Was ist ein Hallux valgus?
Dem großen Zeh kommen beim Gehen wichtige Aufgaben zu: Er hilft beim Abrollen, stabilisiert den Vorfuß und sorgt dafür, dass wir uns kraftvoll vom Boden abstoßen können. Gerät er aus seiner natürlichen Position, kann das jeden Schritt unangenehm machen.
Genau das passiert beim Hallux valgus, dem sogenannten Ballenzeh. Dabei wandert der große Zeh nach außen in Richtung der kleineren Zehen, während sich an seinem Gelenk – dem Großzehengrundgelenk – ein sichtbarer Ballen bildet.
Der Vorfuß wird breiter, die Schuhe beginnen zu drücken, die Haut kann sich röten und irgendwann schmerzt nicht mehr nur der Zeh, sondern der ganze Fuß.
Hallux valgus: Mit zunehmendem Alter häufiger
Hallux valgus gehört zu den häufigsten Fehlstellungen des Vorfußes. Viele Betroffene haben zunächst kaum Beschwerden – andere leiden bereits früh unter Druckstellen, Entzündungen oder Schmerzen beim Gehen.
Weltweit ist etwa jeder fünfte Mensch davon betroffen. Übersichtsarbeiten zeigen, dass die Häufigkeit mit dem Alter zunimmt und Frauen deutlich öfter betroffen sind als Männer (1, 2).
Die Fehlstellung kann die Fußstatik verändern, andere Zehen verdrängen und das Gangbild beeinflussen. Ein Hallux muss aber nicht zwangsläufig operiert werden. Die Behandlung richtet sich danach, ob Beschwerden bestehen, wie stark die Fehlstellung ist und wie sehr der Alltag eingeschränkt wird.
Der Unterschied zwischen Hallux valgus und Hallux rigidus
Hallux ist die lateinische Bezeichnung für die Großzehe – valgus bedeutet „nach außen gerichtet“.
Davon zu unterscheiden ist der Hallux rigidus. Rigidus bedeutet steif, starr oder unbeweglich. Es handelt sich hierbei um eine zunehmende Versteifung des Großzehengrundgelenks – meist durch Arthrose – und nicht um eine Schiefstellung.
In diesem Artikel fokussieren wir uns auf den Hallux valgus. Weitere Informationen über Arthrose finden Sie im Artikel Arthrose – mit natürlichen Maßnahmen verbessern.
Wie entsteht ein Hallux valgus?
Die Fehlstellung entwickelt sich meist über Jahre. Die Ursachen sind vielfältig: Familiäre Veranlagung, schwaches Bindegewebe, ein Spreizfuß, ein Knick-Senk-Fuß, verkürzte Wadenmuskulatur oder ungünstige Schuhe können dabei zusammenwirken.
Beim Spreizfuß wird der vordere Teil des Fußes breiter, weil die Mittelfußknochen auseinandergehen. Dadurch entsteht mehr Druck auf den Vorfuß. Beim Knick-Senk-Fuß sinkt das Fußgewölbe ab und die Ferse knickt leicht nach innen. Der Fuß steht dadurch weniger stabil.
Enge, spitze Schuhe und hohe Absätze können die Fehlstellung begünstigen oder verstärken (3) – ein möglicher Grund dafür, dass Frauen häufiger betroffen sind.
Die Symptome beim Ballenzeh
Der Hallux ist oft schon mit bloßem Auge erkennbar. Typisch ist der vorgewölbte Ballen am Großzehengrundgelenk. Der große Zeh zeigt zunehmend in Richtung der anderen Zehen, der Vorfuß wird breiter und die Innenseite des Schuhs reibt am Ballen.
Zu den häufigsten Beschwerden gehören ein Druckschmerz, Rötung, Schwellung, Hornhaut, Hühneraugen, Schwielen und wiederkehrende Entzündungen am Ballen.
Die Fehlstellung kann außerdem die Beweglichkeit des großen Zehs einschränken, was zu Schwierigkeiten beim Gehen führen kann. Viele Betroffene haben außerdem Mühe, passende Schuhe zu finden.
Bei manchen treten die Schmerzen vor allem auf, wenn sie Schuhe tragen, bei anderen eher beim Barfußlaufen. Auch Taubheitsgefühle können mit der Zeit auftreten.
