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Hypnose - Brücke zum Unterbewusstsein

Hypnose - Brücke zum Unterbewusstsein

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Wenn Sie denken, dass Sie noch nie im Leben hypnotisiert waren, dann irren Sie sich. Zum Beispiel, wenn Sie mit einem Zug fahren und auf die monotonen Rädergeräusche hören, wenn Sie dabei hinter dem Fenster Ihres Abteils die Landschaft vorbeiziehen sehen, ohne auf irgendein Detail zu achten, dann sind Sie schon in Trance.

Noch gravierender wird es beim Autofahren. Eine lange, gerade Straße, Sonnenlichtreflexe zwischen den Bäumen, monotone Landschaft, während unsere Augen die Fahrbahnmarkierungen fixieren - all das verursacht, dass unser Gehirn anfängt, Alpha-Wellen zu produzieren.

Obwohl der Autofahrer mit offenen Augen am Steuer sitzt, befindet er sich nach einiger Zeit in einem veränderten Bewusstseinszustand. Sehr oft wird dieser Zustand mit "Schlaf- am Steuer" verwechselt (den es natürlich auch gibt).

Wir sehen schon, dass die "Monotonie-Falle- uns auf ganz natürliche Weise in einen Trance-Zustand führen kann. Auch kurz vor dem Einschlafen, wenn schon erste hypnagoge Traumbilder unser Bewusstsein erreichen, treten ähnliche Trance-Zustände auf.

Wer hat Angst vor Hypnose?

Fast jeder. Deshalb ist es wichtig, über diese Methode gut informiert zu sein, um zu wissen, was man damit erreichen kann und was nicht. Einen guten Therapeuten erkennen Sie daran, dass er Sie darüber aufklärt, und er wird eine Hypnosetherapie niemals beginnen, ohne mit Ihnen ausführliche Gespräche geführt zu haben.

Auch eine vollständige medizinische Anamnese ist unbedingt erforderlich, da es auch einige Kontraindikationen gibt.

Viele Menschen glauben auch, Hypnose sei etwas, was mit ihnen geschieht. Das ist falsch. Hypnose ist eine Methode, und der Bewusstseinszustand, in den der Mensch bei Anwendung dieser Methode gerät, heißt Trance.

Derartige Trance-Zustände können nicht nur durch Hypnose, sondern auch durch andere Verfahren ausgelöst werden, zum Beispiel in Situationen, wie am Anfang des Artikels beschrieben. Ein Trance-Zustand als solcher ist also weder etwas Bedrohliches noch etwas Unnatürliches.

Hypnose ist konzentriertes Bewusstsein

Trance-Zustände sind im Grunde Zustände konzentrierter Bewusstheit. Sie können mit herabgesetzter oder erhöhter Bewusstheit einhergehen. Man kann die Methoden zur Einleitung eines Trance-Zustandes in zwei Kategorien einteilen:

  • Durch Abschirmung von Sinnes-Reizen. Hierzu gehören alle Meditationsformen, die Hypnose, aber auch religiöse und spirituelle Praktiken wie z. B. Gebete.
  • Durch Sinnesstimulation, also durch den totalen Gegensatz zu 1. Diese Methoden entstammen zumeist traditionellen Kulturen, Religionen und anderen spirituellen Traditionen. Hierzu gehören z. B. Gesang, Tanz, Ekstase, schamanische Trancen etc.

Das Ziel eines Trance-Zustandes ist es, aus starren Denkmustern des Alltags herauszukommen und sich dadurch für neue Denkweisen oder das Wahrnehmen anderer Realitäten zu öffnen. Die Trance dient somit der Bewusstseinserweiterung, da sie andere Formen des Denkens, Fühlens und Erlebens erfahrbar macht.

Therapeutische Anwendung von Hypnose

Mit Hilfe von Hypnose lassen sich nahezu alle autonom ablaufenden Prozesse des menschlichen Körpers beeinflussen, z. B. die Verdauung, die Tätigkeit von Hormondrüsen oder die Funktion des Immunsystems.

Weitere Anwendungsgebiete der Hypnose sind die Schmerzbehandlung und Suchttherapie (z. B. Alkohol, Raucherentwöhnung). Sie wird mittlerweile auch bei der Entbindung eingesetzt sowie zur unterstützenden Behandlung bei der Krebstherapie.

Neben der psychosomatischen Medizin liegt eine weitere wichtige Anwendung der Hypnose im Bereich der analytischen Psychotherapie. Schon Sigmund Freud wusste, dass der Mensch durch Hypnose Zugang zu verschütteten Erinnerungen aus der Kindheit erhält, die auf diese Weise wiedererinnert und verarbeitet werden können.

Eine dritte Anwendungsmöglichkeit entstammt der modernen Verhaltenstherapie. In der Hypnose lässt der Therapeut seinen Patienten charakteristische Alltagssituationen visualisieren und ermutigt ihn dann, in diesen Situationen auf neue, selbstbewusster Art zu reagieren.

Dadurch werden Verhaltensmuster auf ungefährliche Weise im geschützten Bereich des Therapiezimmers eingeübt, ehe der Betreffende sie in der Realität anwenden muss.

Wir sehen schon, die Hypnose ist an sich noch kein Therapieverfahren, sondern nur ein Werkzeug, mit dessen Hilfe die unterschiedlichsten therapeutischen Maßnahmen ermöglicht werden, von der psychosomatischen Medizin bis hin zur stützenden Psychotherapie und hypnotischen Analyse.

Es liegt vornehmlich an den Zielen des Therapeuten und nicht zuletzt an seiner Erfahrung, seinem Geschick und seinem Wissen, wie er dieses Werkzeug in einem speziellen Fall einsetzt.

