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Das Bindegewebe

Das Bindegewebe verbindet und stützt alle Gewebearten und Organe im Körper. Zusätzlich ist es aus naturheilkundlicher Sicht ein weit unterschätztes Regulationssystem. Es stellt die Schaltstelle für die Nährstoffversorgung und die Schadstoffentsorgung unserer Zellen dar.

Aktualisiert: 08 November 2022

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Das Bindegewebe

Das grösste zusammenhängende Ganze im Körper ist das Bindegewebe. Dieses elementare, komplexe Gewebe-System bildet das Grundsystem des Körpers, das sogenannte Fasziengewebe. Zwischen den Zellen des netzartigen Bindegewebes befindet sich eine Flüssigkeit, die Zwischenzellflüssigkeit genannt wird. Diese Zwischenzellflüssigkeit ähnelt in ihrer Zusammensetzung dem Meerwasser.

Bedeutung des Bindegewebes in der Embryonalentwicklung

Beim Embryo bildet der Verbund aus netzartigen, langarmigen und in der salzigen Zwischenzellflüssigkeit schwimmenden Zellen das Gerüst für die Entwicklung des gesamten zukünftigen Körpers! Nach und nach übernehmen dabei einzelne Zellen dieses netzartigen Gewebes Sonderaufgaben und bilden besondere Formen heran.

So wird aus einer kugelförmigen Zellansammlung in den ersten Tagen nach der Empfängnis bald ein netzartiges Gewebe, das man "netzartiges Bindegewebe" nennt.

Die Bindegewebszellen entwickeln sich später weiter zu Organzellen - alle immer noch eingebettet in das netzartige System aus ursprünglichen Embryonalzellen! Das Ganze wächst heran, doch das System als solches bleibt dabei immer erhalten. Das ursprüngliche, netzartige Gewebe bleibt die zusammenfassende, tragende und alles miteinander verbindende Einheit. Das Bindegewebe macht beim Kleinkind 80 % und beim Erwachsenen ca. 60 % der gesamten Körpermasse aus.

Netzartiges (lockeres) Bindegewebe besteht aus Bindegewebszellen mit grossen Zellkernen und langen Ausläufern. Diese schwimmen in der Zwischenzellflüssigkeit.

Störungen im Bindegewebe als wichtige Ursache von Krankheiten

Das Bindegewebe verbindet und umhüllt alles so umfassend, dass z. B. jeder einzelne Muskel umhüllt wird. Doch nicht nur der ganze Muskel als solcher, auch jeder einzelne Muskelstrang und jede einzelne Muskelfaser. Alles "schwimmt im Bindegewebe", alles wird davon umschlossen, umgeben und versorgt. Da besteht nun also durchschnittlich 70 % des Körpers aus diesem Gewebe und keiner spricht davon oder interessiert sich grossartig dafür. Nein, man kümmert sich stattdessen in der Medizin vorrangig um Organerkrankungen. Doch jede Erkrankung ist in der Naturheilkunde immer nur die Auswirkung einer vorausgehenden Störung des Gesamtsystems und hier insbesondere des Bindegewebes, von dem schliesslich alle Organe getragen und versorgt werden.

Nährstoffversorgung und Abfallentsorgung der Zellen

Wie gelangen Nährstoffe zu den Zellen (wo sie hingehören)? Sie werden mit der Nahrung zugeführt, vom Darm aufgenommen und in die Blutbahn abgegeben und von dort aus in die einzelnen Körperregionen transportiert. Wichtig hierbei ist nun, dass keine einzige Organzelle im Körper einen direkten Anschluss an ein Blutgefäss besitzt. Die feinsten Endungen der Adern (die sog. Kapillare) enden mitten im Bindegewebe, genauer gesagt in der Flüssigkeit zwischen den Bindegewebszellen (Zwischenzellflüssigkeit). Von dort aus "schwimmen" sie zu den Zielzellen.

