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Osteoporose - Knochenbruch im Alter

Osteoporose tritt häufig bei Frauen während und nach der Menopause auf. Aber auch Männer können hiervon betroffen sein. Ganz selten wird diese Erkrankung bei Kindern festgestellt.

Stand: 26 April 2026
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Was ist Osteoporose?

Bei einer Osteoporose (auch Knochenschwund genannt) kommt es zu einem beschleunigten Knochenabbau. Die Knochendichte nimmt ab, wodurch die Knochen an Stabilität verlieren und für Knochenbrüche anfällig werden - oft schon bei nur geringer Belastung. Das Anfangsstadium einer abnehmenden Knochendichte und somit die Vorstufe zur Osteoporose wird als Osteopenie bezeichnet.

Meist sind ältere Menschen betroffen, 80 % davon sind Frauen. Eine von zwei Frauen sowie einer von vier Männern über 50 Jahren wird statistisch gesehen im Verlauf seines/ihres Lebens einen Osteoporose bedingten Knochenbruch erleiden.

In den meisten Fällen ist der Knochenschwund nicht mit Schmerzen verbunden. Allerdings kann sie zu Knochenbrüchen führen. Besonders betroffen sind Hüfte, Handgelenk oder Wirbelsäule, die dann plötzliche, starke Schmerzen verursachen können. Die Knochen sind im fortgeschrittenen Stadium bereits so porös, dass schon leichte Stürze oder sogar nur ein Niesen bzw. Husten zu einem Knochenbruch führen können.

Es wird zwischen zwei Arten unterschieden

Man unterscheidet zwei Osteoporose-Arten:

Die primäre Form, die durch das Altern verursacht wird und mit 95 % am häufigsten auftritt.

Die sekundäre Form, die durch eine andere Erkrankung, eine medizinische Behandlung oder den Lebensstil verursacht wird.

Welche Risikofaktoren und mögliche Ursachen gibt es?

Osteoporose tritt auf, wenn die Knochen an Masse und Dichte verlieren. Dieser Verlust wird zum Teil durch die Verringerung von Calcium, Phosphor und anderen wichtigen Mineralien in den Knochen verursacht. Dadurch wird die Festigkeit der Knochen vermindert und die innere Stützkonstruktion verliert an Substanz. So wird das gesamte Knochengerüst mit der Zeit schwach und porös.

Während des gesamten Lebens wird die Knochensubstanz auf- bzw. abgebaut. Bei jüngeren Menschen wird neue Knochensubstanz schneller gebildet, als alte abgebaut werden kann, deshalb nimmt die Knochenmasse zu. Im Alter von 30 Jahren hat die Knochendichte bei den meisten Menschen ihren Höchstwert erreicht. Danach wird mehr Knochenmasse ab- als aufgebaut.

Geschlecht und Alter

Frauen erleiden häufiger Knochenbrüche, die auf einen Knochenschwund zurückzuführen sind, da es während der Menopause (siehe nächster Abschnitt) zu einem plötzlichen Abfall des Östrogenspiegels kommt, der den Knochenabbau beschleunigt.

Allerdings verlieren Männer ab einem Alter von ca. 65 Jahren genauso viel Knochenmasse wie Frauen. Mit 75 Jahren haben beide Geschlechter ein gleich hohes Risiko, an Knochenschwund zu erkranken.

Menopause

Haben Frauen die Menopause erreicht, wird der Abbau der Knochenmasse noch beschleunigt. Dieser Abbau dauert im Allgemeinen 10 Jahre, bis es in einem Alter von ca. 60 Jahren wieder zu einer Verlangsamung des Knochenabbaus, allerdings nicht zum Stillstand, kommt.

Das Risiko, an Knochenschwund zu erkranken hängt davon ab, wie viel Knochenmasse im Alter zwischen 25 und 35 ausgebildet wurde und wie schnell diese im Alter verloren geht.

Hautfarbe

Menschen mit heller Hautfarbe sind häufiger von Knochenschwund betroffen.

Schlanke Menschen erkranken schneller an Osteoporose

Schlanke Menschen mit einem schmalen Körperbau haben weniger Knochenmasse und deshalb ein höheres Risiko, an Osteoporose zu erkranken.

Lebensstil

Es ist bekannt, dass Rauchen die Knochen schwächt. Allerdings ist der Zusammenhang zwischen Rauchen und Osteoporose noch nicht genau geklärt.

