Chronische Entzündungen

Entzündungshemmende Ernährung schützt vor Knochenschwund

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 05.06.2019
Entzündungshemmende Ernährung schützt vor Knochenschwund
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Knochenschwund und damit die Anfälligkeit für Knochenbrüche betrifft besonders Frauen nach den Wechseljahren. Doch kann man hier vorbeugend sehr viel tun. Auch wenn schon ein Knochenschwund eingesetzt hat, helfen ganzheitliche Massnahmen, wie z. B. eine bestimmte Ernährung, den Knochenschwund zu stoppen und das Risiko für Knochenbrüche zu reduzieren. Einer Studie zufolge, die im Dezember 2016 veröffentlicht wurde, soll eine knochenschützende Ernährung besonders reich an entzündungshemmenden Stoffen sein.

Inhaltsverzeichnis

Entzündungshemmende Ernährung senkt Knochenschwund-Risiko

Die National Institutes of Health NIH (Gesundheitsbehörden der USA) schätzen, dassallein in den USA mehr als 53 Millionen Menschen an Osteoporose leiden oder – aufgrund einer bereits vorhandenen geringen Knochendichte – kurz davor sind, eine solche zu entwickeln. In Deutschland sind es 8 Millionen Betroffene.

Gerade die Osteoporose ist eine der Hauptursachen für Knochenbrüche bei älteren Menschen. Die typischen Osteoporose-Knochenbrüche betreffen die Hüfte, das Handgelenk und die Wirbelsäule. Brüche der Hüfte sind dabei besonders schwerwiegend, da sie Krankenhausaufenthalte und Operationen erfordern.

Häufig heisst es, dass eine Osteoporose einfach altersbedingt und somit für entsprechend veranlagte Menschen unausweichlich sei. Inzwischen aber stimmen viele medizinische Experten darin überein, dass einem Knochenschwund eindeutig vorgebeugt werden kann.

Eine neue Studie der Ohio State University bestätigt dies, da die beteiligten Wissenschaftler rund um Dr. Tonya Orchard, Assistenzprofessorin für Humanernährung, einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Ernährung und dem Osteoporose-Risiko entdeckten. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden Ende Dezember 2016 im Journal of Bone and Mineral Density veröffentlicht.

Entzündungshemmede Ernährung bessert Knochendichte

Orchard und ihr Team analysierten für ihre Studie die Daten der Women's Health Initiative (WIH) Study und verglichen darin die Werte der entzündungsfördernden Nährstoffe in der Ernährung der Probanden mit der Knochendichte und dem Aufkommen von Knochenbrüchen.

Die WIH ist die grösste Gesundheitsstudie mit postmenopausalen Frauen, die jemals in den USA durchgeführt wurde. Es handelt sich dabei um Daten aus den Jahren zwischen 1993 und 1998.

Die Forscher nutzten den sog. Entzündungsindex der Ernährung DII (Dietary Inflammatory Index) und schauten nach Zusammenhängen zum Knochenbruch-Risiko.

Zur Verfügung standen die Ernährungsdaten von über 160.000 Frauen im Alter von durchschnittlich 63 Jahren, die bis zum Start der Studie noch nie eine Hüftfraktur erlitten hatten. Von 10.290 dieser Frauen lagen ausserdem die Knochendichtewerte vor. Beobachtet wurden die Frauen nun über einen Zeitraum von 6 Jahren. Andere mögliche Einflusse wie Alter, Nationalität, Hautfarbe etc. wurden bei der anschliessenden Auswertung berücksichtigt.

Die Forscher stellten in der Gruppe der hellhäutigen Frauen fest, dass Brüche der Hüfte umso häufiger waren, je mehr entzündungsfördernde Bestandteile eine Ernährung enthielt. Das Knochenbruchrisiko stieg dann sogar um 50 Prozent. Frauen hingegen, die eine entzündungshemmende Ernährungsweise praktizierten, verloren sehr viel weniger Knochendichte während des 6-jährigen Beobachtungszeitraumes.

Die entzündungshemmende Ernährung zur Knochenschwund-Prävention

Dr. Orchard und Kollegen schlussfolgerten, dass die Ernährung offenbar eindeutig die Knochengesundheit beeinflusse und Frauen ihr Risiko für Knochenschwund mit einer gesunden Ernährung reduzieren könnten.

Dazu sei eine qualitativ hochwertige, entzündungshemmende Ernährung erforderlich. Entzündungshemmende Bestandteile sind insbesondere sekundäre Pflanzenstoffe, Ballaststoffe, bestimmte Mineralien (z. B. Magnesium) sowie Omega-3-Fettsäuren.

Die entzündungshemmende Ernährung setzt sich somit folgendermassen zusammen:

  • Viele Früchte, Gemüse, Sprossen und Salate
  • Vollkornprodukte statt Auszugsmehle
  • Nüsse und Saaten
  • Hülsenfrüchte
  • Etwas Fisch oder eine andere Omega-3-Fettsäurenquelle (Leinöl, Hanföl, Chiasamen oder entsprechende Nahrungsergänzungen)

Entzündungsfördernd gelten hingegen die folgenden Nahrungsmittel:

  • Tierische Fette mit hohem Arachidonsäuregehalt (Hühnchen, Innereien, Rind- und Schweinefleisch, Butter, Eier etc.)
  • Pflanzliche Öle mit hohem Omega-6-Gehalt (Sonnenblumenöl, Distelöl, Traubenkernöl, Sojaöl etc.)
  • Zucker und zuckerhaltige Produkte
  • Alkoholische Getränke
  • Getreideprodukte aus Auszugsmehlen

Welche Lebensmittel sich besonders gut für eine entzündungshemmende Ernährung eignen, finden Sie hier beschrieben: Die entzündungshemmende Ernährung

Ernährungspläne: Entzündungshemmende Ernährung

Ernährungspläne mit u. a. entzündungshemmender Wirkung finden Sie hier:

Und falls Sie glauben, man müsse insbesondere Milchprodukte essen, um seinen Knochen etwas Gutes zu tun, dann lesen Sie hier weiter:

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Quellen

  • Sandoiu, Ana, Anti-inflammatory diet reduces bone loss, hip fracture risk in women.Medical News Today. MediLexicon, 30. Januar 2017, (Entzündungshemmende Ernährung reduziert Knochenschwund und Knochenbruchrisiko bei der Hälfte bei Frauen)
  • Orchard T et al., Dietary inflammatory index, bone mineral density and risk of fracture in postmenopausal women: Results from the women's health initiative, Journal of Bone and Mineral Density, 26. Dezember 2016, (Entzündungsindex der Ernährung, Knochendichte und Knochenbruchrisiko bei postmenopausalen Frauen: Ergebnisse aus der Women's Health Initiative)
  • Crane M, Ohio State University, Anti-inflammatory diet could reduce risk of bone loss in women, 27. Januar 2017, (Entzündungshemmende Ernährung kann Knochenschwund-Risiko bei Frauen reduzieren)
  • NIH Osteoporosis and Related Bone Diseases National Resource Center,Handout on health: osteoporosis, abgerufen am 27. Januar 2017, (Infoblatt Gesundheit: Osteoporose)