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Wie Sie Blei und Cadmium ausleiten

Blei und Cadmium sind zwei Schwermetalle, die über verschiedene Wege in den Körper gelangen können – über Umwelt, Lebensmittel und Wasser. Bei beiden handelt es sich um stark giftige Stoffe, die Nerven und Organe schädigen können, oft schon bei geringer Belastung. Wir stellen Maßnahmen vor, die helfen, Blei und Cadmium auszuleiten.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 29 Mai 2026
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Blei und Cadmium entgiften und ausleiten

Blei (Pb) und Cadmium (Cd) zählen – wie Quecksilber und Arsen – zu den Schwermetallen, die im Körper zahlreiche Schäden anrichten können. Es ist daher wichtig zu wissen, wie man sich vor den beiden Metallen schützen kann, wie man sie also entgiften und ausleiten kann.

Wie schaden Blei und Cadmium dem Körper?

Manche Schwermetalle gehören zu den essenziellen Spurenelementen, z. B. Zink oder Kupfer. Das heißt, in geringen Mengen sind sie nicht nur unschädlich, sondern auch lebensnotwendig. Erst in höheren Dosen werden auch sie giftig.

Blei und Cadmium aber sind nicht-essenziell. Sie haben keine biologische Funktion, sind also nicht einmal in winzigen Mengen lebensnotwendig, sondern bereits in geringen Dosen hochgiftig.

Blei und Cadmium schaden Darmflora und Darmbarriere

Die beiden Schwermetalle können viele verschiedene schädliche Wirkungen auf den Organismus haben.

Eine davon ist der negative Einfluss auf den Darm (20). Beide Schwermetalle reduzieren die Diversität der Darmflora und fördern das Wachstum schädlicher Bakterien.

Auch ist eine Schwermetallbelastung mit signifikanten Störungen der Darmbarriere verbunden. Es kommt somit zu einer erhöhten Darmpermeabilität (Leaky Gut Syndrom). Dies kann nicht nur die Verdauung beeinträchtigen, sondern auch das Risiko für Allergien und Autoimmunerkrankungen erhöhen.

Nachfolgend stellen wir weitere negative Folgen einer chronischen Belastung mit Blei und/oder Cadmium vor.

Blei – ein starkes Nervengift

Das Schwermetall kann sich im Körper anstelle von Calcium einlagern, weil es chemisch sehr ähnlich aufgebaut ist. In Nervenzellen stört es dadurch die normale Signalübertragung: Es besetzt die Schaltstellen, an denen eigentlich Calcium gebraucht wird, löst aber keine wirksame Reaktion aus.

Dies führt zu einer gestörten Kommunikation zwischen den Nervenzellen – Konzentration, Lernfähigkeit, Gedächtnis und Stimmung können darunter leiden.

Auch Enzyme, die für die Energiegewinnung in den Zellen und für die Bildung von Neurotransmittern notwendig sind, werden durch Blei blockiert. So kann eine chronische Belastung mit dem Schwermetall zu Müdigkeit, Reizbarkeit, Nervosität oder einer allgemeinen Leistungsschwäche beitragen.

Schlecht für die Knochen

Blei lagert sich außerdem in den Knochen ein. Dort ist es zwar zunächst weitgehend inaktiv, kann aber Jahrzehnte später – etwa bei Knochenabbau im Alter, in der Schwangerschaft oder bei hormonellen Veränderungen – wieder freigesetzt werden und dann erneut Nervensystem und Organe belasten.

Zudem kann eingelagertes Blei langfristig die Stabilität des Knochens beeinträchtigen, da es Calcium teilweise ersetzt und so die Knochenqualität mindert.

Schädlich für Blutdruck, Nieren und Fruchtbarkeit

Auch andere Organe und Organsysteme können Schaden nehmen. Dies kann sich in zu hohem Blutdruck äußern, in einer geschwächten Nierenfunktion, einer gestörten Blutbildung (was zu Anämie führen kann) und einer eingeschränkten Fruchtbarkeit (bei Männern ebenso wie bei Frauen).

