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Risiken der künstlichen Befruchtung

Risiken der künstlichen Befruchtung

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(Zentrum der Gesundheit) - Künstliche Befruchtungen können Menschen sehr glücklich machen. Andererseits bergen sie – zumindest gemäss einer französischen Studie – ein höheres Risiko für Fehlbildungen und Krankheiten beim ungeborenen Kind.

Höheres Risiko für Fehlbildungen und Krebs bei Babys nach künstlicher Befruchtung

Künstliche Befruchtungen mit Hilfe von In-Vitro-Fertilisation (IVF)(1) oder Intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI)(2) scheinen wirklich wunderbare Wege zu sein, unfruchtbaren Paaren doch noch zu einem gesunden Baby zu verhelfen. Das zumindest erfahren wir aus den Mainstream-Medien, wo Prominente regelmässig und begeistert in Lobgesänge über ihre – natürlich erfolgreichen – künstlichen Befruchtungen ausbrechen. Was jedoch selten berichtet wird, sind die dunklen Seiten der künstlichen Befruchtung.

Da ist auf der einen Seite die Frau, die Unwohlsein, Schmerzen, Ovarialzysten in Kauf nimmt und noch viele andere Risiken eingeht, über die sie nicht einmal immer aufgeklärt wird – von der psychischen Belastung nicht nur der Frau, sondern auch des Mannes – insbesondere dann, wenn die medizinischen Reproduktionsversuche fehlschlagen – ganz zu schweigen. Auf der anderen Seite ist das ungeborene Kind.

Kinderwunsch-Zentren schreiben in ihren Info-Broschüren, dass mit Eizellen und Samenzellen zwar behutsam umgegangen werde, IVF jedoch immer Menschenwerk bleibe und Menschen nun einmal Fehler machen könnten.

Ob die von Dr. Geraldine Viot beobachteten Fehlbildungen und Krankheiten bei Kindern, die nach IVF oder anderen hochtechnologischen Befruchtungsprozeduren zur Welt kamen, von unzureichender Sorgfalt durch die Reproduktionsmediziner rühren oder andere Ursachen haben, ist ungewiss. Dass dieses höhere Risiko für Fehlbildungen und verschiedene Krankheiten bestehe, sei laut Dr. Viot jedoch nicht mehr von der Hand zu weisen.

Risiken werden nur auf konkrete Nachfrage preisgegeben

Dr. Geraldine Viot ist Genetikerin am Maternity Port Royal Klinikum in Paris. Kürzlich sprach sie auf der jährlichen Konferenz der European Society of Human Genetics über die Risiken bei künstlichen Befruchtungen. Sie betonte dabei, dass – zumindest in Frankreich – die meisten Ärzte, die in Kinderwunsch-Kliniken arbeiteten, ihre Patientinnen nur dann über die entsprechenden Risiken in Kenntnis setzten, wenn sie direkt danach gefragt würden.

Das Millionen-Geschäft mit dem unerfüllten Kinderwunsch blüht

Weltweit wurden bereits viele Millionen Kinder auf nicht natürliche Weise gezeugt, so dass den Wissenschaftlern mittlerweile ausreichend „Studienmaterial“ zur Verfügung steht. Dr. Viot untersuchte alle auf eine künstliche Befruchtung zurückgehenden Geburten in allen 33 Kinderwunsch-Kliniken Frankreichs. Insgesamt wurden 15.162 Fälle für die Studie ausgewertet und in Bezug auf Fehl- und Missbildungen untersucht. Es handelt sich damit um die bisher grösste Studie zu diesem Thema.

Risiko für gutartige Tumore um 500 Prozent, für Augenkrebs um 450 Prozent höher

Dr. Viot entdeckte grössere erblich bedingte Fehlbildungen bei 4,24 Prozent der Kinder. Dazu gehörten übermässig häufig auftretende Herzerkrankungen und Fehlbildungen im Harn- und Geschlechtsapparat.

Sog. Angiome – gutartige Tumore an der Hautoberfläche – traten gar fünfmal häufiger auf als erwartet. Auch stellten die Forscher bei den durch künstliche Befruchtung gezeugten Neugeborenen sechsmal häufiger das Beckwith-Wiedemann-Syndrom fest. Dieses Syndrom ist durch unnormal grosse Babys mit ebenso unnormal grossen Zungen, mit Hypoglykämie (Unterzuckerung) sowie einem höheren Risiko für Krebs und anderen Problemen gekennzeichnet.

Auch Retinoblastome (Augenkrebs) waren bei künstlichen Befruchtungen 4,5 mal so oft festzustellen wie bei Babys, die auf natürlichem Wege entstanden waren.

Wo liegt die Ursache?

Laut Dr. Viot hätten die Fehlbildungen anscheinend nichts mit dem Alter der Eltern zu tun. Stattdessen seien die Ursachen für die Fehlbildungen und erhöhten Krankheitsrisiken wahrscheinlich vielseitig und unter anderem in den jeweiligen Befruchtungsmethoden zu suchen.