Ein stark ausgeprägter Hallux muss dabei nicht automatisch auch starke Beschwerden verursachen. So kann ein sichtbarer Hallux wenig Beschwerden verursachen, während eine kleine, äußerlich unscheinbare Fehlstellung wiederum mit großen Schmerzen einhergehen kann. Das Aussehen allein sollte darum nicht darüber entscheiden, ob eine Behandlung nötig ist.
Kann ein Hallux von allein verschwinden?
Ein ausgeprägter Hallux bildet sich in der Regel nicht von selbst zurück. Auch Schienen, Zehenspreizer, Einlagen und Übungen können die knöcherne Fehlstellung meist nicht vollständig korrigieren (dazu weiter unten mehr).
Eine Operation ist der einzige Weg, den Ballen zu beseitigen – andere Maßnahmen können aber dabei helfen, die Schmerzen zu lindern. Das bedeutet jedoch nicht, dass in jedem Fall operiert werden muss. Viele Betroffene kommen mit anderen Maßnahmen gut zurecht.
Unbehandelt kann die Fehlstellung weiter voranschreiten – aber auch das passiert nicht bei allen im gleichen Ausmaß. Mögliche Folgen sind Probleme beim Gehen, schmerzhafte Druckstellen, Schleimbeutelreizungen, Fehlbelastungen oder auch Hammerzehen.
Beim Hammerzeh verdrängt der große Zeh die Nachbarzehen – meist die zweite, dritte oder vierte –, so dass diese sich dauerhaft beugen. Das sieht dann aus wie ein kleiner Hammer.
Spätestens, wenn anhaltende Schmerzen bestehen, der Ballen gerötet oder entzündet ist, der große Zeh unbeweglicher wird, das Gehen schwerfällt oder man kaum noch passende Schuhe findet, sollte man zu einem Orthopäden gehen.
Hallux valgus ganzheitlich betrachtet
Der Fuß ist Teil einer Bewegungskette, die über Sprunggelenk, Knie, Hüfte, Becken und Wirbelsäule reicht. Eine veränderte Stellung des großen Zehs kann sich daher auf den ganzen Körper auswirken und umgekehrt.
Deshalb kann eine physiotherapeutische oder podologische Gang- und Fußanalyse sinnvoll sein. Sie zeigt, ob der Vorfuß überlastet wird, ob das Fußgewölbe einsinkt, ob der große Zeh beim Abrollen ausweicht oder ob der Fuß insgesamt zu wenig beweglich oder zu wenig kräftig ist.
Aus ganzheitlicher Sicht stehen folgende Ziele im Vordergrund: den Druck reduzieren, die Beweglichkeit erhalten, die Fußmuskulatur stärken und Entzündungen beruhigen. Die nachfolgenden Maßnahmen können dabei helfen.
Hallux valgus ohne Operation behandeln
Die folgenden Maßnahmen sind besonders sinnvoll, wenn die Fehlstellung erst leicht bis mäßig ausgeprägt ist, oder wenn zwar bereits ein sichtbarer Ballen vorhanden ist, dieser das Gehen aber noch nicht groß beeinflusst.
Die richtigen Schuhe tragen
Die wichtigste Maßnahme ist erstaunlich einfach: Schuhe tragen, die dem Vorfuß genügend Platz lassen. Flache, bequeme Schuhe, die den Zehen ausreichend Raum geben, reduzieren den seitlichen Druck auf den großen Zeh und den Ballen.
Ungünstig sind spitz zulaufende Schuhe, hohe Absätze, harte Nähte direkt am Ballen und zu kleine Schuhe. Ungünstiges Schuhwerk ist zwar selten die alleinige Ursache für die Fehlstellung, kann die Beschwerden aber deutlich verstärken.
Häufiger Barfußlaufen
Häufig wird empfohlen, öfter barfuß zu laufen. Studien zeigen, dass Barfußschuhe die Fußmuskulatur bei Gesunden stärken (4). Die Zehen haben beim Barfußlaufen die maximale Bewegungsfreiheit. Ob es auch eine vorbeugende Wirkung hat, ist noch kaum untersucht.
Wer nun in seinem bisherigen Leben kaum barfuß unterwegs war, sollte aber nicht von jetzt auf gleich seine Schuhe komplett links liegen lassen. Die Füße müssen sich erst schrittweise wieder daran gewöhnen.
Fangen Sie also langsam an, zum Beispiel indem Sie erstmal nur auf weichem Untergrund wie etwa auf einer Wiese barfuß gehen. Als nächstes könnten Sie auch zuhause immer häufiger auf Hausschuhe verzichten und irgendwann sogar auf Barfußschuhe umsteigen.
