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Papaya – tropischer Alleskönner

Finden Sie die vielen schwarzen Kerne in Papayas lästig? Das sollten Sie nicht. Die kleinen Kügelchen sind ein Indiz für den hohen Nährstoffgehalt dieser tropischen Power-Frucht.

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24 August 2021

Papaya – Gesundheitsfrucht aus den Tropen

Schon Christoph Kolumbus betitelte die in Mexiko und Südamerika beheimatete Papaya (Carica papaya) als "Frucht der Engel". Diese tropische Offenbarung mit ihrem süss-saftigen, orangefarbenen bis kirschroten Fruchtfleisch und den kleinen schwarzen, pfeffrigen Kernen ist auch in Europa das ganze Jahr über erhältlich. Dabei ist die Papaya nicht nur lecker, erfrischend und kalorienarm, sondern zudem von enormem gesundheitlichem Wert.

Internationale Studien reissen sich um das fruchtige Multitalent. So soll die Papaya die Verdauung regulieren und überflüssige Pfunde zum Schmelzen bringen, die Darmgesundheit nach einer Antibiotika-Therapie wiederherstellen, als natürliches Anti-Aging-Mittel im Kampf gegen Falten wirksam sein, den Cholesterinspiegel senken und zur Herzgesundheit beitragen, Entzündungen lindern und die Wundheilung anregen, die männliche Fruchtbarkeit erhöhen und es sogar mit Krebszellen aufnehmen können. Einige dieser gesundheitlichen Leistungen der Papaya wollen wir an dieser Stelle etwas genauer unter die Lupe nehmen.

Papaya gegen Magen-Darm-Beschwerden

Ob pur genossen oder als Salat zubereitet, als Smoothie oder frisch gepresster Saft, diese Frucht tut Ihrer Linie gut und lindert Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Magenverstimmungen und Verstopfung (1). Das nährstoffgeladene Fruchtfleisch der Papaya enthält Papain, ein proteinspaltendes Enzym, das die Verdauung fördert. Den höchsten Papain-Gehalt weist die noch unreife, grüne Papaya auf, die beispielsweise für asiatische Papayasalate benutzt wird.

Dieses Papain, das auch in anderen Teilen des Papayabaums (auch paw paw tree genannt) wie den Blättern vorkommt, setzt in unserem Verdauungstrakt eine chemische Reaktion in Gang, bei der Eiweisse aus der Nahrung in Aminosäuren aufgespalten werden, um für den Menschen verwertbar zu sein. Zugleich schützt das Enzym innerlich vor Entzündungen, welche anderenfalls die Wiege vieler Erkrankungen sein können (z.B. Rheuma).

Betrachten wir die übrigen Inhaltsstoffe der Papaya, finden wir neben dem verdauungsfördernden Enzym Papain viele weitere essentielle Nährstoffe mit zum Teil antioxidativer und damit krankheitsverhütender Wirkung. Besonders erwähnenswert sind die hohen Anteile an Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E und Beta-Carotin. Darüber hinaus ist die Papaya eine gute Quelle für Magnesium, Kalium und eine Reihe von B-Vitaminen wie Folsäure und Pantothensäure (B5). Nicht zu verachten sind ausserdem die für einen gesunden Darm unverzichtbaren Ballaststoffe.

Papaya gegen Magengeschwüre und Darmparasiten

Das Papain und die Ballaststoffe der Papaya machen sich nicht nur im Verdauungssystem nützlich, einige Tierversuche geben darüber hinaus Hoffnung für die alternative Behandlung von Magengeschwüren. Eine Studie aus dem Jahr 2009, die im Journal of Medicinal Food veröffentlicht wurde, berichtete von der Wirksamkeit der unreifen Papaya gegen Geschwüre bei Laborratten. Konzentrierter Papaya-Extrakt könnte somit auch als chemiefreies Mittel gegen Geschwüre beim Menschen attraktiv sein (2).

