Sulforaphan aus Brokkoli


Sulforaphan ist ein starkes natürliches Antioxidans, das bei vielerlei Beschwerden eingesetzt werden kann – besonders gegen Krebs und Arthritis sowie bei Atemwegserkrankungen.


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letzte Aktualisierung am 02.05.2016  Drucken Sie diese Seite Artikel als PDF herunterladen

Sulforaphan aus Brokkoli - ein natürliches Mittel gegen Krebs

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(Zentrum der Gesundheit) - Sulforaphan ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der nur in bestimmten Gemüsearten vorkommt. Besonders reichlich ist Sulforaphan in Brokkoli, Rosenkohl und Blumenkohl enthalten. Sulforaphan kann in der Krebstherapie (z. B. Blut- und Hautkrebs) eingesetzt werden. Ähnlich faszinierend ist die Wirkung des Sulforaphans bei Arthritis und Atemwegserkrankungen. Sulforaphan ist jedoch nicht nur zur Behandlung sinnvoll, sondern empfiehlt sich auch als präventive Massnahme, um fit zu bleiben und die genannten Krankheiten vorzubeugen.

Brokkolisprossen © anjelagr - Fotolia.com

Sulforaphan – Der Powerstoff aus Brokkoli

Erst profiliert er sich in der Krebsprophylaxe, dann sogar in der Krebstherapie. Man entdeckt sein Potential im Bereich der arthritischen Erkrankungen und schliesslich zeigt sich, dass er auch bei Atemwegserkrankungen wie Asthma und Heuschnupfen hilfreich sein kann.

Die Rede ist von Sulforaphan, einem sekundären Pflanzenstoff aus der Familie der Isothiocyanate (auch Senföle oder Senfölglykoside genannt).

Senfölglykoside befinden sich insbesondere in Kreuzblütengewächsen wie Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl, Radieschen, Weisskohl, Rotkohl, Kohlrabi, Meerrettich, Rucola, Kresse und Senf und verleihen diesen Gemüsearten ihren charakteristischen scharfen Geschmack.

Sulforaphan – Kluger Stratege im Kampf gegen freie Radikale

Sulforaphan ist ein starkes Antioxidans, das erst 1992 von Dr. Paul Talalay an der John Hopkins Universität in Baltimore/USA aus Brokkoli isoliert und beschrieben wurde.

Während Vitamin C oder Vitamin E im Kampf gegen freie Radikale kamikazegleich selbst das Zeitliche segnen, agiert Sulforaphan strategisch klug aus dem Hintergrund und aktiviert körpereigene Entgiftungsenzyme in der Leber – die sog. Phase-II-Entgiftungsenzyme.

Sie neutralisieren daraufhin krebserregende freie Radikale, so dass diese keine Zellschäden mehr verursachen können.

Da Sulforaphan hier indirekt wirkt, wird es selbst nicht verbraucht und ist im gesamten Körper höchst aktiv – und das über vier bis fünf Tage lang.

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Sulforaphan – Waffe gegen Krebs

Sulforaphan organisiert aber nicht nur die Entfernung krebserregender Substanzen, sondern geht auch direkt gegen bereits bestehende Krebszellen vor. Ja, Sulforaphan wird an mancher Stelle sogar als mächtigste natürliche Krebswaffe bezeichnet, insbesondere deshalb, weil der Stoff auch bei Krebs im fortgeschrittenen Stadium wirksam sein soll.

Sulforaphan greift in den Zellteilungsprozess der Zelle ein, indem es die sog. Mikrotubuli der Krebszellen zerstört. Diese Strukturen sind für die Zellteilung zuständig.

Werden sie inaktiviert, verhindert dies die Teilung des Zellkerns und führt zum Untergang der Krebszelle.

Inzwischen erwies sich Sulforaphan in zahlreichen Studien und bei verschiedenen Krebsarten als erfolgreich.

So ist seit 2003 nach einer im amerikanischen Fachblatt Oncology Report veröffentlichten Studie bekannt, dass Sulforaphan sowohl bei krankhaften Blutzellen (Leukämie) als auch bei bösartigen Hautzellen (Melanomen) zu deren Selbstzerstörung (Apoptose) beitragen oder diese gar auslösen kann.

