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Hausmittel gegen Verstopfung

Hausmittel gegen Verstopfung

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(Zentrum der Gesundheit) – Verstopfung ist ein weit verbreiteter Zustand und viele Menschen können sich eine Darmentleerung ohne Abführmittel gar nicht mehr vorstellen. Die meisten Abführmittel schädigen jedoch auf Dauer den Darm und machen ihn immer träger – mit der Folge, dass die Betroffenen von diesen Medikamenten abhängig werden. Viele natürliche Hausmittel hingegen beheben eine Verstopfung auf einfache und gesunde Weise – und zwar ohne dabei abhängig zu machen oder schädliche Nebenwirkungen mit sich zu bringen. Im Gegenteil. Oft aktivieren, entgiften und heilen Sie den Darm.

Verstopfung als Dauerzustand

Verstopfung ist nicht gerade ein besonders angenehmes Gesprächsthema, doch für viele Menschen ist es nicht nur ein Gesprächsthema, sondern ein Dauerzustand – ein Zustand, der ihre Gesundheit massiv beeinträchtigen kann. Denn Verstopfung sorgt nicht nur für die Gefahr einer Rückvergiftung (weil der Stuhl nicht ausgeschieden werden kann), sondern erhöht auch das Risiko für Hämorrhoiden und Darmkrebs.

Die häufigsten Symptome bei Verstopfung sind unregelmässiger oder seltener Stuhl sowie Schwierigkeiten bei der Ausscheidung. Bei Kindern ist Verstopfung gar die häufigste Ursache von Bauchweh.

Mögliche Ursachen von Verstopfung

Verstopfung ist bei einer gesunden Ernährungsweise übrigens so gut wie nicht möglich. Daher kann in den meisten Fällen davon ausgegangen werden, dass die Verstopfung das Ergebnis einer jahrelangen stärke- und zuckerreichen sowie ballaststoffarmen Ernährung ist,  die ungünstiger Weise häufig noch mit einem bewegungsarmen Lebensstil einher geht.

Natürlich gibt es in manchen Fällen auch andere Ursachen. So können laut einer Studie von 2016 beispielsweise virale Infekte zu chronischer Verstopfung führen, wie z. B. Herpes, Epstein Barr oder Infektionen mit Windpocken oder dem Cytomegalovirus. Die Viren scheinen sich über das Rückenmark zu verbreiten und so in den Darm zu gelangen, wo sie jene Nerven beschädigen, die für den Transport des Nahrungsbreis im Verdauungstrakt zuständig wären. Bei chronischer und therapieresistenter Verstopfung sollte daher auch an diese Ursache gedacht werden.

Bitte beachten Sie, dass eine der Nebenwirkungen vieler Medikamente Verstopfung sein kann. Falls Sie Medikamente nehmen, sollten Sie in Erfahrung bringen, ob vielleicht nicht diese die Auslöser Ihrer Verstopfung sein könnten.

Kaffee – Als Abführmittel ungeeignet

Sehr viele Menschen haben nur deshalb am Morgen Stuhlgang, weil sie Kaffee trinken. Doch in Wirklichkeit sind diese Menschen verstopft und von einem Abführmittel abhängig. Ihr Abführmittel heisst Kaffee.

In der Regel werden kaffeeabhängige Menschen jedoch nie erfahren, dass sie ohne Kaffee unter einer gravierenden Verstopfung leiden würden, denn sie wollen (können) auf ihren Kaffee längst nicht mehr verzichten.

Kaffee versetzt den Körper in einen permanenten, künstlichen Stress, denn er verursacht die Ausschüttung von Stresshormonen und reizt die Darmschleimhaut. Dieser unnatürliche Reiz sorgt schliesslich für eine ebenso unnatürliche Darmentleerung.

Es lohnt sich also, einen Kaffee-Entzug in Angriff zu nehmen und währenddessen zu natürlichen Verdauungshilfen zu greifen, bis eine gesunde Ernährungsweise bzw. die unten vorgestellten Hausmittel zur gewünschten regelmässigen Darmentleerung führen.