Achten Sie dabei auf die Signale Ihres Körpers. Ist Ihnen das Barfußlaufen unangenehm oder sollte es die Schmerzen gar verschlimmern, dann sollte die Umstellung von einem Orthopäden begleitet werden. Er kann Sie auch bei der Wahl der richtigen Schuhe beraten.
Kälte- und Wärmeanwendungen
Bei akuter Rötung, Schwellung oder entzündlichem Schmerz wird Kälte häufig als angenehm empfunden. Bei Gefühls- oder Durchblutungsstörungen jedoch sollte sie nicht angewandt werden.
Wärme und Fußbäder können dagegen bei muskulärer Spannung oder steifen Füßen wohltuend sein. Sie lindern die Schmerzen indirekt.
Gewicht reduzieren
Auch das Körpergewicht kann eine Rolle spielen – vor allem wenn zusätzlich Vorfußschmerzen, Arthrose oder längere Gehstrecken Beschwerden verursachen. Denn mehr Gewicht bedeutet natürlich auch mehr Belastung für die Füße.
Dennoch ist allein das Körpergewicht selten für einen Hallux verantwortlich – steht jedoch Beobachtungsstudien zufolge vor allem bei Männern mit dem Auftreten in Zusammenhang (3).
Entzündungshemmende Ernährung
Eine entzündungshemmende Ernährung kann unterstützend sinnvoll sein. Sie macht den Körper insgesamt weniger anfällig für Entzündungen. Pflanzliche Kost liefert viele sekundäre Pflanzenstoffe, die entzündliche Prozesse beeinflussen können.
Empfehlenswert sind dabei vor allem Gemüse, Beeren, Kräuter, Gewürze wie Kurkuma und Ingwer, hochwertige Omega-3-Quellen, Nüsse, Samen und möglichst wenige verarbeitete Lebensmittel.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel Entzündungshemmende Lebensmittel.
* Hier erhalten Sie unseren entzündungshemmenden Ernährungsplan.
Salben mit Pflanzenwirkstoffen
Bei gereiztem Ballen können Sie auch Salben oder Gele mit Pflanzenwirkstoffen ausprobieren. Präparate mit Arnika oder Beinwell werden traditionell bei Muskel- und Gelenkbeschwerden eingesetzt.
Eine Übersichtsarbeit zeigte, dass Arnika-Gel und Beinwell-Extrakt bei Arthrose bzw. Gelenkschmerzen schmerzlindernd wirken können (5). Allerdings bezog sich die Studie nicht speziell auf Hallux. Erfahrungsgemäß können die Pflanzenpräparate jedoch auch hier hilfreich sein.
Schmerzmittel und Cortison-Spritzen
Bei akuten Schmerzen oder Entzündungen können kurzfristig auch Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz kommen.
Auch eine Cortison-Spritze kann erwogen werden, wenn der Ballen oder das Zehengelenk stark gereizt, geschwollen oder entzündet ist. Die Schmerzen können dann für Wochen bis Monate nachlassen. Diese Zeit kann man dann konsequent für andere weniger invasive Maßnahmen nutzen.
Spritzen sind aber auch dann eine Hilfe, wenn man bereits andere Maßnahmen umgesetzt hatte, diese aber nicht ausreichten. Schmerzmittel und Spritzen sollten aber keinesfalls als Dauerlösung verstanden werden, sondern nur als kurzfristige Erleichterung der Symptome.
Ist vor allem die knöcherne Fehlstellung das Problem und nicht in erster Linie eine Entzündung, dann sind die beiden Maßnahmen nicht sinnvoll.
Hilfsmittel: Orthese, Schiene, Zehenspreizer, Einlage und Co.
Hilfsmittel können die Fehlstellung zwar meist nicht dauerhaft korrigieren – aber auch sie können die Schmerzen lindern, den Druck reduzieren und die Zehen vorübergehend besser ausrichten. Sie entlasten den Fuß somit im Alltag.
Viele Begriffe werden ähnlich verwendet, daher ist es wichtig, die einzelnen Hilfsmittel zu unterscheiden.
Was sind Orthesen?
Orthese ist der Oberbegriff für medizinische Hilfsmittel, die ein Gelenk oder ein Körperteil stützen, führen, entlasten oder korrigieren. Bei Hallux sind damit zum Beispiel Schienen, Zehenspreizer oder spezielle Bandagen gemeint.
