Zentrum der Gesundheit
  • Kartoffeln

Kartoffeln sind basisch, gesund und sehr lecker

Die basische Kartoffel kann einfach, schnell und extrem variantenreich zubereitet werden. Dick macht die Kartoffel übrigens nicht, und auch vor Blutzuckerschwankungen muss man nach Kartoffelverzehr keine Angst haben.

104 likes
08 Oktober 2021


Die Kartoffel stammt aus Südamerika

Ursprünglich stammt die Kartoffel (Solanum tuberosum), die zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae) gehört, aus dem Hochland Südamerikas. Dort wurde sie bereits von den Inka angebaut. Im Jahr 1526 reiste die Knolle sodann im Gepäck des spanischen Eroberers und Entdeckers Pizarro erstmals nach Europa.

Als ungewöhnliches Souvenir wurde die Kartoffelknolle anfangs argwöhnisch beäugt, galt sie doch als giftig und ungeniessbar. Viele verdarben sich den Magen, indem sie statt der Knolle die giftigen oberirdischen Pflanzenteile verzehrten. Somit nutzte man die Kartoffel lange Zeit nur als Zierpflanze.

Ihren wahren Wert als Nahrungsmittel erkannte man erst ab 1770, als nach Ende des Siebenjährigen Krieges eine grosse Hungersnot herrschte und man sich der Kartoffel erinnerte. Seitdem nahm die Bedeutung des Kartoffelanbaus in Europa enorm zu.

Heute zählen neben Deutschland unter anderem Italien, Spanien, Frankreich, England, die Niederlande, Polen oder China zu den grossen Kartoffel-Anbauländern. Mit der Süsskartoffel ist die Kartoffel übrigens nur sehr entfernt verwandt.

Der Vitamin-C-Gehalt der Kartoffel

Vor mehr als 500 Jahren drohten auf hoher See nicht nur Schiffbruch und Piraten, sondern auch eine bis dato rätselhafte Krankheit. Sie liess Zähne faulen, schwächte die Matrosen und konnte schliesslich zum Tode führen.

Erst im 18. Jahrhundert löste sich das Rätsel. Es handelte sich um Skorbut, eine durch Vitamin-C-Mangel hervorgerufene Erkrankung.

Im Jahre 1753 entdeckte der britische Marinearzt Dr. James Lind endlich die entsprechenden Gegenmittel: Sauerkraut, Zitrusfrüchte und die basische Kartoffel. Zwar wusste man noch nichts davon, ob die Kartoffel nun basisch oder säurebildend war, doch war sie ab sofort zwecks Skorbut-Prävention mit an Bord.

Nun ist die Kartoffel jetzt nicht DER Vitamin-C-Star schlechthin, aber immerhin befinden sich noch etwa 12 mg Vitamin C in der gekochten Kartoffel, wenn diese mit der Schale gekocht wird, und 17 mg in der rohen Kartoffel.

Es existieren etwa 5.000 Kartoffelsorten

Weltweit existieren etwa 5.000 Kartoffelsorten, davon sind jedoch nur 180 in Deutschland zum Anbau zugelassen.

Die Sorteneinteilung erfolgt jedoch hauptsächlich nach Reifezeit, welche zwischen mindestens 90 bis maximal 160 Tagen schwankt. Dementsprechend wird zwischen sehr frühen Sorten (Frühkartoffeln), frühen Sorten, mittelfrühen sowie mittelspäten bis späten Kartoffelsorten unterschieden.

Ein weiteres Kriterium sind die jeweiligen Kocheigenschaften: Es gibt festkochende Kartoffeln (z. B. Charlotte, Bamberger Hörnchen, Pink fir Apple), vorwiegend festkochende (z. B. Gala, Blauer Schwede) und die mehlig kochenden Kartoffeln (z. B. Bintje, Concordia). Letztere werden für Püree, Erstere für Kartoffelsalate verwendet. Für die meisten anderen Kartoffelgerichte eignen sich die vorwiegend festkochenden Kartoffeln.

