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Testosteron: Alles über das Männerhormon

Testosteron gilt als typisches Männerhormon, ist aber auch für Frauen sehr wichtig. Wir geben Antworten auf die häufigsten Fragen rund um Testosteron. Wir erklären die Aufgaben des Hormons, die Ursachen eines Mangels, die Symptome von zu viel Testosteron, mögliche Gründe für die Einnahme des Hormons, die Nebenwirkungen einer Testosterontherapie und vieles mehr.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 21 Mai 2026
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Was ist Testosteron?

Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon. Männliche Sexualhormone werden Androgene genannt. Neben Testosteron gibt es – bei Männern und Frauen – noch andere Androgene, die jedoch weniger stark wirken: Dehydroepiandrosteron und Androstendion. Sie werden in den Nebennieren gebildet.

Testosteron wird bei Männern (ab der Pubertät) insbesondere in den sog. Leydig-Zellen der Hoden gebildet (95 Prozent), geringe Mengen werden auch in der Nebennierenrinde gebildet. (Dort wird z. B. auch das Stresshormon Cortisol gebildet).

Auch für Frauen ist Testosteron ein wichtiges Hormon. Nur ist bei Frauen der Spiegel niedriger als bei Männern, während gleichzeitig ihr Östrogenspiegel höher ist.

Bei gesunden Männern liegt der niedrigste noch normale Testosteronspiegel immer noch vier- bis fünfmal höher (8,8 bis 30,9 nmol/l) als der höchste noch normale Spiegel bei gesunden Frauen (0,4 bis 2 nmol/l).

Bei Frauen (im fortpflanzungsfähigen Alter) wird das Hormon im peripheren Gewebe gebildet, z. B. im Fettgewebe (zu 50 Prozent), aber auch – zu je 25 Prozent – in den Eierstöcken und der Nebennierenrinde. Nach der Menopause produzieren nur noch das Gewebe und die Nebennierenrinde Testosteron (2).

Was ist gebundenes Testosteron?

Testosteron kommt im Blut größtenteils an Proteine gebunden vor. Die beiden Hauptproteine, an die das Hormon gebunden ist, sind das Sexualhormon-bindende Globulin (SHBG) und Albumin.

Nur ein kleiner Prozentsatz des zirkulierenden Testosterons ist nicht an Proteine gebunden und wird als „freies Testosteron“ bezeichnet. Es ist daher bioverfügbar, was bedeutet, dass es in der Lage ist, direkt mit den Zielgeweben zu interagieren und seine Wirkungen auszuüben.

Ist das Hormon an Albumin gebunden, ist es weniger stark gebunden als das an SHBG gebundene und kann daher auch teilweise bioverfügbar sein.

Das an SHBG gebundenene Testosteron macht den größten Teil des Hormons im Blutkreislauf aus. Es ist weniger bioverfügbar, da es stark an das Protein gebunden ist und kann daher nicht leicht mit den Zielgeweben interagieren.

Das gebundene Hormon ist dennoch nicht gänzlich unwirksam. Es kann durch verschiedene Mechanismen wieder in einen freien Zustand umgewandelt werden und dann seine Wirkung ausüben.

Die Bindung an Proteine ermöglicht eine kontrollierte Freisetzung von Testosteron im Körper und dient auch dazu, die Halbwertszeit des Hormons im Blut zu verlängern (den Abbau zu verlangsamen), was zu einer stabileren Verfügbarkeit des Hormons führt (8).

Wie wird das Hormon im Körper gebildet?

Testosteron wird im Körper aus Cholesterin gebildet - bei Männern in den Leydig-Zellen der Hoden, bei Frauen in den Theka-Zellen der Eierstöcke.

Zunächst wird Cholesterin in Pregnenolon umgewandelt (in den Mitochondrien der Zellen unter Beteiligung des Enzyms Cholesterin-Desmolase (auch als CYP11A1 bekannt)). Dann wird Pregnenolon zu Progesteron umgewandelt (unter Einfluss eines weiteren Enzyms).

