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Löwenmähne – Der Heilpilz für Gehirn und Nerven

Bereits seit hunderten von Jahren ist der Heilpilz namens Löwenmähne in der chinesischen Medizin als Heilmittel im Einsatz. Auch Studien der letzten Jahrzehnte bestätigen seine umfangreiche positive Wirkung etwa auf kognitive Funktionen und Nervensystem oder psychische Erkrankungen wie Ängste und Depressionen. Erfahren Sie in diesem Artikel mehr über Wirkungen, besondere Inhaltsstoffe und Dosierung des eindrucksvollen Pilzes.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Aktualisiert: 19 Februar 2024

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Traditionelle und moderne Anwendungen der Löwenmähne

Die Löwenmähne (Hericium erinaceus), auch als Affenkopfpilz oder Igel-Stachelbart bezeichnet, wird seit hunderten von Jahren bei den unterschiedlichsten Beschwerden und Erkrankungen in der chinesischen Medizin angewandt – dazu zählen etwa Magen- und Verdauungsbeschwerden oder Erschöpfung und Schwächegefühl.

Wissenschaftliche Studien der letzten Jahrzehnte bestätigen die positive Wirkung dieses Heilpilzes. So sollen bestimmte darin enthaltene Stoffe etwa gegen Krebs und Bluthochdruck wirken sowie bei Nervenerkrankungen helfen ( 1 ). Aus diesem Grund wird er heutzutage auf der ganzen Welt als Nahrungsergänzungsmittel und zur Gesundheitsförderung eingesetzt.

Auch in der Küche findet der Speisepilz in China seit jeher Anwendung, galt jedoch lange Zeit als Luxusgut ( 2 ). Heutzutage wird dieser aufgrund seines hummerähnlichen Geschmacks etwa als Fleischersatz in der chinesischen vegetarischen Küche verwendet. Auf weitere positive Wirkungen sowie Anwendungsmöglichkeiten und Zubereitung des Pilzes gehen wir weiter unten näher ein.

Woher stammen die vielen Namen des Pilzes?

Das ungewöhnliche Aussehen des Pilzes verleiht ihm seine vielen von Tieren stammenden Namen: „Löwenmähne“, „Igel-Stachelbart“ und „Affenkopfpilz“. Denn sein Merkmal ist der weiße Hut, der in zahlreiche weißliche Fasern aufgetrennt ist. Diese erinnern an das dichte Fell einer Löwenmähne oder an die vielen Stacheln eines Igels.

In China ist die Bezeichnung Affenkopfpilz geläufig, da der Pilz einer dort heimischen Affenart ähnelt, deren Gesicht fast vollständig von weißem Fell bedeckt ist.

Wird das „Fell“ des Pilzes immer länger, entstehen herabhängende Fäden, die dem Pilz in Frankreich seinen Namen verleihen. Hier wird dieser nämlich als „Pom-pom blanc“, also als weißer Bommel, bezeichnet. Und tatsächlich erinnert er an den flauschigen Puschel einer Mütze.

Wo ist die Löwenmähne in freier Natur zu finden?

Die Löwenmähne wächst an absterbenden oder toten Laubbäumen und ist in der gesamten nördlichen Hemisphäre verbreitet. Häufig ist sie in Japan und Nordamerika zu finden, während man sie in Europa in der freien Natur nur selten antrifft (1) ( 3 ).

In Deutschland etwa wächst der Pilz sehr zerstreut, konnte jedoch angeblich in fast allen Bundesländern mindestens einmal nachgewiesen werden.

Mittlerweile wird der Pilz vor allem in Japan und China, wo er deutlich bekannter ist als in Europa, vermehrt kultiviert. Aufgrund seiner hohen Anforderungen an seine Umgebung, ist es mühsam, ihn in der Natur in größeren Mengen für den Handel zu finden und zu sammeln - zumal die Nachfrage kontinuierlich steigt. So benötigt der Pilz etwa eine hohe Luftfeuchtigkeit und wärmere Temperaturen, um gedeihen zu können.

Doch nicht nur in Japan und China, auch in Deutschland gibt es bereits Zuchtbetriebe, in denen die Löwenmähne als frischer Speisepilz erworben werden kann.

Welche besonderen Inhaltsstoffe hat die Löwenmähne?