Knochengesundheit beginnt im Kindesalter und wird durch Bewegung stark beeinflusst. Regelmäßige sportliche Betätigung kann dazu beitragen, die Knochendichte zu erhöhen. Sportarten, wie Walking, Aerobic, Trampolin oder Krafttraining sind besonders hilfreich beim Aufbau der Knochenmasse.

Vitamin-D-Mangel und andere Nährstoffmängel

Konsum von Softdrinks

Die Auswertung der Framingham-Osteoporose-Studie kam zu dem Ergebnis, dass der regelmäßige Konsum von Softdrinks. z. B. von Cola bei Frauen zu einer verringerten Mineraliendichte des Hüftknochens führen kann.

Alkoholmissbrauch

Übermäßiger Alkoholkonsum vermindert den Knochenaufbau und behindert den Körper bei der Calciumaufnahme. Bei Männern ist Alkoholismus einer der häufigsten Risikofaktoren für brüchiger werdende Knochen.

Niedrige Calciumspiegel

Zusätzlich zu einer calciumarmen Ernährung können aber auch Verdauungsstörungen zu einer verminderten Absorption von Calcium führen und dadurch zum Verlust der Knochendichte beitragen.

Schilddrüsenhormone

Durch eine Schilddrüsenüberfunktion oder durch entsprechende Schilddrüsenmedikamente kann es zu einer vermehrten Bildung der Schilddrüsenhormone kommen, die dann ebenfalls zu einem Verlust der Knochendichte führen können.

Risikofaktoren bei Männern sind neben einem niedrigen Testosteronspiegel auch Insulinresistenz sowie sexuelle Dysfunktion.

Essstörungen

Anorexia nervosa (Essstörungen) bzw. Bulimie erhöht das Risiko verminderter Knochendichte im Lendenwirbelbereich und in den Hüften.

Rheumatoide Arthritis

Die chronische Gelenkerkrankung Arthritis führt zu einer Bewegungseinschränkung und zum Verlust der Knochendichte.

Herzkreislauf-Erkrankungen

Verschiedene Studien haben Osteoporose mit Herzkreislauferkrankungen, Herzinfarkt, Herzversagen und Schlaganfall in Verbindung gebracht.

Diabetes

Forschungen weisen darauf hin, das Diabetes Typ1 und möglicherweise auch Diabetes Typ 2 (Altersdiabetes) das Risiko an Osteoporose zu erkranken, erhöhen kann.

Polyzystisches Ovarialsyndrom

Die hormonelle Störung PCOS führt zu einem unregelmäßigen Zyklus bei Frauen. Es wird vermutet, dass die damit verbundenen Schwankungen im Östrogenspiegel das Risiko an Osteoporose zu erkranken erhöhen.

Medikamente

Der längerfristige Gebrauch einiger Kortikosteroide oder anderer Immunsuppressiva kann zu einer Schädigung der Knochen führen. Diese Medikamente werden u.a. zur Behandlung von Rheumatoider Arthritis, Asthma oder Psoriasis eingesetzt.

Einige Entwässerungsmittel (Diuretika) können bewirken, dass die Nieren zuviel Calcium ausscheiden, was zu einer Verminderung der Knochendichte beitragen kann.

Strahlentherapie

Bestrahlungen zur Behandlung von Krebs in der Beckengegend können das Risiko für Knochenbrüche erhöhen.

Bleibelastung

Das nationale amerikanische Gesundheitsinstitut (NIH) ist dabei zu beweisen, dass eine Bleibelastung im Kindesalter die Knochenentwicklung behindern und somit in späteren Jahren zur Osteoporose führen kann.

Welche Symptome zeigen sich bei Osteoporose?

Im Anfangsstadium ist die Osteoporose symptomfrei. Bei einigen Menschen kann es allerdings zu Rückenschmerzen oder Verringerung der Größe kommen.

In fortgeschrittenem Stadium kann es zu Knochenbrüchen kommen, besonders an Wirbelsäule und Hüften bzw. an den Handgelenken.

Am häufigsten sind Frakturen der Wirbelsäule, die in vielen Fällen keinen Symptome verursachen und so erst beim Röntgen entdeckt werden.