Abführmittel nicht abrupt absetzen

Falls Sie nun bisher Abführmittel genommen haben, dann macht es keinen Sinn, diese Medikamente sofort abzusetzen und zu erwarten, dass die hier vorgestellten Hausmittel sofort und in genau derselben Weise wirken. Dies klappt zwar in vielen Fällen tatsächlich tadellos, doch oft eben auch nicht. Denn der Darm hat sich an die starken Arzneimittel gewöhnt und benötigt nun Zeit, sich wieder umzugewöhnen und ohne sie auszukommen. Daher sollte das Medikament langsam ausgeschlichen werden. Parallel wählt man aus den nachfolgend vorgestellten Hausmitteln zwei oder mehrere aus, die man ab sofort konsequent umsetzt (natürlich je nach Verträglichkeit):

Hausmittel 1: Pflaumen

Ein erprobtes und natürliches Mittel gegen Verstopfung ist der Dörrpflaumensaft. Bevorzugen Sie beim Kauf den naturtrüben Saft (in Bio-Qualität), da dieser noch einen Grossteil seiner natürlichen Ballaststoffe enthält.

Beginnen Sie morgens nüchtern mit einem kleinen Glas (0,3 cl) Pflaumensaft (ca. 15 Minuten vor dem Frühstück). Falls Sie nicht das gewünschte Ergebnis erzielen, trinken Sie am Folgemorgen etwas mehr von dem Saft. Aber bitte nicht zu viel auf einmal, denn sonst könnte Ihr Darm überreagieren, was Bauchschmerzen und Durchfall nach sich ziehen könnte. Sie können auch probieren, mehrmals am Tag ein kleines Gläschen Pflaumensaft zu trinken. Testen sie aus, welche Vorgehensweise bei Ihnen am besten wirkt.

Wenn Sie keinen Dörrpflaumensaft trinken möchten, dann können Sie zu getrockneten Pflaumen greifen (ungeschwefelte, entsteinte Dörrpflaumen aus dem Bioladen). Weichen Sie diese über Nacht in gefiltertem Wasser ein. Am nächsten Morgen essen Sie die Pflaumen und trinken das Einweichwasser.

Eine andere Möglichkeit ist, die Pflaumen mit dem Einweichwasser zu mixen und den entstandenen Dörrpflaumensmoothie zu trinken. Geben Sie – wenn Sie mögen – noch ein Stück frischen Ingwer in den Mixer. Das schmeckt hervorragend, desinfiziert Magen und Darm, vertreibt Parasiten, stärkt das Immunsystem, wärmt und belebt. Auch die eingeweichten Pflaumen bzw. den Pflaumensmoothie trinken Sie auf nüchternen Magen vor dem Frühstück und/oder am Abend vor dem Zubettgehen.

Im Jahr 2011 erschien eine randomisierte einfach verblindete Studie mit 40 Patienten, die grösstenteils mit der bisherigen medikamentösen Therapie ihrer chronischen Verstopfung unzufrieden waren. Sie erhielten nun über 3 Wochen hinweg zunächst getrocknete Pflaumen (50 g pro Tag, was 6 g Ballaststoffen entspricht) und anschliessend für weitere 3 Wochen Flohsamen (11 g, was ebenfalls 6 g Ballaststoffen entspricht).

Beides wurde sehr gut vertragen und zeigte keine unangenehmen Nebenwirkungen – wobei die getrockneten Pflaumen deutlich besser gegen die Verstopfung halfen als der Flohsamen. Die beteiligten Forscher empfahlen sogar, dass Dörrpflaumen bei Verstopfung als allererste Massnahme zum Einsatz kommen sollten, bevor man zu Medikamenten greife.

Hausmittel 2: Trockenfeigen

Falls Sie keine Pflaumen mögen, können Sie testen, ob getrocknete (ungeschwefelte) Feigen bei Ihnen eine ähnlich gute Wirkung haben. Sie enthalten lösliche und unlösliche Ballaststoffe, die zur Reinigung Ihres Darmes beitragen. Ausserdem decken bereits fünf Feigen mindestens 20 Prozent Ihres täglichen Ballaststoffbedarfs.