Der Fruchtkörper der Löwenmähne, also der weiße sichtbare Pilzkopf, als auch das Myzel sind reich an Proteinen, Aminosäuren, Mineralien, Vitaminen und bioaktiven Stoffen. Der Pilzkopf ist der Fruchtkörper des Pilzes, während das Myzel der eigentliche Pilz ist, das sich meist in der Erde oder im Holz von Bäumen oder anderen Substraten befindet.

In größeren Mengen wurden vor allem die Aminosäuren L-Alanin mit 2.43 mg/g und L-Leucin mit 2.38 mg/g sowie die Mineralstoffe Kalium und Phosphor mit 254 bzw. 109mg/100g in der Trockenmasse des Pilzes nachgewiesen.

Die bis zu über 100 verschiedenen bioaktiven Stoffe, die die unterschiedlichsten gesundheitsfördernden Wirkungen auf den Körper haben, machen die Löwenmähne zu einem wahren Powerpilz.

Die wichtigsten bioaktiven Stoffe des Pilzes sind:

  1. Polysaccharide, die auch als Mehrfachzucker bezeichnet werden und zu den Kohlenhydraten zählen
  2. Hericenon und Erinacin, die zu den Terpenoiden zählen
  3. Hericirin, ein Alkaloid
  4. Polyphenole

Die spezifischen Polysaccharide des Pilzes sind für die meisten positiven Wirkungen der Löwenmähne verantwortlich. Dazu zählen etwa die blutzucker-, cholesterin- und triglyceridsenkende Wirkung, die schützende Wirkung auf Leber und Magen sowie die krebshemmende, immunstärkende und antibakterielle Wirkung.

Hericenon und Erinacin sind unter anderem für die neuroregenerative und neuroprotektive Wirkung des Pilzes verantwortlich, die die Löwenmähne zu einer potentiellen Behandlungsmethode neurologischer Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson macht.

Das Alkaloid Hericirin wirkt entzündungshemmend, während die Polyphenole für die antioxidative Wirkung verantwortlich sind (3).

Welche gesundheitlichen Vorteile hat die Löwenmähne?

Die besonderen Inhaltsstoffe der Löwenmähne machen ihn zu einem wahren Allrounder. Einige der positiven Wirkungen auf Körper und Psyche wurden bereits in Studien am Menschen nachgewiesen, andere zeigten sich in Tier- oder Zellstudien als vielversprechend. Dazu zählen die Folgenden (1) ( 4 ) ( 5 ):

  1. stärkt Nervensystem und kognitive Funktionen
  2. wirkt krebshemmend
  3. stärkt das Immunsystem
  4. schützt vor Herzerkrankungen
  5. senkt Triglyceridspiegel und verhindert Oxidation von LDL-Cholesterin (die andernfalls zur Entstehung von Arteriosklerose beitragen kann)
  6. senkt das Risiko für Blutgerinnsel
  7. wirkt antioxidativ
  8. schützt die Leber
  9. hemmt das Wachstum von Bakterien, Viren und Pilzen
  10. senkt den Blutzuckerspiegel
  11. steigert die Muskelausdauer
  12. fördert eine gesunde Darmflora
  13. wirkt entzündungshemmend

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Löwenmähne stärkt Nervensystem und kognitive Funktionen

Vor allem die in der Löwenmähne enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe Hericenon und Erinacin scheinen für die positive Wirkung auf das Nervensystem sowie auf die kognitive Leistungsfähigkeit verantwortlich zu sein. Denn diese Inhaltsstoffe sind in der Lage, das Wachstum von Gehirnzellen zu stimulieren.

Dabei spielt der Nervenwachstumsfaktor NGF eine bedeutende Rolle. NGF ist ein Protein, das den Tod von Nervenzellen verhindert und unter anderem für die Aufrechterhaltung der Funktion von Nervenzellen sowie für die Gedächtnisfunktion wichtig ist. Hericenon und Erinacin sollen in der Lage sein, die körpereigene Bildung des Nervenwachstumsfaktors zu stimulieren (1).

Der positive Effekt der Löwenmähne auf Nervensystem und kognitive Funktionen konnte bereits in einigen Studien an Menschen nachgewiesen werden. So zeigen zwei doppelblinde, placebokontrollierte Studien Verbesserungen der kognitiven Funktionen von Menschen über 50 Jahren nach Einnahme des Pilzes.