Diese Frakturen können sich allerdings auch in Form von Rückenschmerzen bemerkbar machen, die besonders beim Bücken oder Heben auftreten. Sie können nach einigen Wochen abklingen, um dann später als chronische, dumpfe Schmerzen erneut aufzutreten.

In einigen Fällen kann es auch zu Kompressionsbrüchen an der Wirbelsäule kommen, die starke Schmerzen verursachen. Der Anhäufung solcher Brüche können ein Größenverlust von mehreren Zentimetern und eine gebeugte Körperhaltung folgen. Diese gekrümmte Körperhaltung zieht weitere Symptome nach sich, wie z.B. erschwertes Atmen und Verdauungsstörungen.

Zu Hüftfrakturen kommt es häufig nach einem Sturz. Hüftfrakturen machen sich durch starke Schmerzen in Hüfte bzw. Leistengegend bemerkbar. Des Weiteren kann es zu Steifheit und Schwellung im Hüftbereich, sowie zu fehlender Belastbarkeit des verletzten Beines kommen. Diese Hüftfrakturen sind meistens mit einer Operation verbunden, in der dann ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt wird.

Handgelenksfrakturen entstehen wenn ein Sturz mit der ausgestreckten Hand abgefangen werden soll. Zu den Symptomen zählen Schwellung und Schmerzen im Handgelenk sowie die Unfähigkeit, Gegenstände zu halten oder zu heben.

Vorbeugende Maßnahmen

Versuchen Sie, einer Osteoporose bestmöglich vorzubeugen. Aber auch wenn die Krankheit schon da ist, helfen die nachfolgend genannten Maßnahmen:

Regelmäßige Bewegung - ca. 30 Minuten täglich - kann dabei helfen, stabile Knochen aufzubauen und den Knochenabbau verlangsamen. Geeignete Sportarten sind z. B. Walking, Jogging, Aerobic oder moderates Gewichtheben. Gleichgewichtsübungen wie beim Tai Chi sind hilfreich, um Stürzen vorzubeugen.

Ausreichende Mengen an Vitamin D (Sonnenlicht) sind wichtig für die Resorption von Calcium.

Nicht rauchen! Rauchen führt zu erhöhtem Verlust der Knochendichte, da es die Fähigkeit des Körpers zur Calciumabsorption verringert.

Alkoholkonsum einschränken! Täglicher Alkoholkonsum kann zu einer verminderten Knochenbildung führen.

Den Konsum von Softdrinks, wie Cola einstellen und andere koffeinhaltige Getränken reduzieren. Mehr als 3 Tassen Kaffe pro Tag können das Risiko für die Erkrankung erhöhen.

Den langfristigen Gebrauch von Cortikosteroiden (Cortison) möglichst vermeiden.

Essstörungen therapeutisch behandeln lassen.

Stürze können vermieden werden, indem z. B. niedrige und rutschfreie Schuhe getragen, mögliche Unfallgefahren im Haushalt beseitigt und für ausreichende Beleuchtung gesorgt werden.

Auch können bestimmte Medikamente Benommenheit verursachen oder zu Koordinationsstörungen führen bzw. die Aufmerksamkeit beeinträchtigen, was natürlich berücksichtigt werden muss, wenn bereits eine Osteoporose vorliegt.

Osteoporose in der Medizin

In der Medizin wird häufig eine Therapie mit Prolia durchgeführt (Wirkstoff: Denosumab). Es handelt sich um einen monoklonalen Antikörper, der gezielt in den Knochenstoffwechsel eingreift.

Wie wirkt Prolia?

Prolia wird eingesetzt bei Frauen nach den Wechseljahren und bei Männern mit Osteoporose, insbesondere bei erhöhtem Frakturrisiko oder wenn andere Therapien nicht ausreichend wirksam oder nicht verträglich waren.

Prolia hemmt einen zentralen Signalstoff, der für die Aktivierung der knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) notwendig ist. Dadurch wird der Knochenabbau stark reduziert, die Knochendichte nimmt zu und das Risiko für Wirbel- und Hüftfrakturen sinkt deutlich.

Die Anwendung erfolgt als Spritze (unter die Haut) alle 6 Monate. Dabei gibt es keine festgelegte Maximaldauer, üblich sind jedoch 3–5 Jahre bei guter Verträglichkeit - bei sehr hohem Frakturrisiko auch länger.

Was, wenn man Prolia nicht verträgt?