Sie forderte die Reproduktionsmediziner daher auf, herauszufinden, welchen Einfluss das embryonale Umfeld, der Zeitpunkt des embryonalen Transfers, die Auswirkungen ovarialer Stimulation, der Einsatz von ICSI und das Einfrieren von Keimzellen und Embryos auf die Gesundheit des entstehenden Kindes haben könnten.

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Vermehrte Fehlbildungen durch künstliche Befruchtungen dürften auch die Krankenkassen interessieren

In Frankreich wurden schätzungsweise 200.000 Kinder nach einer künstlichen Befruchtung geboren. Die Fehlbildungsrate dürfte bei dieser Grössenordnung also durchaus von öffentlichem Interesse sein.

Dr. Viot ist der Meinung, dass alle Ärzte und auch alle Politiker über den Stand der Dinge informiert werden müssten. „In einer Zeit, in der Unfruchtbarkeit immer weiter um sich greift und immer mehr Paare darauf angewiesen sind, sich den Methoden der künstlichen Befruchtung zu unterziehen, ist es sehr wichtig, soviel wie möglich über die Ursachen der Fehlbildungen bei diesen Kindern herauszufinden – nicht nur, um dafür eine Lösung zu finden, sondern auch um den Krankenkassen eine realistische Kalkulation zu ermöglichen.“

Achtung: Oft falscher Bezug bei Vergleichsstudien

Bei Studien dieser Art muss allerdings berücksichtigt werden, dass sie die Krebsrate, die Fehlbildungsrate oder die Rate erblich bedingter Krankheiten von Kindern nach künstlicher Befruchtung oft nur mit den entsprechenden Raten jener Kindern vergleichen, die problemlos und auf natürlichem Wege gezeugt wurden. Wenn man die Fehlbildungs- und Krebsrate der durch künstliche Befruchtung entstandenen Kinder jedoch mit derjenigen Rate von Kindern vergleicht, die nach langjähriger Kinderlosigkeit, jedoch ohne medizinische Massnahmen entstanden sind, dann zeigen sich kaum oder keine Unterschiede.

Offenbar ist also nicht unbedingt die künstliche Befruchtung für einen Anstieg der gesundheitlichen Probleme verantwortlich, sondern eher die genetische Disposition bzw. der allgemeine Gesundheitszustand von Paaren mit eingeschränkter Fruchtbarkeit.

Wenn Paare also offensichtliche Fruchtbarkeitsprobleme haben und sich dringend Nachwuchs wünschen, dann empfiehlt es sich, vor der Zeugung des Kindes erst einmal die eigene Gesundheit auf Vordermann zu bringen. Ein Baby, das in einem gesunden, reinen, perfekt funktionierenden und optimal ernährten Körper entsteht, hat natürlich automatisch ein viel geringeres Risiko, mit Gesundheitsschäden auf die Welt zu kommen, als ein solches, das neun Monate lang in einem müden, mit Stoffwechselgiften und Schlacken belasteten Organismus wachsen muss. Fruchtbarkeitsprobleme können sich daher auflösen, wenn die künftigen Eltern VOR einer geplanten Schwangerschaft in aller Ruhe gründlich entgiften, entsäuern, sich gesünder ernähren und sich ausserdem für einen insgesamt gesünderen Lebensstil entscheiden. (Siehe auch: So fördern Sie die Fruchtbarkeit).

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Quellen:

(1)(1)IVF: Bei der In-Vitro-Fertilisation werden die Eizellen, die der Frau – meist nach erfolgter Hormontherapie – entnommen wurden, gemeinsam mit den mittels Masturbation gewonnenen Spermien des Mannes im Reagenzglas sich selbst überlassen. Bei erfolgter Befruchtung wird der Embryo (oder mehrere Embryos, meist nicht mehr als drei) in die Gebärmutter der Frau eingepflanzt – in der Hoffnung, er möge sich dort auch einnisten, was er nur in knapp 30 Prozent der Fälle tut.

(2)ICSI: Bei der Intracytoplasmatischen Spermieninjektion wird eine einzige – vom Reproduktionsmediziner ausgewählte – männliche Samenzelle direkt in die dem Eierstock mittels Punktion entnommene weibliche Eizelle eingespritzt, weshalb ein Scheitern der Befruchtung annähernd ausgeschlossen werden kann. Die ICSI wird oft dann angewandt, wenn die Frau durch mehrere IVF-Versuche nicht schwanger geworden war oder auch, wenn die Spermienqualität des Mannes so schlecht ist, dass die Spermien aus eigener Kraft die Eizelle niemals befruchten könnten. Es ist ausserdem möglich, Spermien direkt aus dem Hodengewebe zu entnehmen, z. B. wenn das Ejakulat fast gar keine Spermien enthält.



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