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Ätherische Öle bei Krampfadern

Bei Krampfadern und Besenreisern können gezielt ausgewählte ätherische Öle hilfreich sein. Man mischt sie mit einem Basisöl und trägt sie äußerlich auf.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 01 Mai 2026
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Ätherische Öle bei Krampfadern und Besenreisern

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenauszüge. Sie sind so stark konzentriert, dass sie bereits in sehr geringen Dosen von nur wenigen Tropfen Wirkung zeigen. Bestimmte ätherische Öle können Lungenkrankheiten vorbeugen, manche helfen bei Depressionen, andere wiederum bei Verstopfung oder chronischen Entzündungen. Wieder andere können in der Hautpflege eingesetzt werden.

Heute möchten wir Ihnen ätherische Öle vorstellen, die bei Krampfadern und Besenreisern verwendet werden können und die jeweilige Therapie unterstützen.

Krampfadern - große erweiterte Venen

Krampfadern tauchen an den Beinen auf. Sie sind blau oder rot, können anschwellen und manchmal schmerzen sie oder verursachen Juckreiz (1).

Besenreiser - Geflecht winziger Äderchen

Besenreiser hingegen sind das feine Geflecht winziger Äderchen, die an der Oberfläche der Haut hervorschimmern. Sie können ein Hinweis auf Krampfadern sein oder u. U. zu Krampfadern führen. Je nach Ausprägung können Sie ein Spannungs- und/oder Schweregefühl in den Beinen hervorrufen.

Ursachen und Entstehung

Betroffen sind die Venen (also nicht die Arterien). Venen haben die Aufgabe, das Blut wieder zurück zum Herzen zu transportieren, was besonders in den Beinen schwierig ist, da das Blut entgegen der Schwerkraft nach oben gebracht werden muss.

Dies bewerkstelligen die Venen mit Hilfe der Muskelkraft, der Sogwirkung des Herzens, der Atmung und ihrer Venenklappen (die verhindern, dass das Blut wieder nach unten fließt).

Bei Bewegungsmangel, sitzendem Lebensstil, Übergewicht, hormonellen Einflüssen und einer Bindegewebsschwäche (Vitamin-C-Mangel kann hier beteiligt sein) können sich die Venen ausdehnen.

Sie werden immer schlaffer und die Venenklappen funktionieren nicht mehr richtig. Das Blut „versackt” in den oberflächlichen Venen und kann nicht mehr in das innere Venensystem abfließen, das viel leistungsstärker ist und den Großteil des Blutes zum Herzen pumpen würde.

Fünf ätherische Öle bei Krampfadern

Krampfadern sind einerseits ein kosmetisches Problem, können aber auch das Thromboserisiko erhöhen oder Venenentzündungen begünstigen. Aus ganzheitlicher Sicht gibt es vieles, was man bei Krampfadern oder zu deren Prävention tun kann. Ätherische Öle können ebenfalls zur Krampfadern-Therapie gehören.

Auch wenn ätherische Öle nicht in jedem Fall die Krampfadern an sich bekämpfen, so lindern sie doch die Symptome (3), wie Schwellungen, Schweregefühl, Juckreiz oder Schmerzen.

Ätherische Öle, die immer wieder im Zusammenhang mit Krampfadern oder Venenproblemen genannt werden, sind die Öle von Weihrauch, Strohblume, Geranie, Zitronengras und Myrrhe.

Ätherische Öle, zu denen es in Bezug auf Krampfadern bereits erste Studien gibt, stellen wir nachfolgend vor: Ätherische Öle von Lavendel, Strandkiefer (Pinie), Schafgarbe, Rosmarin und Zypresse.

1. Ätherisches Lavendel-Öl

Lavendelöl ist eines der bekanntesten Hausmittel bei Schmerzen, da es in der Lage sein soll, im Gehirn den Serotoninspiegel zu erhöhen (4). Offenbar kann schon allein das Einatmen von Lavendelöl Schmerzen mindern, wie eine Studie an frisch operierten Patienten ergab (8).

Darüber hinaus kann Lavendelöl die Durchblutung fördern (9), was dem Kreislauf bei Krampfadern besonders gut tut. Zusätzlich wirkt das Öl heilfördernd und entzündungshemmend, so dass entzündlichen Venenproblemen vorgebeugt werden kann.