Besonders toxisch für Kinder

Besonders empfindlich reagieren Kinder auf Blei, da ihr Nervensystem noch in der Entwicklung ist – schon geringe Konzentrationen im Blut können zu einer Verlangsamung kognitiver Funktionen, zu Aufmerksamkeitsstörungen und Gedächtnisproblemen führen.

Cadmium – ein Zellgift mit Nieren- und Knochenwirkung

Cadmium ist ein toxisches Schwermetall, das sich über Jahrzehnte im Körper anreichert, insbesondere in der Niere und im Knochengewebe.

Es erzeugt oxidativen Stress und verdrängt (ähnlich wie Blei) essenzielle Metalle wie Zink oder Selen aus Enzymen und Calcium aus den Knochen. Die Folge sind Störungen der Nierenfunktion, Knochenschwund (Osteoporose) sowie ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebserkrankungen (Lunge, Prostata, Niere).

Die biologische Halbwertszeit beträgt bis zu 30 Jahre, weshalb eine einmal aufgenommene Menge langfristig im Körper verbleibt.

Rauchen – Eine Hauptquelle für Blei und Cadmium

Tabakpflanzen sind Metall-Sammler. Sie nehmen Blei und Cadmium aus dem Boden auf, speichern es in den Blättern – und beim Verbrennen wird es freigesetzt und gelangt direkt in die Lunge.

Wenn Sie daher RaucherIn sind, aber Ihre Schwermetallbelastung reduzieren möchten, sollten Sie zuallererst mit dem Rauchen aufhören.

Cadmium im Rauch

1 Zigarette enthält etwa 1–2 µg Cadmium, davon werden beim Inhalieren rund 10 % (0,1–0,2 µg) aufgenommen. Ein Raucher, der 20 Zigaretten pro Tag raucht, nimmt somit ca. 2–4 µg Cadmium täglich auf.

Das ist 2–5-mal mehr als die typische Gesamttagesaufnahme aus Lebensmitteln bei Nichtrauchern (0,5–1 µg). Raucher haben daher im Mittel 2–3-fach höhere Blut- und Urinwerte für Cadmium.

Blei im Rauch

Jede Zigarette enthält 0,3–0,5 µg Blei, davon werden 10–20 % inhaliert, also ca. 0,05–0,1 µg pro Zigarette. 20 Zigaretten pro Tag ergeben 1–2 µg des Schwermetalls täglich, also noch einmal so viel, wie man pro Tag über die gesamte Ernährung zu sich nimmt.

Raucher haben daher auch bis zu doppelt so hohe Bleikonzentrationen im Blut wie Nichtraucher.

Wie gelangt Blei in den Körper?

Das Schwermetall wird meist über die Nahrung und Wasser aufgenommen – etwa durch belastete Böden oder alte Wasserleitungen. Auch über die Luft ist eine Aufnahme möglich – ob über Abgase, kontaminierte Staubpartikel oder den genannten Zigarettenrauch.

Wie gelangt Cadmium in den Körper?

Cadmium gelangt über belastete Nahrungsmittel (Reis, Getreide, Ölsaaten, Schalentiere) und Industrieabgase in den Organismus (sowie über den oben genannten Zigarettenrauch).

Zu den Schalentieren gehören Muscheln, Austern, Garnelen, Krabben, Hummer und ähnliche Meerestiere. Sie filtern die Schadstoffe aus dem Wasser und lagern sie in ihr Gewebe und inneren Organe ein. Da man diese Tiere komplett isst, nimmt man auch sämtliche Schadstoffe zu sich.

Wie kann man eine Schwermetallbelastung messen?

Bevor Sie gezielt Maßnahmen für eine Ausleitung umsetzen, sollten Sie überprüfen, ob bei Ihnen überhaupt eine Schwermetallbelastung vorliegt.

Wir erklären die möglichen Vorgehensweisen in unserem Artikel Schwermetallbelastung feststellen: Die Diagnose.

Besonders einfach funktioniert eine Haaranalyse oder Nagelanalyse. Man muss dazu kein Blut nehmen, sondern schneidet sich einfach etwas Haar oder einige Fingernägel ab und sendet diese an ein Labor. Nach wenigen Tagen erhält man das Ergebnis zur persönlichen Schwermetallbelastung per E-Mail zugeschickt oder kann es online abrufen.