Besonders interessant sind aus ernährungsphysiologischer Sicht jedoch die farbigen Kartoffeln. Sie bestechen nicht nur durch ihr buntes Aussehen – es gibt sie in rot, gelb, violett oder blau – sondern auch durch ihren im Vergleich zu "normalen" Kartoffeln besonders hohen Antioxidantiengehalt ( 14 ) ( 18 ).

Am meisten Antioxidantien in bunten Kartoffeln

Laut diversen Studien ist die Kartoffel eine der wichtigsten Quellen für Antioxidantien in der menschlichen Ernährung. Dabei handelt es sich mitunter um sekundäre Pflanzenstoffe wie die Flavonoide (z. B. die blau-violetten Farbstoffe namens Anthocyane), die Kukoamine und auch die gelb-orangen Carotinoide wie Lutein and Zeaxanthin. All diese Stoffe wirken entzündungshemmend und antioxidativ, können also oxidativen Stress reduzieren und damit Zellschäden verhindern, das Krebs- und allgemeine Erkrankungsrisiko senken und den Alterungsprozess hemmen. ( 8 ) ( 10 )( 17 ) ( 19 )

Gerade Flavonoide und Kukoamine sind bekannt dafür, auch einen zu hohen Blutdruck zu senken. Kukoamine waren bisher nur als Bestandteil der exotischen Lycium Chinense Beere bekannt (auch als Goji vermarktet), die in der Traditionellen Chinesischen Medizin schon lange als Heilmittel verwendet wird. In blauen und violetten Kartoffeln ist der Antioxidantiengehalt besonders hoch und entsprechend heilsam wirkt auch der Verzehr dieser Kartoffeln, z. B. bei Bluthochdruck. ( 3 ) 12)

In einer Studie von 2011 beispielsweise verspeisten die Teilnehmer nur vier Wochen lang täglich 6 bis 8 Knollen blauer Kartoffeln – und zwar mit Schale, aber ohne Beigabe von Butter oder sonstigen Fetten. Das erstaunliche Ergebnis: Der systolische Wert war im Durchschnitt um 3,5 Prozent gesunken, der diastolische hatte sich um 4,3 Prozent verringert. Und das Beste dabei: Kein Teilnehmer hatte zugenommen, womit wir bei einer wichtigen Frage wären ( 15 ):

ANZEIGE
  • Zentrum der Gesundheit - Basenüberschüssig kochen - Kochbuch
    Zentrum der Gesundheit Basenüberschüssig kochen 19,90 €
  • Basischer Ernährungsplan
    Zentrum der Gesundheit Basischer Ernährungsplan 5,00 €
  • Eden - Kartoffel-Knödel
    Eden Kartoffel-Knödel 3,09 €
  • Eden - Kartoffelpürree
    Eden Kartoffelpürree 2,59 €
  • WÜNSCH DIR MAHL - Chili con Soja Eintopf
    WÜNSCH DIR MAHL Chili con Soja Eintopf 3,49 €
  • WÜNSCH DIR MAHL - Karotten Cremesuppe
    WÜNSCH DIR MAHL Karotten Cremesuppe 3,49 €

Kartoffeln machen nicht dick

Laut US-Forschern wird die Kartoffel nicht selten für Übergewicht verantwortlich gemacht. Die Kartoffel selbst macht aber gar nicht dick. Denn sie liefert lediglich 69 kcal pro 100 g. Das Problem ist, dass die Kartoffel häufig in stark verarbeiteter Form und unter Beigabe von viel Fett verzehrt wird. In Form von Gerichten wie Pommes und Chips mutiert die Kartoffel natürlich schnell zur Kalorienbombe. ( 9 )

Mit der Schale gebackene Kartoffeln oder Pellkartoffeln können aber ohne besorgten Blick auf die Waage verzehrt werden und führen auch nicht zu hohen Blutzuckerwerten oder hohen Insulinausschüttungen, wie häufig vermutet wird. Beides wird mit drohendem Übergewicht in Verbindung gebracht.

