Zentrum der Gesundheit
Ernährungstherapie bei Depressionen

Ernährungstherapie bei Depressionen

Autor: , Letzte Änderung:

(Zentrum der Gesundheit) – Die welterste randomisierte und kontrollierte Studie am Menschen zeigt: Eine Ernährungsumstellung kann zur Therapie von Depressionen eingesetzt werden. Forscher der Deakin University in Australien fanden heraus, dass die Verbesserung der Ernährungsqualität Depressionen lindern, ja teilweise sogar beheben kann – und zwar nicht nur in leichten Fällen. Gleichzeitig kann man mit einer entsprechenden Ernährungstherapie anderen Krankheiten vorbeugen, die häufig gleichzeitig mit der Depression einhergehen: Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Beschwerden.

Depressionen: Ernährungstherapie hilft
 

Psychische Störungen sind weltweit mit die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit, wobei Depressionen an dieser Beschwerdegruppe den allergrössten Anteil haben", so Professor Felice Jacka, Präsidentin der International Society for Nutritional Psychiatry Research.
 

Nur etwa der Hälfte aller Betroffenen kann mit den gegenwärtig verfügbaren medikamentösen und psychologischen Therapien geholfen werden. Es sind also dringend weitere Therapieoptionen erforderlich, um allen Patienten Unterstützung bieten zu können. Eine Ernährungsumstellung kann hier ein wichtiger Bestandteil neuer Therapien sein – wie unsere aktuelle Studie zeigte", so Jacka.
 

Ernährungstherapie bessert auch Begleiterkrankungen der Depression

Weiter erklärt die Leiterin des Food and Mood Centres an der Deakin University: "Da Depressionen überdies das Risiko für Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöhen können – und umgekehrt diese Beschwerden mit einem erhöhten Risiko für Depressionen einhergehen, ist es umso wichtiger, die Ernährung bei Depressionen in den Fokus zu rücken. Denn eine Ernährungstherapie kann nicht nur die Depression an sich bessern, sondern natürlich auch ganz massiv die übrigen genannten Beschwerdebilder."

Ungesunde Ernährung erhöht Risiko für Depressionen
 

Wir wissen schon seit einiger Zeit, dass es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Ernährungsweise einer Person und ihrem Risiko für Depressionen gibt", sagt Jacka. "Dies gilt unabhängig von anderen Faktoren, wie der Nationalität, Kultur oder des Alters. Eine gesunde Ernährung reduziert deutlich die Gefahr, eine Depression zu entwickeln, während eine ungesunde Ernährung das Risiko erhöht."
 

Unsere Studie ist dennoch die allererste randomiserte und kontrollierte Studie, die konkret am Menschen testete, wie und ob eine Ernährungstherapie definitiv eine klinisch relevante Depression therapieren kann."
 

Diese Produkte könnten Sie interessieren

Gesunde Ernährung bei Depressionen: Besserung schon nach drei Monaten

Bei der dreimonatigen Studie der Deakin University wurden die teilnehmenden Erwachsenen (die alle an schweren Depressionen litten) in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe nahm an einer Gruppentherapie teil, die bei Depressionen – so weiss man – ebenfalls hilfreich ist, die andere Gruppe erhielt eine Ernährungstherapie und wurde dazu von einem Ernährungsberater begleitet.

Die Ernährungsgruppe erhielt jede erforderliche Information und Unterstützung zur Verbesserung ihrer Ernährung. Die Ernährungstherapie sah so aus, dass – wie könnte es anders sein – mehr Obst und Gemüse gegessen wurde, mehr Vollkorngetreide, mehr Hülsenfrüchte, mehr Fisch und auch mehr Nüsse. Der Fleischverzehr wurde auf mageres Fleisch reduziert. Als Öl sollte Olivenöl verwendet werden.

Gestrichen wurden hingegen verarbeitete Fleisch- und Wurstprodukte, Auszugsmehle und Produkte daraus, Frittiertes, Softdrinks, Süssigkeiten und Fast Food in jeder Form. Dass gerade letzteres zu Depressionen beitragen kann, hatten wir bereits hier erklärt: Fast Food und Depressionen

Das Ergebnis der Studie wurde Ende Januar 2017 im internationalen Fachmagazin BMC Medicine veröffentlicht und zeigte, dass die Teilnehmer der Ernährungsgruppe eine deutlichere Besserung ihrer Symptome erlebten als die andere Gruppe, die bei der üblichen Ernährung geblieben war.

Ernährungstherapie bei Depressionen: Ein Drittel der Patienten geheilt!

Ja, ein Drittel aus der Ernährungsgruppe galt nach den drei Monaten gar als geheilt, während es in der zweiten Gruppe nur 8 Prozent waren.

Jene, die sich besonders konsequent an den neuen Ernährungsplan hielten, profitierten am allermeisten von der Ernährungstherapie und konnten somit am besten ihre depressiven Symptome mindern. Andere für eine Besserung verantwortliche Faktoren wie sportliche Aktivitäten oder eine Gewichtsabnahme konnten als Ursache für dieses herausragende Ergebnis ausgeschlossen werden.

Bei der Therapie von Depressionen sollte daher immer auch die Ernährung des Patienten eine wichtige Komponente darstellen. Es wäre somit wünschenswert, dass depressive Patienten in Zukunft eine umfassende Ernährungsberatung in Anspruch nehmen können – und zwar am besten noch bevor Medikamente verordnet werden.
 

Unsere Studie bestätigt frühere Bevölkerungs- und Tierstudien, die alle gezeigt hatten, dass die richtige Ernährung ein Schlüsselfaktor für die mentale Gesundheit ist."


Weitere Tipps und ganzheitliche Massnahmen bei Depressionen finden Sie hier:
 

Quellen:


Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würden wir uns über einen kleinen Beitrag für unsere Tätigkeit sehr freuen! Spenden Sie jetzt mit Paypal