprechende Übungen finden Sie im dritten Teil unserer Kommunikationsserie: Wie kommunizieren Siei? Testen Sie Ihre Kommunikationsfähigkeit, wo Sie auch Tipps zur Kommunikation mit schwierigen Menschen finden.

🌟 Bewerten Sie unsere Arbeit 🌟

Wenn Ihnen unser Beitrag gefallen hat und Sie Zeit und Lust haben, freuen wir uns über eine Bewertung bei Trustpilot.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.