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  • Frau trinkt basisches Wasser aus einem Glas
16 min

Basisches Wasser – Was ist das?

Das Trinken von basischem Wasser ist ein beliebter Gesundheitstrend. Allerdings gibt es unterschiedliche basische Wässer, die somit auch unterschiedliche Wirkungen haben können. Wir stellen die verschiedenen Arten basischer Wässer vor und erklären, wie Sie diese selbst herstellen können.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Aktualisiert: 21 Januar 2024

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Gesundheitstrend: Basisches Wasser

Verschiedene gesundheitliche Vorteile werden beworben, wenn es um das Thema basisches Wasser geht. So soll es den Säure-Basen-Haushalt regulieren und vor Krankheiten wie Krebs, Osteoporose, Nierensteinen, Herzerkrankungen und vielem mehr schützen. Weiterhin soll es antioxidativ wirken, den Stoffwechsel ankurbeln und die Nährstoffaufnahme verbessern.

Da es jedoch verschiedene basische Wässer mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften gibt, ist es nicht möglich, von DEM EINEN basischen Wasser und seinen Wirkungen zu sprechen. Wir stellen Ihnen in diesem Beitrag die unterschiedlichen Varianten von basischem Wasser vor. Angefangen von der exakten chemischen Definition bis hin zu basischem Wasser, das nur aufgrund seiner Wirkung im Körper so bezeichnet wird.

Unter folgendem Link finden Sie unseren zweiten Artikel zum Thema. Dieser stellt Ihnen anhand aktueller Studien die Wirkungen von basischem Wasser vor.

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Was ist basisches Wasser?

Der Begriff „basisch“ bezieht sich auf den pH-Wert. Der pH-Wert gibt an, ob eine wässrige Lösung sauer, neutral oder basisch ist. Der pH-Wert bezieht sich nur auf wässrige Lösungen. Ein Öl besitzt daher keinen pH-Wert.

Chemisch gesehen ist der pH-Wert ein Maß für die Konzentration an Hydroxonium-Ionen (H3O+, protoniertes Wasser). Je mehr Hydroxonium-Ionen in einer Lösung enthalten sind, desto saurer ist sie und desto niedriger ist der pH-Wert.

Die Messskala des pH-Werts reicht von 0 bis 14:

  1. pH-Wert 0 bis 6,9 = sauer
  2. pH-Wert 7 = neutral
  3. pH-Wert 7,1 bis 14 = basisch, alkalisch

Basisches Wasser hat demnach einen pH-Wert von über 7.

In der Wissenschaft verwendet man den Begriff „alkalisch“ oft als Synonym für basisch. Auch im Englischen werden Sie diesen Begriff wieder finden. Hier spricht man von „alkaline water“.

Die Bestimmung des pH-Werts kann ganz einfach mittels eines pH-Teststreifens, den man z. B. in der Apotheke erwerben kann, durchgeführt werden.

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Wovon hängt der pH-Wert ab?

Der pH-Wert wird insbesondere von den gelösten Bestandteilen im Wasser beeinflusst. Doch auch die Temperatur kann den pH-Wert ändern.

Im Wasser gelöste Substanzen

Der wichtigste Einflussfaktor auf den pH-Wert sind die gelösten Bestandteile, die im Wasser enthalten sind. Gibt man beispielsweise Natron (Natriumhydrogencarbonat, NaHCO3) in Wasser, so steigt der pH-Wert an. Die Lösung wird basischer.

Chemisch gesehen wirkt Natron daher als Base. Eine Base kann Protonen aufnehmen, wodurch die Konzentration an Hydroxonium-Ionen abnimmt. Die Hydroxonium-Ionen (H3O+) geben also ihr überschüssiges Proton (H+) an Natron ab. Dabei entsteht Wasser (H2O). Da nun weniger Hydroxonium-Ionen vorhanden sind, wird die Lösung basischer.

Eine Säure gibt hingegen Protonen ab, sodass der Gehalt an Hydroxonium-Ionen ansteigt und der pH-Wert sinkt bzw. saurer wird. Häufig in der Natur vorkommende Säuren sind z. B. verschiedene Fruchtsäuren wie Zitronensäure, Essigsäure, Milchsäure und Oxalsäure.

In der Chemie unterscheidet man außerdem, ob eine Substanz eine starke oder schwache Säure bzw. Base ist.