Die Rutgers Universität in New Jersey/USA berichtete im Mai 2006 nach einer entsprechenden Studie, dass Sulforaphan auch bei einem vorhandenen genetisch bedingten Dickdarmkrebs-Risiko die passenden körpereigenen Schutzmechanismen aktivieren könne, um den Ausbruch der Krankheit zu vereiteln.

In Tierversuchen stellte man ausserdem fest, dass Sulforaphan gegen Lungenkrebszellen wirkte und deren Wachstum erfolgreich eindämmte.

Die Verhinderung einer Metastasierung von Prostatakrebs durch Sulforaphan bzw. Brokkoli konnte ferner in einer gross angelegten Ernährungsstudie an über 10.000 Patienten mit einem Prostatakarzinom beobachtet werden.

In dieser Studie zeigte sich, dass ein hoher Verzehr von Gemüsearten aus der Familie der Kreuzblütler, also Brokkoli und auch Blumenkohl, die Patienten vor der Metastasierung eines primären Prostatatumors schützen konnte.

Sulforaphan bei Magenkrebs und Magengeschwüren

Sulforaphan soll ausserdem – teilweise besser als Antibiotika – gegen das Bakterium Helicobacter pylori wirksam sein.

Helicobacter pylori gilt als Verursacher von Magengeschwüren und Magenkrebs. In Studien erledigte Sulforaphan selbst solche Helicobacter-Stämme, die bereits gegen mehrere Antibiotika resistent waren.

Gerade bei Magenkrebs dürfte Sulforaphan damit ein regelrechtes Bilderbuchmittel sein, da es die bakterielle Infektion bekämpft und gleichzeitig die Tumorbildung blockiert.

Sulforaphan wirksam bei therapieresistentem Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Bauchspeicheldrüsenkrebs zeichnet sich durch seine ausgeprägte Therapieresistenz aus. Nur wenige Patienten überleben die Diagnose länger als ein Jahr. Das liegt an der starken Widerstandskraft der sog. Krebsstammzellen des Bauchspeicheldrüsenkrebses.

Die Population dieser Krebsstammzellen beträgt normalerweise etwa 1 Prozent am Gesamttumor. Während gewöhnliche Krebszellen bei Chemotherapien und Bestrahlungen sterben, bleiben die Stammzellen hartnäckig am Leben.

Kaum ist die Therapie beendet, entstehen aus den Stammzellen neue Krebszellkolonien. Daher gilt Bauchspeicheldrüsenkrebs als äusserst aggressiv und nur schlecht therapiebar.

Die Arbeitsgruppe um Professor Dr. Ingrid Herr an der Universitätsklinik in Heidelberg veröffentlichte vor wenigen Jahren im Fachblatt Cancer Research Forschungsergebnisse rund um die Therapie mit dem Krebsmedikament Sorafenib der Bayer AG.

Die Behandlung mit Sorafenib kostet die Krankenkassen pro Jahr knapp 60.000 Euro, so dass auch der Jahresumsatz mit dem Mittel in dreistelliger Millionenhöhe liegt – und dem Bayer-Konzern damit fast so viel wie Kassenschlager Aspirin einbringt.

Sorafenib ist jedoch stark umstritten, da es heftige Nebenwirkungen hat und die Lebensqualität der Patienten deutlich verringert.

Die häufigsten Sorafenib-Nebenwirkungen sind Durchfall, Hautausschlag, Haarausfall, Blutungen, Bluthochdruck, Übelkeit, Erbrechen, Juckreiz, Müdigkeit, Schmerzen etc.

Die Heidelberger Wissenschaftler konnten jedoch an Krebszellen und Mäusen zeigen, dass Sorafenib offenbar auch die hartnäckigen Krebsstammzellen angreifen kann. Doch leider hielt dieser positive Effekt nur kurz an.

Nach vier Wochen hatten sich erneut kleine Kolonien der Krebsstammzellen gebildet und nicht nur das: Die neuen Stammzellen reagierten auf eine weitere Behandlung mit Sorafenib kein bisschen mehr.