Hier können Sie eine * Haar- oder Nagelanalyse bestellen.

Untersucht werden bei dieser Analyse die folgenden Metalle: Arsen, Blei, Cadmium, Quecksilber, Titan, Zirkon, Aluminium und Zinn.

Blei und Cadmium – so schützen Sie sich

Studien zeigen, es gibt vier Bereiche, über die man sich vor den beiden Schwermetallen schützen kann (abgesehen von Nichtrauchen natürlich):

1. Mineralstoffe (sie verhindern die Aufnahme der Schwermetalle), 2. Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe (verhindern Schäden durch die Schwermetalle und/oder binden diese), 3. Mineralerden, die die Aufnahme von Schadstoffen schon im Darm hemmen und 4. Probiotika (auch sie binden teilweise die Schwermetalle im Darm).

Mineralstoffe verhindern die Aufnahme der Schwermetalle

Je besser Sie mit essenziellen Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt sind, umso schlechter können sich Schwermetalle im Körper einlagern.

Besonders ein Mangel an Zink, Calcium, Selen, Magnesium und Eisen führt zu einer höheren Aufnahme und Toxizität von Blei und Cadmium (1). Sind diese Stoffe dagegen in ausreichender Menge vorhanden, bremsen sie die Aufnahme der Schwermetalle.

Zink und Eisen

Da Zink ähnliche chemische und physikalische Eigenschaften wie Cadmium und Blei aufweist, konkurriert es um dieselben Bindungsstellen im Körper. Darüber hinaus lindert die Einnahme von Zink den oxidativen Stress durch die Schwermetalle.

Die Forscher der oben verlinkten Übersichtsarbeit empfehlen ausdrücklich die tägliche Zufuhr essenzieller Mineralien (wie Zink, Selen und Calcium) sowie antioxidativer Vitamine (C, E u. a.) zum Schutz vor Cadmium- und Bleischäden. Diese Strategie soll toxische Effekte mindern.

Auch eine Übersichtarbeit von 2023 bestätigt, dass eine höhere Zink-Aufnahme zu einer geringeren Aufnahme von Cadmium führt (2). Die Cadmium-Last war zudem umso niedriger, je besser die Probanden mit Eisen versorgt waren.

Genau wie bei Zink, so konkurriert auch Eisen mit Cadmium bei der Aufnahme aus dem Darm. Daher kann es nach einer Eisensupplementierung zu einer geringeren Cadmium-Aufnahme kommen.

* Hier erhalten Sie ein gut bioverfügbares Zinkpräparat mit 25 mg Zink pro Tag.

Calcium

Eine Studie indonesischer Forscher von 2020 ergab, dass die Einnahme von Calcium bei Kindern den Blei-Wert im Blut senken kann (4).

60 Kinder wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Sie stammen alle aus einem indonesischen Wohngebiet mit hohem Verkehrsaufkommen. Die eine Gruppe erhielt während drei Monaten zweimal täglich eine Tablette mit 400 mg Calcium.

Danach war ihr Pb-Wert im Blut deutlich niedriger und sie erzielten bessere Ergebnisse bei Tests des Kurzzeitgedächtnisses.

Da das Schwermetall ein Nervengift ist, können – insbesondere bei Kindern – schon relativ geringe Pb-Konzentrationen im Blut zu einem schlechteren Kurzzeit- und Arbeitsgedächtnis führen, zu reduzierter Aufmerksamkeit, niedrigeren IQ-Werten und beeinträchtigtem Lernen.

Selen

Mäusestudien haben gezeigt, dass die Einnahme von Selen verschiedene Organe wie Gehirn, Lunge, Leber, Nieren und Blut vor den schädlichen Auswirkungen von Blei und Cadmium schützen kann. Das Spurenelement lindert den durch diese Stoffe verursachten oxidativen Stress.

Auch kann Selen Schwermetalle binden. Die entstehenden Komplexe sind dann nicht mehr giftig. Auch können die Komplexe leichter entgiftet werden.