Schiene
Eine Schiene hält den großen Zeh in einer geraden Position. Sie wird häufig nachts oder in Ruhe getragen, weil sie in normalen Schuhen oft zu sperrig ist. Sie soll entlasten und die Schmerzen reduzieren.
Zehenspreizer
Zehenspreizer sitzen meist zwischen dem großen Zeh und dem zweiten Zeh. Sie sollen verhindern, dass der große Zeh gegen die Nachbarzehe drückt. Sie sind kleiner als Schienen und können je nach Modell auch im Schuh getragen werden. Sie sollen den Druck mildern und die Zehenposition vorübergehend korrigieren.
Sie können im Alltag oder bei Übungen hilfreich sein, um die Wahrnehmung für die Zehenstellung zu verbessern.
Eine Übersichtsarbeit von 2021 mit 9 Studien befasste sich mit der Wirkung von Orthesen. Die Forscher kamen zum Schluss, dass Orthesen mit Zehenspreizer die Schmerzen verbessern können (6).
* Hier erhalten Sie einen Zehenspreizer.
Bandagen
Bandagen umschließen meist den Vorfuß und den großen Zeh. Manche Modelle enthalten zusätzlich einen Zehenspreizer oder eine kleine Führungsschiene. Sie sollen den Ballen polstern, die Zehe leicht führen und Reibung im Schuh verringern. Der Begriff überschneidet sich teilweise mit Schienen – je nach Aufbau des Produkts.
Einlagen
Einlagen wirken nicht direkt am großen Zeh, sondern unter dem Fuß. Sie sollen den Vorfuß entlasten oder den Druck besser verteilen und können bei Begleitproblemen wie etwa einem Spreizfuß sinnvoll sein.
Bei Hallux rigidus werden eher steifere Einlagen, Sohlenversteifungen oder Abrollhilfen eingesetzt, um das schmerzende Zehengelenk zu entlasten.
Tape
Ein Tape wird direkt auf die Haut geklebt. Meist wird es nur kurzfristig angewandt, etwa vor einer größeren Belastung, Sport oder in Kombination mit Übungen. Es soll den großen Zeh führen oder den Ballen entlasten.
Für eine dauerhafte Korrektur ist Tape jedoch zu schwach – es dient eher der vorübergehenden Unterstützung.
Polster und Pflaster
Polster und Pflaster schützen vor allem vor Druck und Reibung. Sie verändern die Zehenstellung nicht, können aber verhindern, dass der Ballen im Schuh schmerzt, sich rötet oder wund wird. Sie sind besonders hilfreich, wenn Schuhe an einer bestimmten Stelle drücken.
Was ist das beste Hilfsmittel?
Das beste Hilfsmittel hängt vom Ziel ab. Bei Druckstellen helfen Polster und Pflaster, bei Druck auf den Nachbarzeh ein Zehenspreizer, bei Fehlbelastung Einlagen, bei kurzfristigen Belastungen Tape und bei nächtlicher Entlastung eine Schiene. Bandagen sind sinnvoll, wenn der große Zeh leicht geführt und der Ballen geschützt werden soll.
Oft lassen sich mehrere Hilfsmittel kombinieren – zum Beispiel breite Schuhe, Einlagen und ein Zehenspreizer oder Ballenpolster. Generell sollten Hilfsmittel gut sitzen und den Fuß im Alltag nicht zusätzlich einengen. Bei Unsicherheiten, was für Sie geeignet ist, sollten Sie sich von einem Orthopäden beraten lassen.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, hängt vom Hilfsmittel und von der ärztlichen Verordnung ab. Orthopädische Einlagen werden bei medizinischer Notwendigkeit häufig übernommen.
Auch bestimmte Orthesen oder Bandagen können erstattungsfähig sein, wenn sie verordnet wurden. Einfache Zehenspreizer, Polster, Pflaster oder Tape aus der Drogerie werden dagegen meist selbst bezahlt. Fragen Sie vor dem Kauf bei Ihrer Krankenkasse nach.
Übungen bei Hallux valgus: Den großen Zeh wieder aktivieren
Übungen können dabei helfen, die Fußmuskulatur zu kräftigen, die Beweglichkeit zu erhalten, das Fußgewölbe zu unterstützen und Schmerzen zu lindern.
Eine Übersichtsarbeit von 2022 mit 18 Studien fand Hinweise darauf, dass Fußübungen, Physiotherapie, manuelle Therapie, Taping und Orthesen die Schmerzen bei einem Hallux valgus verringern können (7).
