Brustkrebs-Screenings nicht unbedingt vertrauenswürdig

Die übliche Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung für Frauen ab 50 Jahre umfasst alle zwei Jahre auch ein Mammographie-Screening (Röntgenaufnahme der Brust). Des weiteren wird diese Untersuchungsmethode (bei Frauen jeden Alters) zur Abklärung von bestimmten Symptomen (Knoten, Absonderungen aus der Brustwarze o. ä.) eingesetzt. Leider ist den Ergebnissen von Mammographie-Screenings nicht unbedingt zu trauen.

Experten geben zu: Überdiagnosen bei Brustkrebs-Scans sind häufig

In einer Informationsbroschüre des Deutschen Krebsforschungszentrums, der Kooperationsgemeinschaft Mammographie und der Deutschen Krebshilfe ist zu diesem Thema zu lesen:

Die meisten Fachleute stimmen darin überein, dass auf einen verhinderten Todesfall bei Brustkrebs eine Überdiagnose kommt. Manche halten Überdiagnosen für noch häufiger.

Überdiagnosen nennt man Diagnosen, die eine tatsächlich vorhandene "Krankheit" oder besser Abnormalität feststellen. Doch würde diese Abnormalität während des gesamten Lebens des Patienten niemals Symptome verursachen.

MRM: Nicht nur Überdiagnosen, auch falsch-positive Ergebnisse

Da man Magnet-Resonanz-Verfahren in der Diagnostik eine weitaus höhere Treffsicherheit in Bezug auf Vorstufen aggressiver Brustkrebs-Tumoren nachsagt, werden sie immer häufiger eingesetzt. Laut einer Studie im Magazin The Lancet entdeckt die MRM-Technologie 92 Prozent aller frühen Brustläsionen, während Röntgen-Mammographien nur 56 Prozent entdecken würden.

Die MRM ist jedoch eine derart sensible Technologie, dass sie sämtliche Abnormalitäten der Brust anzeigt - auch solche, die für die Patientin überhaupt keine Gefahr oder gesundheitliche Bedrohung darstellen würden. Ausserdem gibt es auch bei der MRM-Technologie - genau wie bei der gewöhnlichen Mammographie - nicht nur die Gefahr der Überdiagnose, sondern auch das Risiko eines falsch-positiven Ergebnisses.

Todesangst wegen falscher Horror-Diagnose. Brustkrebs

Man entdeckt "etwas" und bezeichnet es als Brustkrebs. Die Diagnose führt bei der Patientin zu extremen Angstzuständen bis hin zu Todesangst. Sie wird vorsichtshalber invasiven und potentiell gefährlichen Verfahren (z. B. einer Biopsie) unterzogen, eventuell einer Krebsbehandlung oder sogar einer Brustentfernung - nur damit dann (in etlichen Fällen) festgestellt werden kann, dass entweder doch kein Tumor oder nur eine gutartige Zellansammlung vorlag. Die Angst aber ist damit noch lange nicht weg.

Es ist bekannt, dass Angstzustände aufgrund einer Diagnose mit einer potentiell tödlichen Krankheit auch dann nicht verschwinden, wenn die Patientin (oder der Patient) schliesslich erfährt, dass die ursprüngliche Horror-Diagnose falsch war.

Brustentfernung nach MRM siebenmal häufiger

Die Zahl derjenigen Frauen, die aufgrund einer Magnet-Resonanz-Untersuchung eine Brustentfernung über sich ergehen lassen müssen, ist siebenmal höher als bei jenen Frauen, bei denen andere Diagnostikverfahren zur Anwendung kamen.

Leider fehlt jeder Hinweis dafür, dass dadurch das Leben von mehr Frauen gerettet werden konnte und diese um so viel höhere Brustentfernungsrate auch gerechtfertigt wäre.

Im Gegenteil: So schätzt der Onkologe Kefah Mokbel vom Londoner Breast Institute, dass die Quote falsch-positiver Ergebnisse bei MRMs bei ungefähr 25 Prozent liege.

Und Dr. Malcolm Kell fügt hinzu:

Es gibt keine überzeugenden Beweise für einen regelmässigen Einsatz dieser Technologie bei neu diagnostiziertem Brustkrebs.

Lesen Sie auch: Was Sie über Brustkrebsoperationen wissen sollten

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