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NAD+ - Power für unsere Zellen

NAD steht für Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid – ein Stoff, der für die Energieproduktion und viele weitere Stoffwechselreaktionen in unseren Zellen wichtig ist. Je mehr NAD eine Zelle zur Verfügung hat, desto besser kann sie funktionieren und desto länger lebt sie. Macht es daher Sinn, NAD als Nahrungsergänzung einzunehmen?

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Aktualisiert: 23 Februar 2024

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NAD+ als Nahrungsergänzung: Sinnvoll oder nicht?

NAD+ wird oft als Nahrungsergänzung empfohlen. Der Stoff soll mit Energie versorgen, den Alterungsprozess verzögern und dabei helfen, zahlreichen typischen Zivilisationskrankheiten vorzubeugen.

NAD+ kann jedoch vom Körper selbst hergestellt werden. Ist es somit sinnvoll, den Stoff einzunehmen? Oder gibt es andere Möglichkeiten, den NAD+-Spiegel im Körper oben zu halten?

NAD+: Was ist das?

NAD+ (= Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid) ist ein vom Körper selbst gebildeter Stoff, der in jeder lebenden Zelle vorkommt und unentbehrlich ist für das Überleben der Zelle und somit auch für uns Menschen ( 1 ).

NAD+ ist an über 500 Reaktionen im Stoffwechsel beteiligt. Dabei kann es entweder als sogenanntes Coenzym oder als Substrat wirken ( 2 ).

  1. Ein Coenzym ist ein Hilfsstoff für andere Enzyme, der deren Funktionsfähigkeit erst ermöglicht und selbst unverändert aus der Stoffwechselreaktion hervorgeht.
  2. Ein Substrat ist hingegen ein Ausgangsstoff für eine enzymatische Reaktion und wird durch das agierende Enzym aufgespalten und damit verbraucht.

Untersuchungen zeigen, dass der NAD+-Gehalt im Körper im Lauf des Lebens immer weiter abnimmt. Von der Jugend bis zu einem mittleren Erwachsenenalter sinkt der ursprüngliche Wert auf etwa die Hälfte (1).

Je niedriger der NAD+-Spiegel im Körper ist, desto höher ist das Risiko für viele chronische Erkrankungen und desto schneller altern wir ( 3 ). Die Wissenschaft sucht daher nach Möglichkeiten, wie man einem Absinken des NAD+-Spiegels entgegenwirken kann.

NAD+ und NADH: Der Unterschied

Umgangssprachlich oder auch der besseren Lesbarkeit willen wird NAD+ manchmal nur als NAD (ohne Plus) bezeichnet. Das Pluszeichen ist jedoch wichtig, denn der Begriff NAD wird als Sammelbegriff für die zwei verschiedenen Formen von NAD verwendet: die Moleküle NAD+ und NADH ( 4 ).

Diese beiden Moleküle sind ein sogenanntes Redoxpaar. Dieser Begriff wird verwendet, um eine reduzierte und eine oxidierte Form desselben Atoms oder Moleküls zu beschreiben.

Bei Redoxreaktionen geht es um die Aufnahme oder die Abgabe von Elektronen. Wenn ein Stoff oxidiert wird, gibt er Elektronen ab. Wird ein Stoff hingegen reduziert, nimmt er Elektronen auf.

Wenn NAD+ in NADH umgewandelt wird, erhält es ein positiv geladenes Wasserstoffatom (H+) und zwei negativ geladene Elektronen. Das Ergebnis ist die neutrale Verbindung NADH. Denn NAD+ ist positiv geladen, das H+-Atom ist ebenfalls positiv geladen und die beiden Elektronen sind negativ geladen. NADH trägt daher auch kein Pluszeichen (4).

Diese Umwandlungsreaktion spielt bei der Funktion als Coenzym eine wichtige Rolle. Man bezeichnet die beiden Stoffe NADH und NAD+ daher auch als Redoxcoenzyme.

Aufgaben von NAD+

Die bekannteste Funktion von NAD+ ist dessen Beteiligung an der Energieproduktion in den Mitochondrien. Doch NAD+ hat noch viele weitere wichtige Aufgaben im Zellstoffwechsel.

Energieerzeugung in den Mitochondrien

Die Umwandlung von NAD+ zu NADH (Reduktion) und die umgekehrte Reaktion (Oxidation) sind Schlüsselkomponenten bei der Erzeugung von ATP. Das Molekül ATP (Adenosintriphosphat) ist die Energiewährung unserer Zellen ( 5 ).

