Neubewertung: Ist Aspartam für den menschlichen Verzehr geeignet?

Viele Menschen glauben, Süssstoffe wie Aspartam seien viel gesünder als Zucker. Schliesslich kann letzterer nachweislich u. a. das Risiko für Übergewicht und Diabetes Typ 2 fördern. Ist Aspartam wirklich so gesund und unbedenklich, wie man uns offiziell immer glauben lässt?

Seit der synthetische Süssstoff Aspartam im Jahr 1965 durch Zufall entdeckt wurde, wird seine Unbedenklichkeit immer wieder bezweifelt. So kam im Jahr 2006 anhand einer Rattenstudie der Verdacht auf, Aspartam könne bestimmte Krebsarten begünstigen. Im Jahr 2012 zeigte sich an einer Humanstudie, dass Männer, die gerne zu Softdrinks greifen, zu genau denselben Krebsarten tendieren wie seinerzeit die Nager.

Auch deuten Studien darauf hin, dass Aspartam das Migränerisiko (6) und auch das Diabetesrisiko (5) erhöhen könnte.

Dennoch sahen weder die Food and Drug Administration (FDA) noch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bislang Anlass, die Sicherheit des Süssstoffs infrage zu stellen. Laut einer im Jahr 2019 veröffentlichten britischen Studie (2) bestehen jedoch grobe Zweifel, dass Aspartam für den menschlichen Verzehr überhaupt geeignet ist.

Für die Neubewertung von Aspartam wurden nur Aspartam-freundliche Studien verwendet

Das Forscherteam von der University of Sussex hat die von der EFSA im Jahr 2013 durchgeführte vollständige Neubewertung über die Sicherheit von Aspartam überprüft und dabei gravierende Mängel festgestellt.

Dabei wurde kritisiert, dass das EFSA-Gremium die Ergebnisse von 73 Studien, laut denen Aspartam schädlich sein könnte, unberücksichtigt liess. Dafür wurden 84 Prozent jener Studien als zuverlässig eingestuft, welche die Unbedenklichkeit von Aspartam versicherten, obgleich dafür kein wirklich sicherer Beweis geliefert werden konnte.

Aspartam-freundliche Studien oft von schlechterer Qualität als Contra-Studien

Prof. Erik Millstone (3) von der University of Sussex hatte bereits im Jahr 2013 in Hinblick auf die Neubewertung der EFSA ein Dossier verfasst, in dem die Unzulänglichkeit von 15 früheren Schlüsselstudien beschrieben wurde. Die EFSA gab diese Arbeit jedoch gar nicht erst an ihre wissenschaftlichen Berater weiter.

Den Wissenschaftlern der Sussex-Uni zufolge wurden für Aspartam-freundliche Studien niedrigere Eingangshürden festgelegt als für solche Untersuchungen, in denen der Süssstoff als unsicher eingestuft wurde. Bezeichnend sei, dass viele der 73 Studien, die von der EFSA abgelehnt wurden, weitaus fundierter waren. (1)

Neubewertung von Aspartam fand „im Geheimen“ statt

Die Forscher gaben an, dass in vielfacher Weise gegen die EFSA-Leitlinien zur Transparenz der Risikobewertung verstossen worden sei. Demzufolge fordern sie, dass die Zulassung zum Verkauf oder zur Verwendung von Aspartam in der EU ausgesetzt werden müsse, bis eine unabhängige und gründliche Überprüfung der relevanten Nachweise erfolgt sei.

Laut Prof. Erik Millstone stellt sich ausserdem die Frage, ob kommerzielle Interessenkonflikte die Neubewertung von Aspartam beeinflusst haben könnten. Schliesslich hätten alle Sitzungen im Geheimen, also unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden.

Er plädiert deshalb auch für eine radikale Überarbeitung der Lebensmittelsicherheitsprozesse in der EU, einschliesslich der Beendigung von Diskussionen hinter verschlossenen Türen.

So meiden Sie Süssstoffe wie Aspartam!

Andere Forscher, die nicht an besagter Studie beteiligt waren, bezweifelten ebenfalls die weit verbreitete Annahme, dass Aspartam eine sichere Alternative zu Zucker sei. Darunter Prof. Tim Lang (4), der an der University of London tätig ist. Er gab an, dass diese Untersuchung wichtig und zeitgemäss sei.

Statt daher zu Süssstoffen als Zuckerersatz zu raten, wäre es sinnvoller, Menschen über eine insgesamt gesunde Ernährungsweise aufzuklären, zumal gerade mit Süssstoffen (wie Aspartam) gesüsste Getränke und Speisen ja meist nicht nur wegen des Süssstoffs an sich ein Problem für die Gesundheit darstellen können. Gerade zuckerfreie Getränke gelten beispielsweise als enorm schädlich für die Zähne.

Sollten Sie auf Lebensverpackungen Angaben wie "zuckerfrei" lesen, dann behalten Sie unbedingt die E-Nummern im Auge. Die Kennzeichnung E 951 besagt, dass Aspartam enthalten ist.

Quellen

  1. Dr. Rath Health Foundation, Neue unabhängige Analyse hegt ernste Zweifel an Sicherheit des künstlichen Süssstoffs Aspartam, August 2019
  2. Erik Paul Millstone et al, EFSA’s toxicological assessment of aspartame: was it even-handedly trying to identify possible unreliable positives and unreliable negatives?, Millstone and Dawson Archives of Public Health, 2019 
  3. University of Sussex, New research casts doubts on safety of world’s most popular artificial sweetener, Juli 2019
  4. Maria Cohut, Has safety commission misled the public about aspartame?, Medical News Today, Juli 2019 
  5. Jennifer L. Kuk, Ruth E. Brown. Aspartame intake is associated with greater glucose intolerance in individuals with obesity, Applied Physiology, Nutrition, and Metabolism, 2016, Mai
  6. Zentrum der Gesundheit, Migräne durch Aspartam?, abgerufen am 23.09.2019

Ihre Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Gesunde Ernährung ist Ihre Leidenschaft? Sie lieben die basenüberschüssige, naturbelassene Ernährung? Sie möchten gerne die Zusammenhänge zwischen unserer Nahrung und unserer Gesundheit aus ganzheitlicher Sicht verstehen? Sie wünschen sich nichts mehr als all Ihr Wissen rund um Gesundheit und Ernährung zu Ihrem Beruf zu machen?

Die Akademie der Naturheilkunde bildet Menschen wie Sie in 12 bis 18 Monaten zum Fachberater für holistische Gesundheit aus. Wenn Sie mehr über das Fernstudium an der Akademie der Naturheilkunde wissen möchten, dann erfahren Sie hier alle Details sowie Feedbacks von aktuellen und ehemaligen TeilnehmerInnen.

Hinweis zu Gesundheitsthemen

Diese Informationen werden nach bestem Wissen und Gewissen weitergegeben. Sie sind ausschliesslich für Interessierte und zur Fortbildung gedacht und keinesfalls als Diagnose- oder Therapieanweisungen zu verstehen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden irgendeiner Art, die direkt oder indirekt aus der Verwendung der Angaben entstehen. Bei Verdacht auf Erkrankungen konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Heilpraktiker.