Sinnvoll sind vor allem Übungen, bei denen der große Zeh wieder eigenständig bewegt wird. Dazu gehört zum Beispiel das bewusste Abspreizen des großen Zehs, ohne die anderen Zehen zu verkrampfen. Viele Betroffene merken dabei erstmals, wie wenig Kontrolle sie über ihre Zehen haben.
Übungsprogramm für jeden Tag
Ein einfaches Übungsprogramm könnte wie folgt aussehen. Die Übungen können Sie im Sitzen durchführen. Üben Sie langsam und ohne Druck. Es geht erstmal darum, wieder mehr Kontrolle über die Zehen zu bekommen.
1. Zehen bewusst wahrnehmen
Stellen Sie beide Füße flach auf den Boden. Versuchen Sie zunächst nur, die Zehen leicht anzuheben und wieder abzulegen. Danach versuchen Sie, einzelne Zehen bewusst anzuspannen und wieder zu entspannen. Das muss anfangs nicht perfekt gelingen – schon der Versuch trainiert die Ansteuerung.
2. Den großen Zeh aktiv bewegen
Versuchen Sie, den großen Zeh sanft vom zweiten Zeh wegzuziehen. Wenn das nicht gelingt, können Sie den großen Zeh anfangs mit der Hand leicht in die gewünschte Richtung führen und dann versuchen, die Bewegung aktiv nachzumachen. 10 Wiederholungen pro Seite reichen aus.
3. Alle Zehen spreizen
Spreizen Sie alle Zehen so weit wie möglich auseinander und entspannen Sie den Fuß anschließend wieder. Achten Sie darauf, dass der Fuß dabei nicht verkrampft. Wiederholen Sie die Übung 10- bis 15-mal pro Seite.
4. Fußsohle mit einem Ball massieren
Legen Sie einen kleinen, festen Ball – z. B. einen Tennisball, Noppenball oder Faszienball – unter die Fußsohle. Rollen Sie den Fuß langsam vor und zurück, von der Ferse bis zum Vorfuß, und auch leicht nach innen und außen. Der Druck sollte angenehm sein.
Bleiben Sie bei verspannten Stellen kurz stehen, aber rollen Sie nicht direkt schmerzhaft über den entzündeten Ballen. Machen Sie dies 1 bis 2 Minuten pro Fuß.
5. Waden dehnen
Strecken Sie ein Bein etwas weiter nach vorne aus, so dass nur noch die Ferse den Boden berührt. Ziehen Sie nun die Zehenspitzen zu sich heran, bis Sie eine Dehnung in der Wade spüren. Sie können dafür auch die Hand zu Hilfe nehmen. Halten Sie die Dehnung 30 bis 60 Sekunden, dann wechseln Sie die Seite.
Wann sollte ein Hallux valgus operiert werden?
Wenn andere Maßnahmen nicht ausreichend helfen und der Leidensdruck groß ist – etwa wegen häufigen Schmerzen, Entzündungen, Schuhproblemen oder Einschränkungen im Alltag – macht es Sinn, über eine Operation nachzudenken.
Es gibt sehr viele Operationsmethoden, wobei keine für jedes Problem gleichermaßen geeignet wäre. Je nach Befund können Weichteile korrigiert, Knochen umgestellt, Mittelfußknochen durchtrennt und neu ausgerichtet oder Gelenke stabilisiert bzw. versteift werden. Lassen Sie sich umfassend beraten und holen Sie sich vielleicht auch noch eine zweite Meinung ein.
Nach einer OP braucht der Fuß Zeit, um sich zu erholen. Sie sollten ihn danach mindestens zwei Wochen lang viel hochlagern, können eine Zeit lang nicht Autofahren, keinen Sport treiben und je nach Beruf auch nicht arbeiten. Wie lange, hängt von der Art der OP ab.
Fazit: Früh handeln lohnt sich bei Hallux valgus
Einen Hallux kann man nicht durch das Tragen von Schienen oder anderen Hilfsmitteln beheben. Die Beschwerden lassen sich jedoch oft deutlich lindern – vor allem durch breite, bequeme Schuhe, Übungen und die Kombination mit weiteren Maßnahmen.
Wichtig ist, Druckstellen früh zu entlasten und den Fuß nach längerer Belastung zu beruhigen. Je früher man gegensteuert, desto besser.