Der Körper benötigt ATP z. B. für den aktiven Transport von Stoffen über Zellmembranen hinweg, für die Bildung des Erbguts, für die Bewegung von Zellbestandteilen und für die Muskelkontraktion. Ohne das Coenzym NAD in seinen beiden Formen kann kein ATP gebildet werden ( 6 ).

Den wichtigsten Stoffwechselweg, um ATP zu generieren, bezeichnet man als Zellatmung. Der Begriff „Atmung“ wird verwendet, da bei diesem Vorgang Sauerstoff verbraucht wird. Als Ausgangsstoff wird Glucose benötigt ( 7 ).

Die Zellatmung läuft in drei Schritten ab: Glykolyse, Citratzyklus und Elektronentransportkette (7).

Bei der Glykolyse und dem Citratzyklus werden NADH-Moleküle aus NAD+ gebildet. In der Elektronentransportkette werden alle NADH-Moleküle anschließend wieder in NAD+ gespalten. Hierbei entsteht eine große Menge an ATP-Molekülen (7).

Regulation der Sirtuine

Neben seiner Rolle als Redoxcoenzym bei der Energiegewinnung, ist die Regulation der Funktion der Sirtuine eine weitere zentrale Aufgabe von NAD+ ( 8 ).

Sirtuine sind eine Familie von Proteinen, die als Enzyme eine wesentliche Rolle bei elementaren Funktionen innerhalb einer Zelle spielen. Sie sind insbesondere wichtig für den Schutz und die Reparatur des Erbguts, für die Genregulation und für die Steuerung zellulärer Stoffwechselvorgänge ( 9 ).

Sirtuine sind evolutionsbiologisch gesehen sehr alt. Man findet sie also nicht nur in tierischen Zellen, sondern auch in Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen. Die Anzahl der vorhandenen Sirtuin-Gene variiert jedoch. Beim Menschen und anderen Säugetieren sind bisher 7 verschiedene Sirtuine bekannt ( 10 ). Diese befinden sich entweder im Zellkern, im Mitochondrium oder im Zellplasma ( 11 ).

Damit sie funktionieren können, benötigen Sirtuine NAD+. Bei jeder Stoffwechselreaktion, die ein Sirtuin durchführt, wird ein Molekül NAD+ verbraucht (9).

Sirtuine wirken als sogenannte Deacetylasen. Das heißt, dass sie Acetylgruppen von anderen Proteinen entfernen und dadurch die Aktivität dieser Proteine regulieren. Acetylgruppen sind physikalische Markierungen an Proteinen, die deren Eigenschaften verändern und so z. B. bestimmen, wie diese Proteine mit anderen Stoffen interagieren ( 12 ).

Wichtige Zielproteine der Sirtuine sind die Histone. Histone sind Proteine, die mit der DNA einen Komplex bilden, der als Chromatin bezeichnet wird. Das Histon ist ein großes, sperriges Protein, um das sich die DNA wickelt.

Wenn die Histone eine Acetylgruppe aufweisen, ist das Chromatin „abgewickelt“ und zugänglich, um abgelesen zu werden. Wenn die Histone von den Sirtuinen deacetyliert werden, ist das Chromatin „aufgewickelt“ und die entsprechenden Gene sind stillgelegt ( 13 ).

Durch ihre Wirkung als NAD+-abhängige Acetylasen steuern die Sirtuine folgende Prozesse (12):

  1. Regulation der Aktivität von Genen
  2. Regulation der Zellteilung, Zellentwicklung und Zellalterung ( 14 )
  3. Steuerung der inneren Uhr ( 15 )
  4. Schutz der DNA vor Schädigung und Reparatur von DNA-Schäden
  5. Steuerung des Energiestoffwechsels in den Mitochondrien
  6. Regulation von Entzündungsvorgängen ( 16 )

Dies ist nur eine kleine Auswahl der zahlreichen Aufgaben der Sirtuine. Viele Fragen rund um diese lebenswichtigen Proteine sind noch ungeklärt und Gegenstand der aktuellen Forschung.

Als gesichert gilt aber, dass eine eingeschränkte Funktion der Sirtuine als Folge eines NAD+-Mangels eine wesentliche Ursache für eine verfrühte Alterung ( 17 ) und das Auftreten chronischer Krankheiten darstellt ( 18 ) ( 19 ).

