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Das Bindegewebe

Das Bindegewebe

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(Zentrum der Gesundheit) - Das Bindegewebe - ein weit unterschätztes Regulationssystem. Es stellt die Schaltstelle für die Nährstoffversorgung und die Schadstoffentsorgung unserer Zellen dar.

Die Grundregulation des Bindegewebes

Das grösste zusammenhängende Ganze im Körper ist das Bindegewebe. Dieses elementare, komplexe Gewebe-System bildet das Grundsystem des Körpers, das sogenannte Fasziengewebe.

Zwischen den Zellen des netzartigen Bindegewebes befindet sich eine Flüssigkeit, die Zwischenzellflüssigkeit genannt wird. Diese Zwischenzellflüssigkeit ist in ihrer Zusammensetzung nahezu identisch mit dem Meerwasser.

Der Verbund aus netzartigen, langarmigen und in der salzigen Zwischenzellflüssigkeit schwimmenden Zellen bildet das Gerüst für die Entwicklung des gesamten zukünftigen Körpers! Nach und nach übernehmen dabei einzelne Zellen dieses netzartigen Gewebes Sonderaufgaben und bilden besondere Formen heran. Funktion schafft Form.

Aus der Befruchtung einer weiblichen Eizelle mit einem männlichen Spermium entsteht eine neue Zelle, die sich alsbald teilt und teilt und teilt. (Abb. 1)
Aus der Befruchtung einer weiblichen Eizelle mit einem männlichen Spermium entsteht eine neue Zelle, die sich alsbald teilt und teilt und teilt. (Abb. 1)

Die entstehenden embryonalen(1) Zellen bilden früh schon längliche Ausläufer heran. (Abb. 2)
Die entstehenden embryonalen(1) Zellen bilden früh schon längliche Ausläufer heran. (Abb. 2)

So wird aus einer kugelförmigen Zellansammlung der ersten Tage bald ein netzartiges Gewebe, das man "netzartiges Bindegewebe" nennt. (Abb.3)

So wird aus einer kugelförmigen Zellansammlung der ersten Tage bald ein netzartiges Gewebe, das man "netzartiges Bindegewebe" nennt. (Abb.3)

Diese Zellen entwickeln sich später weiter zu Organzellen - alle immer noch eingebettet in das netzartige System aus ursprünglichen Embryonalzellen! Das Ganze wächst heran, doch das System als solches bleibt dabei immer erhalten (Abbildung 4) - das ursprüngliche, netzartige Gewebe bleibt die zusammenfassende, tragende und alles miteinander verbindende Einheit: DAS BINDEGEWEBE! Es macht beim Kleinkind 80 % und beim Erwachsenen ca. 60 % der gesamten Körpermasse aus!!

Netzartiges (lockeres) Bindegewebe besteht aus Bindegewebszellen (A) mit grossen Zellkernen (B) und langen Ausläufern (C). Diese schwimmen in der Zwischenzellflüssigkeit (D)
Netzartiges (lockeres) Bindegewebe besteht aus Bindegewebszellen (A) mit grossen Zellkernen (B) und langen Ausläufern (C). Diese schwimmen in der Zwischenzellflüssigkeit (D

Das Bindegewebe verbindet und umhüllt alles so umfassend, dass z.B. jeder einzelne Muskel umhüllt wird. Doch nicht nur der ganze Muskel als solcher, auch jeder einzelne Muskelstrang und jede einzelne Muskelfaser (Abb. 5). Alles "schwimmt im Bindegewebe", alles wird davon umschlossen, umgeben und versorgt. Da besteht nun also durchschnittlich 70 % des Körpers aus diesem Gewebe und keiner spricht davon oder interessiert sich grossartig dafür. Nein, man kümmert sich stattdessen in der Medizin vorrangig um Organerkrankungen. Doch sämtliche Erkrankung ist immer nur Auswirkung einer vorausgehenden Störung des Bindegewebes, von dem ja schliesslich alle Organe getragen und versorgt werden!! Das ist mal wieder typisch Mensch!! Höchste Zeit also, dem Thema etwas mehr Bedeutung zuzumessen.

Das Bindegewebe umhüllt, trägt, versorgt und verbindet alles miteinander - hier am Beispiel eines Muskels.
Das Bindegewebe umhüllt, trägt, versorgt und verbindet alles miteinander - hier am Beispiel eines Muskels.

Wie gelangen Nährstoffe zu den Zellen (wo sie hingehören)? Sie werden mit der Nahrung zugeführt, vom Darm aufgenommen und in die Blutbahn abgegeben und von dort aus in die einzelnen Körperregionen transportiert. Wichtig hierbei ist nun, dass keine einzige Organzelle im Körper einen direkten Anschluss an eine Blutader besitzt. Die feinsten Endungen der Adern (die sog. Kapillare(2) enden wo? Im Bindegewebe, genauer gesagt in der Flüssigkeit zwischen den Bindegewebszellen. Von dort aus "schwimmen" sie zu den Organgeweben weiter (siehe Abbildungen 6 und 7).