Eine starke Säure, wie z. B. die Salzsäure im Magen, gibt einen hohen Anteil oder sogar alle ihre verfügbaren Protonen an Wasser ab, wodurch der pH-Wert sehr sauer wird. Eine schwächere Säure, wie z. B. Essigsäure, gibt nur einen Teil der Protonen ab. Der pH-Wert fällt im Vergleich zur Salzsäure, bei gleicher Konzentration der Säuren, weniger stark ab.

Das gleiche Prinzip gilt für Basen. Eine starke Base wie z. B. Natronlauge (NaOH) nimmt sehr viele Protonen auf, sodass sich der pH-Wert stark erhöht. Eine schwächere Base wie z. B. Natron führt beim Einrühren in Wasser hingegen nur zu einem geringen Anstieg des pH-Werts im Vergleich zu einer stärkeren Base bei gleicher Konzentration.

Auch der maximal erreichbare basische bzw. saure pH-Wert ist bei einer schwachen Base bzw. Säure weniger stark ausgeprägt als bei einer starken Base bzw. Säure. Beispielsweise kann man mit Natronlauge einen pH-Wert von 14 erreichen. Mit Natron ist dies nicht möglich, egal wie viel Natron man ins Wasser gibt.

Temperatur

Neben den gelösten Stoffen ist auch die Temperatur ein Faktor, der den pH-Wert beeinflusst. Dies liegt daran, dass Wasser bei höheren Temperaturen in einem größeren Maße dissoziiert.

Die Eigendissoziation des Wassers meint, dass zwei Wassermoleküle (H2O) sich zu einem Hydroxonium-Ion (H3O+) und einem Hydroxid-Ion (OH-) umwandeln. Bei höheren Temperaturen gibt es deshalb mehr Hydroxonium-Ionen in der Lösung und der gemessene pH-Wert wird saurer. Schließlich ist der pH-Wert ja über die Konzentration der Hydroxonium-Ionen definiert.

Die Eigendissoziation des Wassers verändert zwar das Ergebnis einer pH-Messung. Es handelt sich jedoch nicht um eine „echte“ Änderung des pH-Werts, denn reines Wasser enthält unabhängig von der Temperatur stets gleich viele saure (H3O+) und basische (OH-) Komponenten.

Mit der Temperaturerhöhung nimmt ja nicht nur der Gehalt and Hydroxonium-Ionen (H3O+) zu, sondern auch der Gehalt an Hydroxid-Ionen (OH-) in gleichem Maße. Bei Zugabe einer Säure oder Base zum Wasser würde sich das Gleichgewicht zwischen H3O+ und OH- verändern, dies ist bei einer Temperaturänderung nicht der Fall.

In seiner Gesamtheit bleibt das Wasser also trotz der Eigendissoziation neutral. Wasser wird ja nicht plötzlich zur Säure, nur weil man es kocht.

Damit die Eigendissoziation des Wassers die pH-Messung nicht verfälscht, wurde in der Chemie eine Temperatur von 25 °C als internationaler Standard festgelegt. Um den pH-Wert verschiedener wässriger Lösungen zu vergleichen, müssen gemessene Werte auf diese Temperatur umgerechnet werden.

Für den Alltag heißt das also zum Beispiel, dass man den pH-Wert seines Trinkwassers am besten bei Zimmertemperatur messen sollte.

Welchen pH-Wert hat Trinkwasser?

Leitungswasser hat zumeist einen neutralen bis schwach basischen pH-Wert. Dieser bewegt sich i. d. R. zwischen 7,0 und 8,5 ( 1 ).

Zu einem basischen pH-Wert kommt es insbesondere dann, wenn das Wasser durch kalkhaltige Gesteinsschichten geflossen ist. Kalk (Calciumcarbonat, CaCO3) löst sich zu einem geringen Anteil in Wasser. Dabei entstehen Calcium-Ionen und Carbonat-Ionen. Die Carbonat-Ionen wirken basisch, wodurch der pH-Wert leicht ansteigt.

Bei Sprudelwasser kommt es hingegen durch die zugesetzte Kohlensäure zu einem Abfall des pH-Werts. Der pH-Wert von kohlensäurehaltigem Mineralwasser liegt deshalb im sauren Bereich zwischen 5,5 und 6,5 ( 2 ).

Kohlensäure kann aber auch natürlicherweise in ein Mineralwasser gelangen. Sie entsteht, wenn Kohlenstoffdioxid im Wasser gebunden wird. Dazu kommt es bei Mineralwässern, die durch vulkanisches Gestein geflossen sind.