* Hier finden Sie NAD+

Weitere Funktionen von NAD+

NAD+ ist eine Schlüsselsubstanz für die Funktion von Zellen. Neben den zahlreichen bisher genannten Aufgaben gibt es noch viele andere Enzyme, die NAD+ entweder als Cofaktor oder als Substrat benötigen (8).

Von großer Bedeutung und stark erforscht sind auch:

  1. PARP-Enzyme, die NAD+ als Substrat verwenden und an der Reparatur beschädigter DNA mitwirken ( 20 )
  2. CD38/157-Enzyme, die die NAD+-Konzentration in den Zellen kontrollieren und an der Signalgebung zwischen Zellen beteiligt sind ( 21 )

CD38-Enzyme sind sogar die wichtigsten NAD+-verbrauchenden Enzyme bei Säugetieren. Deshalb sind sie als mögliche Zielstrukturen für die Entwicklung von Medikamenten gegen eine Vielzahl an Erkrankungen interessant (21).

Warum nimmt NAD+ im Alter ab?

Mit zunehmendem Alter kommt es zu einer Abnahme der NAD+-Konzentration im gesamten Körper ( 22 ) und damit auch zu einer abnehmenden Aktivität von wichtigen Enzymen wie den Sirtuinen ( 23 ). Einige Wissenschaftler bezeichnen sogar den Alterungsprozess als eine Folge des NAD+-Rückgangs im Körper ( 24 ).

Doch warum ändert sich der Gehalt dieses wichtigen Stoffs in unserem Körper?

Forscher vermuten, dass hierbei verschiedene Faktoren zusammenwirken. Diese Faktoren führen entweder zu einer verminderten Bildung oder zu einem erhöhten Verbrauch an NAD+.

Aktuelle Studien geben Hinweise darauf, dass das im vorigen Abschnitt angesprochene CD-38-Enzym hier eine Schlüsselrolle spielen könnte ( 25 ).

CD38 als Ursache der Alterung?

Der Gehalt an CD38 im Körper nimmt mit zunehmendem Alter immer mehr zu ( 26 ). Dies wurde für kein anderes NAD+-verbrauchendes Enzym in diesem Umfang nachgewiesen ( 27 ).

In Tierstudien, in denen bei Mäusen das CD38-Gen ausgeschaltet wurde oder in denen die Tiere mit CD38-Hemmern behandelt wurden, konnte der Abfall des NAD+-Spiegels bei fortschreitender Alterung verhindert werden. Die behandelten Tiere hatten u. a. eine verbesserte Mitochondrienfunktion und Blutzuckerregulation. Sie waren im Gegensatz zu Wildtyp-Mäusen auch vor Diabetes geschützt ( 28 ).

CD38 verwendet jedoch nicht nur NAD+ als Substrat, sondern auch NMN (Nicotinamid-Mononukleotid), die wichtigste Vorläufersubstanz bei der Bildung von NAD+. Entsprechend reduziert CD38 nicht nur das vorhandene NAD+, sondern verhindert auch dessen Bildung (27).

An diesem Punkt stellt sich wiederum die Frage, warum CD38 im Alter überhaupt zunimmt? Eine gesicherte Antwort auf diese Frage, gibt es noch nicht. Was aber schon in verschiedenen Studien gezeigt wurde, ist der Zusammenhang zwischen Entzündungsvorgängen und einem Anstieg an CD38.

„Inflammaging“ und CD38

Während des Alterungsprozess nimmt die Menge an Giftstoffen und chronischen Entzündungsvorgängen im Körper zu. Diese Giftstoffe, wie z. B. das Lipopolysaccharid (LPS), das bei einer gestörten Darmflora in den Blutkreislauf gelangen kann ( 29 ) ( 30 ), sowie Signalstoffe von Zellen, die im Rahmen von Entzündungsvorgängen ausgeschüttet werden ( 31 ), haben einen direkten Zusammenhang mit einer zunehmenden Bildung von CD38.

Im Englischen findet man den Begriff „Inflammaging“, der genau diesen Zusammenhang auf den Punkt bringt: Entzündungsvorgänge (engl. inflammation) führen zu einer vorzeitigen Alterung (engl. aging) ( 32 ).

Eine antientzündliche Lebensweise könnte also der Schlüssel sein, für ein langes und gesundes Leben mit einem natürlichen, langsamen Alterungsprozess. Mehr dazu erfahren Sie weiter unten im Text.

