Hausmittel gegen Verstopfung
Viele Menschen greifen bei einer Verstopfung zu Abführmittel welche meist schädliche Nebenwirkungen aufweisen und zur Abhängigkeit führen. Hier finden Sie nützliche Hausmittel gegen Verstopfung, garantiert ohne Nebenwirkungen.
Dieser Text wurde veröffentlicht am 20.07.2010 um 10:13 Uhr 
Verstopfung ist nicht gerade ein besonders angenehmes Gesprächsthema, doch für viele Menschen ist es nicht nur ein Gesprächsthema, sondern ein Dauerzustand und zwar ein wenig erbaulicher.
Die häufigsten Symptome bei Verstopfung sind unregelmäßiger oder gar seltener Stuhl sowie Schwierigkeiten bei der Ausscheidung. Verstopfung ist bei einer gesunden Ernährung übrigens nicht möglich. Daher kann man in den meisten Fällen davon ausgehen, dass Verstopfung das Ergebnis einer jahrelangen stärke- und zuckerreichen sowie ballaststoffarmen Ernährung ist.
Bis man die Ernährung umgestellt hat, kann man anfangs zu natürlichen Heilmitteln greifen, die der Verstopfung vorbeugen oder sie im Nu beseitigen können.
Ein erprobtes und natürliches Abführmittel ist Pflaumensaft. Starten Sie mit einer kleinen Tasse Pflaumensaft und falls Sie nicht das gewünschte Ergebnis erzielen, trinken Sie mehr. Aber bitte nicht zu viel auf einmal. Warten Sie nach dem zweiten Glas erst einmal bis zum nächsten Morgen. Manchmal tritt die Wirkung nicht sofort ein. Die beste Sorte Pflaumensaft ist naturtrüber Saft, der noch einen Großteil seiner natürlichen Ballaststoffe enthält.
Noch besser ist es, wenn Sie getrocknete Pflaumen (ungeschwefelte Dörrpflaumen aus dem Bioladen) über Nacht in gefiltertes Wasser einweichen. Am nächsten Morgen essen Sie die Pflaumen und trinken das Einweichwasser oder Sie entsteinen die Pflaumen und geben sie gemeinsam mit dem Einweichwasser in einen Mixer.
Mixen Sie gründlich und trinken Sie Ihren Pflaumenshake auf leeren Magen. Wenn Sie mögen, können Sie ein Stück frischen Ingwer in den Mixer dazu geben, das schmeckt hervorragend, desinfiziert Magen und Darm, vertreibt Parasiten, stärkt das Immunsystem und belebt.
Falls Sie keine Pflaumen mögen, probieren Sie andere Trockenfrüchte, die eher Ihren Geschmack treffen, wie z. B. getrocknete (ungeschwefelte) Feigen. Getrocknete Feigen enthalten lösliche und unlösliche Ballaststoffe, die beide den Darm reinigen. Außerdem können schon fünf Feigen mindestens 20 Prozent Ihres täglichen Ballaststoffbedarfs decken und somit mehr als die meisten anderen Früchte.
Naschen Sie vier oder fünf Feigen bei den ersten Anzeichen von Verstopfung und trinken Sie mindestens ein Glas Wasser dazu. Oder Sie machen es wie bei den Pflaumen und weichen die Feigen in Wasser ein, was viele Leute viel lieber mögen, weil die Früchte dann schön saftig schmecken. Falls nötig, essen Sie alle drei Stunden ein paar der genannten Trockenfrüchte oder trinken ein Gläschen des Saftes oder des Shakes – so lange, bis sich Ergebnisse bemerkbar machen.
Die Weintraube ist eine weitere Frucht, die eine außerordentlich reinigende Wirkung auf das Verdauungssystem hat. Die Kombination der Eigenschaften von Zellulose, Zucker und biologischer Säure in Weintrauben machen sie auch zu einem milden Abführmittel. Sie sollten täglich mindestens 350 Gramm dieser Früchte zu sich nehmen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
Für ein bestmögliches Ergebnis wählen Sie bitte keinesfalls kernlose Trauben. Dabei handelt es sich um spezielle besonders zuckerhaltige Züchtungen. Sie belasten den Organismus mit unnatürlich viel Zucker.
Wählen Sie besser kernhaltige Sorten und essen Sie die gesamte Traube einschließlich ihrer Haut und den Kernen. Kaufen Sie – wenn möglich – Trauben aus biologischem Anbau, da Trauben – gemeinsam mit Erdbeeren – zu denjenigen Früchten gehören, die in der konventionellen Landwirtschaft am meisten mit Pestiziden und Fungiziden behandelt werden.