Natürliche, stille Mineralwässer können also in Abhängigkeit ihres Gehalts an Mineralstoffen und Kohlensäure sowohl leicht sauer, als auch leicht basisch sein.

Wie kann man basisches Wasser herstellen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie basisches Wasser selbst herstellen können. Diese Methoden unterscheiden sich grundlegend und die entstandenen basischen Wässer müssen in ihrer Wirkung auf den Körper deshalb separat betrachtet werden.

Zusatz von basischen Mineralien

Eine einfache Möglichkeit ist der Zusatz von basischen Salzen zum Trinkwasser. Dies kann z. B. durch die Zugabe von Natron (Natriumhydrogencarbonat) erfolgen. Die basische Komponente sind hierbei die Hydrogencarbonat-Ionen. Zur Linderung von Sodbrennen wird beispielsweise ein halber Teelöffel Natron pro Glas Wasser empfohlen ( 3 ).

Alternativ gibt es auch sogenannte pH-Tropfen oder Basentropfen/Basenpulver zu kaufen, die dem Trinkwasser beigefügt werden. Typische Salze, die in solchen Tropfen oder Pulvern vorkommen, sind z. B. Magnesiumcitrat, Kaliumcitrat, Magnesiumcarbonat oder Natriumhydrogencarbonat (Natron). Den basischen pH-Wert erzeugen dabei die Citrat-, Carbonat oder Hydrogencarbonat-Ionen.

Die Produkte werden jedoch oft mit sogenannten „basischen Mineralien“ beworben. Hiermit sind z. B. Calcium, Magnesium, Kalium und Zink gemeint. Diese Mineralien haben allerdings keinen Einfluss auf den pH-Wert des Wassers. Sie unterstützen stattdessen aber basische Stoffwechselvorgänge im Körper.

* Unter folgenden Links finden Sie ein Basentropfen und Basenpulver, mit denen Sie basisches Wasser herstellen können.

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Wasserionisierer

Eine teurere Methode, um basisches Wasser herzustellen, sind Wasserionisierer oder auch Wasserteiler genannt. Diese Geräte werden im Internet vielfach angeboten und sind frei verkäuflich.

Wasserionisierer funktionieren nach dem Prinzip der Elektrolyse. In der mit Wasser befüllten Elektrolysekammer befinden sich zwei Elektroden. An diese Elektroden wird eine elektrische Spannung angelegt, sodass eine der Elektroden negativ und die andere positiv geladen ist. Zwischen den Elektroden befindet sich eine spezielle Membran, die verhindert, dass sich die beiden Flüssigkeitsbereiche vermischen ( 4 ).

Durch die angelegte Spannung kommt es zu einer Aufspaltung der Wassermoleküle (H2O) in Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) und es entstehen zudem Hydroxonium- (H3O+) und Hydroxid-Ionen (OH-). Sauerstoff und Hydroxonium-Ionen entstehen im Bereich der positiv geladenen Elektrode, während sich Wasserstoff und Hydroxid-Ionen im Bereich der negativ geladenen Elektrode ansammeln (4).

Wird nun z. B. der saure Anteil der Flüssigkeit, der sich um die positiv geladene Elektrode herum anreichert, abgeleitet, so bleibt eine basische Flüssigkeit zurück. Die Geräte können auf diese Weise pH-Werte vom stark sauren bis zum stark basischen Bereich erzeugen (z. B. pH 2,5 bis pH 11,5) ( 5 ).

Wasserionisierer sind seit mehreren Jahrzehnten insbesondere in asiatischen Ländern wie Japan und Korea beliebt und sind mittlerweile auch in den USA und in europäischen Ländern zunehmend verbreitet.

Es kursieren viele Mythen über die Wirkungsweise von ionisiertem basischen Wasser. Auf die einzelnen Aussagen und Gesundheitsversprechen gehen wir im in der Einleitung verlinkten Artikel zur Wirkungsweise von basischem Wasser ein sowie in unserem Artikel über wasserstoffreiches Wasser (denn häufig wirken basische Wässer nur aufgrund ihres hohen Wasserstoffgehalts so positiv auf die Gesundheit).

Einen Wasserionisierer erhalten Sie z. B. hier: *Ionisierer für wasserstoffreiches Wasser

Kann man basisches Wasser kaufen?

