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Ayurveda – Die vier häufigsten Vorurteile

Ayurveda – Die vier häufigsten Vorurteile

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(Zentrum der Gesundheit) - Ayurveda ist die älteste ganzheitliche Heilkunst der Menschheit. Und wer einmal eine Ayurveda-Kur erlebt hat, kennt das herrliche Gefühl, anschliessend wie neu geboren zu sein. Manche Wissenschaftler jedoch stellen ayurvedische Methoden trotz ihrer spürbaren Wirkung immer wieder in Frage. Denn die Grundlagen des Ayurveda stimmen so gar nicht mit den Ansichten der Schulmedizin überein. Ist Ayurveda nun eine echte Heilkunst oder ist das Wohlbefinden nach der Ayurveda-Kur nur das Ergebnis "spiritueller Praktiken"?

Ayurveda – Eine lebensnahe Wissenschaft

Ayurveda ist das uralte medizinische System Indiens. Einerseits ist Ayurveda als ganzheitliche Heilkunde in der Alternativmedizin anerkannt, andererseits gilt Ayurveda aber nicht als wissenschaftlich abgesichert.

Letzteres ganz einfach deshalb, weil das Fundament des Ayurveda so völlig anders strukturiert ist als jenes der Schulmedizin.

Ayurveda ist jedoch sehr wohl eine Wissenschaft – und zwar eine anpassungsfähige und individuelle Wissenschaft, welche die Vielfalt des Lebens so treffend widerzuspiegeln vermag.

In den Augen der evidenzbasierten Medizin muss Wissenschaft jedoch strengen Regeln folgen. Für Vielfalt, Flexibilität oder gar Individualität gibt es hier keinen Raum. Und so gilt in diesen Kreisen Ayurveda oft eher als Sammlung spiritueller Praktiken denn als tatsächlich wissenschaftliche Heilkunst.

Das jedoch ist nicht der einzige Trugschluss, dem die Schulmedizin hier unterliegt. Noch viele weitere Missverständnisse kursieren über die jahrtausendealte Heilkunde des Ayurveda. Sie verunsichern Laien und verhindern nicht selten, dass sich Menschen überhaupt erst auf Ayurveda einlassen und dort womöglich Gesundheit und ein langes glückliches Leben finden würden.

Wir lösen die vier häufigsten Missverständnisse und Vorurteile im Hinblick auf das alte indische Medizinsystem auf.

1. Vorurteil: Ayurveda ist eher eine spirituelle Philosophie denn Wissenschaft

Wissenschaft ist definiert als "ein systematisches Vorgehen, mit dem Wissen (nach der Erstellung von Thesen und Theorien) gesammelt, organisiert und wieder weitergegeben wird, wobei dieses Wissen natürlich erst dann als Wissen gilt, wenn es mit wiederholbaren Wirkungen belegt werden konnte und somit jederzeit nachprüfbar ist."

Wider Erwarten entspricht Ayurveda dieser Definition in allen Bereichen vollumfänglich:

In der Theorie wurde zunächst ein komplexes System nicht veränderlicher universeller Gesetze in Bezug auf die Handlungsweise (Karma), die Eigenschaften (Guna), die Substanzen (Dravya) und das Gleichgewicht (Samanya und Vishesha) ausgearbeitet.

Wenn diesem System entsprechend vorgegangen wird und wenn diese Gesetze angewendet werden, können vorhersehbare und wiederholbare Ergebnisse in der Behandlung von Krankheiten erzielt werden.

Leider betonen viele Heilpraktiker oder ayurvedische Therapeuten den Aspekt der spirituellen Grundlagen, von denen die Theorien des Ayurveda abgeleitet sind, viel zu stark. Dadurch glauben sehr viele Menschen, dass das System nicht wissenschaftlich sei.

Wenn es zudem noch als "komplementäre" Anwendung angesehen wird und den Strukturen der Schulmedizin angepasst wird, geht die Möglichkeit verloren, Ayurveda als eine eigenständige Wissenschaft zu verstehen.

2. Vorurteil: Ayurveda wirkt nicht sofort

Die Zeit, die für die Behandlung einer Krankheit benötigt wird, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Dabei spielen insbesondere die bisherige Dauer, die Schwere der Krankheit und natürlich die Konstitution und der Zustand des Patienten eine ausschlaggebende Rolle.

Bei akuten Krankheiten wie Fieber, Husten und Erkältungen, aber auch bei anderen Krankheiten, die schon im Anfangsstadium korrekt nach den Richtlinien des Ayurveda behandelt werden, entfaltet die indische Heilkunst ihre Wirkung schnell und dauerhaft.

Im Gegensatz zur Schulmedizin, die meist nur Symptome unterdrückt und den Menschen eher arbeitsfähig, nicht aber gesund macht, heilt Ayurveda nicht nur, sondern stärkt auch den allgemeinen Gesundheitszustand des Menschen tief und nachhaltig.

Gewöhnliche Beschwerden können mit Ayurveda normalerweise sogar innerhalb von 24 Stunden unter Kontrolle gebracht werden, wenn alle Massnahmen der Behandlung durchgeführt und alle Anweisungen des ayurvedischen Arztes umgesetzt werden.

Für lang andauernde Krankheiten kann eine vollständige Ayurveda-Behandlung jedoch auch Wochen oder Monate andauern. Dabei werden strikt einzuhaltende Kombinationen aus ayurvedischer Ernährung, ayurvedischer Lebensweise und ayurvedischer Medizin angewendet, um den Körper wieder zurück in seinen gesunden Ausgangszustand zu bringen.

