Sprossen
Sprossenzucht - Frischer geht`s nicht

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 26.05.2017
  • 7 Kommentare
Sprossenzucht - Frischer geht`s nicht
© Drozdowski - Shutterstock.com

Sprossen aus Keimsaaten sind eine kulinarische Bereicherung für jeden Tag. Mit nichts weiter als Wasser werden aus den gut lagerfähigen Samen innerhalb weniger Tage knackig-frische Sprossen. Sie brauchen nichts weiter als die passenden Gefässe oder ein Keimgerät und schon können Sie Ihre Ernährung mit Sprossen enorm verbessern. Die kleinen würzigen Keimlinge werten mit ihrem Reichtum an Vitaminen, hoch bioverfügbaren Mineralstoffen, lebendigen Enzymen und aktiven Antioxidantien jede Mahlzeit hervorragend auf. Gesundheit pur, die sich jeder zu Hause ganz leicht ermöglichen kann. Wie die Sprossenzucht funktioniert, erfahren Sie jetzt!

Sprossen - lebendig und aktiv

Sprossen sind Vitalkost, die man sich nicht besser und frischer wünschen könnte. Kein noch so frisch geerntetes Gemüse kann die Frischheit von Sprossen schlagen – denn Sprossen wachsen noch auf dem Teller weiter.

Sprossen liefern daher hoch bioverfügbare Vitamine, Mineralien, Antioxidantien und eine reiche Vielfalt an sekundären Pflanzenstoffen.

In nur wenigen Tagen Keimzeit vervielfältigen die Sprossen ihren Gehalt an den in der Saat enthaltenen Vitaminen A, E und C sowie dem Vitamin-B-Komplex.

Lebendige Enzyme unterstützen die Verdauung des Sprossen-Lieberhabers, seinen Stoffwechsel und aktivieren sowohl die Energieproduktion des Organismus als auch Reparaturmassnahmen auf zellulärer Ebene.

Wanted! Sprossen!

Bereits während des zweiten Weltkrieges verfasste Dr. Clive M. McKay, Professor für Ernährung an der Cornell Universität in Ithaca im Bundesstaat New York einen Artikel zum Thema "Sprossen".

Er begann mit den Worten:

Gesucht! Gemüse, das in jedem Klima wächst, dem Nährstoffgehalt von Fleisch gleichkommt, in 3 bis 5 Tagen reif ist, an jedem Tag des Jahres gesät werden kann, weder Boden noch Sonne braucht, so viel Vitamin C wie Tomaten enthält, keine Abfallprodukte beim Anbau verursacht und so schnell wie ein Kotelett gekocht werden kann!

Bitteschön, hier haben Sie es! Sprossen erfüllen alle diese Wünsche - und noch viel mehr, denn sie können roh gegessen werden, was man mit einem Kotelett so gut wie nie macht.

Sprossen und ihre Vorteile

Die meisten Keimsaaten haben eine Haltbarkeitsdauer über viele Jahre hinweg. Bei einer beständigen Temperatur von etwa 21 Grad Celsius können sie mindestens vier Jahre lang aufbewahrt werden und büssen dabei nichts von ihrer Keimfähigkeit ein.

Keimsaaten sind ferner winzig und brauchen deshalb nicht viel Platz für die Aufbewahrung. Gleichzeitig aber sind sie ausserordentlich ergiebig. Aus einem einzigen Löffel Saatgut entsteht nach wenigen Tagen - je nach Art der Samen - eine grosse Handvoll frischer, knackiger Sprossen.

Kokosöl

Sprossen sind leicht zu lagern

Gelagert werden Keimsaaten für Sprossen am besten in einem kühlen, trockenen und dunklen Raum in luft- und wasserdichten Vorratsbehältern, die so stabil sein sollten, dass sie auch vor Nagetieren sicher sind (falls es diese bei Ihnen geben sollte).

Selbst die fertig gekeimten Sprossen können - je nach Jahreszeit und Kühlmöglichkeiten - noch einige Tage bis Wochen aufbewahrt werden. Dazu verpackt man sie am besten in ein verschliessbares Schüsselchen und stellt sie in den Kühlschrank oder an einen anderen möglichst kühlen Platz.

Allerdings sollten die Temperaturen nicht unter 10 Grad fallen, damit die Sprossen keine Kälteschäden davon tragen. Die meisten Sprossen wachsen im Kühlschrank weiter, nur sehr viel langsamer als bei höheren Temperaturen.

Keimsaaten sind preiswert

Keimsaaten für Sprossen sind äusserst preisgünstig. Bedenkt man ausserdem die Tatsache, dass aus einer winzigen Menge Samen eine grosse Portion Gemüse entsteht, so sind Keimsaaten gleich doppelt preiswert.

