Natürliche Verhütung mit Berechnung der fruchtbaren Tage

Der monatliche Zyklus der Frau ist im Prinzip regelmässig. Weitgehend pünktlich wächst die Eizelle im weiblichen Körper heran. Ebenso zuverlässig erfolgen die Bildung der Gebärmutterschleimhaut und deren Abstossung als Folge regelmässiger hormoneller Veränderungen.

Schwankungen im Zyklus sind jedoch nicht wirklich ungewöhnlich, da der Mensch als Lebewesen grundsätzlich auf äussere Reize anspricht. Sowohl Stress, als auch körperliche oder seelische Belastungen können zu kleinen Unregelmässigkeiten im Zyklus führen.

Dennoch lässt sich die durchschnittliche Dauer des Monatszyklus recht sicher mit 28 Tagen angeben.

Die Berechnung beginnt am ersten Tag der Regel

Für die rechnerische Ermittlung der fruchtbaren Tage gilt der erste Tag der Regelblutung zugleich als erster Tag des Zyklus. Die eigentliche Zeit der Blutung beträgt in der Regel vier bis fünf Tage. Danach beginnt der erneute Aufbau-Prozess, in dessen Verlauf eine Eizelle ausgestossen wird.

Die Befruchtungsfähigkeit ist während des Eisprungs für einen einzigen Tag gegeben. Wenn die Eizelle nicht befruchtet wird, beginnt erneut der Abbau-Prozess, welcher auch als Sekretions-Phase bezeichnet wird.

Die Zeit der möglichen Empfängnis beträgt jedoch deutlich mehr als einen Tag. Da die männlichen Samenzellen drei bis vier Tagen im Körper der Frau lebensfähig bleiben, verlängert sich der Zeitraum einer möglichen Schwangerschaft entsprechend.

Zudem ist die Zeit des Eisprungs nicht wirklich sicher anzusetzen.

Aus diesem Grund sind neun bis zehn Tage für eine Empfängnis denkbar. Die Kalendermethode, bei welcher das Paar während der fruchtbaren Tage der Frau auf Sex verzichtet, ist somit eine natürliche Form der Verhütung, die auf Grund individueller Schwankungen allerdings sehr unsicher ist.

Natürliche Verhütung mit Messung der Basaltemperatur

Während der fruchtbaren Tage ändert sich auch die Körpertemperatur, daher ist es möglich, mit der Messung der so genannten Basaltemperatur, eine Empfängnis zu verhüten.

Die Basaltemperatur ist die niedrigste Körpertemperatur, die im Ruhezustand erreicht werden kann. Sie wird gleich morgens nach dem Aufwachen, und noch vor dem Aufstehen, gemessen. Es empfiehlt sich, ein spezielles Thermometer zu verwenden, das auf ein zehntel Grad genau misst.

Die morgendliche Temperatur wird in einem Diagramm eingetragen. Dadurch ist es möglich, die Zeit des Eisprungs zu ermitteln. Mittlerweile gibt es auch kleine Computer, die die Daten der morgendlichen Temperaturmessung speichern und auf die fruchtbaren bzw. unfruchtbaren Tage hinweisen.

Während des ersten Teils des weiblichen Menstruationszyklus ist die Basaltemperatur niedriger. Dieser wird als follikuläre Phase bezeichnet. Kurz vor dem Eisprung fällt die Temperatur leicht ab. Um den Eisprung herum ist ein Anstieg der Temperatur zu verzeichnen.

Diese zweite Phase wird als luteale Phase bezeichnet. Die Temperatur steigt, durch die Produktion des Gelbkörperhormons, im Allgemeinen um etwa 0,2 bis 1,0 Grad an. Nach dem Eisprung bleibt die Temperatur noch für ca. 12 Tage, also bis zum Beginn der Menstruation, erhöht. Danach fällt sie wieder auf die Normaltemperatur ab.

Hat der Eisprung stattgefunden, kann man davon ausgehen, dass für den Rest des Zyklus keine Schwangerschaft auftreten kann. Allerdings sollte bei jeder Empfängnisverhütung berücksichtigt werden, dass die Eizelle zwar nur bis zu 24 Stunden befruchtungsfähig ist, die Spermien aber bis zu 5 Tage im Körper der Frau lebensfähig sind.

Will man den genauen Zeitpunkt des Eisprungs ermitteln, empfiehlt es sich, die Temperaturmessungen für einige Monate aufzuzeichnen.

Bei der Messung der Basaltemperatur sollte auf folgendes geachtet werden:

  • die Temperatur sollte jeden Tag um genau die gleiche Zeit gemessen werden
  • vor der Messung sollte nichts gegessen oder getrunken werden
  • das Diagramm, nebst Stift, sollte griffbereit neben dem Bett liegen, um die Ruhetemperatur messen zu können
  • die Temperatur kann oral, rektal oder vaginal gemessen werden. Allerdings sollte man sich für eine Methode entscheiden und dann auch dabei bleiben
  • vor der Messung sollte mindestens 5 Stunden geschlafen worden sein. Auch nach einer unruhigen Nacht ist die Temperatur zu messen. Es sollte dies allerdings im Diagramm entsprechend vermerkt werden

Natürliche Verhütung mit der NFP

Die Temperaturmethode ist ein wichtiger Bestandteil der NFP (für Natürliche Familienplanung). Neben der Temperaturmessung wird hier noch zusätzlich die Konsistenz des Zervixschleims beobachtet. Beide Methoden gemeinsam angewandt, bieten eine höhere Sicherheit.

