Zucker
Zuckerfrei leben – Der Test

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 12.06.2018
  • 3 Kommentare
Zuckerfrei leben – Der Test
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Zuckerfrei leben kann hart sein, aber nur in der Umstellungsphase. Sacha Harland aus Den Haag wollte wissen, ob Zucker wirklich so schlimm ist, wie oft gesagt wird. Ein bisschen Zucker hie und da kann ja nicht so tragisch sein, oder? Also machte der junge Sportler den Test und ass 30 Tage lang nichts, das Zucker enthielt. Auch kein Junk Food, und Alkohol mied er ebenfalls. Er war gespannt. Wird es ihm anschliessend in irgendeiner Weise besser gehen? Wird er fitter sein? Oder wird er vielleicht überhaupt keinen Unterschied bemerken?

30 Tage zuckerfrei leben

Sacha Harland – ein 22jähriger Holländer – kennt, wie viele von uns, den schlechten Ruf von Zucker. Doch obwohl nahezu alle Menschen um die schädlichen Eigenschaften des Zuckers wissen, schaffen es nur die wenigsten, dieses Wissen auch in ihrem Alltag unterzubringen und zuckerfrei zu leben. Ähnlich verhält es sich mit Alkohol.

Natürlich ist er schlecht für die Gesundheit, aber trinken tun ihn dennoch die meisten.

Sacha Harland wollte nun herausfinden, ob Zucker und Alkohol tatsächlich so schlecht sind, wie behauptet wird. Denn sind sie es, müsste man sich ja deutlich besser fühlen, wenn man sie eine Zeitlang einfach meidet.

Also stellte er sich der neuen Herausforderung und machte einen Test mit sich selbst. Er nahm sich vor, einen Monat lang zuckerfrei zu leben. Doch wollte er nicht nur Zucker und Alkohol streichen, sondern auch Produkte mit Lebensmittelzusätzen (E-Nummern) sowie ganz generell Junk Food wie Hamburger, Pommes, Hotdogs, Pizza etc.

Mit 22 Jahren: Hoher Blutdruck, hoher Cholesterinspiegel

Gemeinsam mit seinem Freund Boris dokumentierte er seine Erfahrungen während des 30-Tages-Experiments ohne Zucker und ohne Junk Food.

Bevor Sacha mit seinem Experiment begann, liess er sich von einer Sportmedizinerin komplett durchchecken. Sie nahm Blut, führte ein EKG durch, notierte sich Gewicht, Blutdruck, Cholesterinspiegel etc. Und obwohl er ein sehr fitter und gesunder junger Mann zu sein schien, zeigte sich, dass sein Cholesterinspiegel bereits erhöht war, genau wie sein Blutdruck.

Nichtsdestotrotz erwartete Sacha von den kommenden 30 Tagen ohne Zucker, Junk Food und Alkohol keine gravierenden, geschweige denn merklichen Änderungen in seinem Befinden.

Alle Lieblingsgerichte sind gestrichen

Als es losging, merkte Sacha schnell, dass er die meisten seiner Lieblingsgerichte nicht mehr essen konnte. Denn überall waren Zucker oder E-Nummern enthalten – angefangen beim Eistee (10 Würfelzucker pro Flasche) übers Ketchup und der Fertigsuppe (5 Würfelzucker pro Teller) bis hin zur Bratensauce (15 Würfelzucker pro Packung).

Schliesslich blieben "nur" frische Früchte, Gemüse, Salate, Eier, Vollkornprodukte, Joghurt und Wasser übrig. Davon wollte er sich nun die folgenden 30 Tage ernähren. Gut gelaunt startete er ins zuckerfreie Leben.

Die Laune hielt jedoch nicht lange, da er offenbar ein Zuckersüchtiger war, wie er nach wenigen Tagen feststellte. Er fühlte sich schwach, müde und war emotional sehr schlecht drauf – ganz so, als müsse er durch einen Drogenentzug und eine Entgiftung.

Yacon

Sachas Zuckersucht – Fast misslang der Test

Sacha litt entsetzlichen Heisshunger auf Süssigkeiten, aber auch auf salzige Snacks. Wenn er mit Freunden ausging, die sich Drinks bestellten oder das übliche Junk Food assen, fühlte er sich einer echten Tortur ausgesetzt.

