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Selenmangel - Ursache vieler Beschwerden

Selenmangel - Ursache vieler Beschwerden

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(Zentrum der Gesundheit) - Die beiden grundlegenden Eigenschaften des Selens sind seine ausgezeichnete antioxidative Wirkung sowie seine segensreiche Fähigkeit, Schwermetalle an sich zu binden. Beide Funktionen schützen die Körperzellen vor den Angriffen freier Radikale und stärken die körpereigene Abwehrkraft. So kann eine ausreichende Selenversorgung vor sehr vielen Krankheiten schützen. Doch leider weisen die meisten Menschen heutzutage einen eklatanten Selenmangel auf - mit weitreichenden Folgen.

Selenmangel ist weit verbreitet

Selen ist ein essentielles Spurenelement was bedeutet, dass es einerseits lebenswichtig ist und andererseits nur in Spuren vom Körper benötigt wird. Allerdings muss diese geringe Menge regelmässig über die Nahrung zugeführt werden, da der Körper Selen nicht selbst herstellen kann.

Ausschliesslich Pflanzen sind in der Lage, das im Erdreich vorhandene anorganische Selen über ihre Wurzeln aufzunehmen und zu speichern.

Wir gelangen schliesslich durch den Verzehr dieser Pflanzen an das jetzt organische Selen und können so den Selen-bedarf unseres Körpers decken. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich die Pflanzen auf einem selenreichen Boden entwickeln konnten.

Das ist heutzutage jedoch leider nur noch selten der Fall, denn in weiten Teilen Mittel- und Nordeuropas sowie in vielen anderen Regionen der Welt sind die Böden mittlerweile erschreckend selenarm.

Selenmangel aufgrund selenarmer Böden

Verantwortlich für den gravierenden Selenmangel ist die ausgedehnte Übersäuerung der Böden, die durch den sauren Regen und die Verwendung sulfathaltiger Düngemittel hervorgerufen wird. Die immer häufiger auftretenden starken Regenfälle schwemmen zusätzlich Selen aus dem Boden.

Darüber hinaus befinden sich im Erdreich zunehmend Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium, Aluminium, Blei und Arsen (vor allem in Industriezentren und Ballungsgebieten).

Diese Einflüsse bewirken eine einschneidende Veränderung der Bodenqualität und führen schliesslich dazu, dass die Selen-Aufnahme der Pflanzen erheblich behindert wird.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass Selen eine Bindung mit den Schwermetallen eingeht, in dessen Folge ein schwerlöslicher Selen-Komplex entsteht. Unter anderen Voraussetzungen stellt die Fähigkeit, Schwermetalle zu binden, eine ausgesprochen wertvolle Eigenschaft des Selens dar – beispielsweise im menschlichen Körper.

Im Boden jedoch ist diese Fähigkeit zur Komplexbildung im Hinblick auf die Selenversorgung des Menschen eher von Nachteil, da die Pflanze das Selen in dieser gebundenen Form nicht mehr verwerten und somit auch nicht an den Menschen weiter geben kann.

Diese einschneidende Veränderung in der Zusammensetzung des ehemals ausgewogenen Erdreichs erklärt, warum der Selengehalt der Pflanzen, die in derart belasteten Regionen beheimatet sind, dramatisch abgenommen hat.

Logischerweise überträgt sich diese Entwicklung zwangsläufig auch auf den Menschen, der diese selenarmen Pflanzen verzehrt. So wundert es nicht, dass ein Selenmangel heutzutage weitaus verbreiteter ist, als allgemein angenommen wird.

Selen ist für die Gesundheit unverzichtbar

Selen befindet sich in unterschiedlicher Konzentration in allen Organen und Geweben unseres Körpers.

Die Leber, die Niere, das Herz, die Bauchspeicheldrüse, die Milz, das Gehirn, die Augen, die Hoden, die roten Blutkörperchen sowie die Blutplättchen enthalten grössere Selenmengen. Mit etwa 40 Prozent ist der grösste Anteil an Selen jedoch in der Skelettmuskulatur gespeichert.

