Curcumin – Der Stoff aus Kurkuma hilft bei Vergesslichkeit
Curcumin ist ein entzündungshemmender und antioxidativ wirksamer Pflanzenstoff aus der Gelbwurz (Kurkuma). Er kann die Blut-Hirn-Schranke passieren und seine Wirkungen daher auch im Gehirn bei Vergesslichkeit entfalten.
Die Wirkung im Gehirn
In einer wissenschaftlichen Arbeit von 2008 wurde detailliert erklärt, wie und warum der Stoff sogar gegen die alzheimertypischen Veränderungen im Gehirn wirken könnte (3):
Bei Alzheimer sind u. a. im Gehirn entzündliche Prozesse aktiv – und die Substanz wirkt entzündungshemmend. Bei Alzheimer kommt es im Gehirn zu massivem oxidativem Stress – und der Stoff wirkt antioxidativ. Auch können Metalleinlagerungen im Gehirn beobachtet werden – und Curcumin gilt als neuroprotektiver Stoff, der das Nervensystem vor z. B. aluminiumbedingten Schäden schützen kann (6).
Bei Alzheimer kommt es zu Ablagerungen im Gehirn – und die Substanz sorgt dafür, dass Makrophagen (Fresszellen) diese Ablagerungen effizienter abbauen und auflösen können.
Bei Alzheimer kommt es zu Schäden der Myelinscheide (5), jener Schicht, die schützend die Nervenzellen des Gehirns umhüllt. Der Stoff kann die Regeneration genau dieser Schutzschicht fördern.
Wir haben eine detaillierte Zusammenfassung viele dieser Eigenschaften in unserem Artikel Kurkuma - Schutz vor Alzheimer vorgestellt.
Meist handelte es sich bei den damals vorgestellten Studien und Untersuchungen jedoch um Alzheimermodelle (Tierstudien), also nicht um klinische Studien am Menschen.
Klinische Studie zu Curcumin fürs Gedächtnis
Im Jahr 2015 erschien jedoch eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie (1) mit menschlichen Teilnehmern zu diesem Thema.
Die 60 gesunden Erwachsenen im Alter von 60 bis 85 Jahren erhielten 400 mg eines Präparats mit ca. 20 % Curcumin-Anteil (Longvida®).
Eine Stunde nach der Verabreichung verbesserte der Stoff die Aufmerksamkeit und das Arbeitsgedächtnis im Vergleich zu Placebo signifikant.
Wenn das Präparat langfristig genommen wurde, besserten sich Arbeitsgedächtnis und Stimmung nachhaltig.
* Ein ähnliches, etwas höher dosiertes Produkt von Longvida ist dieses mit 500 mg.
Klinische Studie zu Curcumin bei Vergesslichkeit
Eine weitere Humanstudie (2) erschien 2018 im Fachjournal American Journal of Geriatric Psychiatry.
Wissenschaftler der University of California untersuchten, ob eine Nahrungsergänzung mit dem Kurkuma-Wirkstoff bei Menschen mit altersbedingter Vergesslichkeit das Erinnerungsvermögen verbessern könnte. Darüber hinaus wurde bei Alzheimer-Patienten der Einfluss des Stoffes auf die alzheimertypischen Ablagerungen im Gehirn überprüft.
"Wie genau Curcumin im Gehirn wirkt, steht noch nicht hundertprozentig fest. Wir glauben, dass es im Gehirn Prozesse einschränken kann, die sowohl mit Alzheimer als auch mit Depressionen in Verbindung stehen”,
erklärte Dr. Gary Small, Studienautor und Leiter der geriatrischen Psychiatrie an der University of California.
Die doppelblinde placebokontrollierte Studie wurde an 40 Erwachsenen zwischen 50 und 90 Jahren durchgeführt. Sie alle litten bereits an ersten Anzeichen von Vergesslichkeit und erhielten nun über 18 Monate hinweg entweder zweimal täglich jeweils 90 mg mizellares Curcumin oder ein Placebopräparat.
Die Verträglichkeit war sehr gut. Nur vier Probanden in der Wirkstoff-Gruppe berichteten über Bauchschmerzen, allerdings auch zwei aus der Placebogruppe.
* Hier erhalten Sie mizellares Curcumin.
Signifikante Verbesserung der Gedächtnisleistung
Vor Beginn der Studie sowie anschließend im Abstand von sechs Monaten untersuchte man die kognitive Leistungsfähigkeit der Teilnehmer.
Am Anfang und am Ende überprüfte man außerdem per PET-Scan (Positronen-Emissions-Tomografie) die Menge der Ablagerungen im Gehirn der Probanden (Amyloid-Plaques und Tau-Proteine).
In der Wirkstoff-Gruppe zeigten sich nun signifikante Verbesserungen der Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit (4). In der Placebogruppe geschah nichts dergleichen.
In Gedächtnistests konnte die Wirkstoff-Gruppe innerhalb der 18 Monate ihre Leistungen um 28 Prozent verbessern. Auch änderte sich ihre Stimmungslage in eine positive Richtung.
Ablagerungen im Gehirn bilden sich zurück
Hochinteressant war außerdem, dass sich im PET-Scan ein deutlicher Abbau der Ablagerungen im Gehirn erkennen ließ. Besonders im Bereich der Amygdala und des Hypothalamus hatte die Substanz eine Reduzierung der Plaques und Tau-Proteine bewirkt. In der Placebogruppe hingegen war diesbezüglich alles beim Alten.
