Zentrum der Gesundheit
  • lachen macht gesund
29 Juli 2022
5 min

Lachen als Heilmittel

Lachen ist ein wunderbares Heilmittel. Beim Lachen werden Endorphine ausgeschüttet - Stoffe, die Glücksgefühle auslösen. Gleichzeitig senkt Lachen den Spiegel der Stresshormone und wirkt somit stressbedingten Krankheiten entgegen. Lachen verändert die typischen Botenstoffe im Gehirn und hilft auf diese Weise sogar bei depressiver Verstimmung. Lachen ist ausserdem jederzeit zur Hand, man braucht keine besonderen Gerätschaften dazu, es kostet nichts - und ein Arzt ist dazu auch nicht nötig.

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Lachen als wirksames Heilmittel

In einem seiner Bücher *Der Arzt in uns selbst (derzeit nur in Englisch erhältlich) beschreibt Norman Cousins (1915 - 1990) seine Geschichte und wie er durch das Lachen und eine veränderte Lebenseinstellung seine Gesundheit wieder herstellen konnte:

Norman Cousins, Diplomat, Redakteur und Autor, erkrankte Mitte der 60er Jahre an Krebs. Man sagte ihm, er würde in Kürze sterben. Als er fast komplett gelähmt war, beschloss Cousins, das Krankenhaus zu verlassen. Er warf seine Medikamente weg und zog in ein Hotel. Er umgab sich nur noch mit Dingen, die ihn zum Lachen brachten. Er schaute Dick-und-Doof-Filme, las Bücher über positives Denken und hatte Spass an den Comic-Büchern seiner Kindheit. Letztendlich lebte er 26 Jahre länger, als es die Ärzte prognostiziert hatten.

Kann Lachen heilen? Können sich Optimisten wirklich selbst von Krankheiten befreien?

Lachen und seine Wirkungen auf Körper und Geist

Lachen hat viele heilsame Wirkungen auf Körper und Geist. Dazu gehören die folgenden ( 5 ):

  1. Lachen entspannt - nicht nur die Psyche, sondern auch die Muskulatur
  2. Lachen verbessert die Atmung
  3. Lachen reduziert Stresshormone und beugt so stressbedingten Krankheiten vor
  4. Lachen fördert die Durchblutung und damit auch die Sauerstoffversorgung im Gehirn
  5. Lachen erhöht die körpereigene Abwehrkraft
  6. Lachen senkt die Schmerzschwelle/Schmerztoleranz, so dass man weniger schmerzempfindlich ist
  7. Lachen erhöht die mentale Leistungsfähigkeit
  8. Lachen verbessert zwischenmenschliche Beziehungen

Warum Lachen heilen kann

Gerade Entspannung, weniger Stress, eine verbesserte Atmung und Sauerstoffversorgung sowie eine gute Abwehr fördern auch Heilprozesse und sind bei Krankheiten sehr wichtige Voraussetzungen dafür, dass überhaupt eine Besserung eintreten kann - auch bei psychischen Problemen.

Denn alle genannten Wirkungen machen aus dem Lachen - gemeinsam mit Humor - eine sehr gute Bewältigungsstrategie in Krisenzeiten - ganz nach dem Motto "Humor ist, wenn man trotzdem lacht", weshalb das Lachen sogar als eine Art Verhaltenstherapie gilt. Denn all die positiven Wirkungen des Lachens führen dazu, dass man erstens kreativer mit Problemen umgehen kann und leichter Lösungen findet. Zweitens macht das Lachen stressresistenter, man lässt die Probleme also gar nicht mehr so nah an sich heran und kann eine gewisse Distanz dazu aufbauen (5).

Gerade also, wenn einem "das Lachen vergangen" zu sein scheint, heisst es: Lachen! Am besten gemeinsam mit anderen!

Lachen gegen Stress und depressive Verstimmung

Lachen senkt die Spiegel der Stresshormone Cortisol und Adrenalin, auch den Spiegel von Homogentisinsäure, einem Abbauprodukt von Dopamin (erregender Botenstoff im Gehirn). Lachen scheint also die körperliche Stressreaktion wieder umzukehren.

Auch bei depressiven Verstimmungen kommt es zu hormonellen Veränderungen. Die Werte bestimmter Botenstoffe im Gehirn - wie z. B. Serotonin, Noradrenalin und Dopamin - sind niedrig und sollen die gesunde Stimmungskontrolle verhindern. Lachen nun wiederum kann nicht nur Dopamin und Serotonin aktivieren, sondern führt auch zur Ausschüttung von Endorphinen, körpereigenen Glücksstoffen, die das Wohlbefinden bessern ( 1 )( 2 )( 3 ).

