Krebs durch Handy-Mikrowellen?

Mikrowellen aus Handys erhöhen das Risiko für Gehirntumoren und zahlreiche andere Krebsarten. Zu diesem Ergebnis kommen inzwischen zahlreiche wissenschaftliche Studien von unterschiedlichen Forschergruppen und aus verschiedenen Ländern.

So ergab die Durchsicht von 23 epidemiologischen Studien, die von sieben verschiedenen Wissenschaftlern zusammengestellt wurden, dass eine "gefährliche Verbindung" zwischen Handys, Schnurlostelefonen und Krebs besteht.

Die einzigen Studien, die dies nicht zum Ergebnis haben, sind – nach Aussagen der analysierenden Wissenschaftler – jene von "minderwertiger Qualität", die den "wissenschaftlichen Standards nicht genügen". Diese Studien wurden allesamt von der Handyindustrie finanziert.

Selbst die Behörden, die Gefahren für die Gesundheit gern so lang wie möglich ignorieren, warnen bereits davor, zu häufig mit dem Handy zu telefonieren. Die meisten Verbraucher fühlen sich durch die Warnungen vor der Mikrowellen-Handystrahlung jedoch nicht angesprochen.

In den Industrieländern gibt es mittlerweile kaum mehr Menschen, die kein Mobiltelefon besitzen. Handylose sind regelrechte Raritäten in einer allzeit erreichbaren Umwelt…

Handy – Mitverursacher von Hirntumoren

Vor allem das Risiko, Gliome (bösartige Hirntumoren) und Akustikusneurinome (gutartige Tumoren) zu entwickeln, steigt, wenn man sich häufig Mikrowellen durch Handynutzung aussetzt.

Forscher aus Grossbritannien fanden in einer Studie an fast 800.000 britischen Frauen heraus, dass nach zehn Jahren Handynutzung das Risiko für ein Akustikusneurinom offenbar um 250 Prozent steigt.

Dabei handelt es sich um in der Regel einseitig auftretende Tumoren im Gehörtrakt – bei Handynutzern finden sich die Tumoren fast immer an der Seite, an der die Patienten ihr Handy halten.

Prof. Lennart Hardell und sein Team am schwedischen Universitetssjukhuset Örebro ermittelten ein um das 1,7Fache erhöhte Gliom-Risiko für Handynutzer.

Und die 2010 veröffentlichte Interphone-Studie zeigte, dass die regelmässige Verwendung von Handys für nur 30 Minuten pro Tag über 10 Tage das Risiko auf Gliome um 40 Prozent steigert – wobei sich auch diese Tumoren bevorzugt auf jener Seite des Kopfes bilden, auf der das Handy am häufigsten gehalten wird.

Handy-Mikrowellen erhöhen allgemeines Krankheitsrisiko

Nicht nur Gliome und Akustikusneurinome können durch die Handy-Mikrowellen entstehen. Auch andere Krebsarten sowie ganz andere Krankheiten können die Folge der ständigen Handy-Nutzung sein.

  • So stieg in einer israelischen Studie das Risiko für Schilddrüsenkrebs, wenn Schilddrüsenzellen im Reagenzglas nur drei Stunden lang einer Handystrahlung ausgesetzt waren. Insgesamt liess sich beobachten, dass das Schilddrüsenkrebsrisiko proportional zur Handynutzung stieg.
  • Ein polnisches Forscherteam stellte fest, dass der Schilddrüsenhormonspiegel im Blut durch Handystrahlung negativ beeinflusst werden kann.
  • Eine französische Studie zeigte, dass die wichtigste Hormondrüse des Körpers – die Hypophyse im Gehirn, die nahezu alle Systeme des Körpers reguliert – durch die Verwendung von Handys einem stark erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt ist.
  • Viele Gesundheitsexperten würden der These zustimmen, dass UV-Strahlung die grösste Gefahr für eine gesunde Haut darstellt. Doch eine schwedische Studie hat herausgefunden, dass das Hautkrebsrisiko durch Handynutzung u. U. viel stärker steigt.
  • Eine weitere Studie aus Israel legt nahe, dass eine hohe Belastung mit Handystrahlen auch das Risiko für Tumoren an der Ohrspeicheldrüse erhöht. An dieser wissenschaftlichen Untersuchung nahmen etwa 450 Patienten mit Ohrspeicheldrüsentumoren und mehr als 1.000 gesunde Erwachsene teil.

Es stellte sich heraus, dass eine exzessive Handynutzung, bei der kein Headset verwendet wurde, das Krebsrisiko auf das 1,5Fache erhöhte.

Möglicherweise ist das auch der Grund dafür, dass sich von 1970 bis 2006 die Häufigkeit von Ohrspeicheldrüsenkrebs in manchen Ländern nahezu vervierfacht hat.

  • US-Forscher bringen mehrere Fälle von Brustkrebs bei jungen Frauen in Zusammenhang damit, dass die Patientinnen ihre Handys in Brustnähe, also etwa in der Tasche der Bluse getragen hatten.
  • Aderhautmelanome, also Krebserkrankungen der Aderhaut im Auge, können Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen zufolge ebenfalls die Folge von Handystrahlung sein: Die regelmässige Handynutzung erhöhte in einer Studie mit etwa 600 Teilnehmern das Risiko für Aderhautmelanome um mehr als das Vierfache.
  • Lymphknoten, die für das Immunsystem unentbehrlich sind, sind ebenfalls negativ von Handy-Strahlung betroffen. Eine australische Studie hat herausgefunden, dass das Risiko, an einem Lymphom zu erkranken, erhöht wird, wenn man ständig der Handy-Strahlung ausgesetzt ist.
  • Praktisch jede andere Art von Krebs, die in den bisher genannten Studien noch nicht untersucht wurde, kann offenbar von Handystrahlung ausgelöst werden. So zeigten sich in einer gross angelegten brasilianischen Studie Zusammenhänge zwischen Handy-Nutzung und Prostata-, Lungen-, Nieren- und Leberkrebs.