Die glykämische Last (GL) von Pellkartoffeln liegt bei etwa 18. Ab 20 gelten die Werte der glykämischen Last als hoch und damit als bedenklich für den Blutzuckerspiegel. Die glykämische Last beschreibt die Fähigkeit eines Lebensmittels, den Blutzuckerspiegel zu beeinflussen.

Nun hat aber beispielsweise Haferporridge ebenfalls einen Wert von 18 – und das, wo doch der Hafer bekannt dafür ist, das Diabetesrisiko zu senken. Also können Werte wie die glykämische Last allein noch lange keinen Aufschluss darüber geben, ob ein Lebensmittel nun gesund ist, ob es dick macht oder nicht.

Auch hängen die GL-Werte sehr von der Kartoffelsorte ab. Die Salatkartoffel Nicola beispielsweise soll nur eine glykämische Last von 9 aufweisen (wenn ungeschält gekocht).

Der Insulinindex aber – der die Fähigkeit eines Lebensmittels beschreibt, den Insulinspiegel zu heben – liegt bei der Kartoffel bei 120 (leider wird die Sorte hier nicht angegeben), was sehr hoch ist und eigentlich bedeutet, dass die Kartoffel den Insulinspiegel stark nach oben treibt. (Ein Marsriegel liegt bei 112 und Weissbrot bei 100). ( 2 )

Kartoffeln helfen beim Abnehmen

In einer Studie aus 2014, die im Journal of the American College of Nutrition veröffentlicht wurde, untersuchte man den Einfluss von Kartoffeln und von der glykämischen Last auf die Gesundheit und das Gewicht der Probanden. ( 1 )

90 übergewichtige Personen wurden in drei Gruppe aufgeteilt: Alle drei Gruppen sollten 5 bis 7 Portionen Kartoffeln pro Woche essen. Zwei der Gruppen mussten ausserdem ihre tägliche Kalorienaufnahme um 500 Kalorien reduzieren. Eine davon sollte reichlich Lebensmittel mit hoher glykämischer Last essen, die andere ass Lebensmittel mit niedriger glykämischer Last.

Nach 12 Wochen konnte man (in Bezug auf die Blutfettwerte, Insulinwerte und Insulinresistenz) keine besonderen Unterschiede bei den drei Gruppen feststellen. Alle drei Gruppen hatten jedoch etwas Gewicht verloren. Es scheint also, dass die Kartoffel sogar beim Abnehmen helfen kann – und zwar ohne den Blutzuckerspiegel negativ zu beeinflussen.

Auch sollte man immer bedenken, dass kaum jemand tagein tagaus ausschliesslich Kartoffeln isst. Man isst zu den Kartoffeln also noch weitere Lebensmittel wie z. B. Gemüse, Saucen, Tofu oder was auch immer. Dann aber beeinflussen diese Lebensmittel – ihre Ballaststoffe oder Proteine – ebenfalls den Blutzuckerspiegel. Und selbst wenn die Kartoffel den Blutzucker heben würde, passiert das jetzt nicht mehr, weil die Ballaststoffe, Fette oder Proteine der anderen Lebensmittel dies verhindern.

Es nützt also nichts, die glykämische Last oder den Insulinindex eines einzelnen Lebensmittels anzusehen, wenn man es gar nicht alleine für sich isst. Es ist stattdessen erforderlich, die glykämische Last oder den Insulinindex der gesamten Mahlzeit zu berücksichtigen – und diese Werte sehen meist vollkommen anders aus als jene der einzelnen Zutaten.

Wer trotzdem bei der Auswahl der Lebensmittel auf die GL achten möchte, sollte wissen: Je nach Kartoffelsorte, Lagerung und Zubereitung variiert diese stark und kann mal eben auf das Doppelte steigen.

Wenn Sie die GL möglichst niedrig halten wollen, sollten Sie Kartoffeln in der Schale kochen und bis zum nächsten Tage auskühlen lassen. Denn heisse und/oder zu Püree verarbeitete Kartoffeln enthalten GL-Spitzenwerte. Kühlt die Kartoffel hingegen ab, wandelt sich ein Teil ihrer Stärke in die sog. resistente Stärke um, die bei der Verdauung jetzt nicht mehr zu Zucker abgebaut werden kann, was die GL natürlich senkt.