Unabhängig von der Form (Natriumselenit, Selenomethionin) verringerte Selen in Tier- und Zellstudien Cadmium-bedingte Schäden an Leber, Niere, Milz, Gehirn und Herz (3). Es liegen jedoch keine Humanstudien vor und damit auch keine Informationen zu den erforderlichen Dosen beim Menschen.

Vitamine schützen vor Schwermetallen

Auch Vitamine sind für einen guten Schutz vor Schwermetallen wichtig. Die Vitamine C und E beispielsweise sind natürliche Antioxidantien. Sie schützen die Organe – Lunge, Gehirn, Leber, Nieren und Hoden – vor den schädlichen Auswirkungen von Schwermetallen wie Cadmium und Blei (zumindest zeigen dies entsprechende Tierstudien).

Vitamin C senkt Bleispiegel

Bei Rauchern konnte Vitamin C in einer Studie den Bleispiegel im Blut signifikant senken (5). Sie hatten 1 Woche lang täglich 1 g Vitamin C genommen und rauchten mindestens 1 Päckchen Zigaretten pro Tag.

Wenn nur 200 mg Vitamin C pro Tag genommen wurde, zeigte sich keine Wirkung auf den Pb-Spiegel.

Vitamine C und E

Mexikanische Forscher prüften in einer kleinen Studie von 2014, wie sich die kombinierte Einnahme von Vitamin C und Vitamin E auf bleibelastete Arbeiter auswirkt (6).

15 Arbeiter bekamen 1 Jahr lang täglich 400 IU Vitamin E und 1 g Vitamin C. Zum Vergleich diente eine Referenzgruppe mit 19 Personen ohne Pb-Belastung – diese nahm nichts ein.

Durch die Einnahme ging der oxidative Zellschaden deutlich zurück – die Werte der Arbeiter normalisierten sich in Richtung Referenzgruppe.

Neben Zink, Selen und Calcium empfehlen Forscher daher ausdrücklich die tägliche Zufuhr antioxidativer Vitamine wie Vitamin C und Vitamin E zum Schutz vor Cadmium- und Bleischäden.

Folsäure

Folsäure zählt zu den B-Vitaminen und wird gelegentlich auch als Vitamin B9 bezeichnet. Gleich mehrere Studien zeigen, dass eine gute Versorgung mit Folsäure eine Blei- und Cadmiumbelastung reduzieren kann.

Eine Studie taiwanesischer Forscher von 2022 beispielsweise hat ergeben, dass höhere Folsäurespiegel mit niedrigeren Blei- und Cadmium-Werten einhergehen (7). Die Forscher hatten hierfür die Folsäure- sowie die Blei- und Cadmium-Werte im Blut von rund 5700 erwachsenen Amerikanern verglichen.

Zwei Jahre später überprüfte man den Zusammenhang bei 12.700 Kindern im Alter von 2 bis 17 Jahren – und kam zum selben Ergebnis (8). Auch hier hatten Kinder mit höherem Folsäurespiegel niedrigere Pb- und Cd-Werte.

Aus 2020 stammt eine Studie mit 350 schwangeren Frauen, davon 100 ohne Eisenmangel und 250 mit Eisenmangel. Sie alle erhielten eine Nahrungsergänzung mit 100 mg Eisen und 500 µg Folsäure pro Tag. 500 µg Folsäure liefert z. B. das im nächsten Abschnitt vorgestellte B-Komplex-Präparat.

In beiden Gruppen war der Pb-Wert im Blut nach 100 Tagen gesunken (9). Ob dieses Resultat auf das Eisen oder die Folsäure bzw. beides in Kombination zurückgeht, ist nicht klar, denn – wie oben schon erklärt – gibt es auch für Eisen Hinweise, dass es die Schwermetallbelastung senken kann.

* Hier erhalten Sie ein Präparat mit 50 mg Eisen pro Tablette.