Wie Sie ätherische Öle konkret anwenden, lesen Sie ganz unten unter "Ätherische Öle - Anwendung bei Krampfadern und Besenreisern“.

* Hier finden Sie ätherisches Lavendelöl.

2. Ätherisches Öl der Strandkiefer (Pinie)

Das ätherische Öl der Strandkiefer kann bei Krampfadern ebenfalls hilfreich sein. In einer Studie vom Januar 2018 konnte die entzündungshemmende und wundheilende Wirkung des Strandkiefernöls belegt werden.

Diese Eigenschaften sind der Volksheilkunde schon sehr lange bekannt, weshalb das ätherische Strandkiefernöl auch traditionell bei chronischen Venenbeschwerden eingesetzt wird. In genannter Untersuchung war das Öl sogar wirksamer (6) als der bei Venenerkrankungen so häufig verordnete Rosskastanienextrakt (siehe weiter unten).

Auch innerlich können Strandkiefernpräparate zum Einsatz kommen, etwa ein Extrakt ihrer Rinde, der besonders hohe OPC-Mengen enthält (über 80 Prozent). OPC (Oligomere Proanthocyanidine) gelten als starkes Antioxidans mit entzündungshemmender und bindegewebsstärkender Wirkung (7).

Im Journal of the German Society of Dermatology ging es im November 2010 um das Thema „Welche Heilpflanze für welche Hautkrankheit?“.

Der Strandkiefernextrakt wurde dabei als gutes Mittel für geschwollene Beine genannt. Man hatte Patienten mit chronischer Veneninsuffizienz in einer randomisierten und placebokontrollierten Studie acht Wochen lang täglich 50 mg des Strandkiefernextraktes verordnet (Pycnogenol). Die Schwellungen gingen in der OPC-Gruppe deutlich zurück, in der Placebogruppe nicht.

In einer weiteren randomisierten Studie nahmen die Patienten in einer Gruppe 360 mg Strandkiefernextrakt ein, in einer zweiten Gruppe 600 mg Rosskastanienextrakt – und zwar vier Wochen lang. Hier konnte der Strandkiefernextrakt die Beinödeme sehr viel besser mindern als die Rosskastanie.

* Hier finden Sie den Strandkiefernextrakt.

3. Ätherisches Schafgarben-Öl

Das ätherische Öl der Schafgarbe gilt schon lange als traditionelles Mittel bei Venenerkrankungen. Meist wird es in Salben eingearbeitet (14), die dann auf die Krampfadern oder Besenreiser aufgetragen werden können.

Die Schafgarbe vereint verschiedene Eigenschaften in sich, die alle optimal für die Behandlung von Krampfadern geeignet sind. So wirkt sie in erster Linie entzündungshemmend, wundheilend, blutstillend und blutreinigend sowie durchblutungsfördernd (15).

* Ätherisches Schafgarben-Öl finden Sie hier unter diesem Link.

4. Ätherisches Rosmarin-Öl

Das ätherische Öl aus dem Rosmarin gilt als belebend, entkrampfend und durchblutungsfördernd. Im Juli 2010 wurde in einer Untersuchung gezeigt, dass diese Eigenschaften auch zu einer schmerzlindernden Wirkung beitragen (16).

Zur Behandlung schmerzender Beine infolge von Krampfadern mischt man 4 Tropfen des ätherischen Rosmarin-Öls mit 1 Esslöffel Kokosöl oder Olivenöl und massiert damit die betreffenden Stellen.

* Unter diesem Link finden Sie ätherisches Rosmarin-Öl

5. Ätherisches Zypressen-Öl

Immer wieder wird von Phytotherapeuten auch das ätherische Öl der Zypresse bei Krampfadern empfohlen, da sich sein Hauptwirkstoff – das Alpha-Pinen – positiv auf den Blutkreislauf auswirkt und überdies Schmerzen sowie Muskelkrämpfe lindern kann. Letztere können infolge von Krampfadern insbesondere nachts auftreten (13).

* Unter diesem Link finden Sie ätherisches Zypressen-Öl

Tinktur aus der Rosskastanie für ein Venengel

Ätherische Öle werden aus der Rosskastanie zwar nicht hergestellt, dennoch handelt es sich bei der Rosskastanie um eine Heilpflanze, die schon lange bei Venenleiden und Veneninsuffizienz eingesetzt wird – und zwar in Form von Präparaten, die man innerlich einnehmen kann.