Progesteron kann jetzt mit Hilfe weiterer Enzyme zu verschiedenen Androgenen umgewandelt werden, etwa zu Dehydroepiandrosteron (DHEA) und Androstendion. Aus Androstendion wird schließlich Testosteron hergestellt.

Wenn Testosteron aus Cholesterin gebildet wird, könnte man sich fragen, ob dann Statine, also Medikamente, die den Cholesterinspiegel senken, einen Testosteronmangel begünstigen könnten?

Es liegen auch tatsächlich Studien vor, die einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Statinen und einem leichten Rückgang des Testosteronspiegels gezeigt haben. Allerdings bewegt sich der Rückgang nach wie vor im Rahmen der Normalwerte, führt also nicht so weit, dass sich ein Mangel entwickeln würde (4).

Nichtsdestotrotz kann es natürlich sein, dass die Medikamente bei empfindlichen Menschen, die vielleicht auch schon zuvor einen niedrigeren Testosteronspiegel hatten, Mangelsymptome verursachen können. Sollten sich daher nach Statineinnahme Symptome zeigen, die auf einen Mangel hinweisen, lohnt es sich u. U., die Sache beim Arzt anzusprechen.

* Hier finden Sie einen Testosteron-Test, den Sie zu Hause durchführen können.

Wie wirkt Testosteron?

Das Hormon hat bei Männern und Frauen ähnliche Aufgaben.

Aufgaben bei Männern

Bei Männern ist das Hormon für folgende Aufgaben zuständig:

Ausprägung männlicher Geschlechtsmerkmale (Ausbildung von Hoden und Penis, Körperbehaarung, tiefe Stimme, Bartwuchs). Bildung der Spermien und damit auch für die männliche Fruchtbarkeit. Stärkung der Libido. Sexuelle Funktionen möglich machen.

Testosteron ist für die eigene Stimmung und psychisches Wohlbefinden wichtig. Es fördert die Muskelkraft und Muskelmasse, die Knochendichte, die Körperfettverteilung und den Fettabbauund die Bildung roter Blutzellen, weshalb Männer auch einen deutlich höheren Hämatokritwert als Frauen haben – ein Wert, der den prozentualen Anteil der Blutzellen im Blut angibt

Aufgaben bei Frauen

Bei Frauen ist Testosteron an folgenden Aufgaben beteiligt (gemeinsam mit anderen Hormonen):

Stärkung der Libido, der Knochendichte (ein gesunder Testosteronspiegel kann zur Prävention einer Osteoporose beitragen), Entwicklung von Muskelkraft und Muskelmasse, Förderung der Stimmung und des psychischen Wohlbefindens, den Fettabbau, die Regulation des Menstruationszyklus, Unterstützung des Haarwachstums und Förderung der Hautgesundheit (Regulierung der Talgproduktion).

Das Hormon für die Männer-Psyche

Testosteron ist bei Männern jeden Alters für eine ausgeglichene Psyche wichtig. Ist das Hormon nicht in ausreichender Menge vorhanden, kann es zu allerlei Beschwerden kommen, wie chronischer Depression, Angststörungen und Stressanfälligkeit.

Auch Reizbarkeit, ständige Müdigkeit, fehlende Vitalität, Lustlosigkeit und mangelndes Durchsetzungsvermögen können auf einen Testosteronmangel hinweisen (1).

An Tiermodellen für Depressionen konnte man nachweisen, dass die Verabreichung von Testosteron die Serotoninfreisetzung im Gehirn erhöht und eine Neuroplastizität im Hippocampus fördert (die Bildung neuer Nervenverbindungen) – was beides mit einer antidepressiven Wirkung in Zusammenhang steht.

Kann man mit Testosteron abnehmen?

