Zentrum der Gesundheit
  • Fleisch Depressionen

Fleisch und Wurst erhöhen Risiko für Depressionen

Wer viel rotes Fleisch und Wurst isst, hat ein erhöhtes Risiko für Depressionen. Natürlich gibt es noch viele weitere Faktoren, die zur Entstehung von Depressionen beitragen können. Eine gesunde fleisch- und wurstarme Ernährung gilt jedoch als wichtige Komponente in der ganzheitlichen Therapie von Depressionen.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
39 likes
02 September 2021

Fleischverzehr und Depressionen

Es ist nicht nur so, dass man ein höheres Krebs- und Herz-Kreislauf-Risiko hat und überdies eine kürzere Lebenserwartung, wenn man viel rotes Fleisch und Wurstwaren isst (2, 4), man läuft auch noch Gefahr, Depressionen zu bekommen, wie eine Metaanalyse vom September 2020 ergab (1).

Dass sich der Fleischverzehr ungünstig auf die Psyche auswirken kann, zeigte bereits eine Untersuchung vom März 2020, als Forscher der Johns Hopkins University entdeckten, dass Personen, die wegen einer manischen Episode im Krankenhaus behandelt werden mussten, deutlich häufiger Fleisch- und Wurstwaren essen als Menschen, die psychisch gesund waren.

Sie haben keine Lust, den ganzen Artikel zu lesen, möchten aber gerne wissen, was Sie aus naturheilkundlicher Sicht bei Depressionen tun können? Dann lesen Sie unseren Artikel über natürliche Massnahmen bei Depressionen.

Nitrate in Fleisch- und Wurstwaren fördern psychische Probleme

Möglicherweise sind es die Nitrate, die in vielen Fleischprodukten zur Konservierung eingesetzt werden, die eine Manie begünstigen können (3). Bei der Manie handelt es sich um eine psychische Störung, in deren Verlauf es zu sog. manischen Episoden kommt, die sich durch ein übertriebenes Hochgefühl bemerkbar machen und zu unüberlegten Aktionen führen können. Details zu dieser Untersuchung und welche beiden Massnahmen bei der Manie und auch der bipolaren Störung hilfreich sein könnten, lesen Sie im obigen Link.

Fleisch und Wurst erhöhen Risiko für Depressionen

In der eingangs erwähnten Metaanalyse wurden 17 Studien mit insgesamt über 240.000 Teilnehmern überprüft und ausgewertet, wobei sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Verzehr von rotem Fleisch sowie verarbeiteten Fleischwaren und dem Risiko für Depressionen ergab – ein Ergebnis, das man laut der beteiligten Wissenschaftler bei künftigen Therapiekonzepten berücksichtigen sollte.

Fleisch und verarbeitete Fleischwaren seien fettreich und würden – besonders die verarbeiteten Fleischprodukte – die HPA-Achse (siehe weiter unten) negativ beeinflussen sowie chronische Entzündungsprozesse fördern. Beides schade dem Herz-Kreislauf-System und könne – wenn es zu Gefässstörungen im Gehirn komme – über diesen Weg auch das Risiko für Depressionen erhöhen.

Natürlich müsse man berücksichtigen – so die Forscher – dass Personen, die sich gesund und fleischarm ernähren, meist auch nicht rauchen und sich sportlich betätigen. Gerade Bewegung gilt jedoch ebenfalls als stark antidepressiv, wie Sie unter vorigem Link lesen können.

Gesunde Ernährung bessert Depressionen

Depressionen sind deutlich weiter verbreitet, als man meinen könnte. Weltweit sollen 264 Millionen Menschen betroffen sein – und jeder sechste wird irgendwann in seinem Leben eine depressive Phase erleben. Im schlimmsten Fall führen Depressionen zum Tod. Bei den 15- bis 29-Jährigen ist Selbstmord die zweithäufigste Todesursache nach Unfällen.

Die Psyche und somit auch Depressionen lassen sich jedoch beeinflussen, z. B. von der Ernährung. Natürlich ist nicht jede Depression ernährungsbedingt, aber die Ernährung kann – wenn sie entsprechend schlecht ist – an der Entstehung von Depressionen beteiligt sein bzw. ihre Heilung verhindern.

Schon im Jahr 2012 erschien eine Metaanalyse von 11 Studien zum Thema „Ernährung und Depressionen“. Dabei zeigte sich, dass das Risiko für Depressionen umso höher stieg, je weniger Obst, Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte, Olivenöl und Omega-3-Fettsäuren gegessen werden.