Wenn man bedenkt, dass die meisten lang andauernden Krankheiten schon Jahre oder Jahrzehnte im Körper schlummern, bevor sie tatsächlich in Erscheinung treten, klingt der genannte Behandlungszeitraum keineswegs unangemessen.

Auch sollte man in diesem Zusammenhang berücksichtigen, dass die Schulmedizin viele chronische Krankheiten überhaupt nicht heilen kann. Stattdessen versucht sie, diese medikamentös einigermassen ruhig zu stellen (oft ein Leben lang) – was jedoch in den seltensten Fällen gelingt und dabei sogar noch Nebenwirkungen mit sich bringt, die den Patienten zusätzlich belasten.

3. Vorurteil: Ayurveda hat keine Nebenwirkungen

Was wirkt, hat auch Nebenwirkungen; fehlen Nebenwirkungen, so fehlt auch die Wirkung. So lautet eine beliebte Aussage des westlichen Medizinsystems.

Und diese trifft erstaunlicherweise auch auf Ayurveda zu. Ayurvedische Anwendungen wirken nämlich nicht nur, sondern können auch Nebenwirkungen haben. Darunter sind sehr viele positive Nebenwirkungen. Doch können es auch Nebenwirkungen sein, die nicht immer nur angenehm sind.

Die Nebenwirkungen von Panchakarma beispielsweise, einer ayurvedischen Methode zur inneren Reinigung und Entgiftung des Körpers, können stark sein, plötzlich auftreten und sogar lebensbedrohlich sein.

Daher muss Panchakarma mit Sorgfalt und auf die klassische Art unter professioneller Anleitung angewendet werden. Auf diese Weise können mögliche Nebenwirkungen vollständig gemieden werden. Treten geringe Nebenwirkungen auf, kann diesen mit der Erfahrung des Therapeuten erfolgreich entgegen gewirkt werden.

Doch muss es nicht einmal eine extreme Methode wie Panchakarma sein. Selbst mit einfachen Behandlungsmethoden der ayurvedischen Medizin und Ernährung können leichte Nebenwirkungen auftreten – nämlich dann, wenn tief sitzende Gifte plötzlich im Körper mobilisiert werden und an die Oberfläche drängen, oder auch, wenn die Kraft der Medizin (Virya) sich nicht mit der Verfassung des Patienten (Prakriti) verträgt.

4. Vorurteil: Erst die Schulmedizin, dann Ayurveda!

Leider werden viele Krankheiten durch die typische rein symptomatische schulmedizinische Behandlung früher oder später cronisch.

Die Wirkung mancher Medikamente, die über viele Jahre hinweg eingenommen werden (wie beispielsweise Steroide (Cortison)), verschleiert die eigentlichen Symptome der Krankheit, verändert den Stoffwechsel des Körpers und stört die natürlichen Schutzmechanismen des Körpers.

Irgendwann treten immer mehr Nebenwirkungen der schulmedizinischen Arzneimittel auf den Plan. Eine Krankheit jagt die nächste. Oft wirken die Arzneimittel nicht mehr und der inzwischen chronisch kranke Patient wird mit dem wenig erbaulichen Begriff "austherapiert" und den Worten "damit müssen Sie jetzt leben" verabschiedet.

Jetzt begibt er sich auf die Suche nach Alternativen. Eine naturheilkundliche Behandlung jedoch wird in solch einem Zustand zur echten Herausforderung. Der Patient muss zu vollem Engagement und konsequenter Mitarbeit bereit sein. Er muss seine Ernährung und Lebensweise vollständig umzustellen. Das aber ist in chronisch kranker Verfassung deutlich schwieriger als es am Anfang der Krankheit in deren Akutphase gewesen wäre.

Auch sinken die Heilchancen umso mehr, je länger man sich mit allopathischen Medikamenten immer kränker machen lässt – ohne sich darauf zu besinnen, was der eigene Körper in Wirklichkeit benötigt, nämlich eine gründliche Entgiftung, eine effektive Darmreinigung, Bewegung, Sonnenlicht sowie eine rundum gesunde Nahrung.

Wenn die ayurvedische Heilkunst nun als erste Behandlungsmethode gewählt würde, könnten exzellente Ergebnisse erzielt werden. Die ayurvedischen Behandlungen, die ayurvedischen Medikamente und die typorientierte ayurvedische Ernährung minimieren die Belastung des Körpers mit Giftstoffen und maximieren die Ausleitung derselben.

Alle diese Ayurveda-Massnahmen löschen gemeinsam mit einer Änderung der Geisteshaltung die Krankheit nicht nur in ihrem Ursprung aus. Sie hinterlassen letztendlich auch einen insgesamt kräftigen und abwehrstarken Menschen.

Ayurveda verändert definitiv Körper und Geist, verleiht ein Gefühl von Leichtigkeit, gibt neue Kraft für die nächste Runde im Alltag und bringt bei vielen Krankheiten den entscheidenden Impuls zur Heilung. Es lohnt sich also, Ayurveda zu nutzen und zu erleben und sich erst dann ein Bild von seinen Wirkungen zu machen. Bisherige Vorurteile werden sich alsbald in Vayu (Luft) auflösen.

Ein genaues Bild vom Ablauf einer Ayurvedakur verschafft Ihnen der inspirierende Erfahrungsbericht eines Ayurvedakurgastes, den Sie hier lesen können: Erfahrungsbericht einer Ayurvedakur in Deutschland

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