Wie oben beschrieben, sind verschiedene Mineralwässer oder sogar das Leitungswasser natürlicherweise leicht basisch. Beispiele für leicht basische Mineralwässer sind das Mineralwasser der St. Leonhardsquelle und Evian, die einen pH-Wert von etwa 7,2 aufweisen.

Zu den natürlichen Mineralwässern mit stark basischem pH-Wert zählt z. B. die Sorte Monchique, die aus dem Monchique Gebirge an der Algarve in Portugal stammt. Das Wasser hat einen pH-Wert von 9,5. (Allerdings ist in diesem Wasser auch natürliches Fluorid enthalten.)

Weiterhin kann basisches Wasser, das mittels Wasserionisierern hergestellt wurde, abgepackt im Handel erworben werden.

Warum basisches Wasser trinken?

Hersteller von basischem Wasser oder Wasserionisierern werben oft mit Aussagen wie: „Basisches Wasser kann eine Übersäuerung des Körpers ausgleichen“ oder „Basisches Wasser gelangt schnell in die Zellen und kann dort Säuren neutralisieren“.

Diese Werbeversprechen finden bei vielen Menschen ein offenes Ohr, schließlich wird der Begriff „basisch“ oft mit gesund gleichgesetzt. Der Gedanke, dass man durch das Trinken eines basischen Wassers seinen Körper entsäuern kann und dadurch verschiedenen Krankheiten vorbeugen kann, erscheint verlockend.

Weitere Werbeversprechen beziehen sich z. B. auf eine gesteigerte Immunabwehr, eine verbesserte Herzgesundheit oder einen antioxidativen Schutz.

Wie wir bisher gesehen haben, ist der Begriff basisches Wasser weit gefasst. Es gibt also nicht eine einheitliche Definition und es kann auch nicht pauschal gesagt werden, ob basisches Wasser nun gut oder schlecht ist bzw. welche Wirkungen es genau besitzt.

Um einschätzen zu können, ob basisches Wasser mit bestimmten Charakteristika tatsächlich gesundheitsförderlich sein könnte, ist es sehr wichtig das Thema differenziert zu betrachten und auch die physiologischen Hintergründe im menschlichen Körper zu verstehen.

Im weiteren Text klären wir daher folgende Fragestellungen:

  1. Wie wird der Säure-Basen-Haushalt reguliert?
  2. Was ist eine Übersäuerung des Körpers und welche Folgen hat sie?
  3. Kann eine Übersäuerung durch basisches Wasser ausgeglichen werden?

Im oben verlinkten Folgebeitrag klären wir:

  1. Wie wirkt basisches Wasser und insbesondere auch ionisiertes basisches Wasser?
  2. Gibt es Schadeffekte durch basisches Wasser?

Der Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt ist ein streng reguliertes System, das von entscheidender Bedeutung für die Funktion des gesamten Körpers ist. Ein gesunder Körper besitzt sowohl saure als auch basische pH-Bereiche. Es ist somit also auf keinen Fall gesund, den ganzen Körper „basisch“ machen zu wollen.

Zu den sauren pH-Bereichen des Körpers zählen z. B. der Magen (pH 1,5 bis 2), der Dickdarm (pH 5,5 bis 6,2), die Haut (pH 4,8 bis 5,5) oder das Scheidenmilieu (pH 3,8 bis 4,4).

Der stark saure pH-Wert des Magens ist wichtig, um Keime abzutöten und unterstützt die Eiweißverdauung. Im Dickdarm, auf der Haut und in der Scheide wird durch den sauren pH-Wert stattdessen das Wachstum bestimmter nützlicher Bakterien gefördert und die Vermehrung von Krankheitserregern gehemmt.

Zu den basischen Bereichen des Körpers zählen das Blut (pH 7,35 bis 7,45), die meisten Gewebe (pH bis 7,7) und der größte Teil des Dünndarms (pH variabel).

Insbesondere der pH-Wert des Bluts ist streng reguliert. Kommt es hier nur zu geringfügigen Abweichungen des pH-Werts, also außerhalb des engen pH-Bereichs von 7,35 bis 7,45, kann dies sogar lebensbedrohliche Folgen haben, da es zu einer Denaturierung lebenswichtiger Eiweiße im Blut kommt. Daher hat die Regulation des pH-Werts des Bluts oberste Priorität.

