Glutenfreie Ernährung

Schützt glutenfreie Ernährung vor Diabetes Typ 1?

  • Autor: Zentrum der Gesundheit
  • aktualisiert: 24.08.2018
  • 1 Kommentar
Schützt glutenfreie Ernährung vor Diabetes Typ 1?
© istockphoto.com/:VeselovaElena

Eine glutenfreie Ernährung der Mutter während Schwangerschaft und Stillzeit soll – einer aktuellen Studie zufolge – beim Kind das Risiko für einen Typ-1-Diabetes deutlich reduzieren können. Auch wenn von offizieller Seite aus immer wieder versucht wird, Gluten und dessen Auswirkungen zu verharmlosen, lohnt es sich in gewissen Situationen zweifelsohne, die Vorteile einer glutenfreien Ernährung auszukosten – ganz besonders dann, wenn das eigene Kind davon profitieren kann.

Inhaltsverzeichnis

Gluten und seine Folgen

Gluten ist das Klebereiweiss in manchen Getreidearten – ein Protein-Mix, der sich insbesondere im Weizen findet, aber auch im Dinkel, Roggen, Hafer und in der Gerste vorkommt.

Etliche sog. Urgetreidearten wie Einkorn, Kamut und Emmer sind ebenfalls glutenhaltig.

Im Getreidekorn erfüllt das Gluten einen guten Zweck, da es für den späteren Keimling Nährstoffe speichert.

Für den Menschen hat Gluten jedoch nur einen Vorteil: Es sorgt für hervorragende Backeigenschaften und hält Brot und Kuchen zusammen. Ohne Gluten krümelt der Teig und das Gebäck fällt auseinander.

Der menschliche Körper hingegen kommt mit Gluten häufig gar nicht gut zurecht. Mögliche Folgen eines häufigen und regelmässigen Glutenverzehrs haben wir bereits ausführlich in verschiedenen Artikeln besprochen.

So kann Gluten regelrecht die Sinne vernebeln und für Schwindel und Konzentrationsstörungen sorgen.

Gluten könnte auch eine Mit-Ursache von Hashimoto sein – der chronischen autoimmunen Schilddrüsenentzündung, die immer mehr Menschen betrifft.

Und wenn es Ihnen schwer fällt, Ihr Übergewicht zu reduzieren, könnte auch hier eventuell das Gluten beteiligt sein, da Gluten Übergewicht fördert bzw. das Abnehmen verhindert.

Auch zwischen Gluten und Autismus kennt man inzwischen Verbindungen. So vermutet man, dass Gluten bei manchen Kindern zu Autoimmunreaktionen führt, in deren Verlauf das körpereigene Immunsystem Strukturen des Nervensystems angreift, was sich in autistischen Symptomen äussern kann.

Dass gerade für Kinder eine glutenfreie Ernährung ein Segen sein kann, zeigt auch eine aktuelle Studie dänischer Forscher des Bartholin Instituts am Rigshospitalet in Kopenhagen. Sie widmete sich dem Zusammenhang zwischen Gluten und Typ-1-Diabetes.

Gluten triggert Autoimmunkrankheiten

Typ-1-Diabetes gilt als Autoimmunkrankheit, bei der die körpereigene Abwehr jene Bereiche der Bauchspeicheldrüse angreift und zerstört, die für die Insulinbildung zuständig sind.

Sobald 80 Prozent der Bauchspeicheldrüse zerstört ist, zeigen sich die typischen Diabetessymptome – was meist schon im Kindes- oder Jugendalter der Fall ist.

Gluten nun kann bei manchen Menschen die sog. Zöliakie auslösen – ebenfalls eine Autoimmunerkrankung und dazu noch eine, die mit dem Typ-1-Diabetes immunologisch verwandt sein soll.

Aufgrund dieser Verwandtschaft zwischen beiden Krankheiten lag der Verdacht nahe, dass Gluten möglicherweise auch an der Entstehung von Typ-1-Diabetes beteiligt sein könnte.

Glutenfreie Lebensmittel

Seltener Typ-1-Diabetes mit glutenfreier Ernährung

Eine Untersuchung an Mäusen mit einer genetischen Veranlagung für Typ-1-Diabetes zeigte nun, dass diejenigen, deren (normalgewichtige) Mütter während der Schwangerschaft und Stillzeit glutenfrei assen, sehr viel seltener Diabetes entwickelten als jene, deren Mütter „ganz normal“ assen, also auch Gluten zu sich nahmen.

Mütter können also offensichtlich allein über ihre Ernährung ihre Kinder vor Typ-1-Diabetes schützen.

Aber wie und warum schützt die glutenfreie Ernährung vor Diabetes Typ 1?

Glutenfreie Ernährung sorgt für abwehrstarke Darmflora

Das dänische Wissenschaftlerteam rund um Karsten Buschard stellte fest, dass die glutenfreie Ernährung zu einer ganz anderen Darmflora – sowohl bei den Müttern als auch bei den Säuglingen – führte.