Er fand – ausser Wasser – kein einziges Getränk in den Läden, das ohne Zucker, Aromen oder Alkohol auskam.

Er suchte eine Ernährungsberaterin auf, die ihn motivierte, ihm viel über die Vorteile einer gesunden Ernährung erzählte und ihm ausserdem alles über die schädlichen Einflüsse von Zucker und Alkohol nahe brachte.

Zucker und alle Produkte, die Zucker enthalten, machen in gewisser Weise süchtig, erklärte sie. Sie sorgen dafür, dass man immer mehr Zucker essen möchte. Der Blutzuckerspiegel steigt sehr schnell, Insulin wird ausgeschüttet, um den Zuckerspiegel wieder zu senken.

Dieser fällt jetzt zu stark, es kommt zu Unterzuckerperioden, die nun wiederum die berüchtigten Heisshungerattacken auslösen. Es ist ein Teufelskreis, dem man irgendwann kaum noch entfliehen kann.

Zudem beeinflusst Zucker die Vorgänge im Gehirn (Ausschüttung bestimmter Botenstoffe) auf eine Weise, wie das auch Drogen tun – wie wir hier ausführlich beschrieben haben: Zuckersucht – Der Ausstieg

Je mehr Zucker man überdies isst, umso weniger wirklich vitalstoffreiche Lebensmittel nimmt man zu sich. Der darauf folgende Vitalstoffmangel macht müde und reduziert die Leistungsfähigkeit. Alkohol schwächt den Organismus noch zusätzlich, belastet die Leber, hemmt die Entgiftung und trägt zu einem Flüssigkeitsmangel bei.

Zuckerfrei leben – Test-Tag 25 bringt die Wende

Alle diese Erklärungen halfen Sacha dabei, nicht vorschnell aufzugeben und durchzuhalten. Als Sacha glaubte, vor lauter Sehnsucht nach Hamburger, Pizza, Marsriegel und einem kühlen Bier völlig verrückt zu werden, erschien jedoch ein Lichtstrahl am Horizont und es begann ihm unerwartet besser zu gehen.

Dies jedoch hatte 25 Tage gedauert. Erst kurz vor Ende seines 30-Tage-Experiments hatten ihn somit die Gelüste nach Zucker und Junk Food verlassen. Zum ersten Mal in seinem Leben hatte er keine Lust mehr auf Süssigkeiten und konnte sein zuckerfreies Leben geniessen.

"Die letzte Woche ist fast vorüber", erzählt er, "Ich stehe viel leichter auf am Morgen und habe viel mehr Energie. Das ist eine echte Überraschung, da ich niemals gedacht hätte, dass sich dieser Test mit einer Änderung der Ernährung so stark auf meine körperliche Verfassung auswirken würde."

Zuckerfrei leben mit gesundem Zuckerersatz

Zuckerfrei leben bedeutet übrigens nicht, dass überhaupt nichts Süsses auf den Tisch kommen darf. Denn nicht alles, das süss schmeckt, ist Zucker. So hätte Sacha beispielsweise auch auf Produkte mit Stevia oder Xylit zurückgreifen können. Auch Trockenfrüchte oder das rote Bananenpulver können in vielen Rezepten als Zuckerersatz Verwendung finden.

Ausführliche Informationen zu gesundem Zuckerersatz haben wir hier zusammengestellt: Gesunder Zuckerersatz – Die neun gesündesten Lebensmittel

Der Test zuckerfrei leben lohnt sich!

Am Ende des Experiments suchte er erneut seine Sportärztin auf und liess sich noch einmal untersuchen, um die aktuellen Werte mit jenen von vor einem Monat zu vergleichen. Die Ärztin stellte sodann fest, dass Sacha 8 Pfund abgenommen hatte, dass sein Blutdruck um 10 mmHg gesunken war (von 135 auf 125 mmHg), sein zuvor erhöhter Cholesterinspiegel ebenfalls um 8 Prozent niedriger war als vor 30 Tagen und auch sein Blutzuckerspiegel gesunken war.