Genauso geben die Zellen ihre Stoffwechselabfallprodukte (ihren Müll) in die Zwischenzellflüssigkeit. Der Müll gelangt von dort aus in die "Abwasserrohre" des Körpers (in die Lymphgefässe). Das Lymphsystem ist - neben den Blutbahnen - das zweite, selbständig arbeitende Rohrleitungssystem in unserem Körper. Die Lymphgefässe haben die Aufgabe, Ausscheidungen der Zellen aufzunehmen, um sie in die Venen oder direkt zum Dickdarm zu transportieren.

Weiterleitung von Nervenimpulsen

Im Grunde ist es also das Bindegewebe, das sowohl die Versorgung aller Organzellen mit Nährstoffen, als auch den Abtransport von Zellausscheidungen ermöglicht. Doch das ist bei weitem noch nicht alles.

Dasselbe gilt nämlich auch für die bio-elektrische Weiterleitung von Nervenimpulsen. Wasser leitet keinen Strom. Es sind nur die Mineralsalze im Wasser, die den Strom leiten. Daher nennt man sie auch "Elektrolyte". Ohne die richtige Mineralsalzzusammensetzung der Zwischenzellflüssigkeit ist eine störungsfreie Reizweiterleitung der Nervenimpulse nicht möglich. Auch die Regulierung der Körpertemperatur erfolgt vorwiegend über das Bindegewebssystem.

Betrachtet man nun sowohl die Grösse des Bindegewebes, als auch dessen umfassende Bedeutung für das Leben, wundert es kaum, dass das zusammenhängende und alles tragende Bindegewebe auch als das "System der Grundregulation" des Körpers bezeichnet wird. Sämtliche grundlegenden Aufgaben, die die Basis für das Funktionieren des Körpers darstellen, werden vom Bindegewebe durchgeführt und reguliert.

Das Bindegewebe und der Säure-Basen-Haushalt

Eine der wichtigsten Funktionen des Bindegewebes ist die Regulierung des Säure-Basen-Haushalts. Ob eine Flüssigkeit sauer oder basisch ist, wird über ihren pH-Wert angegeben. Die pH-Skala reicht von 0 bis 14. Werte zwischen 0 und 7 gelten als sauer, 7 zeigt einen neutralen Wert an und Werte zwischen 9 und 14 sind basisch. Details dazu im übernächsten Abschnitt.

Das Blut beispielsweise hat einen pH-Wert zwischen 7,36 bis 7,44. Der Wert muss in dieser engen Spanne bleiben, andernfalls wird es für den Körper lebensgefährlich. Sinkt der Wert, spricht man von einer Azidose, steigt er, spricht man von einer Alkalose. In beiden Fällen ist eine sofortige medizinische Gegensteuerung erforderlich, da der Betroffene ansonsten stirbt.

Im Gewebe jedoch kann - so die Sicht der Naturheilkunde - langfristig eine chronische pH-Wert-Verschiebung vorliegen. Man spricht von einer latenten Übersäuerung, die als wichtige Mitursache vieler Krankheiten gilt. Die in der Naturheilkunde gängige These zur Übersäuerung besagt, dass im Körper entstehende Säuren (wie alle Abfälle) in das Bindegewebe geleitet werden. Dort müssen sie neutralisiert werden. Im Laufe der Zeit können die Pufferkapazitäten erschöpft werden. Der Mensch ist übersäuert.

Diese Tatsache macht deutlich, dass die Pflege des Bindegewebes eine der wichtigsten Säulen zur Aufrechterhaltung körperlichen Wohlergehens darstellt.

Das Bindegewebe unterstützen und heilen

Wie kann man nun am besten ein "verschlacktes" Bindegewebe unterstützen? Wie kann man es entschlacken und heilen, damit es wieder vollständig seinen wichtigen Aufgaben nachkommen kann? Hierzu gibt es verschiedene Massnahmen, wobei am besten mehrere miteinander kombiniert werden sollten:

1. Die Lymphreinigung: Mit einer Lymphreinigung fördert man die Entschlackung und Reinigung des Bindegewebes. Unter vorigem Link finden Sie ein naturheilkundliches Konzept zur Lymphreinigung sowie eine 3-Tages-Lymphreinigung. Zu einer Lymphreinigung bzw. zur Stärkung und Heilung des Bindegewebes gehört immer auch Bewegung (was gerne vergessen oder unterschätzt wird).