Zusätzlich konnte man im Blut der Mäusekinder aus der glutenfreien Gruppe höhere Werte bestimmter Immunzellen nachweisen als im Blut der Gluten-Mäusekinder. Es handelt sich dabei um sog. regulatorische Immunzellen, die den Körper vor überschiessenden Immunreaktionen und somit auch vor Autoimmunkrankheiten schützen.

Auch Entzündungsmarker waren im Blut der Kinder von glutenfreien Müttern niedriger als im Blut der anderen Kinder.

Glutenfreie Ernährung schützt vor Diabetes Typ 1

In ihrer Schlussfolgerung fassten die Forscher ihre Ergebnisse wie folgt zusammen:

Eine glutenfreie Ernährung während der Schwangerschaft und Stillzeit reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Diabetesentstehung – und zwar vermutlich über die positive Beeinflussung der Darmflora sowie über eine insgesamt entzündungshemmende Wirkung auf den Darm und die Bauchspeicheldrüse.

Es lohnt sich also spätestens dann, sich mit einer glutenfreien Ernährung auseinander zu setzen, wenn sich eine Schwangerschaft ankündigt oder eine solche geplant ist. Umso mehr natürlich, wenn zur Familie bereits Typ-1-Diabetiker gehören.

Und lassen Sie sich bitte nicht von Meldungen aus dem Konzept bringen, die Ihnen einreden wollen, eine glutenfreie Ernährung bringe nichts.

Glutenfreie Ernährung: Je früher desto besser

Zwar gibt es tatsächlich Studien mit Kindern, die zeigen, dass sich das Diabetes-Risiko nicht verändert – ganz gleich, ob die Kinder nun schon mit 6 Monaten oder erst ab 12 Monaten glutenhaltige Kost bekommen. Doch sagen diese Studien nichts über die vor Diabetes schützende Wirkung einer glutenfreien Ernährung aus, WENN diese zum richtigen Zeitpunkt begonnen wird.

Abgesehen davon nämlich, dass glutenhaltige Lebensmittel weder für halb- noch für einjährige Kinder geeignet sind, hat man in diesen Studien vollkommen verpasst, daran zu denken, dass die glutenfreie Ernährung bereits Aufgabe der Mutter ist – und zwar noch bevor das Kind überhaupt erst geboren ist.

Nur dann kann die glutenfreie Ernährung schützen, indem sich die Darmflora entsprechend bei Mutter und Kind aufbaut, das Immunsystem die passenden Abwehrzellen entwickelt und sich Entzündungsmarker gar nicht erst bilden.

Die glutenfreie Ernährung ist übrigens kein Hexenwerk :-) Es gibt zahlreiche glutenfreie Getreidearten. Dazu gehören die Hirse, der Teff (eine Hirseart), der Mais und der Reis sowie die Pseudogetreidearten Quinoa, Amaranth und Buchweizen.

Wie Sie eine glutenfreie Ernährung leicht und lecker in die Praxis umsetzen können, lesen Sie hier: Glutenfreie Ernährung – leicht und lecker

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Zuletzt kommentiert

anonym schrieb am 20.08.2018

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei der Enkeltochter einer Kundin wurde vor ca. 10 Tagen Diabetes Typ 1 diagnostiziert.
Das Mädchen ist 10 Jahre alt. Die ganze Familie ist natürlich bestürzt. Es ist in keinem Fall bekannt, dass es eine Vererbung sein kann. Haben Sie ein Naturprodukt, was zumindest mit einer evtl. Verbesserung eingesetzt werden kann?

Letztendlich ist ja bekannt, dass dieser Typ Diabetes nicht heilbar ist.

Mit freundlichen Grüssen

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Aus ganzheitlicher Sicht - und nur diese vertreten wir - wird nie ein bestimmtes einzelnes Mittel eingesetzt, wovon man sich dann eine Linderung oder gar Heilung erwartet. Wir sind eher der Ansicht, dass eine gesunde Gesamternährungs- und -lebensweise den besten Einfluss auf den Körper hat. Daher würden wir auch bei Kindern mit Diabetes Typ 1 zu keiner anderen Vorgehensweise raten als der, die bei jedweder Problematik zum Einsatz kommt:

- Gesunde vollwertige und vitalstoffreiche Ernährung unter Berücksichtigung individueller Unverträglichkeiten

- Viel Bewegung

- Optimierung der Vitalstoffversorgung

- Überprüfung einer Schadstoffbelastung und ggf. Entgiftung (Umweltmediziner)

- Darmsanierung falls erforderlich (Darmfloraanalyse, denn gesunde Darmflora schützt vor Diabetes Typ 1

- Unterstützende Nahrungsergänzungsmittel wie z. B. GABA (Rücksprache mit dem Arzt), das die Regeneration der betreffenden Bauchspeicheldrüsenzellen fördern soll

- uvm.

Eine Zusammenfassung aller möglichen Massnahmen finden Sie z. B. auch hier.

Alles Gute für die kleine Patientin!

Ihr ZDG-Team

Quellen