Frauenbeschwerden

Grünteeextrakt bei Endometriose und Myomen

  • Autor: Carina Rehberg
  • aktualisiert: 10.10.2018
  • 1 Kommentar
Grünteeextrakt bei Endometriose und Myomen
© istockphoto.com/trumzz

Endometriose und Myome sind zwei häufige Frauenbeschwerden, die zu Schmerzen, starken Blutungen, Zwischenblutungen oder vielen anderen Problemen führen können. Die tatsächlichen Ursachen sind unbekannt, so dass auch die jeweiligen Therapien oft zu wünschen übrig lassen. Es werden Medikamente verordnet und im Zweifel wird operiert. In der Naturheilkunde gibt es dagegen ganz andere Ansätze. Neben einer insgesamt gesunden Ernährungs- und Lebensweise kann auch Grünteeextrakt zum Einsatz kommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Endometriose?

Bei der Endometriose kommt es zu zwar gutartigen, aber meist sehr schmerzhaften Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut, und zwar nicht innerhalb, sondern ausserhalb der Gebärmutter. Diese Wucherungen entwickeln sich im Rhythmus des Zyklus und werden daher auch zum Zeitpunkt der Menstruation abgebaut.

Doch kann das Blut natürlich nicht abfliessen, wenn die Wucherungen beispielsweise im Bauch- und Beckenraum vorhanden sind, so dass sich dort nun Zysten entwickeln. Es kann auch zu Verklebungen der Eileiter und damit zu Unfruchtbarkeit kommen. Ja, Endometriose gilt als eine der wichtigsten Ursachen für einen unerfüllten Kinderwunsch.

Manche der betroffenen Frauen haben keine Beschwerden. Ihre Endometriose wird oft nur zufällig entdeckt. Auch wird die Endometriose häufig erst nach vielen Jahren – im Schnitt nach 10 Jahren – diagnostiziert.

Was sind Myome?

Myome sind gutartige Wucherungen (Tumore) in der Gebärmuttermuskelwand. Ähnlich wie bei der Endometriose können sie Beschwerden verursachen oder aber auch völlig symptomlos bestehen. Myome sind ebenfalls hormonabhängig, was bedeutet, dass sie unter Östrogeneinfluss wachsen und daher in den Wechseljahren entweder schrumpfen oder zumindest nicht weiter wachsen.

Abhängig von der Lage der Myome können sie zu Menstruationsstörungen, aber auch zu Beschwerden an der Blase (häufige Blasenentzündungen), den Nieren oder dem Darm (z. B. Verstopfung) führen und sogar Rückenschmerzen verursachen, wenn sie auf die entsprechenden Nerven drücken.

Grünteeextrakt als natürliches Mittel bei Endometriose

Während in der Schulmedizin nun in beiden Fällen (wenn Beschwerden vorhanden sind) operiert oder medikamentös behandelt wird, ist in der Naturheilkunde schon seit einigen Jahren der Grünteeextrakt als gut verträgliches und natürliches Mittel gegen Endometriose und Myome im Gespräch.

Erste Studien (aus Brasilien) mit Mäusen stammen aus dem Jahr 2013. Hier zeigte sich, dass die Gabe von Grünteeextrakt (EGCG, Epigallocatechingallat) oder auch von Resveratrol die Zahl und den Umfang der Wucherungen verringern kann.

Beide Mittel gehören zur Gruppe der Polyphenole und sind für ihre krebshemmenden und antioxidativen Eigenschaften bekannt.

In einer weiteren Studie aus demselben Jahr zeigte sich bei Mäusen in einem vierwöchigen Zeitraum ebenfalls eine Unterdrückung der Endometriose, wenn man ihnen EGCG gab, also den isolierten Wirkstoff des Grünteeextraktes. Auch eine französische Studie aus 2014 kam zu diesem Ergebnis. Allerdings beklagte man die schlechte Bioverfügbarkeit des Stoffes und sah in EGCG lediglich dann ein hilfreiches Arzneimittel bei Endometriose, wenn man es schaffen könnte, die Bioverfügbarkeit zu erhöhen.

Grünteeextrakt als natürliches Mittel bei Myomen

Aus dem Jahr 2013 stammt eine doppelblinde placebokontrollierte Studie, in der man die Wirksamkeit des Grünteeextraktes bei 33 Frauen mit Myomen (Leiomyomen) untersuchte. Sie erhielten über den Zeitraum von vier Monaten entweder 800 mg Grünteeextrakt (45 Prozent EGCG-Gehalt) oder ein Placebo.

In der Placebogruppe wuchsen die Myome um durchschnittlich 24,3 Prozent, bei den Teilnehmerinnen, die den Grünteeextrakt erhielten, zeigte sich hingegen eine Reduzierung des Myomumfanges um durchschnittlich 32,6 Prozent. Hier besserte sich auch die Lebensqualität der Frauen, sie hatten weniger Schmerzen, ihr monatlicher Blutverlust war geringer und die bei vielen Frauen vorliegende Anämie ging zurück, was in der Placebogruppe nicht der Fall war. Nebenwirkungen hatte der Grünteeextrakt keine.