Dem Körper stehen verschiedene Möglichkeiten zur pH-Regulation des Bluts zur Verfügung ( 6 ):

  1. Puffersysteme: Der Bicarbonat-Puffer ist das wichtigste Puffersystem des Körpers und kann sowohl überschüssige Säuren als auch Basen durch eine „Wechselreaktion“ zwischen Bicarbonat und Kohlensäure neutralisieren. Weitere Puffer sind z. B. der Proteinatpuffer und der Phosphatpuffer.
  2. Abatmung von Kohlenstoffdioxid (CO2) über die Lunge: Überschüssige Säuren können mit Bicarbonat über Kohlensäure zu CO2 und Wasser reagieren. Das CO2 kann über die Lunge abgeatmet werden.
  3. Ausscheidung von Säuren über die Nieren und die Leber
  4. Abgabe von Säuren ins umgebende Gewebe

Durch diese Maßnahmen kann der pH-Wert des Bluts konstant gehalten werden. Zu einer gefährlichen Abweichung kommt es deshalb nur in Extremfällen wie z. B. bei einer Vergiftung (z. B. mit Methanol), in einem fortgeschrittenen Stadium eines Schocks oder bei einer schweren Lungenerkrankung ( 7 ). Auch bei schlecht eingestellten Patienten mit Diabetes kann es zu einer gefährlichen pH-Abweichung kommen (Ketoazidose).

Doch warum ist dann so oft die Rede von einer Übersäuerung des Körpers und welcher Bereich des Körpers übersäuert?

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Chronische Übersäuerung

Der Lebensstil vieler Menschen ist aus gesundheitlicher Sicht alles andere als optimal. Viele Verhaltensweisen und Angewohnheiten fördern eine chronische Übersäuerung des Körpers.

Einer der im vorigen Abschnitt vorgestellten Regulationsmechanismen des Körpers ist eine Abgabe von Säuren in das Gewebe. Das Gewebe (z. B. Unterhaut, Bindegewebe, verschiedene Organe) ist i. d. R. etwas basischer als das Blut, sodass Säuren hierhin abgegeben werden können.

Wird der Körper fortwährend mit Säuren belastet und mangelt es ihm an Möglichkeiten diese auszuscheiden, so kommt es zu einer chronischen Übersäuerung der Gewebe.

Lesen Sie unter folgendem Link mehr über die Übersäuerung aus wissenschaftlicher Sicht. In diesem Artikel stellen wir Ihnen verschiedene Studien vor, die sich mit einer chronischen Übersäuerung beschäftigen.

Einen Wasserionisierer erhalten Sie z. B. hier: *Ionisierer für wasserstoffreiches Wasser

Ursachen einer chronischen Übersäuerung

Verschiedene Ursachen können zu einer chronischen Übersäuerung beitragen:

  1. Zu viele übersäuernde Lebensmittel: z. B. tierische Lebensmittel, Zucker, Lebensmittelzusatzstoffe, Kaffee, Alkohol, Weißmehl
  2. Zu wenige basenbildende Lebensmittel: Gemüse, Obst
  3. Schlafmangel
  4. Bewegungsmangel oder übertriebener Sport
  5. Hohe negative Stressbelastung
  6. Aufnahme von Toxinen
  7. Mangel an Mineralstoffen, die die Entgiftung/Entsäuerung unterstützen (z. B. Calcium, Magnesium, Kalium)
  8. Überschuss an säurebildenden Mineralstoffen (z. B. Phosphor)

All diese Faktoren führen entweder zu einem größeren Anfall an Säuren im Körper oder stören die körpereigenen Ausscheidungs- und Entgiftungsvorgänge oder sie machen gleich beides.

Eine Übersicht über saure und basische Lebensmittel erhalten Sie unter diesem Link.

Folgen einer chronischen Übersäuerung

Die Folgen einer chronischen Übersäuerung des Körpers sind weitreichend. Durch die Einlagerung von aus der Blutbahn ausgeschiedenen Säuren ins Gewebe kann es zu Störungen des normalen Stoffwechsels und der normalen Struktur der Gewebe kommen.

Die Säuren liegen dabei nicht isoliert im Gewebe vor, sondern sind durch basische Mineralstoffe gebunden und damit neutralisiert. In der Naturheilkunde spricht man von sogenannten Schlacken.

In Bezug auf das Bindegewebe begünstigt die Einlagerung solcher Schlacken z. B. die Entstehung von Falten, Cellulite und Dehnungsstreifen und kann auch zu einem Verkleben von Faszien führen.