B-Vitamine

Auch für andere B-Vitamine liegen Hinweise auf eine Wirkung bzw. einen Zusammenhang vor:

In Tierversuchen wurde berichtet, dass eine Nahrungsergänzung mit Vitamin B1 den Pb-Spiegel in Leber, Nieren, Knochen und Blut senkt. Vitamin B6 hat sich in Tierversuchen ebenfalls als wirksam bei der Verringerung der Schwermetall-Anreicherung im Gewebe erwiesen (1).

Eine kleine Feldstudie mit bleibelasteten Arbeitern hat ergeben, dass die Einnahme von Vitamin B1 den Blei-Wert im Blut senkt (10).

13 Arbeiter hatten 3 Monate lang zweimal täglich 50 mg Vitamin B1 pro Tag erhalten, anschließend zweimal täglich 100 mg und ab dem 6. Monat zusätzlich Vitamin-B1-Injektionen mit 10 mg zweimal wöchentlich. Nach 4 Monaten war der Pb-Wert im Blut der belasteten Arbeiter signifikant gesunken.

* Für die kurweise Einnahme derart hoher Dosen eignet sich z. B. dieses B-Komplex-Präparat.

Chinesische Forscher analysierten 2020 die Daten von rund 4500 Amerikanern. Sie stellten fest, dass Personen mit niedrigem Vitamin-B6-Spiegel einen höheren Blei-Wert im Blut und ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben (11).

Da die B-Vitamine für viele Körperfunktionen enorm wichtig sind und Überschüsse mit dem Urin ausgeleitet werden können, ist die Einnahme eines (normal dosierten) Vitamin-B-Komplexes zur Prävention eine wichtige Maßnahme (* z. B. mit diesem B-Komplex).

Knoblauch

Iranische Forscher stellten in einer Studie von 2012 fest, dass auch Knoblauch bei einer Blei-Vergiftung helfen kann (12).

117 bleibelastete Arbeiter wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 nahm 4 Wochen lang dreimal täglich 400 mg getrocknetes Knoblauchpulver als Tablette ein. Dies entspricht 1200 μg Allicin oder 2 g frischem Knoblauch.

Die andere Gruppe bekam D-Penicillamin. Dies ist ein Arzneistoff, der Schwermetalle im Körper bindet und ausscheidet.

In beiden Gruppen sank der Pb-Wert im Blut signifikant – es gab keinen Unterschied zwischen den Gruppen. Der Knoblauch war jedoch verträglicher als D-Penicillamin.

Zur Wirkung von Knoblauch auf die Cadmium-Belastung gibt es keine aussagekräftigen Humanstudien. In Tier- und Zellstudien führte Knoblauch zu geringerer Cadmium-Ansammlung in den Organen und weniger Gewebeschäden (13).

N-Acetylcystein

N-Acetylcystein (NAC) kann den Glutathionspiegel erhöhen. Glutathion zählt zu den körpereigenen Antioxidantien.

NAC schützt aber auch die Leber, hemmt Entzündungen und bindet Schwermetalle, ist also ein idealer Stoff, der in jedes Konzept der Schwermetall- oder Schadstoffausleitung passt.

Polnische Forscher stellten 2013 fest, dass die Einnahme von N-Acetylcystein (NAC) die Blei-Werte im Blut reduziert (14).

171 bleibelastete Arbeiter wurden in 4 Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 nahm einmal täglich 200 mg NAC, Gruppe 2 zweimal täglich 200 mg und Gruppe 3 zweimal täglich 400 mg NAC.

Die letzte Gruppe diente als Kontrollgruppe und nahm nichts ein. Die Studie dauerte 12 Wochen. In allen NAC-Gruppen nahmen die Pb-Werte im Blut signifikant ab. Zusätzlich verringerte sich der oxidative Stress.

* Hier erhalten Sie N-Acetylcystein mit 600 mg.

Für Cadmium liegen keine aussagekräftigen Humanstudien vor. Auch hier zeigen jedoch Tier- und Zellstudien eine schützende Wirkung von NAC.

In einer Studie von 2022 mit Ratten konnten Forscher etwa zeigen, dass N-Acetylcystein die durch Blei und Cadmium verursachten entzündlichen und oxidativen Veränderungen im Gehirn rückgängig machen kann (15).