Dies war sowohl bei Teilnehmern der Fall, die an leichter kognitiver Beeinträchtigung litten als auch bei gesunden Personen.

Während die Teilnehmer der Studie mit leichter kognitiver Beeinträchtigung 16 Wochen lang dreimal täglich vier Tabletten à 250 mg einnahmen, die 96 % Löwenmähnen-Pulver (pulverisierten Fruchtkörper) enthielten (6), sollten die gesunden Teilnehmer der anderen Studie 12 Wochen lang viermal täglich Kapseln mit jeweils 800 mg ebenfalls eines Fruchtkörper-Pulvers zu sich nehmen ( 7 ).

Man konnte erkennen, dass die kognitive Leistungsfähigkeit mit der Dauer der Einnahme anstieg, nach Beendigung der Einnahme jedoch wieder absank (6). Für eine dauerhaft bessere Gehirnleistung scheint daher eine regelmäßige Einnahme des Pilzes notwendig zu sein.

Löwenmähne verbessert Alzheimer

Viele Faktoren wie etwa Aluminium, Medikamente oder eine ungesunde Ernährung können dazu beitragen, dass die Funktion des Gehirns abnimmt und sich Erkrankungen wie Alzheimer oder Demenz entwickeln.

Tierstudien zeigen, dass die Löwenmähne und darin enthaltene Extrakte die Symptome des Gedächtnisverlusts bei Mäusen reduzieren und neuronale Schäden verhindern kann, die durch Alzheimer-Plaques verursacht werden. Alzheimer-Plaques sind Ablagerungen von Eiweißen, sogenannten Beta-Amyloiden, die sich an Verbindungen zwischen den Nervenzellen ansammeln.

Eine 2020 veröffentlichte, doppelblinde Studie an Menschen, die von leichtem Alzheimer betroffen waren, ergab, dass die Einnahme der Löwenmähne über 49 Wochen die kognitiven Funktionen im Vergleich zu einem Placebo signifikant verbesserte.

Die Teilnehmer sollten drei Mal am Tag je eine Kapsel mit 350 mg des Löwenmähnen-Myzels (mit 5 mg/g Erinacin A) einnehmen ( 8 ).

Kapseln mit dem reinen Myzel erhalten Sie z. B. von der Firma "Suplementos Zeus". Das Produkt heißt Milena de León und enthält 500 mg Myzel pro Kapsel.

Löwenmähne verbessert Depressionen und Ängste

Die Entstehung von Depressionen und Ängsten kann durch viele Faktoren begünstigt werden – chronische Entzündungen, eine eingeschränkte Neuroplastizität sowie ein Mangel an Neurotransmittern sind ein paar davon. Neuere Studien fanden heraus, dass die Löwenmähne einigen dieser Faktoren entgegenwirken kann.

So zeigten Tierversuche, dass der Pilz entzündungshemmend wirkt, Neurotransmitter wie Noradrenalin, Serotonin und Dopamin im Hippocampus erhöht sowie die Neuroplastizität im Gehirn verbessert ( 9 ).

Neuroplastizität bedeutet, dass sich das Gehirn je nach äußeren Umständen oder Anforderungen immer wieder neu anpassen kann, etwa wenn man etwas Neues lernt oder das Gehirn durch einen Schlaganfall geschädigt wird.

Auch Studien am Menschen belegen bereits die Wirksamkeit der Löwenmähne bei Depressionen und Ängsten.

So zeigte eine Studie an 30 Frauen in den Wechseljahren, dass der tägliche Verzehr von Keksen, die den Pilz enthielten, zu weniger depressiven Symptomen und Angstgefühlen führte als Placebo-Kekse. Die Frauen aßen vier Wochen lang täglich vier Kekse, die jeweils 500 mg des pulverisierten Fruchtkörpers der Löwenmähne enthielten ( 10 ).

Auch eine italienische Studie aus dem Jahr 2019 mit übergewichtigen und fettleibigen Menschen zeigte, dass die Löwenmähne Angstzustände, Depressionen und Schlafstörungen verbesserte. Die Teilnehmer nahmen drei 400-mg-Kapseln des Nahrungsergänzungsmittels Micotherapy Hericium täglich über acht Wochen ein.

Das Nahrungsergänzungsmittel Micotherapy Hericium besteht zu 80 % aus Myzelien der Löwenmähne und zu 20 % aus dem Extrakt des Fruchtkörpers. Sie können das Arzneimittel online kaufen ( 11 ).