Oft glauben PatientInnen, wenn man einmal Prolia erhalten hat, komme man nie mehr davon los. Prolia ist auch tatsächlich keine Therapie, die man einfach pausieren oder abrupt beenden sollte.

Wenn die Therapie aber nicht vertragen wird und Nebenwirkungen entstehen, gibt es durchaus Lösungen.

Zu den Nebenwirkungen zählen Knochen- und Muskelschmerzen, Gelenkbeschwerden, erhöhte Infektanfälligkeit, Hautreaktionen, selten Kieferknochenprobleme und bei manchen Betroffenen auch Erschöpfung, Angst und depressive Verstimmungen.

In diesen Fällen wird die Therapie geändert, aber so, dass es nach dem Absetzen von Prolia nicht zum gefürchteten Rebound-Effekt kommt. Dabei handelt es sich um einen plötzlich verstärkten Knochenabbau, was das Risiko für Wirbelbrüche erhöht.

Die Anschlussbehandlung nach/statt Prolia

Um den Rebound-Effekt zu verhindern, wird eine gut geplante Anschlussbehandlung durchgeführt (mit Bisphosphonaten). Konkret bedeutet dies, dass man 6 Monate nach der letzten Prolia-Injektion mit einem Bisphosphonat beginnt, z. B. Alendronat (oral, meist wöchentlich) oder Zoledronat (Infusion, häufig 1–2 Gaben).

Diese Medikamente wirken wie eine „Auffangbremse“ für den Knochenabbau. Die Übergangstherapie dauert meist 1–2 Jahre und kann bei stabiler Knochendichte später wieder beendet werden.

Parallel dazu können - nach Absprache mit Arzt und Physiotherapeut - immer auch die genannten ganzheitlichen Maßnahmen umgesetzt werden. Sie helfen, die Situation zu stabilisieren, so dass nach der Übergangstherapie evtl. keine Medikamente mehr nötig sind.

Osteoporose aus ganzheitlicher Sicht

Um einer Osteoporose entgegenzuwirken, bedarf es eines ganzheitlichen Konzepts. Die heutige Ernährungs- und Lebensweise erhöht das Risiko für brüchtige Knochen, so dass man mit den o. g. Maßnahmen, die größtenteils aus einer gesunden Ernährungs- und Lebensweise bestehen, eine gute Wirkung auf die Knochen erreichen kann.

Denn durch säurebildende Nahrungsmittel, Alkohol, Nikotin, Medikamente, Stress und Bewegungsmangel verbraucht der Körper Vitalstoffe - unter anderem jene, die für die Knochen wichtig sind.

Den Knochen werden immer mehr Mineralstoffe entzogen, was zu einer ständigen Verringerung der Knochendichte führt. Letztendlich entsteht Osteoporose und die Knochen werden porös und brüchig.

Die richtige Ernährung allein kann die Entstehung der Erkrankung aber vermutlich nicht verhindern. Wichtiger ist oft kräftige und regelmäßige Bewegung - und zwar täglich!

Zusätzlich sollte die Nährstoffversorgung - wenn erforderlich - mit individuell passenden Nahrungsergänzungsmitteln (Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine, Antioxidantien etc.) optimiert werden.

Die essenziellen Nährstoffe werden bedarfsgerecht dosiert - also je nach Bedarf und vorheriger Untersuchung des aktuellen Status (z. B. Vitamin D, Zink, Selen, Vitamin B12, Vitamine A und E).

Unterstützenden antioxidativ wirksame Pflanzenstoffe werden ja nach Anwendungsempfehlung dosiert.

Auch Heilpflanzen können die Knochen stärken. Lesen Sie dazu unseren Artikel Heilpflanzen für starke Knochen und gesunde Zähne.

Ist der Darm in seiner Funktion gestört, so ist er nicht mehr in der Lage, die mit der Nahrung eintreffenden Vitalstoffe vollständig zu verwerten. So dass auch eine Darmsanierung oder ein Aufbau der Darmflora mit Probiotika u. U. in das Präventionsprogramm integriert werden könnte.

Einen umfassenden Katalog mit ganzheitlichen Maßnahmen, um einer Osteoporose auf gesunde und naturheilkundliche Weise vorzubeugen, lesen Sie in unserem Artikel Osteoporose-Prävention - Ganzheitliche Maßnahmen. Diese sind natürlich auch wichtig, wenn die Krankheit bereits vorhanden ist.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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