Rezepte mit Kartoffeln

In unserer Rezepte-Rubrik finden Sie eine grosse Auswahl an Kartoffel Rezepten. Ob püriert, im Ofen gebacken, als Auflauf, Bällchen oder Curry, bei uns werden Sie fündig. Kartoffeln eignen sich aber natürlich auch hervorragend für Pommes Frites!

Wir empfehlen Bratkartoffeln mit Rahm-Wirsing.

ANZEIGE

Die Nährwerte der Kartoffeln

Pro 100 Gramm liefert z. B. die in der Schale gebackene Kartoffel die folgenden Nährwerte. Die Tabelle als PDF zum Ausdrucken finden Sie hier unter diesem Link.

Die Kartoffel wird aufgrund ihres Vitamin-C-Gehaltes im Volksmund gerne als Zitrone des Nordens bezeichnet. Im Vergleich zu anderen Obst- und Gemüsesorten liegt ihr Vitamin C-Gehalt zwar bei nur ca. 17mg pro 100 Gramm, je nach Verarbeitungsart. Trotzdem bietet sie sich ergänzend oder auch alternativ als gute Vitaminquelle an. Denn von der Kartoffel isst man in jedem Fall eher 200 g, was dann bereits 34 mg Vitamin C entspricht, als beispielsweise von der Vitamin-C-reichen Zitrone.

Die im Vergleich zum Natrium hohe Konzentration des Mineralstoffes Kalium sorgt für eine sanfte Entschlackung und Ausleitung überschüssiger Flüssigkeiten über die Nieren. Auch der Blutdruck profitiert von hohen Kaliumwerten. Nicht zuletzt aufgrund dieses Kaliumüberschusses wird die Kartoffel auch zu den basischen Lebensmitteln gezählt.

Kein Wunder, dass die basische Kartoffel bei Sodbrennen, Aufstossen, Völlegefühl oder Reizungen der Magenschleimhaut hilft.

Die basische Kartoffel bei Sodbrennen und Durchfall

Bei Magenbeschwerden wie Sodbrennen empfiehlt sich die tägliche Einnahme von etwa 200 ml frisch gepresstem Kartoffelsaft über einen längeren Zeitraum hinweg. Die basische Wirkung der Kartoffel führt meist umgehend zu einer Besserung der Beschwerden, was durch eine an der University of Freiburg durchgeführte Studie mit 44 Reizdarmpatienten bestätigt werden konnte. ( 6 )

Bei akuten Magen-Darm-Erkrankungen mit Durchfall hat sich Kartoffelbrei bestens bewährt. Aufgrund seines Stärkegehalts bindet er Säuren und Gifte und wirkt damit beruhigend. Zudem ist er leicht verdaulich und belastet den Magen nicht unnötig. Natürlich sollte Kartoffelbrei für diesen Zweck ohne Milch, Butter oder Sahne zubereitet werden.

Kartoffeln als natürliches Hausmittel

Die Kartoffel wurde früher auch als praktisches und fast immer verfügbares Hausmittel bei ganz unterschiedlichen Beschwerden eingesetzt:

Besonders beliebt waren kalte Wickel aus rohen gewaschenen Kartoffeln, die ihre heilende Wirkung bei rheumatischen Entzündungsschüben, Verstauchungen oder Mückenstichen zeigten. Hierzu wurden die Kartoffeln gewaschen, mit Schale gerieben und traditionell mit etwas Milch zu einem streichfähigen Brei verrührt. Als Alternative zur Milch empfehlen wir flüssiges Kokosöl.