Sachas Fazit nach einem Monat ohne Zucker, künstliche Lebensmittelzusätze, Alkohol und Junk Food: "Der Anfang des zuckerfreien Lebens war wirklich hart. Aber sobald ich den Zuckerentzug geschafft hatte, ging es merklich aufwärts!" Der Test hat sich gelohnt.

Wann startet Ihr 30-Tage-Experiment ohne Zucker, Alkohol und Junk Food?

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Zuletzt kommentiert

Pia schrieb am 25.03.2018

Liebes ZDG-Team,
ich bin ein großer Fan Ihrer Homepage und möchte Ihnen auf diesem Weg auch einmal dafür danken.
Zudem weiß ich, wieviel Geduld Sie bisweilen beim beantworten von Fragen aufbringen müssen, trotzdem hätte ich auch eine Frage bezüglich "zuckerfrei leben".

Ich ernähre mich seit 6 Wochen zuckerfrei (Ausnahme selbstgemixter Smoothie mit 1/3 Obst und 2/3 Grün und ein halber Teelöffel Xucker im morgendlichen Espresso). Sonst keinerlei Süßungsmittel wie Süßstoffe, Trockenobst, Reissirup etc.
Die Umstellung ist mir nicht schwer gefallen, da ich vorher schon sehr zuckerreduziert gelebt habe.
Die ersten 4 Wochen habe ich sehr viel gefroren, was ich auf die Umstellung zurückführe. Mein Konsum an Nüssen und reinen Nussmusen ist allerdings gestiegen.
Ich esse mittags einen Salat (mit Rohkost) und ein Vollkornbrot belegt mit Käse, Schinken, Ei oder anderes Protein.
Nachmittags etwas Sojajoghurt, veganer Proteinpulver, Leinöl und Nüsse.
Abends entweder Gemüsesuppe, Käse oder Sojajoghurt mit Nüssen und Proteinpulver.
Meistens bewege ich mich so bei 1400 kcal, da ich einen zu niedrigen Grundumsatz habe (860 kcal gemessen durch eine Spirometrie).
Ich mache 5-6 mal Sport in der Woche (Kraft und Ausdauer). Dann gibt es am WE auch mal Nudeln und ein ordentliches Frühstück mit Semmeln ;-)

Mein Problem ist nun: 1. ich nehme zu (bin 172cm und wiege momentan 60 kg (vorher 58,5 kg). 2. Meine Laune ist auf dem Nullpunkt und am besten geht man mir aus dem Weg, möchte man meiner Gereiztheit entkommen.
Ich schaffe kaum eine Esspause von 4 Stunden. Ich habe ständig Hunger. Esse ich aber mehr, nehme ich weiter zu.
Ich habe seit Jahren (eine hormonell gut eingestellte) Schilddrüsenunterfunktion.
Kann es sein, dass mein Körper noch in einer Umstellungsphase ist, da mein Stoffwechsel so langsam arbeitet?
Ich möchte meine zuckerfreie Zeit eigentlich gern weiterleben, aber nicht wenn ich am Ende übergewichtig werde und miesepetrig bleibe ;-)

Haben Sie eine Idee, was der Grund sein kann?
Vielen herzlichen Dank für Ihre Mühen!

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Michaela

Lieben Dank für Ihre Wertschätzung, die uns sehr gefreut hat!

Zu Ihrer Frage: Sie schreiben, dass Sie bereits zuvor zuckerreduziert gelebt haben und die Umstellung Ihnen kein Problem bereitete. Dann aber beschreiben Sie von deutlichen Beschwerden: Frieren, schlechte Laune, Hungergefühle, Gewichtszunahme...

Allein ein Zuckerverzicht kann diese Beschwerden nicht verursachen, zumal Sie ja kein Zuckerjunkie waren, sondern zuckerreduziert gelebt haben. Möglicherweise meinen Sie mit "Zuckerverzicht" aber auch eine Art "Kohlenhydratverzicht", was wir nicht empfehlen würden.

Es ist uns aufgrund der fehlenden Informationen leider nicht möglich, Ihnen hilfreich zu antworten.

Ein Ernährungsberater müsste sich Ihren vorigen Ernährungsplan betrachten und ihn mit dem jetzigen vergleichen, um eine mögliche Ursache der Problematik zu finden.

Alles Gute und viele Grüsse

Ihr Team vom

Zentrum der Gesundheit


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