Folgen eines sinkenden NAD+-Spiegels

Durch die Abnahme des NAD+-Spiegels wird die Entstehung einer Vielzahl an Erkrankungen, die gehäuft im Alter auftreten, begünstigt ( 33 ):

  1. Diabetes Typ 2 ( 34 )
  2. Alzheimer ( 35 )
  3. Parkinson ( 36 )
  4. Depressionen ( 37 )
  5. Herz-Kreislauf-Erkrankungen ( 38 )
  6. Netzhautdegeneration ( 39 )

Wie entsteht NAD+ im Körper?

Bevor wir darauf eingehen, wie man seinen NAD+-Spiegel steigern kann, ist es erforderlich zu klären, wie dieser lebenswichtige Stoff überhaupt im Körper gebildet wird.

Verschiedene Stoffwechselwege mit jeweils unterschiedlichen Ausgangs- oder Vorläufersubstanzen stehen dem Körper dazu zur Verfügung ( 40 ).

Ausgangssubstanzen zur Bildung von NAD+ ( 41 ):

  1. Vitamin B3: Nicotinsäure, Nicotinamid und Nicotinamid-Ribosid
  2. Nicotinamid-Mononukleotid (NMN)
  3. Tryptophan

Vitamin B3 kommt in der Natur in drei verschiedenen Varianten vor: Nicotinsäure, Nictoinamid und Nicotinamid-Ribosid ( 42 ). All diese Stoffe und auch die essentielle Aminosäure Tryptophan, die vor allem in proteinreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Milchprodukten und Hülsenfrüchten vorkommt ( 43 ), können zur Bildung von NAD+ herangezogen werden.

Als Zwischenprodukt im Stoffwechsel entsteht dabei oftmals NMN. NMN ist damit der wichtigste Vorläufer von NAD+ ( 44 ). NMN entsteht jedoch nicht nur im Stoffwechsel, sondern kommt auch in einigen Lebensmitteln vor. Mehr dazu erfahren Sie im oben verlinkten Beitrag zu NMN (unter "CD38 als Ursache der Alterung?").

Welche Lebensmittel enthalten NAD+?

Da NAD+ in jeder lebenden Zelle vorkommt, wird es zwangsläufig natürlich auch über Lebensmittel aufgenommen. Allerdings kommt es im Darm zu einem enzymatischen Abbau des Moleküls zu Vitamin B3, das dann über die Darmschleimhaut aufgenommen wird ( 45 ).

NAD+ aus der Nahrung gelangt daher nicht direkt ins Blut und unsere Zellen, sondern wird zunächst verdaut – und der Körper muss dann selbst wieder neues NAD+ herstellen. Wenn nun die Einnahme von NAD+ nicht besonders sinnvoll ist, wie lässt sich der NAD+-Spiegel dann steigern?

Wie kann man den NAD+-Spiegel natürlich steigern?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um den NAD+-Spiegel im Körper zu erhöhen. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Einflussfaktoren vor.

Sport

Eine in der Zeitschrift Nature Aging veröffentlichte Studie untersuchte die Stoffwechselprodukte im Muskelgewebe jüngerer und älterer Erwachsener und stellte fest, dass Erwachsene, die regelmäßig Sport treiben, ähnliche NAD+-Werte im Muskelgewebe aufweisen wie jüngere Erwachsene ( 46 ).

In Tierstudien wurde außerdem gezeigt, dass körperliche Bewegung die Bildung von Sirtuinen stimuliert ( 47 ) und dadurch z. B. auch die Gehirnfunktion verbessert ( 48 ). Dieser Prozess ist abhängig von NAD+, da die Sirtuine das Molekül als Substrat benötigen.

Ernährung

Eine gesunde Ernährung ist eine Grundvoraussetzung, um einer vorzeitigen Alterung entgegenzuwirken.

Giftstoffe in der Nahrung und ein Mangel an lebenswichtigen Vitalstoffen sind eine der Hauptursachen von chronischen Entzündungsvorgängen im Körper, die das Absinken das NAD+-Spiegels mit zunehmendem Alter stark beschleunigen.

Ideal ist es also möglichst viele vitalstoffreiche, entzündungshemmende Lebensmittel wie verschiedene Obst- und Gemüsesorten oder Superfoods wie z. B. Kurkuma in den Speiseplan zu integrieren und Mikronährstoffmängel durch geeignete Nahrungsergänzungen auszugleichen.