Männer mit Übergewicht haben oft einen niedrigen Gesamttestosteronspiegel und mit zunehmender Fettleibigkeit auch einen niedrigen Spiegel des freien Testosterons. Nehmen diese Männer ab, erholen sich häufig auch ihre Hormonwerte wieder (6).

Könnte man es nun aber nicht auch umgekehrt handhaben, also bei Übergewicht Testosteron einnehmen oder spritzen und auf diese Weise abnehmen?

Ganz so einfach ist es nicht. Denn das Hormon ist verschreibungspflichtig, so dass man es nicht wie ein Nahrungsergänzungsmittel einnehmen oder es sich gar selbst spritzen könnte, um Gewicht zu verlieren.

Wenn Männer mit Testosteronmangel und Übergewicht jedoch längerfristig (über Jahre hinweg) von ihrem Arzt eine Hormontherapie verordnet bekommen, dann kommt es zu einer signifikanten Gewichtsabnahme mit verbesserter Körperzusammensetzung (7) (weniger Fett im Verhältnis zur Muskelmasse).

Verantwortlich dafür soll u. a. eine optimierte Mitochondrienfunktion sein und ein erhöhter Energieverbrauch. Dies führt wiederum zu einer besseren Herz-Kreislauf-Funktion und mehr körperlicher Aktivität.

Verursacht das Hormon Akne?

Ein erhöhter Testosteronspiegel (insbesondere freies T.) kann bei der Entstehung von Akne eine Rolle spielen (bei Männern, Frauen und auch im Rahmen der geschlechtsangleichenden Hormontherapie bei Geschlechtsinkongruenz), denn das Hormon (und andere Androgene, z. B. DHEA oder DHT) können die Talgproduktion in den Talgdrüsen der Haut erhöhen (13)

Ein Überschuss an Talg kann die Poren verstopfen, was wiederum das Wachstum von bestimmten Bakterien fördert, die ihrerseits Entzündungen und schließlich eine Akne verursachen können.

Eine hormonell bedingte Akne tritt bevorzugt in Zeiten hormoneller Veränderungen auf, etwa während der Pubertät, während des Menstruationszyklus, während der Schwangerschaft oder bei hormonellen Störungen wie dem polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS).

Macht Testosteron aggressiv?

Das Hormon wird gelegentlich mit aggressivem Verhalten in Zusammenhang gebracht. Allerdings kann man nicht grundsätzlich sagen, dass jemand umso aggressiver wird, je höher sein Testosteronspiegel ist (16).

Lediglich bei Männern besteht ein gewisser Zusammenhang, bei Frauen laut einer Studie von 2020 kaum. In älteren Studien beobachtete man, dass auf Frauen mit höherem Testosteronspiegel häufiger die folgenden Eigenschaften zutrafen: Sie waren unternehmungslustiger, aktiver, unordentlicher sowie eher zynisch und dominant im Vergleich zu Frauen mit normalen Werten (18).

Bei Männern stellte man außerdem fest, dass es u. a. auf die Ausprägung der Gene des Testosteronrezeptors ankommt, inwiefern und wie stark das Hormon Aggressionen fördern kann.

Und es kommt auf den Cortisolspiegel an. Denn Cortisol und auch Serotonin sind in Sachen Aggressivität die Gegenspieler des Testosterons. Sie sorgen dafür, dass jemand, der wütend wird, nicht gleich aus der Haut fährt und sein Gegenüber umbringt, sondern besonnen bleibt und sich unter Kontrolle hat (17).

Ist der Cortisolspiegel niedrig, der Testosteronspiegel hoch, dann ist die Wahrscheinlichkeit eines aggressiven Verhaltens höher. Ist der Cortisolspiegel hingegen im Vergleich zum Testosteronspiegel hoch, dann entscheiden sich Betroffene bei Auseinandersetzungen bevorzugt für eine Flucht und meiden den Kampf.

Erhöht das Hormon die Libido?