Als proteinspaltendes Enzym sagt Papain zudem Darmparasiten den Kampf an, die sich von unverdautem Eiweiss ernähren und das Immunsystem belasten. Auch gegen Viren, Allergene, Hefen und Pilze im Darm macht sich Papain stark. Lassen Sie sich die Papaya nach Antibiotika-Behandlungen besonders gut schmecken, denn sie unterstützt die Wiederherstellung eines gesunden Gleichgewichts der Darmbakterien, was wiederum das Immunsystem kräftigt und Krebszellen den Nährboden entzieht (3).

Besonders die Papayakerne erwiesen sich als äusserst wirkungsreich gegen Darmparasiten. Welche Wirkungen Papayakerne sonst noch haben, erfahren Sie in unserem Artikel über die Heilkräfte der Papayakerne.

Papaya hemmt Wachstum von Krebszellen

Mediziner der westlichen Welt beginnen den gesundheitlichen Wert der Papaya zu erkennen, der Naturvölkern schon seit Generationen bewusst zu sein scheint. Über 600 Studien beschäftigen sich allein mit den Heilkräften der Papaya gegen Krebs. Das australische Gesundheitswesen promotet die Frucht sogar offiziell als Krebsheilpflanze.

Wissenschaftler amerikanischer und japanischer Universitäten haben die krebshemmenden Eigenschaften der Papaya bei einer Vielzahl von laborgezüchteten Tumoren getestet einschliesslich Brust-, Gebärmutterhals-, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Leber- und Lungenkrebs. Für ihre Tests verwendeten die Forscher Extrakt von getrockneten Papayablättern. In allen Untersuchungen verlangsamte sich das Wachstum der Krebszellen durch die Einwirkung von Papaya-Extrakt binnen 24 Stunden (4).

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Während Prof. Bharat B. Aggarwal von der University of Texas die Lobeshymnen der Krebsforschung abermals den gesundheitsfördernden Wirkstoffen des Enzyms Papain zukommen lässt, ziehen andere Studien eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Senföle in Betracht. Einer Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of Oncology zufolge bestätigten Tierversuche die Effektivität der sogenannten Isothiocyanate sowohl gegen die oben genannten Krebsformen als auch gegen Darmkrebs und Leukämie (5, 6).

Eine Prostatakrebs-Studie der Virginia State University konzentrierte sich hingegen auf das antikarzinogene Potential des Antioxidans Lycopin, das als Vertreter der Carotinoide nicht nur für das orangefarbene Fruchtfleisch der Papaya verantwortlich ist, sondern sich überdies als Radikalfänger verdient macht (7).

Untersuchungen schrieben Lycopin eine hohe Bioverfügbarkeit zu, was es für unseren Organismus gut verwertbar macht. Lycopin-Ansammlungen im menschlichen Gewebe wie den Prostatazellen können somit vor Krebs schützen (8).

Australische Forschungen kamen zu dem Ergebnis, dass Männer mit dem höchsten Konsum von lycopinhaltigen Lebensmitteln wie Papaya eine um 83 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit hätten an Prostatakrebs zu erkranken (9).

Interessant scheint in diesem Zusammenhang auch die Behauptung, dass Papaya-Kerne den Körper entsäuern können. Da sich Krebszellen in einem sauren Milieu am wohlsten fühlen, sollten wir die schwarzen Kügelchen beim nächsten Papaya-Genuss vielleicht vorsorglich mitessen oder an anderer Stelle als fruchtig-pfeffriges Gewürz einsetzen. Auf entsprechende Studien dürfen wir gespannt sein!

Papaya gegen Falten

Wenn wir durch die Kosmetik-Reihen der Drogerien streifen und uns den einen oder anderen Anti-Aging-Artikel genauer ansehen, fällt immer wieder eine Aufschrift ins Auge: mit wertvollem Papaya-Extrakt! Tatsächlich hat die Papaya ein ganzes Geschwader von natürlichen Antifalten-Wirkstoffen in petto, die sie zum fruchtigen Jungbrunnen für die innerliche und äusserliche Anwendung prädestiniert.

