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Haarausfall – Massnahmen
Haarausfall – Drei natürliche Mittel

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 06.04.2017
Haarausfall – Drei natürliche Mittel
© Kwangmoo - Fotolia.com

Der genetisch bedingte Haarausfall betrifft vor allem Männer. Geerbt haben sie die Überempfindlichkeit ihrer Haarfollikel gegen das Dihydrotestosteron (DHT) – einem Verwandten des Männlichkeitshormons Testosteron. Die üblichen Medikamente gegen den genetisch bedingten Haarausfall können den Haarverlust zwar stoppen – doch kommt es immer wieder zu Nebenwirkungen. Ein Versuch mit natürlichen Mitteln gegen Haarausfall lohnt sich daher häufig. Nebenwirkungen gibt es selten.

Genetisch bedingter Haarausfall – Natürliche Mittel

Beim genetisch bedingten Haarausfall sind wirksame Naturheilmittel noch rar. Nachfolgend stellen wir drei natürliche Mittel vor, die in ersten Studien interessante Ergebnisse zeigten.

Der genetisch bedingte oder auch androgenetische Haarausfall sorgt bei Männern oft schon in jungen Jahren für Geheimratsecken. Bei Frauen hingegen lichtet sich das Haar im Scheitelbereich. Die Ursache soll eine übermässige Empfindlichkeit der Haarfollikel auf das Hormon Dihydrotestosteron (DHT) sein. Es handelt sich dabei um eine aktive Testosteronform, die ähnliche Wirkungen wie das Testosteron hat und somit insbesondere für die männliche Erscheinung zuständig ist (Bart, Körperbehaarung etc.).

Da sich die übermässige Empfindlichkeit der Haarfollikel bislang noch nicht medikamentös beeinflussen lässt, zielt die Therapie des genetisch bedingten Haarausfalls meist auf die Absenkung des DHT-Spiegels ab.

Nachteile der schulmedizinischen Haarausfall-Therapie

Häufig wird das Medikament Finasterid eingesetzt. Zu den Nebenwirkungen gehören eine verminderte Libido und Potenzstörungen, die nach dem Absetzen des Mittels nicht in jedem Falle verschwinden. Auch Unfruchtbarkeit, Depressionen, trockenes Auge und Sehstörungen können auftreten.

Als man überdies im Jahr 2015 u. a. jene klinischen Studien untersuchte, die zur Zulassung von Finasterid geführt hatten, stellte man fest, dass diese nicht ganz korrekt waren. Man habe darin wichtige Risiken und Nebenwirkungen nicht umfassend genug dargestellt, vermutlich um das Produkt in einem besseren Licht dastehen zu lassen.

Drei natürliche Mittel bei genetisch bedingtem Haarausfall

Während man im naturheilkundlichen Bereich bei Haarausfall bisher bevorzugt mit Massnahmen wie Entsäuerung, Optimierung der Vitalstoffversorgung, Förderung der Kopfhautdurchblutung, Entschlackung etc. arbeitete, sind inzwischen konkrete Naturstoffe bekannt, die eine Senkung des DHT-Spiegels im Visier haben, also die Umwandlung von Testosteron in DHT verhindern.

Dazu gehören:

  1. Sulforaphan – ein sekundärer Pflanzenstoff, der insbesondere im Brokkoli und in Brokkolisprossen zu finden ist und für seine stark antioxidative, krebsbekämpfende und entzündungshemmende Wirkung bekannt ist.
  2. Kürbiskernöl
  3. Sägepalmextrakt
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1. Sulforaphan bei genetisch bedingtem Haarausfall

Wir haben schon viel über Sulforaphan geschrieben – z. B. wie der Stoff gegen Krebs und Arthritis wirkt, wie er Hoffnung bei Autismus schenkt, bei Atemwegserkrankungen hilft und wie man seine Wirkung potenzieren kann, indem man nicht allein Brokkoli isst, sondern das leckere Gemüse mit Brokkolisprossen kombiniert.