2. Die Entsäuerung: Mit einer Entsäuerung unterstützt man die Neutralisierung von Säuren und die Ausleitung von Säuren aus dem Bindegewebe. Unter vorigem Link stellen wir eine Entsäuerungskur mit Basencitraten vor. Es gibt aber noch andere Formen der Entsäuerung, die Sie hier finden: Die Basentherapie

3. Die Faszientherapie: Wie Sie verklebtes Bindegewebe (Faszien) wieder lösen können, lesen Sie im vorigen Link.

4. Die basenüberschüssige Ernährung: Gemeinsam mit viel Bewegung gibt es nichts Besseres für Ihre Gesundheit und Ihr Bindegewebe als eine natürliche vitalstoffreiche, vollwertige und pflanzenbasierte Ernährung. Diese sog. basenüberschüssige Ernährung erklären wir unter dem vorigen Link. Sie können aber auch gleich einen Blick auf unsere mittlerweile 2000 Rezepte aus unserem ZDG-Kochstudio werfen. Sie sind auch herzlich eingeladen, mit unseren Köchen gemeinsam zu kochen - auf unserem Youtube-Kanal.

Sie möchten lieber einen konkreten Ernährungsplan? Hier finden Sie Informationen zu unseren ZDG-Ernährungsplänen.

*Unsere ZDG-Ernährungspläne dauern jeweils 7 Tage, kosten nur 5 Euro und sind für verschiedene Beschwerden (z. B. bei Rheuma, bei Arthrose, bei Bluthochdruck, bei Hashimoto) oder für bestimmte Anlässe (zum Abnehmen, zum Entschlacken, zum Entgiften) entwickelt worden. Sie können die köstlichen Rezepte aber natürlich auch als Gesunder rein präventiv geniessen.

*Oder Sie machen die 4-Wochen-Entschlackungskur (für nur 14,90 Euro). Anschliessend fühlen Sie sich nicht nur besser, Sie kennen sich auch perfekt in der basenüberschüssigen Küche aus und können sich nach den 4 Wochen problemlos ohne weitere Anleitung basenüberschüssig ernähren.

Die pH-Skala

Der Begriff "pH" leitet sich vom lateinischen "potentia hydrogenii" ab, was so viel bedeutet, wie die "Stärke des Wasserstoffs". Säuren zeichnen sich dadurch aus, dass sie positiv geladene Wasserstoffteilchen besitzen, Basen dadurch, dass sie negativ geladene Wasserstoffteilchen haben. Diese geladenen Wasserstoffteilchen bewirken den Drang zur chemischen Reaktion von Säuren und Basen. Die negativ geladenen Teilchen zieht es dahin, wo es positive Ladung gibt, die positiv geladenen Teilchen dorthin, wo es negative Ladung gibt. Da diese Wasserstoffteilchen also einen Hang dazu haben zu wandern, nennt man sie auch Ionen. Ein Ion ist ein negativ oder positiv geladenes (Wasserstoff-)Teilchen (von griech. ion: wanderndes Teilchen, zu ienai: gehen).

Genau genommen misst der pH-Wert nur die Konzentration der positiven Wasserstoffionen in einer Säure oder Base. Beim Mittelwert "7" sind gleich viele positiv wie negativ geladene Teilchen vorhanden = kein Säureüberschuss = kein Basenüberschuss = reines Wasser. Die Zahlenwerte der Skala geben dabei Zehnerpotenzen an. D.h. die Ätzstärke der Säuren und Basen verzehnfachen sich jeweils von Skalenwert zu Skalenwert. Die stärkste Base hat den Wert 14, die stärkste Säure den Wert 0.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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