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Nebenwirkungen von Psychopharmaka (z. B. Antidepressiva)
Nebenwirkungen von Antidepressiva

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 17.02.2017
Nebenwirkungen von Antidepressiva
© Photographee.eu - Fotolia.com

Antidepressiva sollten eigentlich die Stimmung heben. Inzwischen weiss man jedoch, dass sie auch unerwartet zum Tode führen können. Immer länger wird die Liste jener Medikamente, zu deren Nebenwirkungen offenbar auch lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen gehören sollen. Mit Citalopram zählt jetzt auch eines der am häufigsten verschriebenen Antidepressiva zur Kategorie der potentiell tödlichen Psychopharmaka.

Antidepressiva: Der Tod als neue Nebenwirkung

Antidepressiva können viele Nebenwirkungen haben: Mundtrockenheit, Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, übermässiges Schwitzen, körperliche Schwäche, Herzklopfen und Orgasmusschwierigkeiten. Viele Betroffenen nehmen diese Beschwerden nur allzu gerne in Kauf, wenn bloss die Schwermut verfliegt und endlich wieder das Leben Einzug halten kann.

Eine amerikanische Studie, die im Fachmagazin British Medical Journal veröffentlicht wurde, enthüllte jedoch, dass einige Psychopharmaka dazu in der Lage sind, gerade das Gegenteil zu bewirken, nämlich den Tod.

Citalopram und der plötzliche Herztod

Das zuletzt als lebensbedrohlich eingeschätzte Antidepressivum ist Citalopram – das zu den am häufigsten verschriebenen Psychopharmaka gehört. Unter zahlreichen Markennamen ist die aufmunternde Substanz im Handel. Dazu gehören beispielsweise Citadura, Cipramil, Citalostad, Citarcana, Citalon, Celexa, Eostar, Rudopram, Serital, Seropram und viele weitere Präparate mehr.

Diese Medikamente sollen dazu neigen, eine Verlängerung des so genannten QT-Intervalls zu bewirken. QT steht dabei für einen Teil der EKG-Kurve.

Der Herzschlag wird bekanntlich durch eine Abfolge elektrischer Impulse reguliert, die in Form von Wellen auf dem EKG (Elektrokardiogramm) sichtbar gemacht werden. Jede Welle wird dabei mit einem anderen Buchstaben gekennzeichnet: P, Q, R, S, und T

Wenn Sie sich die Kurve eines EKGs (Elektrokardiogramms) vorstellen, so bezeichnet das QT-Intervall den Abstand zwischen der Q- und der T-Welle, also praktisch die hintere Hälfte des EKGs oder anders gesagt: die hohe Zacke und fast alles, was danach kommt.

Wird der Zeitraum zwischen Q und T nun grösser, so spricht man von einer QT-Verlängerung. Die einzige Möglichkeit festzustellen, ob dieses Phänomen auftritt, besteht nur in der Durchführung eines EKGs. Andere Diagnosemöglichkeiten gibt es nicht.

Ein verlängertes QT-Intervall ist ein Hochrisikofaktor für schwere Herzrhythmusstörungen, wie dem sog. Kammerflimmern, was für eine fehlende Pumpleistung des Herzens steht und unmittelbar zum Tode führt. Das heisst, es gibt keine Symptome, die vorwarnen würden. Eine vollkommen gesunde Person stirbt buchstäblich von einer Minute auf die andere – weshalb man hier auch vom plötzlichen Herztod spricht.

Je grösser die Dosis, je höher das Risiko

Die Wissenschaftler besagter Studie erklärten, dass das Risiko eines plötzlichen Todes durch die Einnahme von Citalopram steige, je höher die eingenommene Dosis sei.

Bei der Food and Drug Administration (FDA) ist das Phänomen der dosisabhängigen QT-Intervall-Verlängerung durch Citalopram offenbar ebenfalls bekannt. Und so forderte die Behörde bereits im Sommer 2011 Therapeuten dazu auf, Citalopram nicht in Dosen von mehr als 40 mg am Tag zu verordnen.

Im März 2012 dann senkte man die höchste empfohlene Dosis für spezielle Patientengruppen vorsichtshalber auf 20 mg pro Tag.

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Die Antidepressiva-Studie

Für ihre Studie untersuchten die Forscher insgesamt 38.397 Erwachsene, die zu irgendeinem Zeitpunkt zwischen Februar 1990 und August 2011 entweder ein Antidepressivum oder Methadon (Heroin-Ersatzmedikament) eingenommen hatten.

Zu den Antidepressiva, die von den Probanden im besagten Zeitraum eingenommen wurden, zählten die folgenden Wirkstoffe: Citalopram (mögliche Handelsnamen s. o.), Escitalopram (z. B. Cipralex), Fluoxetin (z. B. Fluctin, Prozac), Paroxetin (z. B. Deroxat, Paroxat), Sertalin (z. B. Zoloft), Amitriptylin (z. B. Saroten), Bupropion (z. B. Elontril, Zyban), Duloxetin (z. B. Cymbalta), Mirtazapin (z. B. Remeron), Nortriptylin (z. B. Nortrilen) und Venlafaxin (z. B. Trevelor,Efexor).

Jeder Teilnehmer wurde innerhalb von 14 bis 90 Tagen nach der Einnahme des verschriebenen Medikaments einem EKG unterzogen. Die Wissenschaftler fanden dabei heraus, dass einige Antidepressiva Auswirkungen auf die Länge des QT-Intervalls hatten.