Der in der Schale vorkommende Pflanzenstoff Quercetin entfaltet hier seine entzündungshemmende Wirkung. Zudem wird die kühlende Wirkung als sehr angenehm empfunden. ( 5 )

In der traditionellen indischen Medizin kommt die Kartoffel laut einer Studie an der Tamil Nadu Agricultural University noch immer häufig als Heilpflanze zum Einsatz. So wird Kartoffelsaft eingenommen, um Magengeschwüre zu behandeln, Schmerzen zu lindern und einer Übersäuerung entgegenzuwirken. Äusserlich wird der Kartoffelsaft z. B. bei Rheuma, Schwellungen, Hautausschlägen und Hämorrhoiden angewandt. Geschälte, ungekochte Kartoffeln werden in einem Mörser zerstossen und dann als beruhigendes Pflaster bei Verbrennungen und Verbrühungen aufgetragen. Kartoffelschalen werden zur Behandlung von geschwollenem Zahnfleisch verwendet. ( 7 )

Als Geheimtipp gilt die Kartoffel übrigens bei Erkältungskrankheiten. Denn Inhalationen mit Kartoffeldampf sowie Kartoffelsaft wirken schleimlösend, beruhigend und entzündungshemmend.

Kartoffelschale und rohe Kartoffeln sind nicht giftig

Was immer wieder Stoff für Diskussionen gibt, ist die Frage, ob die rohe Kartoffel giftig ist. Manchmal heisst es auch, die Schale sei giftig.

Beides ist nicht richtig. Die rohe Kartoffel ist zwar etwas schwerer verdaulich, aber nicht giftig. Viele Rohköstler verzehren regelmässig rohe Kartoffeln – ob als Salat oder im Dörrgerät zu Chips getrocknet – ohne dass je ein Todes- oder Vergiftungsfall bekannt geworden wäre.

Auch die Schale führt nicht zu Vergiftungen, wenn man sich nicht gerade bevorzugt von Kartoffelschalen ernährt. In und auch direkt unter ihr stecken sogar die meisten Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundären Pflanzenstoffe, die allesamt sehr förderlich für die Gesundheit sind. Trotzdem lauert dort auch eine gewisse Gefahr aufgrund des giftigen Solanins –einem Alkaloid mit dosisabhängiger Giftwirkung.

In modernen Kartoffelsorten aber sind die Solaninmengen inzwischen sehr gering (5 bis 7 mg pro 100 g). Man müsste 5,5 kg rohe und ungeschälte Kartoffeln essen, um an eine tödliche Solanindosis zu gelangen.

ANZEIGE
  • WÜNSCH DIR MAHL - Karibische Kartoffelsuppe
    WÜNSCH DIR MAHL Karibische Kartoffelsuppe 3,49 €
  • WÜNSCH DIR MAHL - Grüne Bohnen Eintopf
    WÜNSCH DIR MAHL Grüne Bohnen Eintopf 3,49 €
  • Smokey Paprika
    Sonnentor Smokey Paprika 2,99 €
  • Kurkuma + Vitamin D3
    effective nature Kurkuma + Vitamin D3 24,90 €
  • Dinkelmehl Type 1050
    Spielberger Dinkelmehl Type 1050 3,99 €
  • Gemüsemais
    Biona Gemüsemais 2,09 €

Problematisch wird es jedoch dann, wenn die Kartoffel grün verfärbt ist. Zwar ist das Grüne in der Kartoffel nicht das Solanin, sondern das Chlorophyll, doch weiss man, dass sich in der Kartoffel unter Einfluss von Sonnenlicht eben nicht nur Chlorophyll, sondern auch reichlich Solanin entwickelt.

Grüne Kartoffeln können Solanin-Werte von durchschnittlich 35 mg pro 100 g erreichen.

Grüne Kartoffeln oder auch bereits ausgetriebene Kartoffeln (in den Trieben findet sich ebenfalls viel Solanin) sollten daher nicht mehr gegessen werden. Selbst das Wegschneiden von grünen Stellen schützt nicht vor einer Solanin-Aufnahme, da sich das Solanin unter Lichteinwirkung auch an Stellen in der Kartoffel bilden kann, wo noch kein Chlorophyll ersichtlich ist. Auch übersteht das Solanin zu einem gewissen Teil den Kochprozess, so dass auch das Kochen hier keine Lösung darstellt.