Man kann aber auch selbst eine Rosskastanientinktur ansetzen (Rosskastanien schälen, zerstückeln und 1 Woche lang in Wodka oder Korn ziehen lassen, dabei täglich schütteln, dann abseien und in Dunkelglasfläschchen aufbewahren). Mit dieser Tinktur wiederum kann man ein Venengel herstellen.

In Phytotherapy Research las man im September 2010, dass Rosskastanienextrakte geweitete Blutgefäße wieder zusammenziehen und außerdem die Thrombenbildung mindern können (1).

Auch in den Jahren 2009 und 2006 waren Untersuchungen erschienen, die zeigten, dass die Rosskastanie eine optimale Heilpflanze für eine chronische Veneninsuffizienz darstellt. In ihr ist der Pflanzenstoff Aescin enthalten, der entzündungshemmend und abschwellend wirkt (12).

Basis-Maßnahmen bei Krampfadern

Natürlich können die genannten pflanzlichen Mittel nur wirken, wenn die Grundvoraussetzungen für eine Besserung der Venenbeschwerden erfüllt sind:

Bewegen Sie sich daher regelmäßig, da dies die Durchblutung fördert und so auch den Rückfluss des Blutes aus den Beinen zum Herzen unterstützt.

Ernähren Sie sich gesund. Meiden Sie Alkohol, rauchen Sie nicht. Bei Übergewicht bauen Sie dieses ab.

Sitzen Sie nicht mit überschlagenen Beinen, da dies den Blutfluss noch weiter verlangsamt. Legen Sie bei sitzenden Tätigkeiten immer wieder Pausen ein, in denen Sie sich bewegen. Tragen Sie ggf. Kompressionsstrümpfe. Vermeiden Sie zu enge Kleidung.

Essen Sie salzarm, da Salz die Entwicklung von Ödemen fördert. Sorgen Sie für „dünnes“ Blut. Trinken Sie daher über den Tag imner wieder ein Glas Wasser.

Optimieren Sie Ihre Vitamin-C-Versorgung (mind. 200 mg, besser 500 mg zusätzliches Vitamin C in Form von Nahrungsergänzungen), da sich die Einnahme von Vitamin C aufgrund seiner heilenden, entzündungshemmenden, antioxidativen, bindegewebsstärkenden und blutverdünnenden Eigenschaften äußerst positiv auf die Blutgefäßgesundheit auswirkt.

Ätherische Öle - Anwendung bei Krampfadern und Besenreisern

Ätherische Öle werden so gut wie nie pur und unverdünnt eingesetzt. Mischen Sie sie daher immer mit einem sog. Basisöl (Mandelöl, Avocadoöl, Kokosöl, Jojobaöl oder einem anderen unparfümierten und reinen Öl, das Sie zur Körperpflege verwenden).

Ätherische Öle werden tropfenweise in ein Basisöl gegeben (3 bis 5 Tropfen des ätherischen Öls in 1 bis 3 EL des Basisöls). Massieren Sie es dann sanft in die betroffenen Beinpartien ein. Wenn Sie empfindliche Haut haben oder zu Allergien neigen, testen Sie die jeweilige Ölmischung erst vorsichtig an einer kleinen Hautstelle und warten Sie einen Tag, ob sich eine Reaktion ergibt.

Ätherische Öle können auch gemischt werden, z. B. ist eine Mischung der genannten Öle möglich, z. B. Zypressenöl und Schafgarbenöl, die man beide in Jojobaöl tropft.

Direkt nach dem Auftragen der ätherischen Öle sollten Sie keine Sonnenbäder nehmen, da ätherische Öle (zumindest manche) die Haut empfindlicher für die Sonnenstrahlung machen können, so dass sich leichter ein Sonnenbrand bilden könnte.

Sie können die ätherischen Öle auch in kaltes Wasser geben, ein Tuch damit tränken und dieses auf Ihre Krampfadern legen. Auch hier geben Sie 3 bis 5 Tropfen in 3 EL Wasser.

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie die genannten pflanzlichen Mittel nur nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme verwenden, da manche u. a. wehenfördernd wirken können (z. B. ätherisches Rosmarinöl).

Drei innerlich einzunehmende Mittel gegen Krampfadern und Besenreiser, die ebenfalls therapeutisch oder präventiv zum Einsatz kommen können, finden Sie im zuvor gesetzten Link.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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