Bei einem Selenmangel kommt es automatisch zu einer Umverteilung der Selenspeicher. Das wenige vorhandene wird nun bevorzugt in jene Gewebe und Organe eingebaut, die der Aufrechterhaltung wichtiger Körperfunktionen dienen.

Hierzu zählen in erster Linie die Hypophyse, die Zirbeldrüse, die Schilddrüse, die Nebenschilddrüsen, die Bauchspeicheldrüse und die Nebennieren.

Aber auch die Fortpflanzungsorgane sowie das zentrale Nervensystem müssen unbedingt mit Selen versorgt werden, um ordnungsgemäss funktionieren zu können.

Dieser Fakt macht deutlich, welchen Stellenwert das Spurenelement Selen trotz seiner minimal benötigten Mengen auf die Gesunderhaltung des Körpers hat.

Selen schützt alle Zellen

Selen zählt zu den wichtigen Antioxidantien, die den Körper vor gefährlichen freien Radikalen schützen. Freie Radikale greifen zunächst die Zellwände an, gelangen so ins Zellinnere und zerstören schliesslich die ganze Zelle.

Das ist der Beginn unterschiedlichster Erkrankungen. Augenkrankheiten, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs zählen ebenso dazu wie Multiple Sklerose und Parkinson (beim Angriff auf Nervenzellen), Alzheimer (beim Angriff auf Gehirnzellen) sowie viele andere mehr.

Erkrankungen die mit chronischen Entzündungsprozessen einhergehen, wie beispielsweise Arthritis, Colitis Ulcerosa, Schilddrüsenentzündung etc., werden durch freie Radikale in Gang gehalten, da sie immer wieder neue Entzündungsschübe auslösen.

Selen - das Spurenelement gegen Krebs

Selen wird als unerlässlicher Bestandteil des Enzyms Glutathionperoxidase - ein besonders starkes Antioxidans - als ausserordentlich effektiver Krebsschutz angesehen.

Glutathionperoxidase sorgt vorwiegend innerhalb der Zelle dafür, dass freie Radikale rechtzeitig abgefangen werden, bevor sie die lebenserhaltenden Gene zerstören können.

So verhindert Selen in diesem Verbund auch die Entartung der Zellen, die letztlich zur Entstehung von Krebserkrankungen führen kann.

In zahlreichen Studien konnte die Schutzwirkung von Selen in Bezug auf unterschiedliche Krebserkrankungen eindeutig belegt werden.

Es zeigte sich unter anderem, dass eine ausreichende Selenversorgung die Zellen vor krebserregenden Substanzen schützt und die Entstehung von Prostatakrebs, Lungenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Magenkrebs und Darmkrebs signifikant verringert.

Somit stellt Selen - in der individuell benötigten Dosis -eine hervorragende Krebsprävention dar.

Krebspatienten zeigen bereits im frühen Stadium ihrer Erkrankung einen deutlich niedrigeren Selenspiegel als gesunde Personen.

Je weiter die Erkrankung fortgeschritten ist, umso mehr sinkt der Selenspiegel ab. Dies erklärt, warum eine hochdosierte, jedoch individuelle Selengabe als zusätzliche Behandlung während einer Krebstherapie ausgesprochen wirksam sein kann.

Auch die Nebenwirkungen der konventionellen Krebs-Therapie können in Verbindung mit Selen deutlich vermindert werden, so dass sich das Allgemeinbefinden entsprechend verbessert.

Die häufig auftretenden quälenden Entzündungen der Schleimhäute werden oftmals sogar gänzlich verhindert. Auch das Absinken der Leukozyten und Lymphozyten im Blut wird verringert, so dass das Abwehrsystem durch die Therapie weniger geschwächt ist.

Selen stärkt das Immunsystem

Wie weiter oben erwähnt, bindet Selen Schwermetalle wie Aluminium Arsen, Blei, Cadmium und Quecksilber - und zwar sowohl im Erdreich als auch im menschlichen Körper. Auf diese Weise entstehen schwer lösliche Selen-Komplexe, in denen die Schwermetalle dem Körper keinen Schaden mehr zufügen können.