Zeolith

Für Zeolith gibt es zwar keine Hinweise, dass der Stoff Blei (Pb) und Cadmium (Cd) aus dem Gewebe ausleiten kann, offenbar kann er aber die Pb-Aufnahme im Darm hemmen (16). Zu diesem Schluss kamen österreichische Forscher 2021.

Sie teilten 42 Probanden in drei Gruppen ein. Gruppe 1 nahm täglich 2 g Zeolith (genauer Klinoptilolith), Gruppe 2 zweimal täglich 2 g und Gruppe 3 ein Placebo. Alle Gruppen bekamen einmalig 2,5 µg Blei in Wasser.

Die Pb-Werte im Blut waren in den Zeolith-Gruppen rund 90 Prozent niedriger.

* Hier erhalten Sie Zeolith in Kapseln oder als Pulver.

Probiotika

Manche Probiotika (nützliche Darmbakterien) können schädliche Schwermetalle binden und/oder ihre (durch oxidativen Stress) schädliche Wirkung reduzieren (19).

In den letzten Jahren häufen sich die Hinweise, dass Probiotika des Stammes L. plantarum dabei helfen können, Blei (Pb) und Cadmium (Cd) auszuleiten (17). Eine klinische Studie von 2025 liefert vielversprechende Resultate:

66 Kinder (im Alter von 3 bis 12 Jahren) wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Beide Gruppen erhielten 12 Wochen lang ein Multivitaminpräparat. Eine der Gruppen erhielt zusätzlich ein Präparat des Stammes L. plantarum DSM 33464 (1×10⁹ KBE/Tag) – die andere ein Placebo.

In beiden Gruppen sank der Pb-Wert im Blut signifikant. In der Probiotika-Gruppe sank ab Woche 8 zusätzlich der Pb-Wert im Urin. Das Probiotikum verbesserte zudem Symptome wie Bauchschmerzen und psychosomatische Beschwerden.

Auch das Multivitamin-Präparat zeigte einen Effekt in der Placebo-Gruppe. Das ist nicht verwunderlich, denn – wie oben beschrieben – ist eine gute Vitalstoffversorgung für die Schwermetallausleitung enorm wichtig.

Das Präparat enthielt 1,5 mg Vitamin B1, 0,8 mg Vitamin B2, 5 mg Vitamin B3, 1 mg Vitamin B5, 0,5 mg Vitamin B6, 10 μg Vitamin B7, 80 μg Folsäure, 1 μg Vitamin B12, 600 IE Vitamin A, 200 IE Vitamin D, 5 mg Eisen, 180 mg Calcium und 4 mg Zink.

Eine etwas ältere Studie von 2019 mit insgesamt 60 Erwachsenen zeigt, dass die 8-wöchige Einnahme des Stammes L. plantarum CCFM8610 (1×10⁹ KBE/Tag) die Cadmium-Werte im Blut signifikant reduzieren kann (18).

Da es sehr viele unterschiedliche L. plantarum-Stämme gibt, lässt sich nie mit Sicherheit sagen, ob andere Stämme genauso wirken wie die oben genannten. Doch sind hochwertige probiotische Bakterien höchstwahrscheinlich in jedem Fall eine wichtige Unterstützung bei einer Schwermetallbelastung, z. B. in Form dieses Präparates.

Fazit: Blei und Cadmium erfolgreich ausleiten

Sie sehen also, dass schon allein eine gute Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen entscheidend ist. Die Vitalstoffe hemmen die Einlagerung von Blei und Cadmium im Körper und verhindern schädliche Auswirkungen der Schadstoffe.

Bevor Sie verschiedene Präparate zur Ausleitung einnehmen, sollten Sie erst Ihre Belastung testen. Bei sehr hoher Belastung empfehlen wir eine professionelle Ausleitung bei einem Arzt für Umweltmedizin.

Bei etwas erhöhten Werten können Sie auch die oben genannten Maßnahmen z. B. 6-12 Monate lang umsetzen und Ihre Werte dann erneut überprüfen.

Falls Sie chronische Krankheiten haben oder Medikamente nehmen, besprechen Sie die geplante Einnahme von Nahrungsergänzungen vorab mit einem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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