Testosteron gilt als DAS Hormon zur Erhöhung der Libido, also dem sexuellen Verlangen – und zwar bei Mann und Frau. Bei Männern reguliert das Hormon nicht nur die Libido, sondern auch die entsprechenden Sexualfunktionen ( Erektion, Ejakulation), so dass ein Mangel des Hormons nicht nur zu weniger Lust auf Sex, sondern auch zu Erektionsstörungen führen kann.

Bei Frauen ist naturgemäß eher das Östrogen für die Libido verantwortlich. Will man die weibliche Libido mit Testosteron erhöhen, müssen höhere Hormondosen gegeben werden als jene, die der Körper selbst bildet (3). Ob das natürlicherweise vom Körper gebildete Hormon daher bei Frauen die Libido steigert, ist nicht geklärt.

Testosteron für Muskelaufbau? Für Bartwuchs? Bei Impotenz?

Das Hormon spielt eine wichtige Rolle bei allen drei Aspekten, beim Muskelaufbau, beim Bartwuchs und auch in Sachen Potenz.

Das Hormon stimuliert das Muskelwachstum und auch die Reparatur von Muskelgewebe.

Wenn in der Pubertät der Testosteronspiegel steigt, bilden sich die sekundären Geschlechtsmerkmale, wozu der Bart gehört (und natürlich auch die typisch männliche Körperbehaarung). Auch im späteren Leben sorgt das Hormon für stetigen Bartwuchs. Ob der Bart aber dicht oder weniger dicht ist, hängt auch mit den Erbanlagen zusammen.

Bei Impotenz werden erst die Ursachen abgeklärt. Sollte ein niedriger Hormonspiegel dazu gehören, wäre es denkbar, entsprechende Präparate einzusetzen. Oft aber hat Impotenz andere Ursachen, z. B. neurologische Probleme, Gefäßerkrankungen, Diabetes, Nebenwirkungen von Medikamenten oder auch psychische Probleme.

Was ist Hypogonadismus?

Hypogonadismus kann bei Mann und Frau vorliegen. Hypo bedeutet „unter“, also zu wenig, wie auch im Begriff Hypoglykämie für Unterzuckerung. Die Gonaden wiederum sind die Keimdrüsen – beim Mann die Hoden, bei der Frau die Eierstöcke.

Bei Frauen bedeutet Hypogonadismus, dass die Hormonbildung in den Eierstöcken nicht ausreichend ist und es zu einem Östrogen- und Progesteronmangel kommt.

Beim Mann bedeutet Hypogonadismus, dass ein Testosteronmangel vorliegt und/oder die Spermienproduktion gestört ist.

Das Problem kann an den Hoden liegen. In diesem Fall spricht man von einem primären Hypogonadismus.

Das Problem kann jedoch auch an einer Störung der Hypothalamus-Hypophysen-Achse liegen, was als sekundärer Hypogonadismus bezeichnet wird.

Hypothalamus und Hypophyse sind Bereiche im Gehirn, die Hormone bilden, über die zahlreiche Hormondrüsen gesteuert werden. Beim sekundären Hypogonadismus bilden der Hypothalamus oder die Hypophyse zu wenige jener Hormone, die in den Hoden die Testosteronproduktion ankurbeln würden.

Sowohl der primäre als auch der sekundäre Hypogonadismus können von Geburt an vorhanden sein oder aber auch erst im späteren Leben auftreten. Die Beschreibung des angeborenen Hypogonadismus würde hier den Rahmen sprengen, so dass wir uns auf die erworbene Form beschränken.

(Es gibt auch Hypergonadismus, bei dem eine Überaktivität der Keimdrüsen (Hoden/Eierstöcke) vorliegt. Beim Mann äußert sich dies in einem gesteigerten Sexualtrieb, übermäßige Muskelmasse, Akne und Haarausfall).