Außerdem sollte man auf Lebensmittel zurückgreifen, die möglichst wenig mit Schadstoffen wie z. B. Pestiziden und Schwermetallen belastet sind und außerdem unverarbeitet und natürlich sind. Gleiches gilt auch für die Qualität des Trinkwassers.

Informieren Sie sich unter folgenden Links zu Chemikalien in Lebensmitteln und im Leitungswasser und erfahren Sie mehr zum Thema gesundes Trinkwasser.

Um die körpereigene Produktion an NAD+ zu unterstützen, sollte man außerdem darauf achten, dass der Körper eine ausreichende Menge an Vorläufersubstanzen über die Nahrung erhält. Mehr dazu lesen Sie im Artikel über Vitamin B3.

Der Gehalt an Vorläufersubstanzen in der Nahrung reicht allerdings nicht aus, um die im Alter entstehenden Verluste auszugleichen. Dies gelingt nur durch eine gezielte Nahrungsergänzung.

* Hier finden Sie NAD+

Fasten

Fasten hat viele gesundheitsförderliche Auswirkungen auf den menschlichen Körper. Durch den Nahrungsentzug für eine bestimmte Zeitspanne, werden Reparatur- und Reinigungsprozesse im Körper stimuliert. Fasten hat sich dadurch als hilfreiche Maßnahme bei einer Vielzahl an Erkrankungen erwiesen.

Auf unserer Seite finden Sie zahlreiche Artikel, die Ihnen die verschiedenen Arten zu Fasten und Studien über die Wirkungen auf unsere Gesundheit vorstellen.

Ein Wirkprinzip des Fastens ist auch eine Aktivierung der Sirtuine, also jener NAD+-abhängigen Proteine, die neben zahlreichen weiteren Aufgaben auch unser Erbgut schützen und reparieren.

Der Zusammenhang ist folgender: Durch den Nahrungsentzug kommt es zu einer Stimulation der Elektronentransportkette, also des letzten Schritts der Zellatmung. Bei diesem Schritt wird NADH zu NAD+ aufgespalten ( 49 ).

Durch das Fasten erhöht sich also die Menge an NAD+ im Verhältnis zu NADH. Dadurch steht NAD+-verbrauchenden Enzymen wie den Sirtuinen mehr Substrat zur Verfügung und sie können besser funktionieren. Eine erhöhte Menge an NADH im Vergleich zu NAD+ ist übrigens ebenfalls ein Merkmal des Alterns ( 50 ).

Weitere Einflussfaktoren

Weitere Faktoren, die zu einem Zustand der chronischen Entzündung beitragen und damit letztlich auch den Mangel an NAD+ verstärken können, sind z. B. chronischer Stress, Schlafmangel, eine gestörte Darmflora und chronische Infektionskrankheiten.

Es gibt also viele Stellschrauben, an denen man „arbeiten kann“, um auf natürliche Weise einer vorzeitigen Alterung und der Entstehung chronischer Erkrankungen entgegenzuwirken.

Nahrungsergänzungsmittel

Die Einnahme bestimmter Nahrungsergänzungsmittel stellt eine wirkungsvolle Methode dar, um dem abfallenden NAD+-Spiegel mit zunehmendem Alter entgegenzuwirken.

Die naheliegendste Art dies zu tun, wäre die direkte Einnahme von NAD+ als Nahrungsergänzungsmittel. Die Substanz ist jedoch instabil bei Kontakt mit Wärme, Licht und Wasser und wird außerdem im Darm zu Vitamin B3 abgebaut ( 51 ).

Kritiken ( 52 ) zur Einnahme von NAD+/NADH, wie der hier verlinkte Artikel zur Website „Klartext Nahrungsergänzung“ der Verbraucherzentrale, beziehen sich oftmals genau auf diesen Umstand.

Wissenschaftliche Studien hingegen, verwenden für ihre Untersuchungen i. d. R. nicht NAD+, sondern verabreichen den Versuchstieren oder menschlichen Probanden Vorläufermoleküle. Insbesondere NMN und Nicotinamid-Ribosid, eine der Varianten von Vitamin B3, haben mittlerweile in zahlreichen Untersuchungen gezeigt, dass sie den NAD+-Spiegel im Körper effektiv erhöhen können.