Schematisierte Darstellung. Schematisierte Darstellung.
Schematisierte Darstellung.

Versorgung der Organzellen mit Nährstoffen und Abtransport der Zellausscheidungen über das Bindegewebe:

Die Kapillare (A) enden in der Zwischenzellflüssigkeit (B) des lockeren Bindegewebes (C = netzartige Bindegewebszellen). Aus den Kapillaren treten Nährstoffe aus (D), die sodann über die Zwischenzellflüssigkeit zu den Organzellen (E) sickern. Die Zellausscheidungen (F) werden in die Zwischenzellflüssigkeit abgegeben und gelangen von dort aus in die "Abwasserrohre" (G).

Als Abwassersystem des Körpers ist das Lymphsystem verantwortlich. Das Lymphsystem ist - neben den Blutbahnen - das zweite, selbständig arbeitende Rohrleitungssystem in unsrem Körper. Die "Lymph-Adern" haben die Aufgabe, Ausscheidungen der Zellen aufzunehmen, um sie in die Venen oder zum Dickdarm zu transportieren.

Da das Lymphsystem ebenfalls über keinen direkten Anschluss an die Zellen verfügt, werden Zellabfälle in die Zellzwischenflüssigkeit abgegeben und gelangen von dort aus in die Lymphbahnen.

Das Bindegewebe dient unseren Zellen als Versorgungssystem mit Nährstoffen

Im Grunde ist es also das Bindegewebe, das sowohl die Versorgung aller Organzellen mit Nährstoffen, als auch den Abtransport von Zellausscheidungen ermöglicht.Doch das ist bei weitem noch nicht alles.

Dasselbe gilt nämlich auch für die bio-elektrische Weiterleitung von Nervenimpulsen. Wasser leitet keinen Strom. Es sind nur die die Mineralsalze im Wasser die den Strom leiten. Daher nennt man sie auch "Elektrolyte".
Ohne die richtige Mineralsalzzusammensetzung der Zwischenzellflüssigkeit ist eine störungsfreie Reizweiterleitung der Nervenimpulse nicht möglich.

Auch die Regulierung der Körpertemperatur erfolgt vorwiegend über das Bindegewebssystem.

Betrachtet man nun sowohl die Grösse des Bindegewebes, als auch dessen umfassende Bedeutung für das Leben, wundert es kaum, dass das zusammenhängende und alles tragende Bindegewebe auch als das "System der Grundregulation" des Körpers bezeichnet wird.

Sämtliche grundlegenden Aufgaben, die die Basis für das Funktionieren des Körpers darstellen, werden von Bindegewebe durchgeführt und reguliert.

Das Bindegewebe steuert den Säure-Basen-Haushalt

Eine der allerwichtigsten Funktionen des Bindegewebes ist die Steuerung des Gleichgewichtes zwischen Säuren und Basen im Körper.

Ebenso wie das Fliessen des Biostroms das richtige Säuren-Basen-Gleichgewicht benötigt, ist der Körper gezwungen, den pH-Wert des Blutes in einem engen Band zwischen pH 7,45 und pH 7,25 zu halten.

Schafft der Körper es nicht, den Blut-pH-Wert in dieser Spanne zu halten, spricht man von einer Azidose (zu niedriger pH-Wert) bzw. Alkalose (zu hoher pH-Wert). In beiden Fällen ist eine sofortige medizinische Gegensteuerung erforderlich, da der Betroffene ansonsten stirbt.

Obwohl Schulmediziner gemeinhin erst von einer "Übersäuerung" sprechen, wenn eine Azidose vorliegt wissen wir, dass sie in Wahrheit nicht der Anfang, sondern das letzte Ende einer bereits seit langem bestehenden Übersäuerung ist.

Sämtliche Säuren werden routinemässig in das Bindegewebe abgegeben, um dort mittels Basen zur Neutralisierung zu gelangen.
Doch was geschieht, wenn das Bindegewebe bereits "voll" ist, und nichts mehr "wegstecken" kann? Was geschieht, wenn alles bereits so sauer ist, dass das Blut Schwierigkeiten bekommt, die saure Last abzugeben?

Während die Symptome eines mit Säuren überlasteten Bindegewebes bereits sehr unangenehm sein können, beginnt die Krankheit immer dann, wenn das Bindegewebe so stark überfüllt ist, dass es keine weiteren Säuren mehr abpuffern kann.