Ursachen vom erworbenen primären Hypogonadismus

Mögliche Ursachen eines Hypogonadismus im späteren Leben sind im Falle der primären Variante Infekte (z. B. Mumps), Verletzungen, eine Chemotherapie, Bestrahlung oder auch eine Hämochromatose (zu viel Eisen im Blut).

Ursachen vom erworbenen sekundären Hypogonadismus

Mögliche Ursachen der sekundären Variante können die folgenden sein: ein Hypophysentumor oder ein Tumor in einem anderen Bereich des Gehirns in der Nähe der Hypophyse, Therapien bei Hirntumoren und auch manche entzündlichen Erkrankungen, wie z. B. Sarkoidose oder Tuberkulose können den Hypothalamus oder die Hypophyse in Mitleidenschaft ziehen, starke Medikamente, wie z. B. Opiate gegen Schmerzen oder Hormonpräparate, aber auch Übergewicht oder das Alter.

Symptome von Hypogonadismus im Erwachsenenalter

Die Symptome eines Hypogonadismus bei Männern im Erwachsenenalter sind gleichzeitig Symptome eines Testosteronmangels:

Eine verminderte Libido, eine erektile Dysfunktion, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, die Körperbehaarung nimmt ab, Entwicklung einer Osteoporose, die Hoden werden kleiner, Gynäkomastie (Brust bildet sich ähnlich wie bei Frauen aus; „Männerbusen“), die Abnahme der Muskulatur und gleichzeitig mehr Fettansatz, besonders am Bauch und die Abnahme kognitiver Fähigkeiten.

Wie wird der Spiegel gemessen?

Bei u. a. den oben genannten Symptomen, wenn also der Verdacht eines Hypogonadismus bzw. eines Mangels vorliegt, kann zur Abklärung und Diagnose das Testosteron gemessen werden (und noch andere Werte).

Meist wird beim Arzt der Gesamttestosteronwert im Blutserum bestimmt. Über den Tagesverlauf schwankt der Hormonspiegel. Am Morgen ist der Spiegel am höchsten.

Für einen Test werden daher am Morgen zwischen 8 und 10 Uhr alle 30 Minuten drei Blutproben entnommen. Diese werden gemischt und untersucht. Weitere Testmöglichkeiten beschreiben wir in unserem Artikel Testosteron natürlich erhöhen.

Welcher Wert ist normal?

Die Referenzwerte/Normalwerte können je nach Labor und Messmethode variieren. Im zuvor genannten Artikel (Testosteron natürlich erhöhen) finden Sie auch die Normalwerte des Testosteronspiegels bei Mann und Frau.

Kann man Testosteron mit natürlichen Mitteln erhöhen?

Im Artikel Testosteron natürlich erhöhen beschreiben wir zahlreiche natürliche Mittel und Möglichkeiten, wie Sie selbst - also ohne Medikamente - Ihren Spiegel erhöhen können.

Dazu gehört z. B. auch ein gesunder Vitamin-D-Spiegel, denn wenn Sie einen Vitamin-D-Mangel haben, kann dieser zu einem sinkenden Spiegel beitragen. Näheres lesen Sie im Artikel Vitamin D erhöht Testosteronspiegel.

Auch Bockshornkleesamen gelten als förderlich. Lesen Sie dazu unseren Artikel Bockshornklee für mehr Kraft und Testosteron.

Genauso soll die Kombination aus Astaxanthin und Sägepalmextrakt hilfreich sein. Dies erklären wir im Artikel Testosteronmangel natürlich ausgleichen.

Auch eine pflanzenbasierte Ernährung wirkt sich vorteilhaft auf den Hormonhaushalt aus. Gerade bei pflanzlichen Ernährungsformen werden meist Sojaprodukte verzehrt. An mancher Stelle im Netz heißt es, Soja senke den Testosteronspiegel, was jedoch nicht zutrifft.

Details dazu lesen Sie im Artikel Soja beeinflusst Testosteronspiegel nicht.

Gibt es das Hormon als Präparat zum Einnehmen?