Löwenmähne verbessert Gehör bei Hörschädigung

Eine Hörschädigung kann viele Ursachen haben. So können etwa Lärm, eine ototoxische bzw. gehörschädigende Überbelastung etwa durch Medikamente wie bestimmte Antibiotika, Chemotherapeutika oder harntreibende Mittel, aber auch Erkrankungen wie etwa Fettleibigkeit, Bluthochdruck oder Diabetes dazu beitragen, dass sich das Gehör verschlechtert.

Bei altersbedingter Hörschädigung, die etwa ab 50 Jahren einsetzt, spielen übermäßige Schäden durch reaktive Sauerstoffspezies eine wichtige Rolle. Reaktive Sauerstoffspezies sind Sauerstoffradikale, die in großer Menge zu oxidativen Schäden in Teilen des Innenohrs führen können.

Taiwanesische Forscher veröffentlichten im Jahr 2022 eine randomisierte, kontrollierte Studie, in der sie herausfanden, dass die Löwenmähne vor allem durch seine antioxidative Wirkung in der Lage ist, den Hörverlust bei Menschen zwischen 50 und 79 Jahre zu verbessern. Insbesondere auf die Wahrnehmung hoher Frequenzen sowie die Spracherkennung wirkte sich der Pilz positiv aus.

Auch die Serumkonzentration des neurotrophen Faktors NGF erhöhte sich bei Menschen über 65 Jahren signifikant im Vergleich zur Kontrollgruppe, während der neurotrophe Faktor BDNF tendenziell anstieg. Neurotrophe Faktoren sinken im Alter, sind jedoch essentiell für das Überleben von Nervenzellen und damit auch für das Gehör ( 12 ).

Die Teilnehmer nahmen acht Monate lang täglich acht Tabletten mit jeweils 250 mg Myzelienpulver der Löwenmähne und 250 mg Honig ein, also insgesamt 2 g Myzelienpulver pro Tag.

Löwenmähne für Verdauung und Magen-Darm-Gesundheit

Mehrere Studien belegen, dass sich die Löwenmähne positiv auf das Verdauungssystem auswirken kann. So kann der Pilz etwa dabei helfen, Magengeschwüre zu verhindern. Denn er hemmt das Wachstum des Bakteriums Helicobacter pylori, das häufig für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich ist.

Autoren einer Studie, die 2019 im International Journal of Medicinal Mushrooms veröffentlicht wurde, fanden niedrigere Konzentrationen des Bakteriums Helicobacter pylori in den Mägen von Mäusen, die mit Löwenmähnen-Extrakt behandelt wurden, als in den Mägen der Mäuse, die den Pilz nicht erhielten ( 13 ).

Löwenmähne bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Die Löwenmähne kann jedoch auch vor entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn schützen.

So zeigte etwa eine 2016 veröffentlichte Studie an Patienten mit Colitis ulcerosa, dass das Arzneimittel AndoSan, das zu 15 % aus Löwenmähnen-Extrakt besteht, nach drei Wochen zu einer Verbesserung der Symptome und der Lebensqualität führte. In der Placebogruppe hingegen zeigte sich keine Verbesserung ( 14 ).

Noch im selben Jahr wiederholten die Autoren die Studie an Patienten mit Morbus Crohn, in der sich sowohl in der Behandlungsgruppe als auch in der Placebogruppe ähnliche Verbesserungen zeigten ( 15 ).

Die positive Wirkung von AndoSan auf entzündliche Darmerkrankungen scheint auf das Zusammenspiel der drei darin enthaltenen Pilze zurückzuführen zu sein. AndoSan enthält abgesehen von der Löwenmähne die Pilze Agaricus blazei Murill, auch Mandelpilz genannt, sowie Grifola frondosa, auch als Gemeiner Klapperschwamm bekannt.

Löwenmähne für eine gesunde Darmflora

Für die körperliche und psychische Gesundheit unerlässlich ist eine gesunde Darmflora. Diese kann etwa durch eine nährstoffreiche Ernährung mit vielen Ballaststoffen, durch präbiotische Lebensmittel oder Omega-3-Fettsäuren gefördert werden. Doch auch die Löwenmähne scheint sich einer Studie aus dem Jahr 2021 zufolge positiv darauf auszuwirken.