Die Zubereitung von Kartoffeln

Achten Sie bei der Kartoffel auf eine schonende Verarbeitung (Dünsten, Garen oder Dampfgaren). Damit verhindern Sie das "Auswaschen" der wasserlöslichen Nähr- und Vitalstoffe (z. B. alle Mineralstoffe). Ausserdem wird so die Bildung des ungünstigen Acrylamids verhindert, welches durch Braten, Frittieren oder Rösten entstehen kann und als krebserregend gilt.

Wenn Sie die Kartoffel kochen möchten, sollten Sie dies stets mit der Schale tun, damit möglichst viele Vitalstoffe in der Knolle bleiben und nicht im Kochwasser landen. Vor dem Verzehr kann diese dann entfernt werden. Für einfach und schnelle Kartoffelgericht können Sie unsere Kartoffel-Rezepte in der Datenbank nutzen.

Die richtige Lagerung von Kartoffeln

So wie bei jedem Gemüse und Obst ist die Lagerung in Bezug auf den gesundheitlichen Wert ein entscheidender Faktor. Sowohl eine kurze als auch eine längere Lagerung kann Vor- und Nachteile haben. So hat etwa eine finnische Studie gezeigt, dass die blutdrucksenkenden Eigenschaften von Kartoffeln nach einer Lagerungsdauer von 5 bis 6 Monaten am stärksten ausgeprägt waren. ( 13 )

Achten Sie beim Einkauf aber unbedingt darauf, keine grünen Kartoffeln zu erwischen. In den Supermärkten liegen Kartoffelnetze oft tagelang in heller Beleuchtung, so dass sich schon dort die ersten grünen Stellen entwickeln können.

Sobald Sie einwandfreie Kartoffeln erstanden haben, ist dann zu Hause die richtige Lagerung das A und O. Geeignet sind diesbezüglich kühle, frostfreie, trockene, abgedunkelte Keller oder Vorratsräume mit einer Temperatur zwischen 4 und 8 Grad Celsius. Nur so kann vorzeitige Fäulnis, das Austreiben sowie die Bildung grüner Stellen verhindert werden. Frühkartoffeln sollten am besten gar nicht gelagert werden (höchstens zwei Wochen lang), sondern schnellstmöglich zubereitet und verzehrt werden.

Alle übrigen Kartoffeln lassen sich über einen längeren Zeitraum – mehrere Monate – lagern, sofern die Bedingungen stimmen. Allerdings sollten Sie misstrauisch werden, wenn sich Ihre Kartoffeln nach vielen Monaten so gar nicht verändern. Dann nämlich könnte es sein, dass Sie chemisch behandelte Kartoffeln gekauft haben.

Konventionelle Kartoffeln enthalten meist Pestizide

Abgesehen davon, dass Sie Kartoffeln mit grünen Stellen nicht mehr kaufen sollten, ist es ausserdem empfehlenswert, nur zu unbehandelten Kartoffeln zu greifen. Diese Empfehlung wird auch vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart immer wieder weitergegeben. Denn im Zeitraum von 2016 und 2020 haben Analysen von insgesamt 228 Kartoffelproben aus konventionalem Anbau gezeigt, dass 212 dieser Proben (93 Prozent) Pestizidrückstände enthielten. In 177 Proben steckten Mehrfachrückstände und die gesetzlich festgelegten Höchstgehalte wurden bei 10 Proben sogar überschritten. Bei den entdeckten Pestiziden handelte es sich z. B. um:

Fosthiazat wurde in der EU im Jahr 2004 zugelassen und kommt vor allem im Kartoffelanbau zum Einsatz, um Fadenwürmer und Insekten zu töten. Im Jahr 2020 hat eine Studie gezeigt, dass der Wirkstoff viel umweltschädlicher ist, als bisher angenommen wurde. ( 16 )

Das Herbizid Glufosinat wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Bezug auf Säugetiere und Menschen als reproduktionstoxisch eingestuft und ist darum in Deutschland nicht mehr zugelassen. Dies hindert den deutschen Konzern BASF aber nicht, Glufosinat weiterhin nach Brasilien zu exportieren. Auch wird das Herbizid in einigen EU-Staaten und in der Schweiz nach wie vor angewandt (Stand August 2021). ( 20 )