Selen entlastet das Immunsystem somit nicht nur über seine antioxidative Wirkung, sondern ausserdem über seine Schwermetall bindende Eigenschaft. Darüber hinaus stimuliert Selen die Produktion von Antikörpern.

Diese gehören zum Immunsystem und haben die Aufgabe, Krankheitserreger und andere Schadstoffe zu eliminieren. Je grösser die Anzahl der benötigten Antikörper ist, umso stärker wird das Immunsystem.

Selenmangel blockiert die Schilddrüse

Selen ist - neben Jod - für die Schilddrüse das Spurenelement schlechthin. Selen gewährleistet eine ausgewogene Versorgung des Organismus mit Schilddrüsenhormonen, indem es die Aktivierung und Deaktivierung der Schilddrüsenhormone steuert.

Selen sorgt zum einen für die Umwandlung des Prohormons Thyroxin (T4) in das aktive Hormon Trijodthyronin (T3). Zum anderen deaktiviert Selen bei Bedarf das aktive T3, indem es das Hormon in das inaktive Dijodthyronin (T2) umwandelt.

Aufgrund dieser gewichtigen Aufgabe hat die Selenversorgung der Schilddrüse eine besonders hohe Priorität. Das zeigt sich deutlich darin, dass bei auftretendem Selenmangel die Schilddrüse noch vor dem Gehirn mit dem lebenswichtigen Spurenelement Selen versorgt wird.

Doch Selen hat in der Schilddrüse noch eine weitere bedeutende Aufgabe zu erfüllen. Im Verbund mit der Glutathionperoxidase neutralisiert es die aggressiven freien Radikale, die als Nebenprodukt in Form von Wasserstoffperoxid während der Hormonproduktion entstehen.

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Selen schützt die Schilddrüse vor Entzündungen

Wie Sie ja bereits wissen, ist die Aktivität der Glutathionperoxidase von Selen abhängig, so dass ein Selenmangel auch dazu führen kann , dass die Schilddrüse nicht in ausreichendem Masse vor den freien Radikalen geschützt wird.

So können diese Substanzen ungehindert das Schilddrüsengewebe angreifen und schädigen.

Eine entsprechend hoch dosierte (vom Arzt verordnete) Selenmenge kann die dadurch entstandenen Entzündungsprozesse eindämmen, so dass die Selbstheilungskräfte des Körpers wieder aktiv werden und zur Regeneration des Gewebes beitragen können.

Auch bei der Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoditis kann Selen hilfreich sein. Bei dieser Erkrankung bildet das Immunsystem Antikörper, sogenannte Anti-Thyreoperoxidase-Antikörper (Anti-TPO-AK), die sich gegen das körpereigene Schilddrüsengewebe richten.

Bereits 2002 konnte eine Studie zeigen, dass sich die Höhe dieser Antikörper durch eine tägliche Gabe von 200 Mikrogramm Selen signifikant reduzieren lässt. Dieses Ergebnis konnte in einigen weiteren Studien bestätigt werden.

Im Gegensatz zu Studien an Erwachsenen fand sich bei Kindern und Jugendlichen mit Autoimmunthyreoiditis allerdings keine Reduktion von TPO-Antikörpern während einer Selensubstitution.

Selen hellt die Stimmung auf

Menschen mit einem niedrigen Selenspiegel sind häufig von Ängstlichkeit, Selbstzweifel bis hin zur depressiven Stimmung geplagt. Sie fühlen sich überfordert, können sich nicht konzentrieren und ermüden sehr schnell, was die Lebensqualität der Betroffenen verständlicherweise erheblich einschränkt.

Eine gezielte Selengabe kann das Wohlbefinden der Betroffenen jedoch gravierend verändern - was anhand verschiedener Studien eindeutig belegt wurde.