Naschen Sie fünf Feigen bei dem ersten Anzeichen von Verstopfung und trinken Sie langsam mindestens ein grosses Glas (250 ml) Wasser dazu. Noch besser ist es, die Feigen über Nacht in Wasser einzuweichen, was die Früchte schön saftig werden lässt. Wie schon bei den Pflaumen erwähnt, können Sie auch die eingeweichten Feigen im Mixer mixen und den entstandenen Feigensmoothie trinken.

Falls erforderlich, essen Sie alle drei Stunden zwei oder drei der eingeweichten Feigen oder trinken Sie ein Gläschen vom Feigensmoothie. Fahren Sie damit so lange fort, bis sich erste Ergebnisse zeigen.

Da Feigen zusätzlich krampflösende, entzündungshemmende und sogar blutgerinnungsregulierende Eigenschaften aufweisen (Journal of Ethnopharmacology, 2008), hat der Feigenverzehr nicht nur auf die Verdauung eine positive Wirkung.

Leider wurden bislang bevorzugt Tierstudien und weniger klinische Studien zur verdauungsfördernden Wirkung von Feigen durchgeführt. Doch zeigten auch diese, dass Feigen eine sehr gute Wirkung gegen Verstopfung aufweisen – ob bei Hunden oder Ratten. Sie können die Trockenfrüchte also auch bei Ihrem Haustier einsetzen, falls dieses an Verstopfung leiden sollte.

Selbst bei medikamentenbedingter Verstopfung – z. B. wenn Loperamid (Durchfallmittel, z. B. Imodium) zu gut wirkt – können Feigen helfen, die Verdauungstätigkeit wieder anzuregen.

Hausmittel 3: Weintrauben

Die Weintraube ist eine weitere Frucht, die eine ausserordentlich reinigende Wirkung auf das Verdauungssystem hat. Es ist die Kombination aus Cellulose und organischen Säuren, die aus Weintrauben ein mildes Abführmittel machen. Um die Darmtätigkeit mit Hilfe von Trauben zu aktivieren, müssten täglich mindestens 350 Gramm dieser Früchte verspeist werden.

Für ein bestmögliches Ergebnis wählen Sie besser keine kernlosen Trauben. Dabei handelt es sich um besonders zuckerhaltige Züchtungen. Sie belasten den Organismus mit Ihrem oft unnatürlich hohen Zuckergehalt u. U. mehr, als sie ihm nützen könnten. Wählen Sie daher kernhaltige Sorten und essen Sie die gesamte Traube einschliesslich ihrer Haut und den Kernen. Essen Sie Trauben sehr langsam und kauen Sie sie gründlich, insbesondere Haut und Kerne. Die Kerne sollten also nicht ganz geschluckt werden.

Schon allein die Traubenhaut liefert eine relevante Menge an Ballaststoffen, die ganz enorm zu einer gesunden Darmfunktion beitragen. Ausserdem enthält die Traubenhaut höchst wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe, wie z. B. Resveratrol (bei dunklen Trauben), Quercetin und Ellagsäure. Sie alle wirken antioxidativ, entzündungshemmend und krebsfeindlich.

Wenn Sie jedoch Trauben mit Kernen wählen, so versorgen diese noch zusätzlich mit Ballaststoffen sowie weiteren sekundären Pflanzenstoffen, wie z. B. dem bekannten bindegwebsstärkenden Antioxidas namens OPC (auch als Traubenkernextrakt im Handel).

Kein Wunder, dass bei dieser Fülle an hochgradig hilfreichen Stoffen Trauben auch zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen geeignet sind – so eine Studie von 2009. Denn die Traubenstoffe verhindern die Oxidation des LDL-Cholesterins und beugen so einer Arteriosklerose vor, sie verbessern die Gefässfunktionen, senken Bluthochdruck, regulieren die Blutgerinnung, reduzieren Entzündungswerte und verhindern die vorzeitige Alterung der Zellen.