Doch liegen auch bereits konkrete Studien vor, in denen man depressiven Menschen eine gesunde Ernährung verordnete (die immer auch fleisch- und wurstarm war), um zu sehen, ob sich nun die Depression auch bessert, denn es hätte ja auch sein können, dass die ungesunde Ernährung einfach nur eine Folge der Depression ist, zumal es in depressivem Zustand nicht gerade leicht ist, sich um eine gesunde Ernährung zu kümmern.

ANZEIGE
  • effective nature - Vitamin D3 Forte
    effective nature Vitamin D3 Forte 16,90 €
  • Zentrum der Gesundheit - Basenüberschüssig kochen - Kochbuch
    Zentrum der Gesundheit Basenüberschüssig kochen 19,90 €
  • Magnesium Komplex
    effective nature Magnesium Komplex 22,90 €
  • Ernährungsplan zur Entgiftung
    Zentrum der Gesundheit Ernährungsplan zur Entgiftung 5,00 €
  • 4-Wochen-Entschlackungskur
    effective nature 4-Wochen-Entschlackungskur 29,90 €
  • effective nature - Vitamin B12 Tropfen
    effective nature Vitamin B12 Tropfen 19,90 €

Eine Ernährungstherapie hatte sogar bei schweren Depressionen enorme Auswirkungen, wie beispielsweise eine Studie von 2017 ergab. Ein Drittel der Probanden galt nach drei Monaten sogar als geheilt. Zwei Jahre später erschien eine weitere Studie, in der es den depressiven Studienteilnehmern dank einer Ernährungsumstellung schon nach drei Wochen deutlich besser ging (6).

Wie die Ernährung Depressionen beeinflussen kann

Die Ernährung hilft deshalb so gut bei Depressionen, weil hochwertige Nährstoffe an der Bildung der Neurotransmitter im Gehirn beteiligt sind und darüber hinaus entzündungshemmend wirken (bei Depressionen kommt es zu chronischen Entzündungsprozessen).

Genauso braucht es eine gute Nährstoffversorgung, um die schon oben erwähnte sog. Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (kurz HPA-Achse von englisch: hypothalamus-pituitary-adrenocortical) zu regulieren, die die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol kontrolliert. Bei Stress wird Cortisol ausgeschüttet, nach Beendigung der Stresssituation reguliert die HPA-Achse das Cortisol wieder herunter. Bei chronischem Stress geschieht letzteres irgendwann nicht mehr und es kann – neben vielen Störungen im Organismus – auch zu Depressionen kommen.

Auch die Neurogenese wird von der Nährstoffversorgung beeinflusst. Neurogenese heisst Nervenneubildung. Möglicherweise lindern Antidepressiva bei manchen Menschen deshalb die Symptome ihrer Depression, weil sie die Neurogenese fördern. Aus Tierstudien ist bekannt, dass bei Depressionen die Neurogenese zurückgeht (7).

Zusätzlich weiss man, dass es eine Verbindung zwischen dem Zustand der Darmflora, der Darmgesundheit und dem Gehirn gibt – und da eine gesunde Ernährung auch den Darm heilt, könnte auch hier eine Ursache für die Wirkung von Ernährungstherapien bei Depressionen verborgen liegen (8, 9).

Gesunde Ernährung ohne Fleisch bei Depressionen: Rezepte und Koch-Videos

Natürlich sind es nicht nur Fleisch und Wurst, die mit Depressionen in Verbindung gebracht werden, auch Fastfood und Fertigprodukte können dazu beitragen, dass Menschen depressiv werden, wie man aus Studien schon seit mindestens 2011 weiss (5). Damals hatte sich in einer spanischen Studie an knapp 9000 Teilnehmern gezeigt, dass insbesondere Fastfood (Hamburger, Würstchen und Pizza) sowie Fertigbackwaren wie Muffins, Donuts und Croissants das Risiko für Depressionen erhöhen können. Fastfood liess das Risiko um 36 Prozent steigen, die Fertigbackwaren um 38 Prozent.

Wie Sie sich gesund und vitalstoffreich und natürlich ganz ohne Fleisch und Wurst ernähren – ob mit oder ohne Depressionen – erklären wir in unserem Artikel über die Regeln einer gesunden Ernährung. Sie sind ausserdem herzlich eingeladen, unsere Rezepte-Rubrik oder unseren Koch-Kanal bei Youtube zu besuchen. Dort kochen unsere Köche Ben und Rahel für Sie gut gelaunt die köstlichsten Rezepte – natürlich pflanzenbasiert und rundum gesund!