Der Preis richtet sich allerdings meistens nach der gekauften Menge, so dass Sie noch mehr sparen können, wenn Sie grössere Mengen bevorraten.

Sprossen-Küche: Abwechslungsreich und vielfältig

Die Sprossen-Küche ist ferner unglaublich abwechslungsreich, da es Keimsaaten und somit auch Sprossen in einer schier endlosen Vielfalt gibt.

Folgende Sprossen-Samen sind besonders empfehlenswert, da sie überdies kinderleicht zu ziehen sind:

Alfalfa, Amaranth, Bockshornkleesamen, Brokkolisamen, Dinkel, Erbsen, Gartenkresse, Kamut, Kichererbsen, Kürbissamen, Linsen, Mungbohnen, Quinoa, Radieschen, Rettich, Roggen, Rucola, Senf (gelb), Sesamund Sonnenblumenkerne.

Der Sprossen-Ferrari unter den Keimsaaten

Der Ferrari unter den Keimsaaten ist der Brokkoli. Brokkolisprossen sind berühmt für ihren zusätzlichen Gehalt an Sulforaphan. Besonders zu erwähnen ist hierbei die Sorte Broccoli calabrese, die - im Gegensatz zu den normalen Brokkoli-Sprossen - einen aussergewöhnlich hohen Anteil an Sulforaphan aufweist.

Dabei handelt es sich um ein bereits in der Medizin eingesetztes Antioxidans, das zwar auch im gewöhnlichen Brokkoligemüse steckt, in einer sehr viel grösseren Menge aber in den Brokkolisprossen vorkommt.

Die Sulforaphan-Menge in Brokkolisprossen ist fünfzig Mal höher als jene im Brokkoligemüse. Sie können also mit ungefähr 30 Gramm Brokkolisprossen die gleiche Menge an Antioxidantien zu sich nehmen wie mit drei Pfund Brokkoli-Gemüse.

Für alle, die die Sprossenanzucht als zu aufwändig empfinden, gibt es Brokkolisprossen in Form von lagerfähigem Sprossenpulver. Hochwertiges Sprossenpulver wird bei Temperaturen unter 40 Grad produziert, damit alle Inhaltsstoffe vollumfänglich erhalten bleiben.

Sprossen selber ziehen ist kinderleicht

Kaum ein Gemüse kann so leicht und so schnell angebaut werden wie Sprossen. Sie brauchen dazu keinen Garten, keine Terrasse, auch keinen Balkon, ja noch nicht einmal einen Blumentopf und auch keine Erde.

Die Liste all der Dinge, die Sie für die Sprossen-Anzucht wirklich brauchen, ist deutlich kürzer: Sprossen-Samen, Keimgläser (alternativ ein Keimgerät oder kleine Schüsselchen) und Wasser. Mehr nicht.

Keimgläser sind spezielle Gläser, die in etwa die Ausmasse von Einmachgläsern haben, deren Deckel aber aus einem Sieb besteht, so dass man damit die Sprossen sehr leicht spülen kann, nämlich einfach, indem man das Glas auf den Kopf stellt und das überschüssige Wasser aus dem durchlöcherten Deckel fliessen kann.

Keimgläser gibt es im Bioladen, Reformhaus oder im Internet. Falls Sie keine Keimgläser kaufen möchten, können Sie als Alternative auch einfach verschiedene Schüsselchen und ein feines Sieb verwenden. Lediglich für Kressesamen und der Zucht von Weizen- oder Gerstengrasbrauchen Sie statt Schüssel oder Keimglas flache Schalen oder für Kresse ein sog. Kressesieb.

In jedes Keimglas (oder Schüsselchen) füllt man einige Keimsaaten und gibt so viel Wasser hinzu, damit die Samen darin über Nacht quellen können.

Am nächsten Tag schüttet man das Wasser weg, spült die Samen (wenn kein Keimglas vorhanden ist, dann füllt man sie zum Spülen in das Sieb) und gibt sie dann ohne Wasser in die Keimgläser zurück. Täglich werden die keimenden Samen auf diese Weise zwei- bis dreimal gespült.

Im stehenden Wasser befinden sich die Samen also nur in der ersten Nacht. Anschliessend sind sie nur noch leicht mit Wasser benetzt, nämlich mit den Wasserrückständen, die nach dem Spülen an den Samen haften geblieben sind.

Kresse- und Weizengras-Sprossen selbst ziehen

Gartenkresse sät man auf zwei Lagen Küchenpapier, das in Wasser getränkt wurde. Auf dieselbe Weise lassen sich Gräser für Grassaft ziehen (z. B. Weizengras, Gerstengras, Kamutgras, Alfalfagras usw.). Vergessen Sie regelmässiges wässern nicht.