Der Zerivxschleim wird vom Gebärmutterhals (lat. Cervix uteri) abgesondert. Je nach Zyklusphase ändert der Zervixschleim seine Konsistenz. Vor dem Eisprung wird er aufgrund des erhöhten Östrogenspiegels dünnflüssig und „spinnbar“ (lässt sich zwischen zwei Fingern zu einem Faden ziehen) und ebnet damit den Weg für die Spermien. Kurz nach dem Eisprung sinkt der Östrogenspiegel und das Progesteron steigt. Dieses macht den Zervixschleim wieder zähflüssig. Ein spinnbarer Zervixschleim deutet also auf die unmittelbare Nähe des Eisprungs hin.

Da bei der NFP sowohl Symptome (Schleimkonsistenz) als auch die Temperatur berücksichtigt werden, nennt man sie auch die symptothermale Verhütungsmethode.

Natürliche Verhütung mit Kondomen

Zusätzlich kann man natürlich auch Kondome verwenden, insbesondere an den fruchtbaren Tagen, in der Anfangszeit der NFP oder auch bei unregelmässigen Zyklen. 

Das Kondom gehört zu den mechanischen Verhütungsmitteln, die für Spermien eine Barriere bilden und somit vermeiden, dass diese zu einer befruchtungsfähigen Eizelle gelangen können. Weitere bekannte Namen für das Kondom sind Präserativ, Präser oder auch Gummi. Die Bezeichnung als Gummi passt gut zum Material, aus welchem dieses Verhütungsmittel hergestellt ist. Es handelt sich hierbei um dünnes Gummi bzw. Latex.

Die wichtigsten Eigenschaften eines Kondoms bestehen darin, dass es reissfest und undurchlässig ist. Diese Qualitätsmerkmale werden durch die Hersteller der Kondome regelmässig überprüft.

Die Anwendung eines Kondoms ist recht einfach, erfordert jedoch ein wenig Fingerspitzengefühl. Bereits beim Öffnen der Verpackung ist Vorsicht geboten, damit das Teil nicht durch einen Fingernagel oder einen Ring beschädigt wird.

Vor dem Aufsetzen des Kondoms auf den steifen Penis muss die Vorhaut zurückgezogen werden, sofern der Mann nicht ohnehin beschnitten ist. Unbedingt zu beachten ist, dass vorn ein kleiner Zipfel übersteht, welcher zur Aufnahme der Samenflüssigkeit dient. Dieser wird einmal zusammengedrückt, damit vorhandene Luft aus dem Kondom entweichen kann.

Danach rollt man (oder frau) das Kondom über den Penis ab, wozu am besten die ganze Hand verwendet wird. Wenn das Kondom so weit abgerollt wird, dass der Gummiring nahezu an der Penisbasis angelangt ist und das Kondom stramm sitzt, kann keine Samenflüssigkeit aus ihm heraustreten.

Vorsicht ist jedoch nach dem Samenerguss geboten. Da das Glied nach dem Orgasmus erschlafft und damit der sichere Sitz des Kondoms nicht mehr gewährleistet bleibt, muss es recht schnell entfernt werden. Halten Sie beim Herausziehen den Ring des Kondoms fest, damit es nicht in die Scheide abgestreift wird und sich keine Samenflüssigkeit in diese entleert.

Gibt es eine natürliche Verhütung für den Mann?

Da Kondome nicht immer beliebt und auch nicht für jedes Paar angenehm sind, suchen auch Männer immer wieder nach Alternativen der Verhütung. Leider gibt es hier für den Mann noch nicht all zu viele Möglichkeiten, zumindest keine, die in irgendeiner Form als zuverlässig zu bezeichnen wäre.

Papayakerne werden oft als natürliches Verhütungsmittel für den Mann genannt. Doch ist die Angelegenheit alles andere als spruchreif. Es liegen lediglich Studien an Tieren vor, bei denen sich die Samen der Tropenfrucht offenbar als sicheres Verhütungsmittel erwiesen haben.

Für Männer kursiert folgende Empfehlung: Werden Papayakerne über Monate hinweg täglich eingenommen (z. B. 1 Löffel voll), dann soll Mann vorübergehend unfruchtbar werden. Sobald die Kerne wieder abgesetzt würden, kehre die Fruchtbarkeit innerhalb einiger Wochen wieder zurück.

Die Potenz oder Libido werde durch Papayakerne in keinster Weise beeinträchtigt, heisst es. Im Gegenteil. Die vielen gesundheitsfördernden Stoffe darin können die Allgemeingesundheit verbessern, so dass sich das natürlich auch förderlich auf das Liebesleben auswirkt. Details zu Papayakernen finden Sie im obigen Papayakern-Link.

Natürliche Verhütung mit Pflanzen

Auch soll es verhütend wirkende Pflanzen geben. Deren Sicherheit ist jedoch nicht belegt - weder in Sachen Verhütung noch in Sachen Nebenwirkungen. Pflanzen, die wohl früher zur Verhütung eingesetzt wurden – sowohl von Frauen als auch von Männern – und viele andere interessante Details rund um das Thema „Verhütende Pflanzen“ stellen wir hier vor: Verhütung mit Pflanzen

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Quellen

  • Zentrum der Gesundheit