Ja, es gibt Präparate, die man einnehmen kann. Allerdings sind diese oft weniger wirksam und bringen ein erhöhtes Risiko für Leberschäden und andere Nebenwirkungen mit sich.

Meist werden daher für eine Testosteronersatztherapie andere Anwendungsformen wie transdermale Pflaster, Gele, Injektionen und Implantate verschrieben, wobei mit dem Arzt die individuell passende Anwendungsform besprochen wird und die Therapie auch nur dann in Frage kommt, wenn konkret ein Mangel vorliegt:

Transdermale Pflaster und Gele werden auf die Haut aufgetragen. Das Hormon kann über die Haut langsam in den Blutkreislauf aufgenommen werden.

Injektionen werden intramuskulär verabreicht und setzen das Hormon langsam über einen bestimmten Zeitraum frei.

Implantate werden in der Regel unter die Haut implantiert und geben kontinuierlich Testosteron ab.

Wo kann man Testosteron kaufen?

Das Hormon ist in den meisten Ländern verschreibungspflichtig und darf nur auf ärztliche Verschreibung verwendet werden. Die Verwendung ohne Rezept ist illegal. Der Schwarzmarkt blüht jedoch.

Dort wird das Hormon rezeptfrei verkauft, kann aber minderer Qualität oder falsch dosiert sein oder Verunreinigungen enthalten, was das Risiko für Nebenwirkungen und gesundheitliche Probleme erhöht.

Auch sollte Testosteron wirklich nur angewendet werden, wenn ein Mangel besteht. Andernfalls würde das Nutzen-Risiko-Verhältnis nicht zugunsten des Hormons ausfallen.

Wann bekommt man das Hormon verschrieben?

Zu den häufigsten Beschwerden und Erkrankungen, bei denen u. U. eine Testosteronersatztherapie (TRT) in Frage käme, gehören die folgenden:

Hypogonadismus, also ein konkreter Mangel aufgrund eingeschränkter Hormonbildung in den Hoden – siehe auch weiter oben unter Hypogonadismus.

Erektile Dysfunktion, wenn diese durch einen niedrigen Testosteronspiegel mitverursacht wurde.

Verminderte Libido (auch bei Frauen) und Osteoporose (bei Männern), wenn die Beschwerden durch einen chronischen Testosteronmangel verursacht wurden.

Cypionat vs Enantat vs Decanoat

Präparate, in denen Testosteron mit Cypionat, Enantat und Decanoat verbunden ist, sind langwirkende Präparate mit einer längeren Halbwertszeit, so dass sie weniger häufig injiziert werden müssen (im Vergleich zur Gabe von reinem Testosteron):

Cypionat hat eine Halbwertszeit von etwa 8 bis 12 Tagen.

Enantat hat eine Halbwertszeit von 7 bis 10 Tagen.

Decanoat hat eine Halbwertszeit von etwa 10 bis 14 Tagen.

Sie werden hauptsächlich zur Behandlung von Testosteronmangel eingesetzt, werden aber auch von Athleten und Bodybuildern zur Leistungssteigerung und Muskelmassezuwachs verwendet.

Wie wirken homöopathische Präparate?

Homöopathische Präparate, wie Testosteron C30 Globuli oder eine D4 Creme, enthalten eine kaum wahrnehmbare Hormondosis. Der Wirkmechanismus homöopathischer Hormonpräparate wird damit erklärt, dass die Mittel den Körper zur Produktion von Testosteron anregen. Wissenschaftliche Studien sind uns dazu aber nicht bekannt.

Welche Nebenwirkungen kann eine Testosteronersatztherapie TRT haben?

Die TRT kann Nebenwirkungen haben, die von Person zu Person unterschiedlich sein können. Manche treten sofort auf, andere können erst später in Erscheinung treten:

Akne

Eine erhöhte Talgproduktion kann zu Hautunreinheiten und Akne führen.