Kaufen Sie – wenn möglich – Trauben aus biologischem Anbau, da Trauben – gemeinsam mit Erdbeeren – zu denjenigen Früchten gehören, die in der konventionellen Landwirtschaft am meisten mit Pestiziden und Fungiziden behandelt werden.

Hausmittel 4: Wassermelonen

Wassermelonen besitzen ebenfalls abführende Eigenschaften. Wählen Sie auch beim Kauf von Wassermelonen ausschliesslich kernhaltige Sorten. Zerkauen Sie die kleinen schwarzen Kerne, denn sie sind ausserordentlich reich an Mineralien, sehr lecker und viel zu wertvoll für den Abfall.

Wassermelonen können auch Nierensteinen vorbeugen, oder – falls bereits welche vorhanden sind – durch ihre nierendurchspülende Wirkung zur Entfernung derselben beitragen.

Bitte denken Sie daran, dass Wassermelonen niemals als Dessert verzehrt werden sollten, sondern immer nur auf leeren Magen. Denn Wassermelonen werden sehr schnell verdaut. Ihre Magen- und Darmpassagezeit ist also sehr kurz. Würden Sie sie zu oder nach anderen Lebensmitteln essen, dann würden diese die schnelle Verdauung der Wassermelone behindern, was zu Gärprozessen im Verdauungssystem führen könnte. Auch würde sich in diesem Fall kaum eine verdauungsfördernde Wirkung zeigen.

Kombinieren Sie Wassermelonen auch nicht mit anderen Früchten. Essen Sie sie immer für sich allein.

Hausmittel 5: Scharfer Gemüsecocktail

Wer Gemüsesaft liebt, kann sich daraus eine hervorragende und wirkungsvolle Mischung gegen Verstopfung herstellen. Als Zutaten dienen Tomatensaft, Karottensaft und Sauerkrautsaft. Mischen Sie 150 ml Tomatensaft mit 100 ml Karottensaft und 80 ml Sauerkrautsaft.

Für Liebhaber feuriger Geschmäcker bietet sich zusätzlich ein wenig Cayennepfeffer oder Chili an. Wenn Sie sich Ihren Gemüsesaft selbst herstellen, dann geben Sie einfach auch eine frische Chilischote in Ihren Entsafter – oder besser nur ein Stück davon, da frische Chilis deutlich schärfer sind als das Pulver. Zudem verstärkt Chili die abführende Wirkung dieses Cocktails, desinfiziert gleichzeitig den Verdauungstrakt und wirkt abschreckend gegen möglicherweise vorhandene Parasiten.

Hausmittel 6: Ballaststoffe

Ballaststoffe sind – wie schon weiter oben erwähnt – für eine gesunde Verdauung von essentieller Bedeutung. Bei einer ballaststoffreichen Ernährung kann Verstopfung nicht auftreten. Daher sollten Sie den Verzehr von ballaststoffreichen Lebensmitteln deutlich erhöhen.

Wechseln Sie von Fertig- oder Halbfertiggerichten zu frisch zubereiteten Mahlzeiten. Integrieren Sie immer mehr Rohkost in Form von grünen Blattsalaten und Früchten in Ihren Speiseplan und steigen Sie auf Vollkornprodukte um. Wenn Sie ferner zu Nüssen statt zu Chips greifen und gerne Chiapudding oder Leinsamen mögen, kann Ihnen fast nichts mehr passieren.

Neben Leinsamen und Chiasamen stehen auch Flohsamen bzw. Flohsamenschalenpulver in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zur Verfügung (Kapseln oder Pulver). Sie alle sind hervorragende Darmreiniger, denn sie enthalten grosse Mengen an Schleim- und Ballaststoffen.

Allerdings müssen Sie unbedingt darauf achten, dass die Einnahme von Ballaststoffen nur dann die Verdauung fördert, wenn gleichzeitig genügend Wasser getrunken wird. Würde man die o. g. Samen trocken zu sich nehmen, würden sie eine Verstopfung noch weiter verstärken. Denn die starke Quellfähigkeit dieser Samen führt dazu, dass sie sehr viel Wasser an sich ziehen, was den Nahrungsbrei bei fehlender Wasseraufnahme austrocknen würde.