Gräser sind zwar leicht zu ziehen, doch ist das Entsaften nicht sehr ergiebig. Sie benötigen also sehr viel Gras, das Sie am besten in passenden Keimgeräten ziehen, wie z. B. im Easygreen-Keimgerät.

Eine Alternative ist hier die Bevorratung mit hochwertigen Graspulvern, z. B. Gerstengraspulver besser Gerstengrassaftpulver, Weizengraspulver, Dinkelgraspulver und Kamutgraspulver.

Mit Wasser und etwas natürlicher Bio-Vanille vermischt ergeben sie vitalisierende Drinks, die uns mit allen wohltuenden Eigenschaften des Chlorophylls und der den Gräsern zahlreich innewohnenden sekundären Pflanzenstoffen versorgen.

Sprossen - Ernte nach 24 Stunden

Viele Sprossen kann man bereits nach 24 Stunden essen, z. B. Mungbohnensprossen, Sonnenblumensprossen oder Getreidekeimlinge.

Die meisten Sprossen jedoch erntet man nach 3 bis 7 Tagen, manche auch erst nach 12 Tagen. Letzteres ist dann der Fall, wenn ein besonders hoher Grün- also Blattanteil gewünscht ist.

Sprossen selber ziehen - Was mache ich damit?

Sprossen sind sehr vielseitig und können in vielerlei leckere, gesunde und basische Gerichte verwandelt werden:

  • Sprossen werden mit einem Dressing zu Sprossensalat.
  • Sprossen können auch in jeden beliebigen anderen Salat gemischt werden.
  • Sprossen in Gemüsebrühe blanchiert werden zu einer Sprossensuppe.
  • Sprossen passen auch in grüne Smoothies. Dazu mixt man sie mit Wasser und Früchten in einem gewöhnlichen Haushaltsmixer.
  • Sprossen sind leicht gedünstet eine Gemüsebeilage.
  • Sprossen können entsaftet werden und verwandeln sich so - gemischt mit anderen Gemüsesäften - zu äusserst heilsamen und konzentrierten Säften.
  • Sprossen passen ausserdem auf jedes belegte Brot.
  • Sprossen verzieren Gerichte aller Art.
  • Sprossen können zu Sprossen-"Käse" verarbeitet werden. Dazu Sprossen (z. B. Kürbis- oder Sonnenblumenkernsprossen) mit etwas Wasser vermischen, hacken oder in einem Mixer mixen und an einem warmen Ort 8 Stunden stehen lassen. Die Sprossenpaste beginnt zu fermentieren. Anschliessend mit Salz oder Tamari, etwas Knoblauch und Kräutern würzen und servieren.
  • Sprossen lassen sich hervorragend in Keimlings-Brot verwandeln.
  • Sprossen gemixt mit Zwiebeln, Kräutern und Nüssen können als Füllung, Pastete oder Brotaufstrich genutzt werden.
  • Sprossen-Notfall-Menü: Sprossen mit Nüssen mischen, mit getrockneten Kräutern, etwas Essigund Öl mischen und geniessen.

Sprossen helfen überleben

Sprossen können sogar als regelrechtes Survival-Food bezeichnet werden.

Denn in Form von Keimsaaten sind sie hervorragend monate- wenn nicht gar jahrelang lagerfähig. Sie benötigen wenig Platz, keine Kühlung und können mit nichts als Wasser in kurzer Zeit essbar gemacht werden.

Sie sind also DIE Lösung für Krisenzeiten – falls diese jemals eintreten sollten (drei Mal auf Holz klopf!) – und gehören daher unbedingt in jedes Krisen-Paket.

Darin nämlich sind im Allgemeinen meist stark industriell verarbeitete Trockenprodukte, die nur noch in bescheidener Weise naturbelassene Vitalstoffe liefern, von sekundären Pflanzenstoffen, lebendigen Enzymen und Antioxidantien ganz zu schweigen.

Während man bei einer Versorgungskrise nach beispielsweise einem Erdbeben immer noch aus dem eigenen Garten Obst und Gemüse ernten kann (sofern der Garten noch da ist), ist das nach einem atomaren Unglück nicht mehr so empfehlenswert.

Obst und Gemüse sind dann radioaktiv belastet und sollten vorerst nicht mehr gegessen werden - es sei denn, sie stammen aus einem Gewächshaus. Bedeutet das also, dass wir uns nur noch von Suppenpulver, Instantgetränken und Dosenfutter ernähren dürften?

Wenn das Krisen-Paket mit Sprossen-Samen und anderen Sämereien bestückt ist, dann wird der Speiseplan auch in Extremsituationen abwechslungsreich und voller Vitalstoffe sein.

