Männerkrankheiten

Prostata-Medikamente mit ernsthaften Nebenwirkungen

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 25.06.2018
  • 2 Kommentare
Prostata-Medikamente mit ernsthaften Nebenwirkungen
© istockphoto.com/KatarzynaBialasiewicz

Bei einer gutartigen Prostatavergrösserung werden häufig Medikamente mit den Wirkstoffen Dutasterid (Avodart) oder Finasterid (z. B. Proscar) verschrieben. Untersuchungen haben ergeben, dass Avodart nicht nur Erektionsstörungen verschlimmern, sondern auch das Risiko für Diabetes, hohe Cholesterinwerte und eine Fettleber erhöhen kann. Auch Finasterid stellt aus ähnlichen Gründen keine Alternative dar. Bei Prostatabeschwerden sollte man daher abwägen, ob das Mittel erforderlich ist oder ob man nicht zunächst natürliche Massnahmen testen möchte.

Inhaltsverzeichnis

Medikamente bei Prostatabeschwerden

Mit zunehmendem Alter leiden Männer immer häufiger unter einer Prostatavergrösserung. Bei der sog. benignen Prostatahyperplasie (BPH) handelt es sich – im Gegensatz zu einer Prostatavergrösserung durch Prostatakrebs – um eine gutartige Form der Prostatavergrösserung. Dennoch sind die Beschwerden, die eine BPH auslöst, alles andere als angenehm: Es kommt zu Problemen beim Wasserlassen. Einerseits verspürt man häufiger einen starken Harndrang (auch nachts), andererseits hat man das Gefühl, dass sich die Blase nie vollständig leert. Man spricht vom sog. Restharngefühl.

Es ist die vergrösserte Prostata, die die Harnröhre einengt und so das Urinieren erschwert. Meist werden Alphablocker, wie z. B. Tamsulosin verschrieben, das zu einer Entspannung der Prostatamuskulatur und infolgedessen zu einer Erweiterung der Harnröhre führt. Oft werden jedoch auch 5-Alpha-Reduktasehemmer empfohlen (nicht selten auch in Kombination mit den Alphablockern). Zu dieser Medikamentengruppe zählen Proscar (Finasterid) und Avodart (Dutasterid). Sie reduzieren langfristig das Volumen der vergrösserten Prostata und bessern auf diese Weise ebenfalls die Beschwerden.

Prostata-Medikamente nur nach ausführlicher Beratung einnehmen!

Forscher der Boston University schrieben im Juni 2017 im Journal Hormones Molecular Biology and Clinical Investigations, dass Ärzte jedoch nicht ohne vorherige Rücksprache mit dem Patienten Dutasterid verschreiben sollten. Dem Patienten sollten die Nebenwirkungen des Mittels, das bei gutartiger Prostatavergrösserung verordnet wird, ausführlich dargelegt werden, so dass er selbst entscheiden kann, ob er das Risiko eingehen will oder nicht vielleicht eher eine andere Therapie ausprobieren möchte. Die Bostoner Wissenschaftler begründeten ihre Warnung mit den neu gewonnenen Erkenntnissen aus ihrer aktuellsten Studie mit BPH-Patienten.

Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe hatte Avodart verschrieben bekommen, die andere Tamsulosin (ein Alphablocker). Beide Gruppen wurden bis zu 3,5 Jahre lang medizinisch beobachtet. Regelmässig wurden ihre Blutzuckerspiegel (inklusive des Langzeitzucker-Wertes HbA1c), ihre Cholesterinwerte und auch ihre Leberfunktionswerte überprüft. Gleichzeitig wurden Details zum Befinden der Teilnehmer notiert, z. B. zu ihrer sexuellen Aktivität, ihrer Erektionsfähigkeit und allgemein zu ihrer Lebensqualität. Dann wurden die Ergebnisse der beiden Gruppen miteinander verglichen.

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Prostata-Medikamente beeinträchtigen Stoffwechsel, Libido und Erektionsfähigkeit

Es zeigte sich, dass sich Avodart – im Gegensatz zum Alphablocker – besonders auf den Stoffwechsel und das Sexualleben der betreffenden Männer negativ auswirkte.

Wir gehen davon aus, dass Avodart einen negativen Einfluss auf die Gesamtgesundheit des Mannes hat. Es erhöht den Blutzuckerspiegel und genauso die Blutfettwerte. Die ungünstige Wirkung auf den Blutzuckerspiegel macht den Betroffenen anfällig für Diabetes Typ 2, und der schlechte Einfluss auf die Blutfettwerte begünstigt die Entstehung einer Fettleber.
Entscheidend ist jedoch, dass dieses Mittel die Sexualfunktionen verschlechtert und damit auch die Lebensqualität des jeweiligen Mannes", erklärt Studienautor Dr. Abdulmaged M. Traish, Professor für Biochemie und Urologie an der Boston University School of Medicine (BUSM).

Dr. Traish und Kollegen gaben an, dass die genannten Nebenwirkungen von Avodart vor einigen Jahren – als das Mittel auf den Markt kam – noch nicht derart offensichtlich waren. Ärzte sollten daher – wie eingangs erklärt – das Medikament nur verschreiben, wenn der Patient nach entsprechender Aufklärung über die Nebenwirkungen der Verordnung zustimmt.

Finasterid ist keine Alternative

Leider ist Finasterid nicht wirklich eine Alternative. Die Nebenwirkungen dieses Medikaments sind schon lange bekannt. Wir haben darüber bereits hier berichtet: Finasterid hat Nebenwirkungen. Besonders tragisch ist, dass Finasterid auch von jungen Männern eingenommen wird, nicht weil sie an einem Prostataproblem leiden würden, sondern weil das Mittel auch bei erblich bedingtem Haarausfall zu neuem Haarwuchs verhelfen soll.