Mit genügend Wasser jedoch (pro TL Samen 300 – 400 ml) quellen die Samen auf und bilden Schleimstoffe, was dazu führt, dass der Nahrungsbrei leicht durch den Darm gleitet, sich das Stuhlvolumen erhöht, die Peristaltik (Darmbewegungen) angeregt wird und der Stuhl leichter ausgeschieden werden kann.

Wenn Sie die Samen vor dem Verzehr in Wasser quellen lassen, dann genügt es, wenn Sie pro EL der gequollenen Samen 250 ml Wasser trinken. Da Chiapudding eine sehr angenehme Art ist, sich mit den Schleimstoffen dieser Verdauungsförderer zu versorgen, finden Sie in unserer Rezepte-Rubrik einige Beispielrezepte dazu:
 

Hausmittel 7: Konjak-Pulver

Ebenfalls zu den Ballaststoffen gehört das Konjak-Pulver. Es wird aus der asiatischen Konjakwurzel gewonnen und hat zahlreiche Vorteile für die Gesundheit. Die Regulation der Verdauung ist eines davon – ganz gleich, ob man zuvor unter chronischem Durchfall oder chronischer Verstopfung gelitten hat.

Das Konjak-Pulver regt die Darmperistaltik an und verhilft so zu einem leichteren Stuhlgang. Wichtig. Ebenso wie bei den Samen muss auch bei der Einnahme von Konjak-Pulver sehr viel stilles Wasser (etwa 2 bis 2 ½ Ltr.) über den Tag verteilt getrunken werden.

Darüber hinaus ist die Einnahme von Konjak-Pulver eine einfache Methode, um abzunehmen. Mit nur 3 Gramm Konjak-Pulver pro Tag kann der Körper mehr Gewicht abbauen, als es alleine mit einer Diät der Fall wäre.

Konjak-Pulver reduziert überdies zu hohe Blutfett- und Blutzuckerwerte, pflegt die Darmgesundheit, fördert den Aufbau einer gesunden Darmflora, beugt Darmkrebs vor und macht schnell satt.

Aus Konjak-Pulver gibt es auch Nudeln. Sie sind glutenfrei, haben so gut wie keine Kalorien, sind basisch und in knapp 1 Minute zubereitet.

Hausmittel 8: Obst und Gemüse

Essen Sie täglich so viel Obst und Gemüse, wie Sie können. Bei jeder Mahlzeit sollte entweder das eine oder das andere den Hauptanteil ausmachen. Sie sollten Obst und Gemüse also nicht zusätzlich zu Ihren üblichen Mahlzeiten essen, sondern den Gemüseanteil erhöhen und stattdessen weniger Teigwaren, weniger Fleisch und weniger Kartoffeln essen – und statt ungesunder Snacks können Sie künftig Früchte oder Smoothies zu sich nehmen. Teigwaren, Kartoffeln, Fleisch etc. sollten mengenmässig lediglich an eine kleine Beilage erinnern. Denn Studien zeigten längst, dass die Gefahr, eine Verstopfung zu entwickeln, umso geringer ist, je mehr Obst und Gemüse man isst.

Bei Verstopfung besonders geeignete Früchte (abgesehen von den bereits erwähnten) sind Äpfel, Orangen, Kakis, Guaven und Birnen. Ballaststoffreiche und natürlicherweise abführende Gemüse sind beispielsweise Bohnen, Erbsen, Kohl und Spinat.

Oft widmen sich Studien zur Verstopfung älteren Menschen. Doch auch in einer ganz anderen Altersgruppe ist Verstopfung weit verbreitet, nämlich bei den Kindern. Die Ursache liegt auch hier meist bei der Ernährung. Denn erhalten Kinder häufig Früchte, Gemüse, Salate, Smoothies (Apfel, Birne, Kiwi, Pflaume) und genügend stilles Wasser, leiden sie deutlich seltener an Verstopfung.