·Das Herbizid Haloxyfop wurde in der EU im Dezember 2020 von der Liste der zulässigen Wirkstoffe gestrichen, ist aber in anderen Ländern wie etwa in der Schweiz noch immer erlaubt. Tierstudien haben u. a. gezeigt, dass der Wirkstoff die Funktion der Leber und Nieren beeinträchtigt und die Reproduktionsfähigkeit herabsetzt. ( 21 )

Keimhemmer sind schädlich

Konventionell erzeugte Kartoffeln werden nicht nur vor, sondern auch nach der Ernte mit Chemikalien behandelt, die ein vorzeitiges Austreiben der Kartoffel verhindern sollen. Dabei kam bis 2020 vordergründig das Keimhemmungsmittel Chlorpropham zum Einsatz (mehr als 50 Prozent der Kartoffeln enthielten Rückstände), das aufgrund von einer möglichen Gesundheitsgefährdung von Mensch und Tier (z. B. Krebs, Schädigung der Leber und Nieren) verboten wurde.

Inzwischen wird der Keimhemmer 1,4-Dimethylnaphthalin als Alternative verwendet, wovon bekannt ist, dass er auf Wasserorganismen extrem toxisch wirkt – und zwar langfristig betrachtet. ( 22 ) Detaillierte Informationen zur chemischen Behandlung von Kartoffeln und deren Kennzeichnung finden Sie hier: Vorsicht beim Kartoffelkauf.

ANZEIGE
  • Zentrum der Gesundheit - Basenüberschüssig kochen - Kochbuch
    Zentrum der Gesundheit Basenüberschüssig kochen 19,90 €
  • Basischer Ernährungsplan
    Zentrum der Gesundheit Basischer Ernährungsplan 5,00 €
  • Eden - Kartoffel-Knödel
    Eden Kartoffel-Knödel 3,09 €
  • Eden - Kartoffelpürree
    Eden Kartoffelpürree 2,59 €
  • WÜNSCH DIR MAHL - Chili con Soja Eintopf
    WÜNSCH DIR MAHL Chili con Soja Eintopf 3,49 €
  • WÜNSCH DIR MAHL - Karotten Cremesuppe
    WÜNSCH DIR MAHL Karotten Cremesuppe 3,49 €

Biologische Kartoffeln sind besser

Nicht selten ist zu hören oder lesen, dass es eh einerlei sei, ob man nun Produkte aus konventionellem oder biologischem Anbau kauft. Dem widerspricht das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart, das Jahr für Jahr Analysen von Lebensmitteln aller Art durchführt, vehement.

In den Jahren 2016 bis 2020 wurden insgesamt 44 Proben von Bio-Kartoffeln auf Pestizidrückstände untersucht. Dabei wurden nur bei 2 Proben Rückstände und grundsätzlich gar keine Mehrfachrückstände eruiert. Auch Keimhemmer können bei Bio-Kartoffeln ausgeschlossen werden. Bei Kartoffeln ist demnach in der Regel Bio drin, wo Bio draufsteht.

* Auf unseren Internetseiten finden Sie Werbung. Mehr Informationen zu diesen Affiliate-Links erhalten Sie hier.

Spende

Ihre Spende hilft uns

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würden wir uns über einen kleinen Beitrag zu unserer Arbeit sehr freuen! Spenden Sie jetzt mit Paypal.

ANZEIGE

Fernausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Sie interessiert, was in unserem Essen steckt und wollen wissen, wie sich Nähr- und Vitalstoffe auf den Körper auswirken? Sie wünschen sich ein gesundes Leben für sich, Ihre Familie und Mitmenschen? Ernährungsberater sind beliebt – doch oft wird bei der Beratung der ganzheitliche Aspekt vergessen, den es für eine nachhaltige Gesundheit braucht.