Wird Sorafenib aber mit Sulforaphan aus Brokkoli kombiniert und verabreicht, dann bleibt Sorafenib wirksam (zumindest bei Mäusen) – ohne zusätzliche Nebenwirkungen zu verursachen. Ja, Sulforaphan kann sogar gesunde Körperzellen vor den Nebenwirkungen des Sorafenib und damit vor DNA-Schäden schützen.

Professor Herr ist der Meinung, dass „man auch an der Ernährung ansetzen könnte, um die Therapieresistenz von Krebsstammzellen zu durchbrechen und dadurch Tumortherapien wirksamer zu machen.“

Das hiesse: Mehr Brokkoli und andere Kohlgemüse bzw. Kreuzblütengewächse verzehren – aber in den richtigen Mengen, der richtigen Form und der richtigen Zubereitung, worauf wir am Ende dieses Artikels noch näher eingehen werden.

Sulforaphan bei Arthritis und Arthrose

Wissenschaftler, die eine Gruppe älterer Frauen über einen Zeitraum von 10 Jahren im Rahmen einer Arthritis-Studie beobachteten und regelmässig untersuchten, stellten fest, dass diejenigen Frauen, die besonders gerne Kohlgemüse assen, ein deutlich geringeres Risiko hatten, an Arthritis zu erkranken als solche Frauen, die diese Gemüse nicht mochten.

Eine Studie der Universität East Anglia fand nun heraus, dass der Grund für dieses Phänomen in Sulforaphan liegen könnte. Sulforaphan könne nämlich nicht nur Krebs vorbeugen und bekämpfen, sondern auch bei arthritischen Gelenkproblemen helfend einspringen.

Sulforaphan würde die Funktion jener schädlichen Enzyme blockieren, die an der Entstehung von Arthritis beteiligt seien und normalerweise zu Entzündungen und Schmerzen führten.

Wer die genannten Gemüse in verschwenderischen Mengen geniesse, erhöhe seinen Sulforaphan-Spiegel im Blut, worauf der potente Pflanzenstoff in das Gewebe der Gelenke einwandern könne und dort schützend tätig werde.

Dieser Mechanismus helfe auch bei Arthrose, wenn die Gelenkknorpel beschädigt seien und zu schmerzen beginnen.

Die bisher veröffentlichten Ergebnisse dieser Untersuchung sind lediglich der Anfang einer vielversprechenden Langzeit-Studie. Sie soll Aufschluss darüber geben, wie konkret Sulforaphan im Körper wirkt, wie es in die Gelenke gelangen kann und wie viel davon benötigt wird, um einen signifikanten therapeutischen Effekt zu erzielen.

Sulforaphan gegen Atemwegserkrankungen

Sulforaphan ist gar gegen Atemwegsentzündungen und daraus resultierende Krankheiten wie Asthma, allergische Rhinitis (Heuschnupfen) und die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) einsetzbar – so die Ergebnisse eines Forschungsprojektes der University of California (UCLA) in Los Angeles.

Auch für viele entzündliche Atemwegserkrankungen werden die freien Radikale verantwortlich gemacht.

Freie Radikale werden zwar mit jedem Atemzug durch die Oxidation des Luftsauerstoffs in unserem Körper gebildet, doch solange wir ausreichende Mengen an Antioxidantien besitzt, welche die freien Radikale einfangen und unschädlich machen, stellen sie keine Gefahr für unsere Zellen dar.

Ein Problem entsteht also nur dann, wenn zu wenige Antioxidantien und zu viele freie Radikale vorhanden sind. Genau diese Situation wird durch eine ungesunde, antioxidantienarme Ernährung, aber auch durch zusätzliche Faktoren wie Luftverschmutzung, Tabakrauch oder andere ungesunde Umwelteinflüsse begünstigt.

Eine ungesunde Ernährung, gepaart mit schlechter Atemluft (und natürlich der entsprechenden genetischen Veranlagung) kann folglich zu den oben beschriebenen Atemwegserkrankungen führen. Doch wie könnte Sulforaphan das verhindern?

Offenbar regt der Stoff – wie im Fachmagazin Clinical Immunology veröffentlicht - die Ausschüttung von antioxidativen Enzymen an. Diese wiederum wirken wie ein natürliches Schutzschild gegen freie Radikale und können nun schwere Atemwegserkrankungen entsprechend verhindern.