Doch auch jedes andere Gewebe und Organ kann von den Folgen betroffen sein. So ist beispielsweise die Entstehung von Gelenkerkrankungen wie Arthritis und Arthrose, die Entstehung von Nierensteinen und das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Osteoporose bei einer Übersäuerung erhöht.

Auch das Auftreten von Mineralstoffmängeln, Infektionskrankheiten und Krebserkrankungen ist begünstigt.

Übersäuerung mit basischem Wasser ausgleichen?

Könnte man einfach basisches Wasser trinken und dadurch alle Säuren im Gewebe neutralisieren, wäre dies natürlich sehr angenehm und einfach. Doch so funktioniert es in der Realität nicht.

Trinkt man Wasser, so gelangt dieses zunächst in den Magen und trifft dort auf die Magensäure. Die Salzsäure des Magens ist eine starke Säure, die sich mit dem Mageninhalt vermischt und ihn ansäuert. Dadurch wird der pH-Wert von getrunkenem basischem Wasser neutralisiert.

Trotz dieses Umstands kann basisches Wasser auf verschiedene Weise einer chronischen Übersäuerung entgegenwirken:

Basische Mineralien

Die enthaltenen Mineralien wie Calcium, Magnesium und Zink unterstützen die Entsäuerung des Körpers, da sie bestimmte Stoffwechselvorgänge fördern. Dies ist eine Wirkung, die nichts mit dem pH-Wert des Wassers zu tun hat ( 8 ).

Natron

Natron ist ein bekanntes Heilmittel in der Naturheilkunde und soll gegen eine Übersäuerung helfen, indem es die körpereigene Hydrogencarbonat-Bildung anregt. Im Abschnitt „Der Säure-Basen-Haushalt“ haben wir erklärt, dass der Hydrogencarbonat- oder Bicarbonat-Puffer das wichtigste Puffersystem im Blut ist.

Die Theorie: Natron neutralisiert nach seiner Einnahme die Magensäure. Dies regt wiederum eine umso stärkere Bildung neuer Magensäure an. In den Belegzellen des Magens entsteht parallel zur Bildung von Salzsäure auch Hydrogencarbonat, das in den Blutkreislauf geleitet wird. Auf diese Weise regt Natron die körpereigene Entsäuerung an ( 9 ).

Möchte man tatsächlich Natron (z. B. als Kur) zur Entsäuerung einsetzen, gibt es einige Dinge zu beachten:

  1. Natron darf nicht unmittelbar vor oder nach dem Essen eingesetzt werden, da die Magensäure für die Verdauung und Keimabtötung benötigt wird. Ein Abstand von 1 Stunde vor dem Essen und 2 Stunden nach dem Essen sollte ausreichen.
  2. Natron kann bei empfindlichen Personen zu Verdauungsbeschwerden führen (z. B. Völlegefühl, Aufstoßen).
  3. Eine Überdosierung von basischen Substanzen kann zu gefährlich hohen Kaliumwerten führen (mehr dazu im Beitrag: „Wie wirkt basisches Wasser?“). Für Natron wird oft eine Dosierung von 3x täglich einem halben Teelöffel empfohlen.

Unsere Empfehlung: Die wichtigste Maßnahme um einer chronischen Übersäuerung entgegen zu wirken, ist eine nachhaltige Umstellung der Lebensweise und eine weitgehende Beseitigung der ursächlichen Faktoren. So nutzt es wenig Natron zu schlucken, wenn man sich weiterhin ungesund ernährt, viel Stress hat und zu wenig schläft.

Weitere Wirkungen von basischem Wasser?

Im Abschnitt zur Herstellung von basischem Wasser haben wir Ihnen das Konzept der Elektrolyse von Wasser vorgestellt. Das auf diese Weise erzeugte ionisierte basische Wasser soll neben einer Entsäuerung des Körpers noch viele weitere Wirkungen besitzen.

Einen Wasserionisierer erhalten Sie z. B. hier: *Ionisierer für wasserstoffreiches Wasser

Im Folgebeitrag „Wie wirkt basisches Wasser?“ stellen wir Ihnen interessante wissenschaftliche Studien zum Thema vor und klären auf, worauf die Wirkung von ionisiertem Wasser wirklich beruht.

Update 17.01.2024

Unser früherer Text zum Thema Basenwasser wurde durch diesen neuen Text komplett ersetzt.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.