Hausmittel 9: Probiotika

Auch Probiotika sind ein wichtiges Mittel, das dabei hilft, den Darm wieder in sein gesundes Gleichtgewicht zu befördern – ganz besonders solche Probiotika, die Lactobacillus (L.) reuteri enthalten, aber auch Probiotika mit L. casei, L. plantarum, L. rhamnosus, Bifidobacterium (B.) bifidum, B. infantis und B. longum.

Wie Sie mit Probiotika arbeiten können, um Ihre Darmflora aufzubauen und für einen regelmässigeren Stuhlgang zu sorgen, finden Sie hier erklärt: Darmflora aufbauen – Die Anleitung

Hausmittel 10: Milchprodukte meiden

Gerade bei Kindern, die chronisch verstopft sind, sollte überprüft werden, ob diese nicht vielleicht an einer Milchproteinallergie leiden. Eine solche zeigt sich bei Kindern (aber auch bei Erwachsenen) gerne mit Verstopfung – und keiner denkt daran. Studien zeigten daher, dass sich die Verstopfung dieser Kinder in Luft auflöst, sobald diese keine Milch mehr trinken und keine Milchprodukte mehr essen müssen.

Hausmittel 11: Sport oder Bauchmassage

Der menschliche Körper liebt Bewegung. Genau wie Ihre Lungen erwarten, dass Sie atmen, erwarten alle Ihre Organe, dass Sie sich bewegen. Bewegungsmangel hindert hingegen die Organe daran, ordnungsgemäss zu funktionieren.

Ganz besonders aber leidet der Darm unter einem Bewegungsmangel. Er braucht kräftige Bewegung, damit er seine Verdauungsarbeit perfekt erfüllen kann. Sport kurbelt also nicht nur Ihre Fitness an, sondern auch die Aktivität Ihrer inneren Organe. Wenn Sie aktiv sind, ist es Ihr Darm auch – und je bewegungsmüder Sie sind, desto langsamer arbeitet Ihr Darm.

Falls Sie bettlägerig sein sollten, dann massieren Sie Ihren Bauch einfach im Uhrzeigersinn rund um den Nabel, und zwar mehrmals täglich für jeweils 10 Minuten. Sie werden merken, dass das ziemlich anstrengend ist, aber es lohnt sich! Bereits nach wenigen Minuten können Sie spüren, wie Ihr Darm beginnt "lebendiger" zu werden. Wechseln Sie dabei zwischen sanften Massagestrichen und kräftigem Durchwalken ab. Was eine Bauchmassage bewirkt und wie sie durchgeführt wird, lesen Sie hier: Bauch-Selbst-Massage

Hausmittel 12: Wasser

Wenn Sie täglich 1,5 bis 2 Liter reines, kohlensäurefreies Wasser trinken, wird sich nicht nur Ihre Gesundheit im Allgemeinen, sondern automatisch auch Ihre Verdauung verbessern. Das Trinken ausreichender Wassermengen befeuchtet u. a. auch den Darm, so dass der Stuhlgang deutlich erleichtert wird. Wenn Sie viele Früchte, Salate und Gemüse essen, dann genügen natürlich auch geringere Wassermengen, da diese Lebensmittel bereits viel Flüssigkeit enthalten.

Hausmittel 13: Olivenöl oder Leinöl

Während minderwertige Billigöle alle Ihre Organe, und somit auch Ihr Verdauungssystem, stark beeinträchtigen, bewirken hochwertige naturbelassene Öle das Gegenteil. Schon ein Teelöffel Olivenöl oder Leinöl am Morgen pur genossen ölt die Darmschleimhäute und stimuliert so Verdauung und Ausscheidung. Sollten Sie sich nicht dazu überwinden können, am frühen Morgen reines Öl zu schlucken, dann macht das nichts, da Sie ja jetzt noch viele andere und auch deutlich kalorienärmere Massnahmen kennen.

Hausmittel 14: Darm-Einlauf

Sie möchten Ihre Verstopfung SOFORT beheben? Dann führen Sie einfach einen Einlauf durch. Sie brauchen dazu nichts weiter als einen Irrigator, der bereits für weniger als 15 Euro erhältlich ist, etwas Wasser und 30 Minuten Zeit.