Teilnehmerinnen für Anwendungsbeobachtung gesucht!

Derzeit (Herbst 2018) sucht die Berliner Charité Teilnehmerinnen für eine Anwendungsuntersuchung von Grünteeextrakt bei Myomen. Gesucht werden 40 Teilnehmerinnen mit den folgenden Voraussetzungen:

  • 18 bis 50 Jahre
  • Myom oder mehrere Myome
  • keine oder nur geringe myombedingte Beschwerden
  • keine Beschwerden durch Wechseljahre

Die Probandinnen sollen über sechs Monate dreimal täglich eine Grüntee-Kapsel mit je 130 mg EGCG einnehmen und über eine Änderung der Lebensqualität berichten. Eine Anmeldung ist direkt an der Charité bei Rebecca Biro hier möglich.

Grünteeextrakt könnte somit begleitend eine Möglichkeit sein, Myome und Endometriose einzudämmen. Neben individuell passenden Nahrungsergänzungen sollte jedoch unbedingt die Ernährung auf eine vitalstoffreiche und vollwertige Kost umgestellt werden und die Lebensweise insgesamt gesund gestaltet werden. Inzwischen gibt es auch konkrete Myom-Kochbücher, die Sie über die passende Ernährung informieren.

Ganzheitliche Massnahmen, die bei Beschwerden aller Art zum Einsatz kommen können, die die Selbstheilkräfte des Körpers stärken und zu einem gesunden Gleichgewicht beitragen, finden Sie in unserem Artikel über die ganzheitliche Vorgehensweise bei Krankheiten.

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Zuletzt kommentiert

anonym schrieb am 08.10.2018

Hallo liebes Team von Zentrum der Gesundheit!
Ihr habt mir schon öfters geschrieben. Eure Ratschläge schätze ich sehr.

Es soll nun definitv nicht PCOS sein, da sind sich Frauenarzt und Endokrinologen sicher. Aber warum ich dann die Unterbauchschmerzen und die Zwischenblutungen habe wissen sie auch nicht. Wegen meiner Blutgerinnungsstörung können sie mir auch keine Pille verschreiben, also halten sie mich hin. Soll in 3 Monaten nochmal kommen, dawei Agnuscaston ausprobieren und die Zeit streicht ins Land.
Ich kann über Zwischenblutungen leider keine hilfreiche Quellen finden. Auch Erklärungen warum das genau passiert . Meine Haut wird trotz monatelanger sehr gesunder, entzündungshemmender Ernährung nicht viel besser. Ich würde mir eigentlich erwarten das mein Körper wieder supi reguliert wäre. Aber es bleibt komisch.

Ich weiß wirklich nicht mehr was ich noch ausprobieren soll. Mittlerweile habe ich seit 2 Jahren Zwischenblutungen und Schmerzen und Akne. Psychisch geht das an die Substanz nicht zu wissen was man hat. Irgwie verbinde ich den Beginn der ZW-blutungen auch mit meiner sehr traurigen Zeit. Schätze mich aber als sehr widerstandsfähig ein, deswegen denke ich nicht das all das durch eine "schwierige Zeit" ausgelöst worden sein kann. Bzw weiß ich dann aber nicht wie ich daran heute was ändern kann. Klar durch Stress kann alles mögliche ausgelöst werden, aber so lange doch nicht. Vorallem besteht erhöhter Stress länger nicht mehr..

Könnt ihr mir bitte Ratschläge oder mögliche Ursachen nennen oder mit egal was mit anderem Wissen weiterhelfen?
Ich wäre euch sehr dankbar !!
Falls ihr mir nicht direkt antworten dürft, (worüber ich schon sehr traurig wäre) bitte einen Artikel über Zwischenblutungen auf die Homepage stellen.
Dickes Danke!
Liebe Grüße

Antwort vom Zentrum der Gesundheit

Zu wissen, was man hat bzw. darauf zu warten, dass die Schulmedizin dem eigenen Beschwerdekomples einen Namen gibt, muss nicht unbedingt heissen, dass man dann wissen wird, was zu tun ist.

Wenn sich Beschwerden entwickeln, ganz gleich welche, dann könnnte man - aus ganzheitlicher Sicht - im Grunde immer auf die gleiche Weise aktiv werden, da ja das Ziel immer dasselbe ist: Dem Körper wieder in sein Gleichgewicht verhelfen. Die entsprechenden Massnahmen finden Sie u. a. hier: Krank, was tun?Zwischenblutungen treten meist aus hormonellen Gründen auf. Andere Ursachen haben Ihre Ärzte sicher bereits ausgeschlossen.

In unserer ersten Mail hatten wir überdies darauf hingewiesen, dass auch ein Besuch bei einem ganzheitlichen Arzt/Heilpraktiker weiterhelfen könnte, der z. B. mit bioidentischen Hormonen behandeln kann oder auch Ursachenforschung betreiben kann (Darmflora, Schwermetallbelastung, Unverträglichkeiten usw.). Dies würden wir an Ihrer Stelle in jedem Fall in Angriff nehmen.

Alles Gute!

Ihr ZDG-Team

Quellen