Sulforaphan gehört zu den sog. Isothiocyanaten, die manchmal auch Senfölglykoside genannt werden. Sulforaphan ist natürlich nicht nur in Brokkoli enthalten, sondern in allen Kohlgemüsen inkl. Blumenkohl und Kohlrabi, aber auch in Meerrettich, Rucola, Kresse, Radieschen, Rettich, Senf und vielen anderen Gemüsen aus der Kreuzblütlerfamilie.

Sulforaphan wurde in einer japanischen Studie auf seine Wirkung beim genetisch bedingten Haarausfall hin untersucht. Die Forscher schrieben dazu im März 2016, dass Sulforaphan offenbar in der Lage sei, den DHT-Spiegel zu senken, so dass die DHT-bedingte Unterdrückung des Haarwuchses aufgehoben werden könne.

Sulforaphan – so die Forscher – erhöhe die Expression eines Enzyms, das zum Abbau von DHT führe. Es handelt sich um das Enzym 3-alpha-Hydroxysteroiddehydrogenase (3α-HSDs).

Sulforaphan – die Dosis

Konkrete Dosierungsempfehlungen zur Bekämpfung von Haarausfall gaben die Forscher für die Anwendung beim Menschen noch nicht. Das Universitätsklinikum Heidelberg empfiehlt jedoch in der Krebstherapie 0,36 mg Sulforaphan pro Kilogramm Körpergewicht, was ein Anhaltspunkt darstellen kann.

Nimmt man nun Sulforaphan als Nahrungsergänzung, dann versorgt eine Tagesportion mit 50 bis 100 mg Sulforaphan.

Ein Brokkoli (500 g) enthält um die 50 mg Sulforaphan – immer abhängig von Jahreszeit, Sorte und Frische. Brokkolisprossen liefern bis zu 100-mal mehr Sulforaphan, so dass ein Löffel der Sprossen genauso viel Sulforaphan enthalten kann wie ein Brokkolikopf.

Isst man also zusätzlich zur Nahrungsergänzung reichlich Brokkoli oder auch die oben genannten Gemüse sowie Brokkolisprossen, dann könnte man auf diese Weise sehr schnell eine wirksame Dosis erreichen.

2. Kürbiskernöl bei genetisch bedingtem Haarausfall

Das zweite natürliche Mittel gegen genetisch bedingten Haarausfall könnte Kürbiskernöl sein. Das Öl hemmte in einer randomisierten plazebokontrollierten Studie aus dem Jahr 2014 das Enzym 5-alpha-Reduktase. Dieses Enzym ermöglicht die Umwandlung des Testosterons in DHT. Wird es gehemmt, steigt der DHT-Spiegel nicht so stark an.

In der koreanischen Studie erhielten 76 Männer mit genetisch bedingtem Haarausfall über ein halbes Jahr hinweg täglich 400 mg Kürbiskernöl oder ein Placebo. Am Ende der Studie zeigte sich, dass die Kürbiskernölgruppe volleres Haar hatte als die Placebogruppe. Die Haarfülle hatte um 40 Prozent zugenommen. Nebenwirkungen konnten keine festgestellt werden.

Kürbiskernöl – die Dosis

Bei genetisch bedingtem Haarausfall könnte man also täglich einen Löffel Kürbiskernöl einnehmen oder einfach den täglichen Salat mit einem Kürbiskernöldressing zubereiten.

3. Sägepalme bei genetisch bedingtem Haarausfall

Präparate aus den Früchten der Sägepalme (Sägepalmextrakt) sind bekannt für ihre positive Wirkung bei der gutartigen Prostatavergrösserung (benigne Prostatahyperplasie/BPH). Schon 1996 stellte man in einem Review fest, dass Sägepalmextrakt (zweimal täglich 160 mg für 1 bis 3 Monate) bei BPH genauso gute Erfolge erzielen kann wie Finasterid 5 mg.

Zwar ist die konkrete Ursache bei der BPH noch nicht bekannt, doch vermutet man, dass auch hier das DHT beteiligt ist. Einerseits könnten also hohe DHT-Spiegel vorliegen, andererseits vermutet man als Ursache eine Östrogendominanz (im Verhältnis zum Testosteronspiegel steigende Östrogenspiegel).