Bei den 13 Teilnehmern handelte es sich um gesunde Erwachsene, die sieben Tage lang dreimal täglich 1 g Löwenmähnen-Pulver einnehmen sollten. Sowohl vor der siebentägigen Einnahme als auch danach wurden Blut- und Stuhlproben entnommen.

Es stellte sich heraus, dass der Pilz die Alpha-Diversität, also die Artenvielfalt der Bakterien in der Darmflora, als auch die Häufigkeit einiger Bakterien, die kurzkettige Fettsäuren produzieren, erhöhte. Kurzkettige Fettsäuren dienen den Schleimhautzellen im Darm als Energiequelle und unterstützen so eine gesunde Darmschleimhaut.

Gleichzeitig führte die Einnahme des Pilzes in der Studie zu einer Reduktion von Darmbakterien, die mit der Entstehung von Krankheiten in Verbindung gebracht werden (5).

Löwenmähne stärkt das Immunsystem

Einige Untersuchungen an Tieren deuten bereits darauf hin, dass die Löwenmähne neben ihren vielen anderen positiven Wirkungen auf den Körper auch das Immunsystem stärken und vor Bakterien, Viren und anderen schädlichen Stoffen schützen kann.

Für ein starkes Immunsystem ist ein gesunder Darm essentiell – denn 80 % der Immunzellen befinden sich in der Darmschleimhaut. Wird die Funktion des Darms etwa durch Stress, ungesunde Ernährung oder Umweltgifte gestört, kann es etwa zu entzündlichen Darmerkrankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten aber auch zu Immunschwäche kommen.

Eine Studie, die im Jahr 2017 im Magazin Food & Function veröffentlicht wurde, ergab, dass die Löwenmähne das Immunsystem im Darm von Mäusen stärkte ( 16 ). Eine andere Studie zeigte, dass die Lebensdauer von Mäusen, denen eine tödliche Dosis Salmonellenbakterien injiziert wurde, durch die tägliche Einnahme des Pilzes um fast das Vierfache verlängert wurde ( 17 ).

Die positive Auswirkung des Pilzes auf das Immunsystem scheint also unter anderem darauf zurückzuführen zu sein, dass dieser eine vorteilhafte Wirkung auf die Darmbakterien hat, wie die Autoren einer Studie aus dem Jahr 2017 erklärten, die den Ursachen der immunstärkenden Wirkung der Löwenmähne auf den Grund gingen ( 18 ).

Löwenmähne wirkt antioxidativ und entzündungshemmend

Man nimmt an, dass oxidativer Stress und chronische Entzündungen die Hauptursache vieler Erkrankungen wie Herzerkrankungen, Krebs oder Autoimmunerkrankungen wie etwa Multiple Sklerose oder Typ-1-Diabetes sind ( 19 ).

Einige Studien an Tieren belegen bereits, dass die Löwenmähne stark antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt und dadurch in der Lage ist, die Auswirkungen von Erkrankungen und möglicherweise auch das Erkrankungsrisiko zu verringern ( 20 ).

So erwies sich der Löwenmähnen-Extrakt bei Mäusen etwa bei der Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen, Leberschäden und Schlaganfällen als wirksam ( 21 ) ( 22 ) ( 23 ).

Auch die Gesundheitsrisiken, die mit Fettleibigkeit einhergehen, konnten durch den Pilz reduziert werden. So scheint dieser in der Lage zu sein, Entzündungen zu verringern, die durch entzündungsfördernde Botenstoffe aus dem Fettgewebe entstehen ( 24 ).

Löwenmähne könnte bei Krebs helfen

Auch wenn zur Wirkung der Löwenmähne bei Krebs bisher lediglich die Ergebnisse von Zell- und Tierstudien vorliegen, erwiesen sich diese als vielversprechend.

So zeigte sich etwa, dass HEFP-2b, eine bestimmte Verbindung, die in der Löwenmähne enthalten ist, das Wachstum von Darmkrebszellen im Reagenzglas verlangsamte ( 25 ). Auch im Pilz enthaltene Peptide scheinen in der Lage zu sein, freie Radikale, die mit Krebs in Zusammenhang stehen, einzufangen und den Tod von Krebszellen auszulösen ( 26 ).