Ödem

Ödeme können zu Schwellungen in den Extremitäten führen.

Schlafstörungen

Veränderungen im Hormonspiegel können den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen und zu Schlafstörungen führen.

Stimmungsänderungen

Manche Menschen erleben Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder erhöhte Aggressivität.

Brustdrüsen

Vergrößerte Brustdrüsen (Gynäkomastie): Manche Männer können eine Zunahme des Brustgewebes erfahren.

Hodenverkleinerung

Aufgrund der Unterdrückung der körpereigenen Testosteronproduktion können die Hoden kleiner werden.

Reduzierte Spermienproduktion

Die Produktion von Spermien kann abnehmen und der Mann sogar unfruchtbar werden.

Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine langfristige Testosteronersatztherapie kann das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen, insbesondere bei Personen mit Risikofaktoren (Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes).

Haben Testosteroncremes Nebenwirkungen?

Die Anwendung von Cremes oder Gel ermöglicht eine kontinuierliche Hormonabsorption über die Haut, so dass der Spiegel nur langsam steigt, plötzliche Hormonschwankungen (wie nach Injektionen) somit vermieden werden können.

Zu möglichen Nebenwirkungen zählen Hautreizungen an der Anwendungsstelle (Rötungen, Juckreiz), übermäßiger Haarwuchs, Akne, Vergrößerung der Brustdrüsen und Veränderungen des Blutcholesterinspiegels.

Können Frauen das Hormon einnehmen?

Für Frauen sind in Deutschland keine Testosteronpräparate zugelassen, werden aber in manchen Fällen vom Arzt dennoch verschrieben (off-label), etwa bei krankhaft verminderter Libido. Eine Wirkung tritt nach etwa 6 Wochen ein. Zeigt sich nach einem halben Jahr keine Wirkung, kann die Therapie abgebrochen werden.

Da nur Präparate für Männer vorhanden sind, die für Frauen zu hoch dosiert sind, kommen nur transdermale Präparate in Frage, die in entsprechend kleineren Mengen angewendet werden können (11).

Eine Schwangerschaft muss ausgeschlossen werden, da Testosteron das ungeborene Kind schädigen und somit zu Geburtsfehlern führen kann.

Wer sollte das Hormon nicht nehmen?

In manchen Fällen ist es für Männer nicht empfehlenswert, Testosteron therapeutisch anzuwenden (9):

Bei Brustkrebs oder Prostatakrebs, bei einer Prostatavergrößerung, die noch nicht abgeklärt wurde, bei einem PSA-Wert über 4 ng/ml, insbesondere wenn ein Verwandter ersten Grades Prostatakrebs hat(te), bei einer Herzinsuffizienz, bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall in den letzten 6 Monaten, bei einer unbehandelte Schlafapnoe, bei einem Hämatokritwert über 50 Prozent oder auch, wenn ein Kinderwunsch besteht (10).

Was ist eine Testosterondominanz bei Frauen?

Testosterondominanz bei Frauen bedeutet, dass der Testosteronspiegel im Verhältnis zu anderen Hormonen wie Östrogen und Progesteron erhöht ist. Ein solches Ungleichgewicht kann verschiedene Ursachen haben und außerdem zu einer Reihe von Symptomen führen.

Zu den Ursachen einer solchen Dominanz bei Frauen gehör das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), eine häufige hormonelle Störung bei Frauen im gebärfähigen Alter, die durch eine erhöhte Produktion von männlichen Hormonen gekennzeichnet ist.

Probleme mit den Nebennieren können ebenfalls zu einer übermäßigen Produktion von Hormonen führen, z. B. ein Nebennierenrindenadenom (eine gutartige Geschwulst der Nebennierenrinde).

Typische Symptome für eine Testosterondominanz sind ein unregelmäßiger Menstruationszyklus, vermehrter Haarwuchs im Gesicht und am Körper (Behaarung wie bei Männern), Akne, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme besonders im Bauchbereich und u. U. Unfruchtbarkeit.