Das bereits viel gerühmte Verdauungsenzym Papain tritt auch an der Faltenfront positiv in Erscheinung. Wie seine antioxidativen Fähigkeiten die Wundheilung beschleunigen, soll Papain auch die Elastizität der Haut stärken und somit gegen Falten aktiv werden. Indem es dabei hilft abgestorbene Hautzellen zu lösen, die anderenfalls die Poren verstopfen würden und Akne verursachen könnten, glättet es die obere Hautschicht und kann insofern feine Linien und Falten reduzieren (10, 11).

Auch der hohe Vitamin-C-Gehalt von Papayas unterstützt die Kollagen-Produktion, welche die Grundlage für eine straffe Haut schafft. Die Antioxidantien Beta-Carotin, Vitamin A und E können den Teint sichtbar verbessern und zugleich die Struktur von Haaren und Nägeln kräftigen. Äusserlich als Creme oder Maske aufgetragen, sorgt Papaya nicht nur für Spannkraft und Geschmeidigkeit, sie soll auch Sommersprossen und Sonnenflecken verblassen lassen können.

Beauty-Tipp mit Papaya

Gönnen Sie sich hin und wieder eine selbst angerührte Papaya-Gesichtsmaske. Vermischen Sie dazu 1/3 pürierte Papaya mit einem Eigelb, einer halben Avocado, einem Teelöffel Honig und einem Teelöffel Olivenöl. Tragen Sie die Maske auf die gereinigte Haut auf und lassen Sie sie für etwa 15 Minuten einwirken. Anschliessend können Sie die Masse mit warmem Wasser abspülen und sich an Ihrer vitalisierten Haut erfreuen!

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  1. (1) Muss C, Mosgoeller W, Endler T. Papaya preparation (Caricol®) in digestive disorders. Neuro Endocrinol Lett. 2013;34(1):38-46. PMID: 23524622.
  2. (2) Ezike AC, Akah PA, Okoli CO, Ezeuchenne NA, Ezeugwu S. Carica papaya (Paw-Paw) unripe fruit may be beneficial in ulcer. J Med Food. 2009 Dec;12(6):1268-73.
  3. (3) Okeniyi JA, Ogunlesi TA, Oyelami OA, Adeyemi LA. Effectiveness of dried Carica papaya seeds against human intestinal parasitosis: a pilot study. J Med Food. 2007 Mar;10(1):194-6. doi: 10.1089/jmf.2005.065. PMID: 17472487.
  4. (4) University of Florida. "Papaya extract thwarts growth of cancer cells in lab tests." ScienceDaily. ScienceDaily, 10 March 2010.
  5. (5) University of Florida , Doctor Gator, College of Medicine News, COM researcher finds cancer-fighting properties in papaya tea.
  6. (6) Basu A and Basu A: Dietary isothiocyanate mediated apoptosis of human cancer cells is associated with Bcl-xL phosphorylation. Int J Oncol 33: 657-663, 2008.
  7. (7) Alotaibi KS, Li H, Rafi R, Siddiqui RA. Papaya black seeds have beneficial anticancer effects on PC-3 prostate cancer cells. J Cancer Metastasis Treat 2017;3:161-168.
  8. (8) Alastair B Ross et al. Lycopene bioavailability and metabolism in humans: an accelerator mass spectrometry study, The American Journal of Clinical Nutrition, Volume 93, Issue 6, June 2011, Pages 1263–1273.
  9. (9) Jian L, Lee AH, Binns CW. Tea and lycopene protect against prostate cancer. Asia Pac J Clin Nutr. 2007;16 Suppl 1:453-7.
  10. (10) Glenn J. Managing a traumatic wound in a geriatric patient. Ostomy Wound Manage. 2006 Apr;52(4):94-8. PMID: 16636366.
  11. (11) Tannis A., "Feed Your Skin, Starve Your Wrinkles: Eat Your Way to Firmer, More Beautiful Skin" 2009.