Die Amygdala und der Hypothalamus sind Gehirnbereiche, in denen etliche Gedächtnisfunktionen und auch emotionale Fähigkeiten lokalisiert sind.
Fehlfunktionen der Amygdala können sich daher in Gedächtnisstörungen äußern, in Depressionen und Phobien. Auch gelingt es oft nicht, Situationen emotional richtig einzuschätzen, wenn in dieser Region Schäden vorliegen.
Fazit: Curcumin als Helfer gegen die Vergesslichkeit
Studienautor Dr. Gary Small sagte abschließend:
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Einnahme von Curcumin über Jahre hinweg bedeutende Vorteile für die kognitiven Fähigkeiten mit sich bringen kann."
Will man also rechtzeitig gegen die im Alter oft auftauchende Vergesslichkeit vorgehen oder dieser vorbeugen, kann eine Nahrungsergänzung mit dem Kurkuma-Wirkstoff ins ganzheitliche Präventionskonzept integriert werden.
Viele weitere Informationen rund um den Stoff lesen Sie in unserem Hauptartikel Curcumin - Wirkung und Anwendung.
Zusätzlich könnten Sie künftig viel mit Kurkuma kochen und würzen. Unser * Kurkuma-Ernährungsplan hilft Ihnen dabei. Er erklärt, wie Sie Kurkuma schmackhaft, aber dennoch in relevanten Mengen in fast jedem Gericht einsetzen können – ganz gleich ob Frühstück, Mittagessen, Abendsuppe, Shake oder Smoothie.
Wie dosiert man am besten?
In oben vorgestellter Studie wurden 180 mg mizellares Curcumin eingenommen - und das über einen recht langen Zeitraum von 18 Monaten.
Im Handel erhältliche Mizell-Präparate aber enthalten oft weniger, z. B. 25 mg pro empfohlener Tagesdosis.
Dies liegt daran, dass vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schon für "normales" Curcumin täglich maximal nur 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen werden. Pro Tag wären das bei einem Gewicht von z. B. 70 kg etwa 210 mg pro Tag.
Die 180 mg aus der Studie liegen hier zwar darunter. Doch bezieht sich die BfR-Angabe auf normales Curcumin (ohne Piperin), also nicht auf mizellares.
Höhere Bioverfügbarkeit bei Mizell-Präparaten
Mizellformulierungen steigern die Bioverfügbarkeit bis zum 185-Fachen (im Vergleich zu normalem Curcumin; im Vergleich zu Curcumin mit Piperin aber nur um das 10-Fache).
Allerdings betrifft dies nicht alle mizellaren Produkte. Zudem kommt es noch auf die Art der Studie und Messung an, so dass eine 185-fache Bioverfügbarkeit sicher nicht immer erreicht wird, sondern eher eine 20- bis 40-fache.
Da es nur BfR-Grenzwerte für normales Curcumin und nicht für mizellares gibt, bleiben Hersteller vorsichtshalber mit zusätzlichem Sicherheitsfaktor deutlich unterm BfR-Grenzwert.
Mögliche Nebenwirkungen
Die höhere Bioverfügbarkeit von mizellaren Formen könnte kurzfristig Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen) verursachen, aber mittel- bis langfristig auch einen Anstieg der Leberwerte (was aber nur aus Fallberichten bekannt ist).
Dazu kommt, dass der Stoff bestimmte Enzyme (CYP450) hemmen kann, die u. a. Arzneimittel abbauen. Die Wirkung (und Nebenwirkung) dieser Medikamente könnte dadurch verstärkt werden.
Auch dies sind Gründe dafür, warum Hersteller nur geringe Dosen empfehlen.
Warum setzen Studien höhere Dosierungen ein?
Studien hingegen setzen oft höhere Dosierungen ein, um in jedem Fall eine deutliche Wirkung (oder auch mögliche Nebenwirkungen) erkennen zu können.
Auch wird oft nur eine einzelne Maßnahme umgesetzt, um genau deren Auswirkungen erkennen zu können - hier also nur die Einnahme des Stoffes. Andere Maßnahmen gegen Vergesslichkeit gab es in o. g. Studie nicht.
Schon bei der Teilnahmerwahl wurden überdies Menschen mit Leberproblemen und Gallensteinen ausgeschlossen und auch solche, die Medikamente nahmen.
Ob und welche Dosis tatsächlich Nebenwirkungen haben könnte, hängt somit sehr von individuellen Faktoren ab (Lebergesundheit, Medikamenteneinnahme, Dauer der Einnahme und eben der Curcuminform).
Welche Dosis sollte man also nehmen?
Im Grunde kann man nicht erwarten, dass man mit 25 mg dieselben Erfolge erzielt wie mit 180 mg.
Hat man keinerlei Vorerkrankungen, gute Leberwerte und nimmt man auch keine Medikamente, könnte man die Dosis daher individuell erhöhen und in regelmäßigen Abständen einen Blutcheck machen lassen, was viele Menschen ja ohnehin tun.
Wir würden in jedem Fall empfehlen, zusätzlich viele weitere Maßnahmen umzusetzen, die sich ebenfalls positiv auf das Gehirn auswirken und gegen Vergesslichkeit auswirken.
Wir stellen diese in unserem Artikel Alzheimer-Prävention - Tipps zur Vorbeugung vor. Auch unser Artikel Nahrungsergänzung für Ihr Gehirn liefert viele spannende und hilfreiche Informationen zum Thema Alzheimer-Prävention.