Lachen bessert Lebensqualität älterer Menschen

In einer Studie von 2018/19 nahmen 17 ältere Menschen, die regelmässig eine Altentagesstätte besuchten, an einer Lachtherapie teil. Dazu schauten die Teilnehmer einfach einmal wöchentlich eine Stand-Up-Comedy. Schon nach 4 Wochen waren Blutdruck und Puls signifikant gesunken, während gleichzeitig der Serotoninspiegel gestiegen und der Chromagranin-A-Wert im Speichel gefallen war. Chromagranin A ist bei vielen chronischen Erkrankungen erhöht, wird aber auch als Tumormarker verwendet.

Bei den älteren Menschen besserten sich ausserdem Depressionen, sie zeigten mehr Interesse für Geselligkeit und wurden insgesamt aktiver ( 4 ).

Lesen Sie auch, warum positives Denken gesund hält.

Das Lachen muss nicht einmal echt sein

Lustige Filme, gute Witze oder auch einfach mit anderen Menschen gemeinsam Spass haben, lässt uns aus vollem Herzen lachen. Interessanterweise muss das Lachen aber nicht einmal echt sein, wenn man seine positiven Wirkungen spüren möchte. Das ist eine sehr gute Nachricht, denn gerade wenn man die heilsame Wirkung des Lachens bräuchte, ist einem häufig ganz und gar nicht nach Lachen zumute. Sie können also einfach so tun, als lachten Sie. Denn Ihr Körper erkennt offenbar nicht den Unterschied zwischen echtem und gespieltem Lachen (5).

Wut und Ärger fördern Krankheiten

Wut und Ärger hingegen - die Gegenteile vom Lachen und Fröhlichsein - können krank machen, besonders wenn man es nicht schafft, die Emotionen konstruktiv zu nutzen (Stichwort Selbstreflektion und Stressmanagement), also zu schauen, warum rege ich mich gerade so auf und zu überlegen, was könnte ich tun, damit es anders wird und es mir besser geht.

Forscher der Harvard Medical School in Boston veröffentlichten im Jahr 2010 eine Studie im American Heart Journal, in der sich zeigte, dass destruktive Wut (Wut, die nicht konstruktiv genutzt wird) zu einem um 31 Prozent höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt ( 6 ). Bekommt man einen Wutausbruch (ohne diesen sinnvoll zu hinterfragen), steigt in den ersten 2 Stunden das Risiko für eine Herzattacke deutlich ( 8 ). Schafft man es dagegen, mit Wut und Ärger konstruktiv umzugehen, dann gilt ein solcher konstruktiver Ärger sogar als schützend vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen (6).

Lachen ist die beste Medizin

"Lachen ist die beste Medizin" ist also nicht nur ein Sprichwort. Vielleicht ist Lachen nicht die allerbeste Medizin, aber eine wichtige und sehr heilsame Komponente, die in jedes ganzheitliche Konzept gehört. Lachen bedeutet, dem Leben seinen Ernst zu nehmen, die Dinge lockerer zu sehen, sich entspannen und glücklich sein! Beobachten Sie sich selbst! Wie oft haben Sie heute schon gelacht? Kinder lachen 400-mal pro Tag, Erwachsene nur 15-mal ( 7 ). Vielleicht könnte es bei Ihnen heute noch ein paarmal öfter sein?

Damit Ihnen das gelingt, können Stressbewältigungsstrategien, wie z. B. The Work nach Byron Katie ausserordentlich hilfreich sein. Es lohnt sich!

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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Quellen

(1) Yim J. Therapeutic Benefits of Laughter in Mental Health: A Theoretical Review. Tohoku J Exp Med. 2016 Jul;239(3):243-9. 

(2) Amici P. The Humor in Therapy: the Healing Power of Laughter. Psychiatr Danub. 2019 Sep;31(Suppl 3):503-508. 

(3) Mora-Ripoll R. The therapeutic value of laughter in medicine. Altern Ther Health Med. 2010 Nov-Dec;16(6):56-64. 

(4) Yoshikawa Y, Ohmaki E, Kawahata H, Maekawa Y, Ogihara T, Morishita R, Aoki M. Beneficial effect of laughter therapy on physiological and psychological function in elders. Nurs Open. 2018 Jul 18;6(1):93-99.

(5) Mora-Ripoll R. Potential health benefits of simulated laughter: a narrative review of the literature and recommendations for future research. Complement Ther Med. 2011 Jun;19(3):170-7. 

(6) Davidson KW, Mostofsky E. Anger expression and risk of coronary heart disease: evidence from the Nova Scotia Health Survey. Am Heart J. 2010 Feb;159(2):199-206. 

(7) Heggie BA. The Healing Power of Laughter. J Hosp Med. 2019 May;14(5):320. 

(8) Mostofsky E, Penner EA, Mittleman MA. Outbursts of anger as a trigger of acute cardiovascular events: a systematic review and meta-analysis. Eur Heart J. 2014 Jun 1;35(21):1404-10.