Einer Studie aus dem Jahr 2014 zufolge scheinen bestimmte Extrakte der Löwenmähne bei Mäusen sogar wirksamer als das herkömmliche Krebsmedikament 5-Fluorouracil zu sein, um das Tumorwachstum zu verlangsamen – und das ganz ohne schwere Nebenwirkungen.

Die Extrakte des Pilzes sollen gegen Leberkrebs, Darmkrebs und Magenkrebs wirksam sein und haben laut Autoren das Potential, sich zu Krebsmedikamenten zu entwickeln, die allein und/oder in Kombination mit Chemotherapeutika verwendet werden können ( 27 ).

Löwenmähne reduziert Risiko für Herzerkrankungen

Der Extrakt der Löwenmähne kann sich überdies positiv auf einige der wichtigsten Risikofaktoren für Herzerkrankungen auswirken. Dazu zählen ein hoher Triglyceridspiegel, oxidiertes LDL-Cholesterin, Fettsucht sowie die Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln.

So zeigte etwa eine Studie aus dem Jahr 2010 an Ratten, die zusätzlich zu einer fettreichen Diät den Löwenmähnen-Extrakt erhielten, nach 28 Tagen einen um 27 % geringeren Triglyceridspiegel und eine um 42 % geringere Gewichtszunahme als jene Ratten, die keinen Pilzextrakt zu sich nahmen ( 28 ).

Zellstudien ergaben außerdem, dass Löwenmähnen-Extrakt dazu beitragen kann, die Oxidation des LDL-Cholesterins im Blutkreislauf zu verhindern ( 29 ). Dieser Vorgang ist wichtig, da oxidierte Cholesterinmoleküle dazu neigen, sich an Arterienwände anzuheften und zu verhärten, wodurch sie das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen.

Das in der Löwenmähne enthaltene Hericenon B ist überdies in der Lage, die Blutgerinnungsrate und somit das Risiko für Blutgerinnsel zu verringern, die etwa zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können ( 30 ).

Die Ergebnisse aus Zell- und Tierstudien zur Wirksamkeit der Löwenmähne bei Herzerkrankungen sind vielversprechend, Studien am Menschen sind jedoch noch ausstehend. Welche Dosis speziell zur Vorbeugung oder Behandlung von Herzerkrankungen wirksam sein kann, ist daher noch unklar.

Löwenmähne kann bei Diabetes helfen

Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2 sind dadurch gekennzeichnet, dass der Blutzuckerspiegel konstant erhöht ist, was Nieren- und Nervenerkrankungen sowie Gefäß- und Augenschäden zur Folge haben kann.

Einige Studien an Tieren zeigen, dass die Löwenmähne in der Lage ist, den Blutzuckerspiegel zu senken, die Schädigung von Organen zu mildern sowie diabetische Nervenschmerzen in Händen und Füßen zu reduzieren ( 31 ) ( 32 ).

Ein Erklärungsansatz für die blutzuckersenkende Wirkung besteht darin, dass die Löwenmähne die Aktivität des Enzyms Alpha-Glucosidase blockiert. Das Enzym baut Kohlenhydrate im Dünndarm ab, ähnlich wie das bei Alpha-Glucosidase-Hemmern der Fall ist, die als Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt werden (z. B. Acarbose oder Miglitol).

Wird dieses Enzym blockiert, können Kohlenhydrate schlechter verdaut und vom Körper aufgenommen werden, wodurch auch der Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigt ( 33 ).

Achten Sie jedoch bei der Einnahme der Löwenmähne darauf, dass diese mit anderen Mitteln, die zur Behandlung von Diabetes eingenommen werden, interagieren können und unter Umständen zu einem zu niedrigen Blutzucker führen kann. Besprechen Sie die Einnahme daher vorher mit Ihrem Arzt.

Hat die Löwenmähne Nebenwirkungen?

Die Löwenmähne scheint Studien zufolge nur selten und wenige Nebenwirkungen zu haben. So wurde etwa bei der oben berichteten Studie an 30 Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung, die 16 Wochen lang dreimal täglich vier 250 mg-Tabletten mit Löwenmähnen-Pulver einnahmen, also insgesamt 3 g pro Tag, keine Nebenwirkungen berichtet (6).