Der Sägepalmextrakt scheint nun den DHT-Spiegel senken zu können. Dadurch steigt der Testosteronspiegel – eine Wirkung, die sich besonders dann zeigt, wenn der Sägepalmextrakt mit Astaxanthin kombiniert wird, wie wir hier beschrieben hatten: Testosteronmangel beheben

Ein sinkender DHT-Spiegel wäre nun ja auch beim genetisch bedingten Haarausfall hilfreich. Denn je weniger DHT im Blut ist, umso weniger DHT befindet sich rund um die Haarwurzeln und umso weniger Haare fallen aus.

Im Jahr 2012 überprüften Forscher daher in einer Studie die Wirkung von Sägepalmextrakt auf den genetisch bedingten Haarausfall (verglichen mit der Wirkung von Finasterid). Im International Journal of Immunopathology and Pharmacology berichteten sie über ihre neuen Erkenntnisse:

Sägepalmextrakt – die Dosis

100 männliche Patienten mit einem diagnostizierten genetisch bedingten Haarausfall nahmen an der Studie teil. Eine Gruppe nahm ein halbes Jahr lang täglich 320 mg Sägepalmextrakt, während die andere täglich 1 mg Finasterid einnahm.

Zwar war Finasterid insgesamt erfolgreicher, doch zeigte sich auch bei vielen Männern (38 Prozent), die den Sägepalmextrakt genommen hatten, ein zunehmender Haarwuchs. Sägepalmextrakt wirkte besonders im Scheitelbereich, also weniger im vorderen Kopfbereich.

Manchen Erfahrungsberichten zufolge kann die Dosis des Sägepalmextrakts auf das Dreifache erhöht werden, um Erfolge zu erzielen. Gehen Sie jedoch langsam vor und reduzieren Sie die Dosis, sobald Sie Nebenwirkungen bemerken (Magen-Darm-Beschwerden oder Empfindlichkeiten (z. B. empfindliche Brustwarzen)).

Natürliche Mittel bei genetisch bedingtem Haarausfall – die Kombination

Wer also bei genetisch bedingtem Haarausfall lieber natürliche Mittel ausprobieren möchte, kann die drei beschriebenen Massnahmen sehr gut miteinander kombinieren:

  • Sägepalmextrakt und Sulforaphan nimmt man als Nahrungsergänzung ein.
  • Zusätzlich baut man häufig Brokkoli, Brokkolisprossen und Kürbiskernöl (gerne auch Kürbiskerne) in den Speiseplan ein.

Weitere naturheilkundliche Tipps zur Vermeidung einer Glatzenbildung finden Sie hier: Glatzenbildung, wo auch die Brennnessel als natürlicher DHT-Spiegel-Senker bzw. 5-alpha-Reduktase-Hemmer vorgestellt wird.

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Anonym schrieb am 02.12.2017

Hallo, in Ihrem sehr interessanten Beitrag über Haarausfall empfehlen Sie täglich einen Löffel Kürbiskernöl. Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei der Angabe um einen Esslöffel, oder? Und welche Menge an Kürbiskernen müsste man für den gleichen Effekt dafür täglich essen? Vielen Dank für Ihre Antwort! Mit freundlichen Grüßen

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo,

unmittelbar über der "Löffelangabe" wird eine Studie beschrieben, in der man den Probanden täglich 400 mg Kürbiskernöl gegeben hat. Daher ist es im Grunde einerlei, ob Sie nun einen TL oder einen EL zu sich nehmen. Denn beides fasst mehr als 400 mg.

Da Kürbiskerne zu knapp 20 Prozent aus Fett bestehen, lässt sich leicht ausrechnen, wie viele Kürbiskerne Sie essen müssten:

Für 400 mg Öl wären es 2 g Kerne. Da man jedoch immer davon ausgehen muss, dass man die Kerne nur ungenügend kaut, so dass der Körper einen Teil des Öls ausscheiden wird, würden wir mindestens 5 g Kerne nehmen.

Wenn Sie mehr Öl über Kerne einnehmen möchten, können Sie sich nun selbst ausrechnen, wie viele Kerne erforderlich sind.

Alles Gute!

Ihr Team vom
Zentrum der Gesundheit

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