Weitere Details lesen Sie hier: Sulforaphan gegen Atemwegserkrankungen

Sulforaphan im Essen

Sulforaphan ist wie oben erwähnt bevorzugt in Kohlgemüsen bzw. Kreuzblütengewächsen enthalten.

Die beste Sulforaphan-Quelle ist Brokkoli, wobei frische Brokkoli-Sprossen den weitaus höchsten bekannten Sulforaphangehalt aufweisen.

In Brokkoli-Sprossen befindet sich 10 bis 100mal mehr Sulforaphan als in Brokkoli-Gemüse. Anders ausgedrückt enthält ein Löffel mit Brokkoli-Sprossen so viel Sulforaphan wie 500 Gramm Brokkoli-Gemüse.

Sulforaphan wird erst durch den Kauprozess freigesetzt, wenn die Zellwände zerstört werden. Daher steigert ausgiebiges Kauen und langsames Essen die Sulforaphan-Dosis beträchtlich.

Zur Herstellung von Brokkoli-Sprossen lesen Sie bitte hier weiter: Brokkoli und Rosenkohl schützen vor Krebs und Alzheimer.

Noch einfacher ist es, auf Nahrungsergänzungsmittel zurückzugreifen. Sulforaphan gibt es beispielsweise als ganzheitliches Fertigpräparat (z. B. Broccoraphan). Es liefert Sulforaphan aus natürlichen Brokkolisprossen in Pulverform.

Wie viel Brokkoli muss man essen?

Will man nun Sulforaphan über Brokkoligemüse zu sich nehmen, stellt sich die Frage:

Wie viel Brokkoli muss man essen, um die erforderliche Sulforaphan-Dosis zu erreichen?

Als tägliche Nahrungsergänzung wird die Einnahme von 5 bis 15 Milligramm Sulforaphan empfohlen. Zu therapeutischen Zwecken jedoch sollten 30 Milligramm täglich eingenommen werden.

Die therapeutische Menge ist in etwa 750 Gramm Brokkoli enthalten. Die Brokkoliköpfchen müssen jedoch frisch, fest, dunkelgrün und möglichst aus biologischer Erzeugung sein.

Überlagerter oder sogar aufgeblühter (gelbfarbener) Brokkoli ist dagegen arm an Sulforaphan und sollte keinesfalls mehr gegessen werden.

Auch wenn sich für den einen oder anderen die Menge von 750 Gramm Brokkoli viel anhören mag, so ist sie das keineswegs. Zur Not verteilt man die Portion auf Mittag- und Abendessen.

Leicht(!) gedünstet, mit Stein- oder Meersalz, Kurkuma und einem hochwertigen Öl (Olivenöl, Leinöl oder Hanföl) gewürzt und mit einem bunten Salat (aus verschiedenen Blattsalaten, Kräutern, Gemüse, Avocado, Sonnenblumen- oder Kürbiskernen) serviert, ergibt dies eine komplette, sättigende sowie höchst vitalstoff- und sulforaphanreiche Low-Carb-Mahlzeit.

Die Wirkung des Brokkolis kann in jedem Fall gesteigert werden, wenn man ihn gemeinsam mit Brokkoli-Sprossen oder mit anderen Gemüsen aus der Familie der Kreuzblütengewächsen verzehrt, wenn man also z. B. einen Salat mit Rucola oder Kresse dazu isst.

Details zur Steigerung der krebsfeindlichen Brokkoliwirkung mit Hilfe von Brokkoli-Sprossen lesen Sie hier:

Brokkoli und Brokkoli-Sprossen

Vom oben genannten Produkt (Broccoraphan) genügen bereits 3 Gramm täglich, um sich mit über 50 Milligramm Sulforaphan zu versorgen.

Und wenn Sie einmal keinen frischen Brokkoli vorrätig haben, dann mixen Sie wenigstens zwei Löffel Brokkoli-Pulver in Ihren Smoothie!

Mehr Informationen zur richtigen Ernährung finden Sie unter Basische Ernährung.

Mehr Information zum Thema Brokkoli und Sulforaphan finden Sie unter Brokkoli und Rosenkohl schützen vor Krebs und Alzheimer.

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Nutritionist Training

Quellen:


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