Hier muss sich der Betroffene fragen, ob er für ein etwas fülligeres Kopfhaar tatsächlich seine Potenz und Erektionsfähigkeit aufs Spiel setzen will. Denn Finasterid muss dauerhaft eingenommen werden, wenn man eine Wirkung erzielen möchte – sowohl bei der gutartigen Prostatavergrösserung als auch bei Haarausfall.

Sollte man dann bemerken, dass man zu jenen Männern gehört, bei denen sich die beschriebenen Nebenwirkungen zeigen, dann setzt man Finasterid natürlich ab. Die Gefahr besteht nun aber, dass die Erektionsstörungen trotz Absetzen des Medikaments noch viele Monate, wenn nicht gar Jahre oder sogar dauerhaft bestehen bleiben.

Es ist also nicht korrekt, was man einst vermutet und den Patienten beruhigend gesagt hatte, nämlich dass die von Finasterid verursachten Sexualstörungen lediglich in den ersten sechs Monaten der Einnahme auftreten und dann – trotz weiterer Einnahme des Medikaments – wieder verschwinden würden.

Jeder vierte Finasterid-Anwender von Libidoverlust oder Erektionsstörungen betroffen

Der Libidoverlust betrifft bei Finasterideinnahme 10 Prozent der Patienten. Erektionsstörungen hingegen treten bei 18 Prozent der Finasteridkonsumenten auf. Das heisst, 28 Prozent, also jeder vierte Patient, der Finasterid einnimmt, ist von diesen schwerwiegenden Nebenwirkungen betroffen.

Schon im Jahr 2015 gab Professor Traish an, dass auch die einstige Vermutung, Finasterid & Co. könnten zur Vorbeugung von Prostatakrebs dienen, höchstwahrscheinlich nicht zutreffe. Traish und Kollegen stellten hingegen mögliche weitere Risiken des Mittels fest. Ähnlich wie Dutasterid soll es die Entstehung einer Insulinresistenz begünstigen, ausserdem Typ-2-Diabetes, Gefässerkrankungen und Osteoporose. Selbst psychische Folgen vermutet man, da es verschiedene Fallserien gibt, in denen sich bei Finasteridpatienten plötzlich Depressionen und Angstzustände zeigten.

Alphablocker sorgen für Schwindel und Hypotonie

Alphablocker wie z. B. Tamsulosin zeigen zum jetzigen Wissensstand erfreulicherweise weniger Nebenwirkungen. Was die Sexualfunktionen betrifft, treten bei manchen Patienten sog. retrograde Ejakulationen auf. Das Sperma wandert in diesem Fall rückwärts in die Blase und tritt nicht aus dem Penis aus.

Bei bis zu 10 Prozent der Patienten kann es zu Schwindel inkl. Ohnmachtsanfällen kommen, weil Alphablocker gleichzeitig auch als Blutdrucksenker fungieren. Bei Personen, die sowieso an Bluthochdruck leiden, kann diese Zusatzfunktion günstig sein. Bei Personen aber, deren Blutdruck normal war, kann es jetzt zu einem zu niederen Blutdruck (Hypotonie) kommen, was sich in den genannten Schwindelattacken äussert. Auch Verdauungsbeschwerden können auftreten, diese aber eher selten.

Natürliche Mittel bei gutartiger Prostatavergrösserung

Da die gutartige Prostatavergrösserung eine echte Domäne der Naturheilkunde ist, lohnt sich hier sehr oft eine ganzheitliche Therapie.

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anonym schrieb am 06.08.2018

Hallo!

ich fand Ihren Artikel recht informativ und gehe davon aus, dass

Sie korrekt recherchiert haben.

Bei meinen Recherchen stieß ich auf folgenden Artikel in der SD

Vermutlich kennen Sie den Artikel.

Wie erkären Sie sich die wiedersprüchlichen Ergebnisse der Studien?

Da ich Betroffener bin, beschäftigen mich natürlich diese unterschiedlichen Ergebnisse sehr.

MFG

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Wir haben über die Wirkungen der Sägepalme diesen Artikel veröffentlicht. Bekannt ist, dass es häufig Studien mit unterschiedlichem Ausgang gibt. In unserem Artikel haben wir mehrere Studien beschrieben, die der Sägepalme eine eindeutige Wirkung bescheinigten. Es ist daher nicht in jedem Fall sinnvoll, einer einzigen Studie Glauben zu schenken, die keine Wirksamkeit erkennen liess.

Abgesehen davon raten wir nicht dazu, nur einen einzelnen Stoff einzunehmen und allein davon dann eine nachhaltige Linderung der Beschwerden zu erwarten. Wir vertreten stets die ganzheitliche Sicht und empfehlen daher, mehrere Massnahmen gleichzeitig umzusetzen - wie wir in unserem Artikel zur gutartigen Prostatavergrösserung auch beschrieben haben. Diese Massnahmen umfassen Sport, gesunde Ernährung, Optimierung der Vitalstoffversorgung, Normalisierung des Gewichts bei Übergewicht usw.

Begleitend kann man ein pflanzliches Mittel einnehmen, das sogar sehr gerne noch andere pflanzliche Substanzen enthalten sollte - und nicht nur die Sägepalme. Denn bekannt ist, dass eine gute Kombination verschiedener Mittel besser wirkt als einzelne Mittel für sich allein, da sich die jeweiligen Substanzen gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken und unterstützen. Besonders der Brennnesselsamen und Kürbiskerne gelten als hochwirksame nebenwirkungsfreie Mittel bei Prostata- oder Blasenbeschwerden.

Probieren Sie es einfach aus! Nichts überzeugt mehr als die eigene Erfahrung!

Alles Gute und einen schönen Abend!

Ihr ZDG-Team

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