In einer weiteren bereits erwähnten Studie über die Wirkung der Löwenmähne bei Alzheimer berichteten lediglich vier von 68 Teilnehmern von Bauchbeschwerden, Übelkeit und Hautausschlag (8). Es gibt auch andere dokumentierte Fälle von Atembeschwerden oder Hautausschlägen, von denen man jedoch annimmt, dass sie auf Allergien zurückzuführen sind ( 34 ) ( 35 ).

In Tierstudien konnte gezeigt werden, dass unerwünschte Wirkungen selbst bei hohen Dosen von bis zu 5 g pro kg Körpergewicht und Tag über einen Monat ausblieben ( 36 ). Bei geringeren Dosen von bis zu 1 g pro kg Körpergewicht wurden auch nach 3 Monaten keine negativen Auswirkungen berichtet ( 37 ).

Wer jedoch allergisch auf Pilze reagiert, sollte die Löwenmähne meiden.

Wie sollte die Löwenmähne dosiert werden?

Für die Löwenmähne gibt es keine Standarddosierung, die für alle Menschen gilt. Die Dosierung ist abhängig von Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand oder anderen Medikamenten, die eingenommen werden. Daher empfehlen wir, die Einnahme und Dosierung im Vorfeld mit Ihrem Arzt zu besprechen.

Dosierung zur Verbesserung der kognitiven Funktion

Um die kognitive Funktion zu verbessern, empfehlen Forscher 3-5 g des getrockneten Fruchtkörpers pro Tag einzunehmen ( 38 ). In der oben beschriebenen Studie verbesserten sich die kognitiven Funktionen etwa bei der Einnahme von dreimal täglich vier 250 mg-Tabletten, also insgesamt 3 g pro Tag. Die Tabletten enthielten zu 96 % Löwenmähnen-Pulver (6).

Dosierung zur Verbesserung von Depressionen und Angstzuständen

Drei 400-mg-Kapseln des Nahrungsergänzungsmittels Micotherapy Hericium täglich, das über acht Wochen eingenommen wurde, konnte Angstzustände, Depressionen und Schlafstörungen signifikant verbessern. Sie können Micotherapy Hericium online kaufen. Das Nahrungsergänzungsmittel besteht zu 80 % aus Myzelien des Pilzes und zu 20 % aus dem Extrakt des Fruchtkörpers (11).

Auch vier Kekse pro Tag mit jeweils 500 mg des pulverisierten Fruchtkörpers der Löwenmähne führte bei Frauen innerhalb von vier Wochen zu einer Verbesserung von depressiven Symptomen und Angstgefühlen.

Dosierung zur Verbesserung des Gehörs bei Hörschädigung

Acht Tabletten mit jeweils 250 mg Myzelienpulver der Löwenmähne und 250 mg Honig, also insgesamt 2 g des Löwenmähnen-Pulvers pro Tag, verbesserte bei einer Einnahme von acht Monaten das Gehör von älteren schwerhörigen Menschen.

Wie kann die Löwenmähne verzehrt/eingenommen werden?

Sie können die Löwenmähne roh, gekocht, getrocknet (und pulverisiert) oder als Tee aufgebrüht verzehren.

Der Geschmack des Pilzes wird als hummerähnlich beschrieben, weshalb er als Fleischersatz verwendet werden kann sowie als leckere Zutat für Risotto, Pasta oder Suppe dienen kann. Wie Sie die frische Löwenmähne etwa als Beilage oder zum alleinigen Verzehr zubereiten können, beschreiben wir im nächsten Abschnitt.

In Form von Pulver kann die Löwenmähne auch in heißes Wasser, Tee, Kaffee, Eistee, Smoothies oder auch in eine Goldene Milch gemischt sowie den verschiedensten Speisen untergerührt werden. Der Pilz kann natürlich auch in Form von Kapseln oder Tinkturen eingenommen werden.

Welche Unterschiede gibt es bei den Kapseln?

Bei Löwenmähnen-Kapseln gibt es Unterschiede: Es gibt Kapseln, die entweder Pulver aus dem Fruchtkörper, Pulver aus dem Myzel oder eine Mischung aus beiden Pulverarten enthalten und es gibt Kapseln, die einen Pilzextrakt enthalten. In den oben erwähnten Studien wurden häufig Nahrungsergänzungsmittel verwendet, die entweder das Pulver des Myzels oder des Fruchtkörpers enthielten.

Die meisten Kapseln, die es zu kaufen gibt, enthalten jedoch das Fruchtkörperpulver oder beide Teile des Pilzes. Reine Myzelkapseln sind selten.