Wassermelonen besitzen ebenfalls abführende Eigenschaften, besonders wenn sie in großen Mengen konsumiert werden. Bei „großen Mengen“ handelt es sich um etwa eine halbe große Wassermelone pro Tag und Person oder eine ganze kleine Wassermelone. Wassermelonen können außerdem Nierensteine vorbeugen oder – falls bereits welche vorhanden sind – durch ihre nierendurchspülende Wirkung bei der Entfernung derselben unterstützend mithelfen.
Bitte denken Sie daran, dass Wassermelonen NIEMALS als Dessert gegessen werden sollten.
Essen Sie Wassermelonen als allererstes Frühstück, also immer und ausnahmslos auf leeren Magen. Andernfalls ist ihre Wirkung nicht annähernd so positiv und führt außerdem zu Gärungen im Verdauungssystem. Kombinieren Sie die Wassermelone auch nicht mit anderen Früchten. Essen Sie sie immer pur. Wählen Sie auch hier kernhaltige Sorten und keinesfalls kernlose. Zerkauen Sie die kleinen schwarzen Kerne. Sie sind außerordentlich mineralienreich, sehr lecker und viel zu schade zum Wegwerfen.
Roher Honig ist ein mildes, natürliches Abführmittel. Sie können ihn – wie auch viele andere natürliche abführende Mittel – dadurch verstärken, indem Sie einen Teelöffel schwarze Melasse hinzufügen.
Wer Gemüsesaft liebt, kann sich eine hervorragende und wirkungsvolle Mischung gegen Verstopfung herstellen: Als Zutaten dienen Tomatensaft, Karottensaft und Sauerkrautsaft. Mischen Sie eine Tasse Tomatensaft, ¼ Tasse Karottensaft und ½ Tasse Sauerkrautsaft. Für Liebhaber feuriger Geschmäcker bietet sich als zusätzliche Zutat ein wenig Pfeffersoße an.
Wenn Sie sich gerne selbst Gemüsesäfte herstellen, dann geben Sie in Ihren Entsafter nicht nur Gemüse, sondern auch die eine oder andere scharfe Chili- oder Pfefferschote hinzu. Sie desinfiziert den Verdauungstrakt und vertreibt Parasiten.
Ballaststoffe sind für eine gesunde Verdauung von essentieller Wichtigkeit. Bei einer ballaststoffreichen Ernährung kann Verstopfung nicht auftreten. Daher sollten Sie den Verzehr von ballaststoffreichen Lebensmitteln drastisch erhöhen.
Wechseln Sie von Fertig- oder Halbfertiggerichten zu frisch zubereiteten Mahlzeiten. Integrieren Sie immer mehr Rohkost, insbesondere grüne Blattsalate und Früchte in Ihren Speiseplan.
Leinsamen oder Flohsamen sind – ganz (also ungeschrotet) und kurz in Wasser eingeweicht – hervorragende Darmreiniger. Sie bestehen aus Ballaststoffen und Schleimstoffen. Eine bessere Kombination gibt es gar nicht für einen schwerfälligen und leidenden Darm. Zu jedem Teelöffel Lein- oder Flohsamen sollten Sie mindestens ein großes Glas Wasser (300 ml) trinken.
Essen Sie täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse. Bei jeder Mahlzeit sollte entweder das eine oder das andere den Hauptanteil ausmachen. Teigwaren, Kartoffeln, Fleisch etc. sollten mengenmäßig lediglich an eine kleine Beilage erinnern.
Bei Verstopfung besonders geeignete Früchte (abgesehen von den bereits erwähnten) sind Äpfel, Orangen, Guaven und Birnen. Ballaststoffreiche und natürlicherweise abführende Gemüse sind beispielsweise Bohnen, Erbsen, Kohl und Spinat.
Der Körper des Menschen ist für Bewegung gemacht. Er erwartet Bewegung. Genau wie Ihre Lungen erwarten, dass Sie atmen, erwarten alle Ihre Organe, dass Sie sich bewegen. Ohne Bewegung können viele Organe nicht annähernd so gut und fehlerfrei funktionieren, wie sie eigentlich könnten. Besonders Ihr Darm leidet unter Bewegungsmangel. Er braucht kräftige Bewegung, damit er seine Aufgabe der Verdauung perfekt erfüllen kann.
