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Haftcreme mit Nebenwirkungen

Haftcreme mit Nebenwirkungen

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(Zentrum der Gesundheit) - Haftcremes sind manchmal nötig, damit die Zahnprothese sitzt. Haftcremes werden täglich aufgetragen – direkt auf die Mundschleimhaut. Die Mundschleimhaut aber nimmt rasch die chemischen Substanzen aus der Haftcreme auf. Natürlich wird auch ein Teil der Haftcreme geschluckt. Die Zutaten für Haftcremes sollten daher für die Gesundheit unbedenklich sein. Das aber sind sie nicht immer. Beim Kauf und der Anwendung von Haftcremes können Sie jedoch bereits die grössten Risiken ausschalten – wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen.

Haftcremes – Besser nicht dauerhaft verwenden!

Haftcremes werden verwendet, um Zahnprothesen an ihrem ordnungsgemässen Platz zu halten. Denn nicht selten fällt es Prothesenträgern schwer zu essen oder gar zu sprechen, da die Prothese nicht richtig haftet.

Ohne Haftcreme würde sich so mancher gar nicht mehr unter Leute wagen, aus Angst die Prothese könnte beim Sprechen oder Lachen aus dem Mund fallen oder sich seltsam verschieben.

Ist dies jedoch der Fall oder wackelt die Prothese auch nur, dann sollte vor dem Kauf einer Haftcreme unbedingt der Zahnarzt aufgesucht werden. Dieser kann die Prothese häufig wieder in einen Zustand versetzen, der eine Haftcreme überflüssig macht.

Haftcremes sind also ursprünglich nur dafür gedacht, vorübergehend eingesetzt zu werden – nämlich so lange, bis die Prothese wieder ordentlich eingepasst ist.

Manche Prothesenträger nutzen jedoch lieber Haftcremes, als einen Termin beim Zahnarzt wahrzunehmen. Oft sind Prothesenträger auch nicht mehr gut zu Fuss, so dass eine Haftcreme hier der einfachere Weg darstellt.

Tja, und manchmal sind auch die Fähigkeiten des Zahnarztes beschränkt bzw. die Situation im Mund des Patienten so schwierig, dass es nicht immer möglich ist, die Prothese perfekt sitzend anzupassen.

Folglich werden Haftcremes nicht selten jahrelang, ja dauerhaft verwendet. Für einen derart langfristigen Einsatz kommen aber nur solche Produkte in Frage, die völlig unbedenklich sind.

Denn eine Haftcreme wird bekanntlich direkt auf die Mundschleimhaut aufgetragen, und die Mundschleimhaut resorbiert sehr schnell einen Teil der chemischen Inhaltsstoffe. Ein weiterer Teil der Haftcreme wird ausserdem geschluckt – und all das täglich.

Haftcremes – Die Inhaltsstoffe

Kauft man sich eine Haftcreme in der Drogerie oder im Supermarkt, kann man direkt vor Ort die Zutatenliste überprüfen – vorausgesetzt man hat die Brille dabei.

Bestellt man sich jedoch eine Haftcreme im Internet, dann fällt zunächst einmal auf, dass beim überwältigenden Grossteil der Anbieter weit und breit keine Inhaltsstoffangabe zu finden ist.

Also schreibt man erst eine Mail an den entsprechenden Shop und erhält mit viel Glück eine Zutatenliste.

Sie ist erstaunlich kurz, doch die wenigen Zutaten genügen, um aus einem Alltagsprodukt ein unerkanntes Risiko für die Gesundheit zu machen.

Unerkannt deshalb, weil die möglichen Folgen einer regelmässigen Haftcremenutzung – wie so oft – keineswegs so leicht mit der Haftcreme in Verbindung gebracht werden können, wie z. B. chronische Verdauungsbeschwerden oder Nervenschäden in Händen und Füssen.

Die Zutatenliste einer Haftcreme könnte beispielsweise so aussehen:

  • Paraffinum Liquidum
  • Cellulose Gum
  • Calcium/Zinc PVM/MA Copolymer
  • Petrolatum 
  • Glycine Soja Oil (Sojaöl)
  • Polyethylene
  • Aroma (Minze und Menthol)
  • BHT
  • Limonene
  • CI 45410

Bekannt ist, dass Zutatenlisten immer jene Zutat mit dem höchsten Anteil der Rezeptur zuerst nennen. Je weiter hinten eine Zutat aufgeführt ist, umso weniger ist davon im Produkt enthalten.