Lernen Sie bei der die Zusammenhänge zwischen Lebens- und Ernährungsweise und Ihrem körperlichen und seelischen Wohlbefinden kennen.

Im Fernstudium bei der Akademie der Naturheilkunde lernen Sie in rund 16 Monaten, wie Sie Ihre Gesundheit über Ihre Ernährung beeinflussen können und damit den Grundstein für ein gesundes und glückliches Leben legen können.


Durch diese Ausbildung habe ich die Möglichkeit, volle Verantwortung für mich, meinen Körper und meine Gesundheit zu übernehmen und auch meine Familie und meine Mitmenschen profitieren von den wertvollen Inhalten.

Ramona, Absolventin

Bestellen Sie jetzt die

Quellen
  1. (1) Randolph JM, Edirisinghe I et al, Potatoes, glycemic index, and weight loss in free-living individuals: practical implications, Journal of the American College of Nutrition, Oktober 2014
  2. (2) Anderson GH et al, White Vegetables: Glycemia and Satiety, Advances in Nutrition, Mai 2013
  3. (3) Stephens Anastasia, Devils food? The surprising health benefits of the humble spud, MailOnline Health, August 2009
  4. (4) Nadine Ebert, Kartoffeln – "Nach der Ernte behandelt" – Ein Bericht aus unserem Laboralltag, Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart, November 2020
  5. (5) Ware Megan, How can potatoes benefit my health?, Oktober 2017
  6. (6) Chrubasik S et al, Efficacy and tolerability of potato juice in dyspeptic patients: a pilot study, Phytomedicine, Januar 2006
  7. (7) Umadevi M et al, Health Benefits and Cons of Solanum Tuberosum, Journal of Medicinal Plants Studies, 2013
  8. (8) Lovat C et al, Metabolic Biosynthesis of Potato (Solanum Tuberosum L.) Antioxidants and Implications for Human Health, Crit Rev Food Sci Nutr, Februar 2015
  9. (9) King Janet C et al, White Potatoes, Human Health, and Dietary Guidance, Advances in Nutrition, Mai 2013
  10. (10) Rui Hai Liu, Health-Promoting Components of Fruits and Vegetables in the Diet, Advances in Nutrition, Mai 2013
  11. (11) Potatoes: About Potatoes
  12. (12) Paddock Catharine, Potatoes Can Reduce Blood Pressure, September 2011
  13. (13) Mäkinen Sari et al, Inhibition of Angiotensin Converting Enzyme I Caused by Autolysis of Potato Proteins by Enzymatic Activities Confined to Different Parts of the Potato Tuber, Journal of Agricultural and Food Chemistry, November 2008
  14. (14) Evers Daniele et al, Potato Antioxidant Compounds: Impact of Cultivation Methods and Relevance for Diet and Health, Februar 2012
  15. (15) Kaspar Kerrie L et al, Pigmented Potato Consumption alters Oxidative Stress and Inflammatory Damage in Men, Journal of Nutrition, 2011
  16. (16) Lianshan Lia et al, Stereoselective environmental fate of fosthiazate in soil and water-sediment microcosms, Environmental Research, März 2021
  17. (17) Burgos G et al, In vitro Bioaccessability of Lutein and Zeaxanthin of Yellow fleshed boiled Potatoes, Plant Foods Hum Nutr, September 2013
  18. (18) Madiwale GP et al, Combined Effects fo storage and processing on the bioactive compounds and pro-apopoptic properties of color-fleshed potatoes in human colon cancer cells, J Agric Food Chem, November 2012
  19. (19) Mattila Pirrjo et al, Phenolic Acids in potatoes, vegetables and some of their products, Biotechnology and Food Research, Mai 2006
  20. (20) Glufosinate-ammonium, PubChem
  21. (21) Ayokanmi Ore et al, Fluazifop- p-butyl, an aryloxyphenoxypropionate herbicide, diminishes renal and hepatic functions and triggers testicular oxidative stress in orally exposed rats, Toxicol Ind Health, Mai 2017
  22. (22) 1,4-Dimethylnaphthalene (055802) – Fact Sheet, Environmental Protection Agency