Mit einem Einlauf bekommt der Darm das, was ihm zur raschen Ausscheidung des Stuhls fehlt, und zwar einerseits die Flüssigkeit und andererseits eine Aktivierung der Darmperistaltik.

Während pharmazeutische Abführmittel auch unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringen können, hat ein Einlauf nichts als Vorteile. Sie fühlen sich befreit, entspannt und wieder richtig wohl in Ihrer Haut. Hier erfahren Sie alles über Darm-Einläufe, deren Vorteile sowie die korrekte Durchführung.

Hausmittel 15: Rotulme

Die Rotulme (Ulmus fulva) ist ein in Nordamerika heimischer Baum. Seine Rinde enthält natürliche Schleimstoffe, die trockenen Stuhl, der im Dickdarm festsitzt, „enthärten“ können und somit zu einer leichten Entleerung verhelfen.

Rotulmenrinde wird seit vielen Jahrhunderten von den Indianern Nordamerikas als Heilmittel bei Magen-Darm-Erkrankungen verwendet, da sie sowohl kolikähnliche Schmerzen als auch Reizungen bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn) lindern kann.

Zubereitungen aus Rotulmenrinde sind also nicht nur ein wirksames Abführmittel, sondern gleichzeitig auch ein ausgezeichnetes Darmpflege- und Darmreinigungsmittel.

Hausmittel 16: Natürliche Hocksitzhaltung

Da die heutigen Toiletten nicht mehr die natürliche Hocksitzhaltung ermöglichen, mit der sich der Mensch über Jahrtausende hinweg erleichtert hat, trägt auch dieser Aspekt zur weiten Verbreitung der Verstopfung bei.

Bei Verstopfung könnte man auf der Toilette mit einfachen Massnahmen daher auch diese Haltung versuchen zu simulieren. Oft hilft schon allein das, um wieder viel leichter Stuhlgang zu haben. Details zur natürlichen Hocksitzhaltung finden Sie hier: Die natürliche Hocksitzhaltung

Hausmittel 17: Akupressur

Eine Massnahme, die nichts kostet und im wahrsten Sinne des Wortes immer zur Hand ist, ist die Akupressur. Dazu übt man bei Verstopfung mit Zeige- und Mittelfinger leichten Druck auf das Perineum (Damm) aus. Dabei handelt es sich um den Bereich zwischen Scheide und After bzw. Hodensack und After. Der Druck wird über mehrere Sekunden aufrecht erhalten und erfolgt nach hinten in Richtung Rücken. Dann löst man den Druck und drückt erneut. Schon nach mehreren Druckimpulsen zeigen sich oft die ersten Ergebnisse.

In einer Studie vom April 2015 erklärten die Forscher um Dr. Ryan Abbott von der University of California den Patienten, die an Verstopfung litten, in nur drei bis fünf Minuten, wie sie die Akupressur in den nächsten vier Wochen bei sich zu Hause durchführen sollten – und zwar immer dann, wenn sie das Gefühl hatten, zur Toilette zu müssen (und nach dem Urinieren). Die Akupressur wurde sodann drei- bis viermal pro Woche angewandt und hatte enorm positive Auswirkungen.

Der Stuhl wurde weicher, die Muskulatur entspannte sich und jene Nerven wurden stimuliert, die für stärkere Darmbewegungen und somit für eine schnellere Stuhlausscheidung sorgten. Mehr als 80 Prozent der Studienteilnehmer war von der Wirkung der Akupressur so begeistert, dass sie damit auch nach Ende der Studie fortfuhren. Mehr als 50 Prozent der Teilnehmer berichtete ausserdem, dass sich bestehende Hämorrhoiden dank der Akupressur gebessert hatten.

Ganzheitliche Massnahmen bei Hämorrhoiden finden Sie hier: Hämorrhoiden – Ganzheitliche Massnahmen

Quellen:

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  • Video Akupressur: https://www.youtube.com/watch?v=Ce8_qxUKCa0
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Ausbildung zum Ernährungsberater an der Akademie der Naturheilkunde


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