Sport kurbelt also nicht nur Ihr Fitnesslevel an, sondern auch das Ihrer inneren Organe. Wenn Sie aktiv sind, ist es Ihr Darm auch – und je bewegungsmüder Sie sind, desto langsamer arbeitet Ihr Darm. Falls Sie bettlägerig sein sollten, dann massieren Sie Ihren Bauch im Uhrzeigersinn rund um den Nabel. Das machen Sie nicht nur ein- oder zweimal, sondern mehrmals täglich für jeweils 10 Minuten.
Sie werden merken, dass das ziemlich anstrengend ist, aber es lohnt sich! Sie werden schon nach wenigen Minuten merken, wie Ihr Darm beginnt, „lebendiger“ zu werden. Wechseln Sie dabei zwischen sanften Massagestrichen und kräftigem Durchwalken ab.
Wenn Sie täglich mindestens zwei Liter reines kohlensäurefreies Wasser am Tag trinken, wird sich nicht nur Ihre allgemeine Gesundheit, sondern automatisch auch Ihre Verdauung verbessern. Viel Wasser hilft dabei, den Darm zu befeuchten, so dass der Stuhlgang erleichtert wird.
Während minderwertige Billigöle alle Ihre Organe und damit auch Ihre Verdauung stark beeinträchtigen, können hochwertige naturbelassene Öle das Gegenteil bewirken. Ein Teelöffel Olivenöl am Morgen ölt die Darmschleimhäute und stimuliert so Verdauung und Ausscheidung.
Zwei exotischere, dabei aber nicht weniger wirksame Abführhilfen sind die bengalische Quitte und Zubereitungen aus Rotulmenrinde:
Bengalische Quitten (Aegle marmelos) sind wahrscheinlich die besten Abführmittel unter den Früchten. Sie reinigen die Eingeweide und lindern Verstopfung. Allerdings sind bengalische Quitten – vom botanischen Gesichtspunkt aus betrachtet – gar keine Quitten.
Der kleine subtropische Laubbaum, der die abführenden Früchte trägt, gehört zu den Zitrusgewächsen. Er stammt aus Indien und dem westlichen Himalaja und wird auch Marmelosbaum genannt. Seine unreifen Früchte, die Marmelosfrüchte, werden in getrockneter Form traditionell bei Durchfall und sogar erfolgreich bei Ruhr eingesetzt. Die reifen schleimstoffreichen Früchte hingegen helfen hervorragend bei Verstopfung, schützen die Magenschleimhaut und senken den Blutfettgehalt.
Die Rotulme (Ulmus fulva) ist ein in Nordamerika heimischer Baum. Seine Rinde enthält natürliche Schleimstoffe, die trockenen Stuhl, der im Dickdarm festsitzt, „enthärten“ können und somit zu einer leichten Entleerung verhelfen. Rotulmenrinde wird seit vielen Jahrhunderten von den Indianern Nordamerikas als Heilmittel bei Magen-Darm-Erkrankungen verwendet, da sie sowohl kolikähnliche Schmerzen als auch Reizungen bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn) lindern kann. Zubereitungen aus Rotulmenrinde sind also nicht nur ein Abführmittel, sondern ein sehr wirkungsvolles Darmpflege- und Darmreinigungsmittel.
Beachten Sie bitte, dass eine der Nebenwirkungen vieler Medikamente Verstopfung sein kann. Falls Sie Medikamente nehmen, sollten Sie in Erfahrung bringen, ob vielleicht nicht diese die Auslöser ihrer Verstopfung sein könnten.
Sehr viele Menschen haben nur deshalb am Morgen Stuhlgang, weil sie Kaffee trinken. In Wirklichkeit sind diese Menschen verstopft und von einem Abführmittel abhängig. Ihr Abführmittel heißt Kaffee. Meistens werden kaffeeabhängige Menschen aber nie erfahren, dass sie ohne Kaffee unter fürchterlicher Verstopfung leiden würden, einfach darum, weil sie nie aufhören werden, Kaffee zu trinken.
Kaffee versetzt den Körper in permanenten künstlichen Stress, er verursacht die Ausschüttung von Stresshormonen und reizt die Darmschleimhaut. Alles zusammen sorgt für eine unnatürliche Darmentleerung. Jahrzehntelanger Kaffee“genuss“ wird daher in den seltensten Fällen folgenlos bleiben, nur bringt fast niemand Kaffee mit seinen jeweiligen Beschwerden in Verbindung.
Es lohnt sich also, einen Kaffee-Entzug in Angriff zu nehmen und statt dessen so lange zu natürlichen Verdauungshilfen zu greifen, bis eine allgemein gesunde Ernährung zur gewünschten einwandfreien und regelmäßigen Darmentleerung geführt hat.
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