Eine Haftcreme besteht infolgedessen hauptsächlich aus

  1. Paraffinum Liquidum (Paraffinöl),
  2. Cellulose Gum (manchmal steht auch Carboxymethylcellulose da, ein Emulgator, der für eine angenehme Konsistenz der Creme zuständig ist),
  3. Calcium/Zinc PVM/MA Copolymer (der eigentlich haftende Wirkstoff) und
  4. Petrolatum (Vaseline).

Haftcremes aus billigem Erdöl

Paraffinöl wird aus Erdöl hergestellt. Es handelt sich um einen der billigsten Rohstoffe für Kosmetika und Körperpflegeprodukte. Man findet das chemische Öl in nahezu allen Cremes, Salben und Lotionen, sogar in Babyprodukten.

Würde der Hersteller ein hochwertiges Pflanzenfett verwenden, könnte er seine Tiefpreise bzw. seine Gewinnspanne nicht mehr halten.

Paraffinöl legt sich wie ein Film auf die Haut oder Mundschleimhaut, verschliesst ihre Poren und verhindert damit ihre Atmungs- und Selbstregulationsfähigkeit.

Auch heisst es an mancher Stelle, dass Paraffinöl sich in der Leber, den Nieren und den Lymphknoten anreichern könne, was natürlich nicht gerade zur Stärkung dieser Organe beiträgt. Sogar entzündliche Reaktionen der Herzklappen will man nach regelmässiger Anwendung von Paraffinölen beobachtet haben.

Das an vierter Stelle auftauchende Petrolatum ist nichts anderes als Vaseline und damit ebenfalls ein chemisches Billigprodukt aus Erdöl.

Auf Petrolatum treffen alle zum Paraffinöl aufgeführten Eigenschaften ebenfalls zu.

In Naturkosmetika dürfen derartige Erdölderivate nicht verwendet werden.

Emulgator in Haftcremes schadet dem Darm, macht dick und führt zu Diabetes

An zweiter Stelle erscheint Cellulose Gum, ein Emulgator.

Manchmal steht statt Cellulose Gum auch Carboxymethylcellulose da. Vermutlich wählt man in letzter Zeit verstärkt den Begriff Cellulose Gum, da dieser einfach harmloser klingt.

In unserem Artikel über Emulgatoren beschrieben wir Studienergebnisse, wonach zwei Emulgatoren – einer davon war Carboxymethylcellulose – höchstwahrscheinlich nicht nur an Übergewicht und Diabetes, sondern auch an der Entstehung der immer häufiger auftretenden chronischen Darmentzündungen (Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa) beteiligt sein sollen.

Immerhin sind diese Emulgatoren nicht nur in Haftcremes enthalten, sondern auch in Backwaren, Dressings, Fertigsaucen, Eiscremes und vielen anderen Lebensmitteln mehr, so dass sich rasch eine bedenkliche Dosis ansammelt.

Haftcremes – Ohne Klebstoff haftet nichts

Der eigentlich haftende Wirkstoff in den Haftcremes ist das PVM/MA Copolymer, ein Stoff, der auch in manchen Haarsprays dafür verantwortlich ist, dass die Frisur hält.

Das Copolymer ist eine Verbindung aus Methylvinyläther und Maleinsäureanhydrid.

Letzteres wird auch zur Herstellung von Insekten- und Pilzbekämpfungsmitteln eingesetzt.

Beide Stoffe können – wenn in grösseren Dosen verschluckt – das Verdauungssystem beeinträchtigen, zu einem brennenden Gefühl, Durchfall, Bauchschmerzen und Erbrechen führen.

Ein anderer Haftwirkstoff ist Polyvinylacetat – ein Kunststoff, der als Klebstoff Verwendung findet, und zwar nicht nur in Haftcremes, sondern bevorzugt in Holzleim oder anderen Klebstoffen.

Uhu ist übrigens eine vierzigprozentige Lösung aus Polyvinylacetat, also eine Art Haftcreme, nur eben ohne Minzgeschmack.

Kein Wunder klebt die Haftcreme oft derart am Gaumen, dass man enorme Probleme bekommen kann, diese wieder zu lösen.