Unsere Empfehlung: Linsen Dal mit Brokkoli - schnell & einfach



* Auf unseren Internetseiten finden Sie Werbung. Mehr Informationen zu diesen Affiliate-Links erhalten Sie hier.

Spende

Ihre Spende hilft uns

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würden wir uns über einen kleinen Beitrag zu unserer Arbeit sehr freuen! Spenden Sie jetzt mit Paypal.

ANZEIGE

Fernausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Sie interessiert, was in unserem Essen steckt und wollen wissen, wie sich Nähr- und Vitalstoffe auf den Körper auswirken? Sie wünschen sich ein gesundes Leben für sich, Ihre Familie und Mitmenschen? Ernährungsberater sind beliebt – doch oft wird bei der Beratung der ganzheitliche Aspekt vergessen, den es für eine nachhaltige Gesundheit braucht.

Lernen Sie bei der die Zusammenhänge zwischen Lebens- und Ernährungsweise und Ihrem körperlichen und seelischen Wohlbefinden kennen.

Im Fernstudium bei der Akademie der Naturheilkunde lernen Sie in rund 16 Monaten, wie Sie Ihre Gesundheit über Ihre Ernährung beeinflussen können und damit den Grundstein für ein gesundes und glückliches Leben legen können.


Durch diese Ausbildung habe ich die Möglichkeit, volle Verantwortung für mich, meinen Körper und meine Gesundheit zu übernehmen und auch meine Familie und meine Mitmenschen profitieren von den wertvollen Inhalten.

Ramona, Absolventin

Bestellen Sie jetzt die

Quellen
  1. (1) Nucci D, Fatigoni C, Amerio A, Odone A, Gianfredi V. Red and Processed Meat Consumption and Risk of Depression: A Systematic Review and Meta-Analysis. Int J Environ Res Public Health. 2020 Sep 14;17(18):6686. doi: 10.3390/ijerph17186686. PMID: 32937855; PMCID: PMC7559491.
  2. (2) Wang X, Lin X, Ouyang YY, Liu J, Zhao G, Pan A, Hu FB. Red and processed meat consumption and mortality: dose-response meta-analysis of prospective cohort studies. Public Health Nutr. 2016 Apr;19(5):893-905. doi: 10.1017/S1368980015002062. Epub 2015 Jul 6. PMID: 26143683.
  3. (3) Khambadkone SG, Cordner ZA, Dickerson F, Severance EG, Prandovszky E, Pletnikov M, Xiao J, Li Y, Boersma GJ, Talbot CC Jr, Campbell WW, Wright CS, Siple CE, Moran TH, Tamashiro KL, Yolken RH. Nitrated meat products are associated with mania in humans and altered behavior and brain gene expression in rats. Mol Psychiatry. 2020 Mar;25(3):560-571. doi: 10.1038/s41380-018-0105-6. Epub 2018 Jul 18. PMID: 30022042; PMCID: PMC7077736.
  4. (4) Farvid MS, Stern MC, Norat T, Sasazuki S, Vineis P, Weijenberg MP, Wolk A, Wu K, Stewart BW, Cho E. Consumption of red and processed meat and breast cancer incidence: A systematic review and meta-analysis of prospective studies. Int J Cancer. 2018 Dec 1;143(11):2787-2799. doi: 10.1002/ijc.31848. Epub 2018 Oct 3. PMID: 30183083.
  5. (5) Almudena Sánchez-Villegas, Estefania Toledo, Jokin de Irala, Miguel Ruiz-Canela, Jorge Pla-Vidal, Miguel A Martínez-González. Fast-food and commercial baked goods consumption and the risk of depression. Public Health Nutrition, 2011; 15 (03): 424 DOI: 10.1017/S1368980011001856
  6. (6) Zentrum der Gesundheit, Studie: Diese Ernährung bessert Depressionen schon nach drei Wochen, 17.10.2019
  7. (7) Lopresti AL, Hood SD, Drummond PD. A review of lifestyle factors that contribute to important pathways associated with major depression: diet, sleep and exercise. J Affect Disord. 2013 May 15;148(1):12-27. doi: 10.1016/j.jad.2013.01.014. Epub 2013 Feb 14. PMID: 23415826.
  8. (8) Jacka F.N. Nutritional Psychiatry: Where to Next? EBioMedicine. 2017;17:24–29. doi: 10.1016/j.ebiom.2017.02.020
  9. (9) Sandhu K.V., Sherwin E., Schellekens H., Stanton C., Dinan T.G., Cryan J.F. Feeding the microbiota-gut-brain axis: Diet, microbiome, and neuropsychiatry. Transl. Res. 2017;179:223–244. doi: 10.1016/j.trsl.2016.10.002