Was passiert mit dem Testosteron in den Wechseljahren?

In den Wechseljahren (die meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr beginnen) kommt es zu einschneidenden hormonellen Veränderungen.

So kann sich beispielsweise das Verhältnis von Testosteron zu anderen Hormonen wie Östrogen und Progesteron verändern, was zu verschiedenen Symptomen führen kann, z. B. ist es schwieriger Muskeln aufzubauen, stattdessen steigt der Körperfettanteil, es kann zu Stimmungsschwankungen oder einer nachlassenden Libido kommen.

Allerdings ändern sich in dieser Lebensphase auch andere Hormonspiegel, so dass man die auftretenden Symptome nicht allein einem sinkenden Testosteronspiegel zuordnen kann (19).

Ändert sich bei Frauen der Spiegel während des Monatszyklus?

Der Testosteronspiegel bei Frauen unterliegt im Laufe des Menstruationszyklus normalerweise Schwankungen, die mit den Veränderungen anderer Hormone wie Östrogen und Progesteron verbunden sind. Allerdings ändert sich das Testosteron nicht in dem Maß wie die beiden anderen genannten Hormone.

In der ersten Hälfte des Zyklus kann das Testosteron bis zum Eisprung leicht ansteigen und sinkt dann in der zweiten Hälfte wieder etwas ab (20).

Wie kann man den Testosteronspiegel bei Frauen senken?

Wenn bei Frauen ein zu hoher Spiegel vorliegt, muss erst die Ursache gefunden werden, die man dann entsprechend behandelt. Besteht ein PCOS, finden Sie auf unserer Seite naturheilkundliche Maßnahmen, die das Syndrom bessern können.

Kann man als Mann zu viel Testosteron haben?

Wenn beim Mann ein zu hoher Testosteronspiegel vorliegt, spricht man von Hyperandrogenismus. Ursachen können angeborene Störungen sein, Tumoren der Hoden, der Nebennieren oder der Hypophyse, Störungen der Nebennieren (z. B. ein Nebennierenrindenadenom) oder natürlich auch die (illegale) Verwendung von anabolen Steroiden/Anabolika (z. B. im Sport).

Was sind die Symptome von zu viel Testosteron beim Mann?

Die Symptome eines zu hohen Spiegels bei Männern können die folgenden sein:

Akne, vergrößerte Brustdrüsen (Gynäkomastie), Stimmungsschwankungen oder Reizbarkeit, Haarausfall, Erektionsstörungen oder verminderte Libido, Zunahme der Muskelmasseeine tiefe Stimme sowie eine Unfruchtbarkeit.

Wie kann zu viel Testosteron eine Gynäkomastie verursachen, fragen Sie sich vielleicht? Ist diese nicht auf zu viel Östrogen, also zu viele weibliche Hormone zurückzuführen?

Bei zu viel Testosteron wird dieses jedoch verstärkt in Östrogen umgewandelt, was zu einem hormonellen Ungleichgewicht zwischen den beiden Hormonen und so zu einer Gynäkomastie führen kann. Dies kann auch eine Nebenwirkung von Anabolika sein.

Wie schnell steigt Testosteron durch Sport?

Sport erhöht den Testosteronspiegel (22) - auch dann, wenn Übergewichtige, die einen niedrigen Spiegel haben, mit dem Training anfangen, wie eine Studie von 2018 zeigte, in der die Probanden 12 Wochen lang trainierten.

Das Training sollte zumindest moderat, besser intensiv sein, denn nach leichter körperlicher Aktivität zeigt sich keine Veränderung des Hormonspiegels.

Oft ändert sich der Testosteronspiegel nur akut, also unmittelbar – in den ersten 30 Minuten – nach dem Sport (21). Danach fällt der Spiegel laut etlicher Studien im Laufe der nächsten Stunde wieder auf das vorherige Level zurück (23).

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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