Diese Tatsache macht deutlich, dass die Pflege des Bindegewebes eine der wichtigsten Säulen zur Aufrechterhaltung körperlichen Wohlergehens darstellt.

Lesen Sie auch dazu: Verklebtes Bindegewebe (Faszien) und Lösungen dazu.

Die pH-Skala

Der Begriff "pH" leitet sich vom lateinischen "potentia hydrogenii" ab, was so viel bedeutet, wie die "Stärke des Wasserstoffs". Säuren zeichnen sich dadurch aus, dass sie positiv geladene Wasserstoffteilchen besitzen, Basen dadurch, dass sie negativ geladene Wasserstoffteilchen haben. Diese geladenen Wasserstoffteilchen bewirken den Drang zur chemischen Reaktion von Säuren und Basen. Die negativ geladenen Teilchen zieht es dahin, wo es positive Ladung gibt, die positiv geladenen Teilchen dorthin, wo es negative Ladung gibt. Da diese Wasserstoffteilchen also einen Hang dazu haben zu wandern, nennt man sie auch Ionen. Ein Ion ist ein negativ oder positiv geladenes (Wasserstoff-)Teilchen (von griech. ion: wanderndes Teilchen, zu ienai: gehen).

Genau genommen misst der pH-Wert nur die Konzentration der positiven Wasserstoffionen in einer Säure oder Base. Beim Mittelwert "7" sind gleich viele positiv wie negativ geladene Teilchen vorhanden = kein Säureüberschuss = kein Basenüberschuss = reines Wasser. Die Zahlenwerte der Skala geben dabei Zehnerpotenzen an. D.h. die Ätzstärke der Säuren und Basen verzehnfachen sich jeweils von Skalenwert zu Skalenwert. Die stärkste Base hat den Wert 14, die stärkste Säure den Wert 0.

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Mineralstoffe sind anorganisch

Mineralstoffe sind anorganische (nicht lebende), meist kristallin als Salze im Erdreich vorkommende Stoffe (Mineralsalze). Das Wort leitet sich vom lateinischen "mina" ab = Mine, Bergwerk. Regenwasser spült sie aus dem Gestein ins Grund-, bzw. Quellwasser, von dort gelangen sie in den ( Acker-)Boden. Vom Körper absorbierbar sind sie nur, wenn sie von Pflanzen über die Wurzeln aus dem Boden mit der Nahrung aufgenommen werden ( siehe "Organische Mineralien"). Die vom Körper benötigten Haupt-Mineralstoffe sind Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium.

Als Spurenelemente werden jene Mineralstoffe bezeichnet, die im Körper in geringsten Mengen - in Spuren - vorkommen bzw. nur in äusserst geringen Mengen benötigt werden. Im Körper haben Mineralien und Spurenelemente eine Vielzahl lebenswichtiger Aufgaben zu erfüllen. Sie spielen z.B. eine wichtige Rolle bei der Steuerung der Hormone, der Drüsen, der Sekretion, beim Ausgleich des Säure-Basen-Haushalts, bei der (bio-elektrischen) Nervenreizweiterleitung u.v.m.

Organische Mineralstoffe - Das Geheimnis von Gesundheit

Da Mineralien immer anorganisch sind (nicht lebend) ist der Begriff "organische Mineralien" eigentlich irreführend. Gemeint sind damit jene Mineralien, die durch pflanzliche Organismen (daher "organisch") hindurchgegangen sind.

Tatsächlich unterscheiden sich Mineralstoffe, wie sie z.B. im Quellwasser enthalten sind, von denen, die Pflanzen über die Wurzeln aus dem Erdreich aufgenommen haben, denn Pflanzen verändern Mineralstoffe.

Die Veränderung, die Pflanzen mit den Mineralstoffen durchführen, wird Chelatierung genannt (griechisch Chelat = Krebsschere), d.h. die Pflanze umschliesst die Mineralstoffe mit einer organischen Verbindung, wie mit einer Krebsschere. Mit dem landläufig gebrauchten Begriff "organische Mineralien" sind einfach chelatierte Mineralien gemeint.

Ist der Körper - wie bereits oben beschrieben - übersäuert und verschlackt, ist er auf eine besonders hohe Zufuhr organischer Mineralstoffkomplexe angewiesen. Nur ein Überangebot an diesen Mineralien kann einer Übersäuerung des Körpers entgegenwirken.

Darüber hinaus kann ein verschlacktes Bindegewebe sehr gut mit einer Kombination aus einer Entsäuerung mit Basenkonzentraten, der Lymphreinigung und viel Bewegung gereinigt und entschlackt werden. Weitere Informationen zur Entschlackung des Bindegewebes finden Sie überdies am Endes dieses Artikels: Verklebte Faszien – Ursache vieler Beschwerden

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