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Der Kampf gegen das Quecksilber

Der Kampf gegen das Quecksilber

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(Zentrum der Gesundheit) – Quecksilber gehört zu den gefährlichsten Giftstoffen der Welt. Schon ein Gramm Quecksilber genügt, um eine Million Liter Wasser zu vergiften. Endlich könnte die UNO mit dem Inkrafttreten der Minamata-Konvention einen Meilenstein im Kampf gegen die Verwendung dieses hochtoxischen Materials setzen. Denn schon lange fordern namhafte Wissenschaftler ein Ende von Verharmlosung und Ignoranz. Patienten sind zu Recht verunsichert, weil Quecksilber in Medizin und Zahnmedizin nach wie vor eingesetzt wird.

Quecksilber – Sondermüll gelangt in den Körper

Noch immer wird Quecksilber recht unkritisch in der Zahnmedizin verwendet. In der EU werden jährlich etwa 70 Tonnen Quecksilber für neue Amalgam-Füllungen verbraucht, die zur Hälfte aus Quecksilber bestehen.

Das Quecksilber kann jedoch aus Amalgam austreten und seinen Weg in den Körper finden.

Zum einen können beim Kauen fester Nahrung Amalgambrösel und feiner Abrieb freigesetzt werden. Zum andern können lösliche Quecksilberionen aus Zahnfüllungen in den Speichel gelangen.

Noch belastender sind allerdings Quecksilberdämpfe, die dem Amalgam entweichen können – besonders natürlich beim Ausbohren der Füllungen. Etwa 80 Prozent der entstehenden Quecksilberdämpfe gelangen dann über die Lunge ins Blut.

Die Quecksilber-Katastrophe in Minamata

Sobald Quecksilber in den Körper gelangt, besteht besonders für Kinder und Schwangere äusserste Gefahr. In den 1950er Jahren wurde Ärzten und Wissenschaftlern diese furchtbare Tatsache auf sehr tragische Weise bewusst.

In der japanischen Küstenstadt Minamata fanden sich mit einem Mal schwerwiegende Fälle von Quecksilbervergiftung. Kinder waren besonders stark betroffen, viele von ihnen wurden verkrüppelt, taub, blind oder gelähmt geboren.

Was war passiert?

Die nah gelegene Chemiefirma von Chisso nutzte Quecksilbersulfat in ihrem Produktionsprozess und leitete das hochgiftige Abfallprodukt Methylquecksilber in die benachbarte Bucht. Die Fische in dem Gewässer wurden dadurch kontaminiert und damit alle, die den Fisch im Anschluss verzehrten.

Nach Schätzungen wurden in dieser gigantischen Umweltkatastrophe Tausende bis Zehntausende Menschen zu Quecksilber-Opfern.

Die Minamata-Konvention

In Anlehnung an die furchtbaren Ereignisse in Minamata, wurde im Jahr 2013 die Minamata-Konvention ins Leben gerufen. Es wurde ein völkerrechtlicher Vertrag des Umweltprogramms der Vereinten Nationen(UNEP) mit dem Ziel geschaffen, die Emission von Quecksilber weltweit einzudämmen.

Das Inkrafttreten des Übereinkommens erfolgt mit der Ratifikation durch mindestens 50 Staaten. Laut dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (bmub) wurde das Abkommen mittlerweile von 128 Staaten gezeichnet und von sechs ratifiziert.

Deutschland und die Schweiz bereiten die Ratifikation derzeit vor. Dabei sind sie jedoch vom Zeitplan der EU abhängig. Nach Schätzungen von UNEP dauert dieser Prozess ca. drei bis fünf Jahre.

Bis zur ersten Vertragsstaatenkonferenz in Sachen Minamata-Konvention sind zwei weitere Treffen des Verhandlungsausschusses geplant. Das erste wird vom 3. bis 7. November 2014 in Bangkok stattfinden.

Inhalt der Minamata-Konvention sind Vereinbarungen, die zu einem verringerten Einsatz von Quecksilber führen sollen. Dies soll durch Ein- bzw. Ausfuhrbeschränkungen und mit Verboten von quecksilberhaltigen Produkten umgesetzt werden.

Ab 2020 wird es beispielsweise verboten sein, quecksilberhaltige Produkte wie bestimmte Leuchtmittel oder Thermometer zu produzieren oder zu verkaufen. Zudem dürfen Quecksilber-Abfälle nur unter strengen Auflagen gelagert und entsorgt werden.

Den einzelnen Teilnehmerstaaten wird bei der Ausgestaltung der zu ergreifenden Massnahmen jedoch ein erheblicher Spielraum gewährt. Aus diesem Grund wird die Konvention von Experten lediglich als Etappensieg auf dem Weg zur Quecksilberminderung bewertet.

So bleibt Quecksilber weiterhin in Impfstoffen und als Füllmaterial in Zahnfüllungen erlaubt. Ein vollständiges Amalgam-Verbot wie in Schweden scheint derzeit in weiter Ferne.

Die derzeitige Gesetzgebung in Europa

In Europa gelten bereits weitgehend strenge Regeln zur Eindämmung von Quecksilberemissionen, so dass die Konvention für Deutschland und die Schweiz nur zu wenigen zusätzlichen Massnahmen führen wird. Allerdings profitieren alle Verbraucher von einem weltweit sinkenden Gift-Ausstoss. Das gilt zum Beispiel für die Quecksilberbelastung in importiertem Fisch.

Die EU Generaldirektion Umwelt möchte das Abkommen so schnell wie möglich umgesetzt sehen und forscht zudem nach Massnahmen, die über die Vorschläge der Minamata-Konvention hinaus gehen. Die EU hofft damit ein klares Signal an andere Teilnehmerstaaten zu senden und sich den Vorgaben anzuschliessen.

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Ihre Meinung ist gefragt

Die Europäische Kommission geht noch einen Schritt weiter und wendet sich an wissenschaftliche Institute und Behörden, deren Meinung zu der geplanten Quecksilberverordnung und dem möglichen Amalgamverzicht eingeholt werden soll.

Auch jeder einzelne EU-Bürger kann sich bis zum 14. November 2014 im Rahmen einer Online-Umfrage zur Ratifizierung der Minamata‐Konvention äussern.

Unter der Überschrift „Ihre Stimme in Europa“ kann jeder Interessierte seine Meinung zu den Vorgängen auf politischer Ebene kundtun.

Es ist seit langen bekannt, dass Amalgam und jede Form von Quecksilber selbst nach Jahren im Zentralnervensystem langfristige Schädigungen hervorrufen können.

Daher ist es schon erstaunlich, dass in Deutschland ein Amalgam- und Quecksilberverbot keine strikte Umsetzung findet. Schweden zeigt den Weg auf, wie Quecksilber problemlos aus der Umwelt entfernt werden kann.

Nutzen Sie daher die Gelegenheit und erheben Sie Ihre Stimme in Europa zum Schutz Ihrer Gesundheit und der Umwelt!

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Quellen:


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