Besonders bei unerklärlichen Angst- und Panikzuständen kann die therapeutische Hypnose zur Klärung der Ursachen und dann, im zweiten Schritt, zur Auflösung der Ängste beitragen.

Suggestion und Biofeedback

Die Medizin kennt schon seit langem den merkwürdigen Effekt, dass der Bewusstseinszustand eines Menschen durch das bloße Sprechen von Worten tief greifend verändert werden kann.

Es wird ein Zustand erreicht, den man als Trance beschreibt und der etwa an der Grenze zwischen Wachen und Schlafen angesiedelt ist. In Anlehnung an das griechische Wort hypnos nannte man dieses Verfahren Hypnose.

Sie ermöglicht es einem Therapeuten, durch verbale Suggestionen Einfluss auf Körper- und Bewusstseinsfunktionen des Patienten zu nehmen, die normalerweise keiner bewussten Kontrolle unterliegen.

Allerdings konnte nie restlos geklärt werden, was Hypnose ist und wie und vor allem warum sie wirkt, aber es ist sicher, dass sie wirkt, und als empirische Wissenschaft macht sich die Medizin dieses wertvolle Verfahren zunutze.

Bei der Hypnose übt der Therapeut keinerlei "Macht" auf den Menschen aus, er "programmiert" ihn nicht um und "zwingt" ihm auch nicht irgendetwas auf. Dies gilt zumindest für die moderne Hypnosetherapie, wie sie von dem amerikanischen Psychiater Milton Erickson begründet wurde.

Die Erickson-Hypnose arbeitet nicht mehr mit "Befehlen" des Hypnotiseurs, sondern nutzt die individuelle Bewusstseinsstruktur eines Menschen, um ihm bei der Einleitung eines Trance-Zustandes zu helfen.

Kurz gesagt: Nicht der Hypnotiseur "hypnotisiert" den Menschen, sondern der Mensch tut es selbst, und der Therapeut unterstützt ihn nur dabei.

Der moderne Hypnosetherapeut macht dem Menschen zu diesem Zweck auf suggestivem Wege Vorgänge bewusst, die tatsächlich stattfinden, aber außerhalb seines Alltagsbewusstseins liegen (z.B. Schwere in den Gliedern, Müdigkeitsgefühle in den Augen). Der wichtigste Bestandteil der modernen Hypnose ist also das Biofeedback, das Bewusstmachen von Körperfunktionen.

Das Bewusstsein des Menschen wird nicht umprogrammiert, sondern lediglich verlagert. Die Persönlichkeitsstruktur bleibt unangetastet. Es wird dem Menschen nur ein Rahmen geboten, in dem er sich selbst verändern kann.

Vertrauen zu sich selbst

Warum nehmen wir in Trance Suggestionen bereitwilliger auf als im normalen Wachzustand? Auf diese Frage sucht die Wissenschaft die Antwort schon lange. Die neuesten Forschungen am Imperial College in London haben bewiesen, dass die Hypnose einen immens großen Einfluss auf den Teil des Gehirns hat, der für das Planen und das Treffen von Entscheidungen verantwortlich ist.

Es scheint auch, dass hier das Prinzip wirkt, das gesprochene Wort in die Tat umzusetzen. Im täglichen Leben denken wir über viele Dinge nach, die wir nicht sofort tun. In der Trance - genau wie im nächtlichen Traum - ist es anders.

Die Autohypnose

Eine etwas höhere Stufe der Hypnose ist die so genannte Autohypnose (Selbsthypnose). Sie darf nur nach ausführlicher ärztlicher Beratung praktiziert werden. Es ist auch sehr wichtig, die Suggestionen fachgerecht zu formulieren.

Eine Autohypnose kann z.B. Menschen helfen, in ihrer spirituellen Entwicklung voranzukommen, etwa das Klarträumen zu erlernen usw. Ein Beispiel für einen fachgerecht formulierten Autohypnosetext bringen wir in unserem Buch "Spektrum der Nacht."

Auch das Erlernen so genannter "Out-of-Body"-Erlebnisse (außer-körperlicher Erfahrungen) ist mit Hilfe von Autohypnose möglich. Es verlangt aber sehr viel Geduld, Selbstverantwortung, Disziplin sowie eine ganze Reihe von Vorsichtsmaßnahmen, die man unbedingt beachten muss.

Hypnose im Operationssaal

In einigen Ländern wird bei leichteren Operationen in Krankenhäusern auch schon Hypnose anstelle der üblichen Narkose eingesetzt. Im Moment, wenn der Hypnotherapeut die Suggestion der Betäubung gibt, wird die Haut an der Operationsstelle messbar blass und kalt.

Der Therapeut ist in solch einem Fall während der gesamten Operation bei dem Patienten. Er begleitet ihn und achtet darauf, dass der Trance-Zustand die ganze Zeit aufrechterhalten bleibt.

Am Ende des Eingriffs gibt er dann üblicherweise noch eine Suggestion, die die Wundheilung fördern soll. Bei Gallenoperationen z. B. hat man nach Anwendung der Hypnose schon am dritten Tag die Fäden ziehen können, und am vierten Tag kann der Patient das Krankenhaus verlassen.

Bei der Anwendung herkömmlicher Anästhesie werden die Fäden erst nach zehn Tagen gezogen, und die Rehabilitation dauert fast zwei Wochen.

Mit Sicherheit kann die Hypnose zu vielen Therapien einen wertvollen Beitrag leisten, aber man sollte niemals vergessen, dass sie auf etwas sehr Wesentlichem basieren muss: Dem Vertrauen zwischen Patient und Therapeuten.

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Quelle:

Danke für diesen Artikel an Matrix3000


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