Der Verzehr von Sprossen kann in Zeiten der Lebensmittelknappheit also regelrecht Ihr Leben retten und Sie davor bewahren, nur noch Konserven und leere Kalorien aus mehl- und zuckerhaltigen Produkten essen zu müssen.

Die Sprossen werden Ihnen all das liefern, was Ihr Körper und Ihr Immunsystem brauchen, um auch Extremphasen gesund und munter zu überstehen.

Doch warten Sie bitte nicht auf Krisenzeiten, bevor Sie mit der Sprossenzucht beginnen. Das wäre zu schade! Beginnen Sie am besten noch heute damit und geniessen Sie jeden Tag eine andere Sprossenvariante.

Ihre Ausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

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Ihr Team vom Zentrum der Gesundheit

Zuletzt kommentiert

Oasenhoheit schrieb am 12.03.2018

Hallo an das Team des Zentrums der Gesundheit. :)

Ich habe vor wenigen Wochen einen Heilfastenurlaub mit Ernährungsberatung zur vollwertigen, basischen Ernährung beendet und habe dort sehr viel für mich mitgenommen.
Zwar hatte ich mich vorher schon mit gesunder Ernährung beschäftigt. Aber wenn man aus Bequemlichkeit, Zeitmangel, "Gruppenzwang" oder "Mal ein Auge zudrücken" wieder in die alten Essgewohnheiten (nährstoffarme und ungesunde Industrienahrung) zurückfällt, ist es doch schwer, das erlernte Wissen auch konsequent anzuwenden.

Diese letzte Phase des Heilfastens mit all den Informationen hat mir jedoch wieder neuen Mut gegeben, dass ich mein Essverhalten endlich nachhaltig und langfristig ändern kann, um - in Kombination mit mehr Bewegung - gesünder zu werden und mich wieder wohler zu fühlen. Die Erfolge der ersten wenigen Wochen nach dem Fasten (Ernährung ausschließlich basenüberschüssig, vollwertig, vegan, glutenfrei, sofern möglich Bio und alles selbst gekocht -> deutlich bessere Verdauung, Gewichtsreduktion, mehr Energie und Fitness, gesteigerte Lebensfreude, Spaß am Kochen), in denen ich mich "streng" an die empfohlene Ernährung gehalten habe, jedoch ohne hungern zu müssen oder das Gefühl zu haben, dass ich mir etwas essentielles verbiete (sämtlicher Heißhunger auf Industrielle Süßigkeiten, Fastfood und Junkfood ist verflogen!), bestärken mich darin, dass ich das Richtige für mich und meine Gesundheit tue.

Nach dem Urlaub habe ich mich online zu vielen dort angesprochenen Themen rund um Ernährung informiert und bin auf dieser Seite gelandet, in der ich vieles aus dem Fastenurlaub wiedergefunden habe, aber darüber hinaus aber noch viel neues, was mir hilft, diesen neuen Weg weiterhin zu beschreiten.

Dafür meinen herzlichen Dank!!! :D

Nun zu meiner Frage, die sich auf die Thematik "Keime" bzw. "Sprossen" beziehen, auch wenn es nicht um die üblichen Keime aus Saatgut geht:
Auf Ihrer Seite habe ich gelernt, wie wertvoll Keime aus den verschiedensten Samen wegen ihres hohen Nährstoffgehaltes sind.
Nun fühlte ich mich jedoch auch an keimende Zwiebeln und Kartoffeln erinnert, von denen ich immer wieder hörte, man solle die Keime in den Zwiebeln vor der weiteren Verarbeitung sowie bei Kartoffeln die Wurzeltriebe entfernen, bevor man sie isst, da sie gesundheitsschädliche Stoffe entwickeln würden.

Ist das korrekt? Oder bin ich da mein Leben lang einer Falschmeldung aufgesessen?
Sind die Zwiebelkeime und die Kartoffelwurzeln bedenklich? Oder haben sie evtl. sogar eine ähnliche gesundeitsfördernde Wirkung wie Keime aus Saaten?

Herzliche Grüße,
Oase :)

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Hallo Oase

Es freut uns, dass Sie bei uns Informationen finden, um Ihren eingeschlagenen Kurs zu halten :-)

Gekeimte Zwiebeln kann man problemlos essen. Kartoffelkeime jedoch sollten keinesfalls verzehrt werden. Sie gelten tatsächlich als toxisch, da in den Keimen Solanin steckt, ein giftiger Pflanzenstoff. Die Keime müssen daher grosszügig ausgeschnitten werden.

Viele Grüsse

Ihr Team vom

Zentrum der Gesundheit

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Quellen

  • Zentrum der Gesundheit