Gesundheitsrisiko Handystrahlung

Dr. Neil Cherry und seine Kollegen von der Lincoln University in Neuseeland führten eine Meta-Analyse zahlreicher Studien zu den gesundheitlichen Risiken von Handystrahlung durch.

Sie kamen zu dem Ergebnis, dass Handystrahlung das Krebsrisiko allgemein, insbesondere jedoch das Risiko für Gehirntumoren und Leukämie erhöhen könnte.

Weitere Folgen von Handynutzung könnten unter anderem Herz-Kreislauf-Beschwerden, neurologische und psychische Erkrankungen sowie eine Immunschwäche sein. Auch das Risiko für Fehlgeburten könnte durch Handystrahlen steigen.

Mikrowellen aus Handys meiden

Handystrahlung vollständig zu meiden ist so gut wie unmöglich. Selbst wenn man kein Handy besitzt, ist man schliesslich der Strahlung in der Umwelt durch andere Handynutzer und Funkmasten ausgesetzt.

Offenbar steigt das Krebsrisiko jedoch mit der Nähe zum Gerät. Das bedeutet, dass eine Freisprecheinrichtung die Krebsgefahr möglicherweise zumindest ein wenig senkt.

Am besten ist es selbstverständlich, so wenig wie möglich mit dem Handy zu telefonieren und das Gerät auch wirklich nur zu benutzen, wenn es notwendig ist.

Eine weitere Möglichkeit, um das Risiko zu minimieren: Schalten Sie Ihr Handy aus, wenn Sie es gerade nicht benutzen.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie hier:

Quellen

  • Benson VS et al., "Mobile phone use and risk of brain neoplasms and other cancers: prospective study.", International Journal of Epidemiology, Mai 2013, ("Mobiltelefonbenutzung und Gehirnneoplasmen sowie andere Krebsarten: prospective Studie")
  • Prof. Lennart Hardell et al., "Use of mobile phones and cordless phones is associated with increased risk for glioma and acoustic neuroma", Pathophysiology, April 2013, ("Benutzung von Mobil- und schnurlosen Telefonen steht in Zusammenhang mit erhöhtem Gliom- und Akustikusneurinom-Risiko")
  • Ohad Hilly et al., "Effect of non-ionizing electromagnetic radiation at mobile phone frequency on human thyroid cells", World Thyroid Cancer Congress, 2013, ("Auswirkung nicht-ionisierender Strahlung auf Mobiltelefonfrequenz auf menschliche Schilddrüsenzellen")
  • Pawlak K et al., "Plasma thyroid hormones and corticosterone levels in blood of chicken embryos and post hatch chickens exposed during incubation to 1800 MHz electromagnetic field.", International Journal of Occupational Medicine and Environmental Health, Januar 2014, ("Schilddrüsenhormone und Corticosteronspiegel im Blut von Hühnerembryonen und frischgeschlüpften Küken, die während der Inkubation einem 1800 MHZ elektromagnetischen Feld ausgesetzt waren")
  • Dr. Siegal Sadetzki et al., "Cellular Phone Use and Risk of Benign and Malignant Parotid Gland TumorsA Nationwide Case-Control Study", American Journal of Epidemiology, Dezember 2007, ("Handynutzung und das Risiko gut- und bösartiger Ohrspeicheldrüsentumoren eine landesweite Fall-Kontroll-Studie")
  • Rakefet Czerninski et al., "Risk of Parotid Malignant Tumors in Israel (19702006)", Epidemiology, Januar 2011, ("Risiko bösartiger Ohrspeicheldrüsenkrebstumoren in Israel (1970 2006)")
  • John G. West et al., "Multifocal Breast Cancer in Young Women with Prolonged Contact between Their Breasts and Their Cellular Phones", Case Reports in Medicine, 2013, ("Multifokaler Brustkrebs bei jungen Frauen mit langfristigen Kontakt zwischen Brust und Mobiltelefon")
  • Stang A et al., "The possible role of radiofrequency radiation in the development of uveal melanoma.", Epidemiology, Januar 2001, ("Die mögliche Rolle von Radiofrequenzstrahlung bei der Entstehung von Uvealmelanomen")
  • Dr. Neil Cherry et al., "Health effects associated with mobile base stations in communities: the need for health studies", ("Folgen für die Gesundheit in Zusammenhang mit Funkmasten in Gemeinden: der Bedarf an Gesundheitsstudien")
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  • Hardell, Lennart, and Michael Carlberg. "Mobile phones, cordless phones and the risk for brain tumours."International journal of oncology35.1 (2009): 5-17.("Mobiltelefone, schnurlose Telefone und das Hirntumorrisiko")
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  • Repacholi, Michael H., et al. "Lymphomas in E?-Pim1 transgenic mice exposed to pulsed 900 MHz electromagnetic fields."Radiation research147.5 (1997): 631-640., ("Lymphome bei E?-Pim1 transgenen Mäusen, die pulsierenden, 900 MHz elektromagnetischen Feldern ausgesetzt sind")
  • Ann Rita Arajo. "Hazardous radiation." UFMG. March 26, 2010.("Gefährliche Strahlung"

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