Eine Ausnahme stellte das Antidepressivum Bupropion dar. Bei ihm konnte der gegensätzliche Effekt festgestellt werden. Hier zeigte sich eine Verkürzung des QT-Intervalls, was leider ebenfalls keine gute Nachricht ist, da auch ein kürzeres QT-Intervall zu Herzrhythmusstörungen, Ohnmachtsanfällen und dem plötzlichen Herztod führen kann.

Weitere Arzneimittel mit ähnlichem Risiko

Schon frühere Forschungsstudien hatten erbracht, dass Antidepressiva, aber auch viele andere Medikamente das QT-Intervall verlängern können. 2004 schrieb Dr. Dan M. Roden von der Vanderbilt University School of Medicine in der Fachzeitung The New England Journal of Medicine, dass im vergangenen Jahrzehnt "der hauptsächlichste Grund für den Rückruf oder die Einschränkung der Verwendung eines bereits zugelassenen Medikaments die potentiell tödliche QT-Intervall-Verlängerung war."

Eine Liste der Medikamente, die das QT-Intervall verlängern können, finden Sie bei den Quellenangaben. Dazu gehören – neben den genannten Antidepressiva – insbesondere Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika), aber auch manche Herzmedikamente, Medikamente gegen Erkrankungen des Verdauungstrakts und der Atemwege, einige Antibiotika, Medikamente gegen Pilzinfektionen sowie etliche andere Arzneimittel wie z. B. Methylphenidat (z. B. Ritalin) oder auch Tamoxifen, das häufig bei Brustkrebs verordnet wird.

Die schlimmsten Antidepressiva

Die schlimmsten Antidepressiva – also jene, die das QT-Intervall durchschnittlich am meisten verlängern – sind laut obiger Studie Citalopram, Escitalopram und Amitriptylin.

Insgesamt zeigte sich bei einem von fünf Nutzern dieser Präparate ein abnormales EKG, vor allem bezüglich des verlängerten QT-Intervalls. Die Forscher gaben jedoch an, dass die klinische Signifikanz dieser Ergebnisse noch nicht bekannt sei.

Aufklärung bei Antidepressiva-Verordnung findet nicht statt

Wir wissen also, dass ein längeres QT-Intervall zum plötzlichen Tod führen kann. In der Realität geschieht dies aber nicht sehr oft – auch wenn bis jetzt noch niemand wirklich die diesbezügliche Sterbehäufigkeit einschätzen kann.

Daher bleibt derzeit nichts anderes übrig, als die betroffenen Menschen vor den potenziellen Risiken eines plötzlichen Todes aufgrund der Einnahme dieser Medikamente zu warnen.

Das jedoch geschieht in der Praxis nicht oft. Vielleicht wird den Patienten mitgeteilt, dass ein Risiko für Nebenwirkungen bestehe. Details zur Art und Ausprägung dieser Nebenwirkungen werden hingegen nicht erläutert. Man agiert nach dem Motto: Der Nutzen überwiegt das Risiko.

Da Depressionen aber nicht selten auch mit Hilfe von speziellen Nahrungsergänzungsmitteln und Vitalstoffen gelindert werden könnten, müsste man in vielen Fällen das bestehende Risiko des plötzlichen Herztodes gar nicht erst eingehen.

Informationen zur ganzheitlichen Vorgehensweise bei Depressionen finden Sie hier:

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Anonym schrieb am 12.08.2017

Sehr geehrte Damen und Herren, ich leide unter starken Depressionen und würde Sie gerne fragen, ob es frei erwerbliche Antidepressiva gibt oder Heilpflanzen mit ähnlicher Wirkung. Ich möchte nicht ausführlich werden, grundsätzlich ist nur wichtig: ich schlafe mindesten 15 Stunden am Tag, jede Form der Bewegung ist für mich ein mentaler Kraftakt und mein Leben ist vollständig sinnlos. Psychologen oder Psychiater was auch immer davon zutrifft nehmen mich weder ernst noch sind sie gewillt mir zu helfen weswegen ich wohl selbst nachfragen muss. Ich habe etwas nachgeguckt aber bei einer Suche nach rezeptfreien Antidepressiva bin ich auf irgendwelche Präparate gestoßen die online nur die Bewertung "Plazebo" haben. So etwas wirkt bei mir gar nicht, da ich nie auch nur ansatzweise davon ausgehe dass mir irgendwas helfen kann. Bei Ihnen bin ich auf Baldrian, Passionsblume und andere Pflanzen gekommen. Von Baldrian jedoch weiß ich dass das eher eine Art Schlafmittel ist, abhängig von der Dosierung. Ich möchte aber keinesfalls müder oder dergleichen werden. Im gegenteil versuche ich mein Leben irgendwie aktiver zu gestalten. Ich würde mich gerne von meiner negativen Lebenseinstellung lösen können oder mich wenigstens wieder dazu motivieren können meiner Arbeit nachzugehen.

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Wir haben hier erklärt, dass man bei Depressionen nicht Baldrian allein einnimmt, sondern diesen als Ergänzung einer Johanniskraut-Passionsblumen-Therapie einsetzt - und genau in dieser Kombination verstärkt er die antidepressive Wirkung des Johanniskrauts.

Vielleicht wäre für Sie auch Rhodiola rosea eine Option.

Depressionen sind ausserdem eine sehr individuell bedingte und ausgeprägte Erkrankung. Oft bleibt nichts anderes übrig, als zu testen, welches Mittel (ob naturheilkundlich oder schulmedizinisch) für einen selbst nun das Beste und Wirksamste ist.

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

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