Achten Sie beim Kauf von Kapseln, Tinkturen oder Löwenmähnen-Pulver darauf, dass die Produkte bio-zertifiziert sind, um zu vermeiden, dass der Pilz Pestizide enthält.

Forscher sind der Meinung, dass die Löwenmähne am besten frisch verzehrt werden sollte, da durch die Verarbeitung und die Erhitzung des Pilzes, die die Haltbarkeit verlängern soll, die positive Wirkung auf das Nervensystem beeinträchtigt wird ( 40 ). Eine gute Alternative könnte daher etwa Löwenmähnen-Pulver sein, das schonend getrocknet wird.

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Wie wird die frische Löwenmähne zubereitet?

Frische Löwenmähne ist etwa in Deutschland nicht im Supermarkt um die Ecke zu finden, sondern wird lediglich in Spezialitätengeschäften oder online angeboten. Da der Pilz im Vergleich zu anderen Pilzarten sehr langsam wächst, ist er jedoch nicht gerade günstig. So ist die Löwenmähne online für etwa 32 € pro kg erhältlich.

Mit ein bisschen Geduld können Sie den Pilz aber auch selbst züchten. Wie das funktioniert, beschreiben wir im nächsten Abschnitt weiter unten.

Im Folgenden finden Sie ein Rezept, wie Sie die frische Löwenmähne zubereiten können ( 39 ).

Zutaten für 4 Portionen:

  1. 600 g Löwenmähne
  2. 50 g pflanzliches Öl Ihrer Wahl
  3. 1 Zweig Thymian und Rosmarin
  4. 4 Zehen Knoblauch
  5. 1 Spritzer Zitrone
  6. 1 Bund Rucolasprossen oder eine andere Beilage Ihrer Wahl

1. Spülen Sie die Löwenmähne vorsichtig ab und schneiden Sie den Pilz anschließend in gleichmäßige Scheiben. Manche Quellen empfehlen, den Pilz gar nicht zu waschen, da sich die Stacheln beim Kontakt mit Wasser vollsaugen und das Aroma verlieren.

2. Geben Sie das Fett Ihrer Wahl in einen Topf, erwärmen Sie es und fügen Sie etwas Salz und einen Spritzer Zitronensaft hinzu.

3. Schwenken Sie die Pilzscheiben in dem Fett und erhitzen Sie anschließend eine Pfanne.

4. Legen Sie die Pilzstücke zusammen mit etwas frischem oder getrocknetem Rosmarin und Thymian in die Pfanne und drücken Sie die Knoblauchzehen dazu. Braten Sie die Pilze darin bei mittlerer Hitze goldbraun.

5. Nehmen Sie die Pilze aus der Pfanne, tropfen sie diese bei Bedarf auf einem Stück Küchenrolle ab und servieren Sie die Löwenmähne mit aromatischen Rucolasprossen oder einer anderen Beilage Ihrer Wahl.

Wie kann man die Löwenmähne selbst züchten?

Die Löwenmähne kann ganzjährig im Haus oder im Gewächshaus gezüchtet werden. Allerdings ist die Zucht des Pilzes nicht ganz einfach, da er spezielle Anforderungen an Luftfeuchtigkeit und Temperatur stellt. Die weißen Fruchtkörper vertragen außerdem nicht allzu viel Licht. Haben Sie jedoch Freude daran zu experimentieren, ist der Pilz genau richtig für Sie.

Um die Löwenmähne zu züchten, brauchen Sie das Pilzmyzel, das Sie online kaufen können und in einem Block aus Substrat erhalten. Das Substrat braucht während der Aktivierungsphase, die bis zu fünf Tage dauert, eine hohe Luftfeuchtigkeit von 95-100 %, einen ausreichenden Luftaustausch und Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad Celsius.

Nach dieser Aktivierungsphase reifen die weißen Fruchtkörper. Nun braucht die Löwenmähne mehr Wärme. Die Temperaturen sollten zwischen 18 und 24 Grad Celsius liegen. Hat der Pilz seine typischen weißlichen Stacheln ausgebildet und wirkt er flauschig und wuschelig, wie der Bommel einer Haube, ist er reif und kann geerntet werden.

* Hier erhalten Sie Pilzbrut, mit der Sie Ihren Löwenmähnenpilz selbst züchten können.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.