Krebserregende Zusätze in Haftcremes

Weiter hinten in der Zutatenliste findet man beispielsweise das Polyethylen, ein Filmbildner und Weichmacher, der ebenfalls meist nur in Billigprodukten, aber nicht in Naturkosmetika eingesetzt wird.

BHT ist ein Stoff, der konserviert und in hochwertigen Produkten schon lange nicht mehr verwendet wird. Er gilt als krebserregend, allergieauslösend und eventuell auch als fruchtschädigend.

Für Naturkosmetikprodukte ist er selbstverständlich nicht erlaubt.

CI 45410 ist ein roter Farbstoff, der zu den halogenorganischen Verbindungen zählt, die Allergien auslösen und Krebs erzeugen können. Zusätzlich reichern sie sich in der Umwelt an, sind also auch aus diesem Blickwinkel nicht besonders empfehlenswert.

Relativ harmlos sind hingegen die minzigen Aromen sowie der natürliche Duftstoff Limonen.

Nun enthalten manche Haftcremes jedoch auch gewisse Dosen an Zink, die – wenn man die Haftcreme regelmässig und dann womöglich auch noch höher dosiert als empfohlen verwendet – zu einem Zinküberschuss mit all seinen Folgen führen können.

Überdosis Zink durch Haftcremes?

Zink kann die Haftwirkung von Haftcremes verstärken und wird daher gelegentlich in der Haftcreme-Rezeptur verwendet.

Normalerweise ist Zink ein erwünschtes Spurenelement mit vielen positiven Eigenschaften für die Gesundheit – wie wir hier erklärt haben.

Zink-Überdosen sind jedoch alles andere erwünscht und können äusserst negative gesundheitliche Auswirkungen mit sich bringen.

Zu hohe Zinkdosen führen nämlich zu einem Kupfermangel, da Zink die Aufnahme von Kupfer hemmt.

Es kann infolgedessen zu Kupfermangelsymptomen kommen, wie z. B. zu Nervenschäden (besonders in Händen und Füssen). Diese Nervenschäden entwickeln sich langsam über einen langen Zeitraum.

Wenn nun vielleicht bereits ein Zinkpräparat eingenommen wird und zusätzlich noch täglich eine zu hoch dosierte Haftcrememenge aufgetragen wird, dann kann es schnell zu einer solchen Zink-Überdosis kommen.

Meist ist dem Haftcreme-Nutzer auch nicht bewusst, dass seine Haftcreme Zink in relevanten Dosen enthält. Er wird daher kaum seine Zinkpräparate absetzen, die er z. B. zur Stärkung der Abwehrkraft einnimmt.

Beachten Sie also die Anwendungsempfehlungen auf der Verpackung sowie die folgenden Tipps zur richtigen Verwendung von Haftcremes:

Tipps zur Anwendung von Haftcremes

  • Konsultieren Sie Ihren Zahnarzt, bevor Sie eine Haftcreme verwenden. Vielleicht lässt sich dadurch der Haftcreme-Einsatz vermeiden.
  • Beim Kauf einer Haftcreme achten Sie auf folgendes:
    • Paraffine sind normalerweise bis zu einem Drittel der Rezepturmenge Bestandteil der Haftcremes. Wählen Sie besser eine Creme, bei der Paraffinöl und Vaseline (Paraffinum liquidum und Petrolatum) sehr weit am Ende der Zutatenliste stehen, was bedeutet, dass dann nur Spuren davon enthalten sind.
    • Kaufen Sie eine Haftcreme, die keine Konservierungs- und Farbstoffe enthält (kein BHT, keine Parabene o. ä.).
    • Wählen Sie am besten eine Haftcreme-Sorte ohne Zink – besonders dann, wenn Sie Mineralstoffpräparate einnehmen, die bereits Zink enthalten.
  • Verwenden Sie keinesfalls mehr Haftcreme als empfohlen.
  • Setzen Sie eine zinkhaltige Haftcreme sofort ab, wenn Sie Taubheitsgefühle, Schwäche oder Kribbeln in den Händen und Füssen verspüren, da dies ein erstes Symptom für eine Neuropathie (Nervenschäden) sein könnte.
  • Beginnen Sie grundsätzlich mit einer kleinen Menge Haftcreme. Vielleicht genügt diese für Sie bereits.
  • Eine 70-Gramm-Tube sollte für jemanden, der sowohl oben als auch unten eine Prothese trägt, mindestens sieben bis acht Wochen ausreichen.

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Quellen:



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