Klinische Studien am Menschen haben z. B. ergeben, dass die tägliche Einnahme von 250 mg Nicotinamid-Ribosid ( 53 ) oder von 250 mg NMN ( 54 ) über jeweils 2 bis 3 Monate zu einem Anstieg des NAD+-Spiegels im Blut um etwa 40 % führt. Die Einnahme der doppelten Dosis an Nicotinamid-Ribosid führt sogar zu einem Anstieg um 90 % (53).

Für beide Substanzen sind keine Nebenwirkungen bekannt und die Verträglichkeit ist auch bei höheren Dosierungen als den nachweislich wirksamen und empfohlenen Mengen, die man in Nahrungsergänzungen findet, gegeben. Ausführliche Informationen dazu erhalten Sie im Beitrag über NMN.

Nicotinamid-Ribosid oder NMN?

Nun stellt sich die Frage, welche der beiden Vorläufersubstanzen besser geeignet ist, wenn man seinen NAD+-Spiegel zusätzlich zur Ernährung und zur Lebensweise auch über die Einnahme von Nahrungsergänzungen aufbessern möchte.

Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Nach aktuellem Stand der Forschung lautet die Antwort am ehesten, dass man eine Kombination von beiden Stoffen einnehmen sollte.

Der Grund ist folgender: In unserem Körper kommen viele verschiedene Zelltypen vor, die sich zum Teil auch darin unterscheiden, wie sie verschiedene Vorläufermoleküle in die Zelle aufnehmen und für welche Stoffwechselwege sie diese verwenden. Für den einen Zelltyp ist also z. B. Nicotinamid-Ribosid günstiger und für einen anderen NMN.

Es wurde z. B. gezeigt, dass Leberzellen NMN nicht direkt aufnehmen können, sondern erst in NR umwandeln müssen. Bei Darmzellen ist es hingegen so, dass diese insbesondere NMN gut aufnehmen können. Auch die gesundheitsförderlichen Effekte bei der Einnahme können unterschiedlich sein. Bisher gibt es jedoch keine klinischen Studien, die Nikotinamid-Ribosid und NMN direkt miteinander vergleichen ( 55 ).

In den üblichen Vitamin-B3-Präparaten ist kein Nicotinamid-Ribosid enthalten, sondern Nicotinamid (Niacinamid).

Wenn man die Synthesewege von NAD+ betrachtet, so sind Nicotinamid-Ribosid und NMN deutlich „näher“ am fertigen NAD+-Molekül als die anderen Vorläufermoleküle wie z. B. Nicotinamid. Nicotinamid benötigt also deutlich mehr Zwischenschritte bis zum fertigen NAD+ als z. B. NMN. NMN ist sogar der direkte Vorläufer von NAD+.

Aus diesem Grund sind Nicotinamid-Ribosid und NMR nach aktuellem Kenntnisstand die effektivsten Substanzen, um den NAD+-Spiegel zu erhöhen.

* Hier finden Sie NAD+

Alternativen zur oralen Einnahme?

Einige Hersteller vertreiben auch Produkte zur sublingualen (unter der Zunge) Einnahme von NAD+. Diese sollen eine hohe Bioverfügbarkeit haben. Entsprechende Studien liegen uns hierzu jedoch nicht vor.

Wann und wie viel NAD+ einnehmen?

NAD+ wird im Körper entsprechend der biologischen inneren Uhr gebildet und die Werte schwanken natürlich im Tagesverlauf. Um die natürlichen Abläufe am besten zu unterstützen und den Schlaf nicht zu stören, wird die Einnahme morgens empfohlen ( 56 ).

Die Einnahme von NR und NMN in einer Dosierung von täglich 250 mg ist eine übliche und nachweislich wirksame Dosierung. Prof. Dr. David Sinclair, einer der führenden Anti-Aging-Forscher, nimmt selbst täglich 1000 mg an NMN ein ( 57 ).

Fazit: NAD+ im Fokus der Wissenschaft

NAD+ und seine Vorläufersubstanzen sind von großem Interesse in der Anti-Aging-Forschung und bei der Entwicklung neuer Therapieansätze gegen eine Vielzahl von Erkrankungen.

Eine gesunde Lebensweise ist jedoch die Basis für ein langes, gesundes Leben und einen natürlichen Alterungsprozess. Wer seinen Körper noch zusätzlich unterstützen möchte, kann über die Einnahme von Vorläufersubstanzen wie NMN und NR nachdenken. Diese haben sich in Studien als wirksam und sicher erwiesen.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.