Ernährung senkt Risiko für Gebärmutterkrebs
Gebärmutterkrebs (Endometriumkrebs) tritt bei Frauen doppelt so häufig auf wie Gebärmutterhalskrebs – doch wird weit seltener darüber gesprochen.
Die Forscher rund um Dr. Cristina Bosetti vom IRCCS-Istituto di Ricerche Farmacologiche in Italien erklären in ihrer Studie, dass eine Kombination aus Lebensmitteln, die reich an Antioxidantien, Ballaststoffen, sekundären Pflanzenstoffen und ungesättigten Fetten eine äußerst günstige Wirkung auf Gebärmutterkrebs zeigt (1).
Mediterrane Ernährung ist besonders gesund
Bosetti erklärt:
Unsere Forschungen zeigen, wie günstig die Auswirkungen einer gesunden und ausgewogenen Kost auf das Risiko der Krebsentstehung sein können. Das beweist einmal mehr, wie wichtig es ist, dass wir endlich erkennen, wie groß unser eigener Einfluss auf das Krebsrisiko ist. Unsere tägliche Wahl – bei allem, was wir essen und auch wie aktiv wir sind – wirkt sich auf unsere Gesundheit aus und darauf, ob wir Krebs bekommen oder nicht.
In den letzten Monaten wurden bereits zahlreiche Studien zu den gesundheitsfördernden Eigenschaften der mediterranen Ernährung veröffentlicht, z. B. wie die mediterrane Ernährung (5) das Risiko chronischer Nierenkrankheiten reduziert, die kognitiven Fähigkeiten bei älteren Menschen erhält oder auch ganz generell den Alterungsprozess entschleunigt (4).
Jetzt zeigt sich immer öfter, dass die Ernährung auch das Krebsrisiko beeinflusst.
Risiko für Gebärmutterkrebs sinkt um 57 Prozent
Für Bosettis Studie wurden die Daten von mehr als 5.000 Frauen aus Italien und der Schweiz ausgewertet. Es handelte sich dabei um Daten aus drei Fallkontrollstudien, die zwischen 1983 und 2006 durchgeführt worden waren. Gut 1.400 der Frauen hatten bereits eine Gebärmutterkrebsdiagnose.
Jetzt schaute man, wie sich die einzelnen Frauen ernährten bzw. in den letzten Jahren ernährt hatten. Dazu stellte man neun Richtlinien auf. Befolgte man alle neun, war dies eine nahezu perfekte mediterrane Ernährung.
Die neun Richtlinien der mediterranen Ernährung
Die neun Richtlinien der Mittelmeer-Diät sehen folgendermaßen aus:
- 1. Hoher Verzehr von Gemüse und Früchten
- 2. Hoher Verzehr von Hülsenfrüchten
- 3. Hoher Verzehr von Vollkornprodukten und Kartoffeln
- 4. Hoher Verzehr von Nüssen und Mandeln
- 5. Hoher Verzehr von Fisch
- 6. Hoher Verzehr von einfach ungesättigten Fettsäuren (Olivenöl).
- 7. Kein oder wenig Alkohol
- 8. Wenig Fleisch
- 9. Wenige Milchprodukte.
Man stellte fest, dass jene Frauen, die zwischen sieben und neun dieser Punkte befolgten, ihr Gebärmutterrisiko um 57 Prozent reduzieren konnten.
Frauen, die nur sechs der genannten Punkte befolgten, minderten ihr Gebärmutterkrebsrisiko um 46 Prozent und Frauen, die fünf Richtlinien umsetzten, konnten ihr Risiko, an Gebärmutterkrebs zu erkranken, immer noch um 34 Prozent reduzieren.
Ungesunde Lebensweise erhöht Gebärmutterkrebsrisiko
Wenn Frauen aber weniger als fünf der genannten Punkte berücksichtigten, konnten sie damit ihr Gebärmutterrisiko nicht senken.
Erst im Januar 2015 wurde eine Studie veröffentlicht, die gezeigt hatte, dass das metabolische Syndrom – die Folge einer ungesunden Lebens- und Ernährungsweise – das Risiko für Gebärmutterkrebs (2) um bis zu 21 Prozent erhöhen konnte.
Zum metabolischen Syndrom gehören u. a. Übergewicht, Bluthochdruck, hoher Nüchternblutzuckerspiegel und hohe Blutfettwerte. Ein weiterer Risikofaktor für Gebärmutterkrebs ist ein hoher Östrogenspiegel z. B. durch gestagenfreie Hormonersatztherapien in den Wechseljahren.
Ernährungsumstellung – Ganz einfach!
Wie Sie sich gesund ernähren, lesen Sie in zahlreichen unserer Artikel. Diese finden Sie auf unserer Seite, z. B. den Artikel Gesunde Ernährung - Die wichtigsten Regeln. Nutzen Sie die Suchfunktion
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Anschließend fällt es Ihnen leicht, bei der gesunden Ernährung zu bleiben.