In einer Doppelblind-Studie beispielsweise bekam eine Hälfte der Probanden über einen Zeitraum von 5 Wochen täglich 100 Mikrogramm Selen, die andere Hälfte erhielt ein Placebo.

Bei den Selen-Probanden verbesserte sich die Stimmung im Gegensatz zur zweiten Gruppe auffällig. Diese positive Wirkung von Selen auf die Psyche konnte auch in anderen Studien eindrucksvoll belegt werden.

Die Erklärung für die stimmungsaufhellende Wirkung von Selen ist simpel. Zum einen macht sich seine antioxidative sowie Schwermetall bindende Wirkung natürlich auch im zentralen Nervensystem bemerkbar und zum anderen ist Selen ein wichtiger Baustein für Gehirnbotenstoffe, wie beispielsweise für das Serotonin.

Dieser Botenstoff wird nicht zufällig als Glückshormon bezeichnet, denn er sorgt für innere Ruhe, Zufriedenheit und Ausgeglichenheit.

Lassen Sie Ihren Selenspiegel messen

Wenn Sie wissen möchten, wie es um Ihren Selenspiegel steht, sollten Sie Ihre Selen-Blutwerte bei einem Arzt Ihres Vertrauens überprüfen lassen. Ihr Arzt wird das Blut jedoch nur entnehmen. Zur Bestimmung des Selenspiegels muss er es in ein Speziallabor senden.

Der Selenspiegel wird idealerweise im Vollblut bestimmt, also nicht im Serum.

Leider sind die sogenannten Normwerte häufig viel zu niedrig angesetzt. Daher sollten Sie wissen, dass ein Wert zwischen 120 und 160 Mikrogramm pro Liter (mcg/l) erstrebenswert ist, denn damit liegen Sie in einem sehr guten Bereich.

Menschen, die in Regionen mit selenreichen Böden leben (z. B. Japan, Kanada oder manche Gebiete in den USA) weisen oft Selenspiegel von weit über 200 Mikrogramm auf. Mitteleuropäer bringen es mit viel Glück hingegen oft nur auf 80 Mikrogramm Selen pro Liter Blut.

So können Sie Ihren Selenbedarf decken

Als erstes sollten Sie natürlich möglichst viele selenreiche Lebensmittel in Ihre Ernährung integrieren.

Zu den besten pflanzlichen Selenquellen zählen Paranüsse, Kokosnüsse, Kokosöl, Kokosmilch und Kokosflocken sowie Sesam. Aber auch Hülsenfrüchte, Knoblauch, Steinpilze, Sonnenblumenkerne, Hirse und Vollkorngetreide sind gute Selenlieferanten.

Aus tierischer Herkunft gelten Rind- Kalb- und Hühnerfleisch, Eigelb, Hering, Hummer, Thunfisch, Rotbarsch und Forelle als gute Selenquellen.

Da ein erhöhter Selenbedarf, wie er beispielsweise im Krankheitsfall gegeben ist, alleine über den Verzehr selenreicher Lebensmittel kaum abzudecken ist, können Sie Selen zusätzlich auch als Nahrungsergänzung einnehmen (wenn Ihre Blutwerte einen entsprechenden Mehrbedarf gezeigt haben).

Als ausgezeichnete Selenquelle gelten dabei die leicht bioverfügbaren organischen Selenverbindungen, wie sie in der Selenhefe zu finden sind. Hier ist das Selen an Aminosäuren gebunden, so dass das Spurenelement leichter in die Zelle gelangen kann.

Selenhefe liefert gleich verschiedene organische Selenverbindungen, die sich gegenseitig in ihren Wirkmechanismen unterstützen und ergänzen.

Doch Vorsicht! Regelmässige und dauerhafte Selengaben ab etwa 300 bis 800 Mikrogramm pro Tag (je nach persönlichem Status und je nach persönlicher Ernährung) können eine toxische Wirkung erzeugen. Daher sollten Sie es mit der Selen-Einnahme keinesfalls übertreiben.

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Quellen



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