Zentrum der Gesundheit
  • Kind mit Diabetes Typ1
13 Mai 2022
39 min

Diabetes mellitus Typ 1: natürliche Mittel

Diabetes mellitus Typ 1 gilt als unheilbar. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten und natürliche Mittel, die bei Diabetes Typ 1 die Lebensqualität verbessern. Die Ziele lauten: Blutzuckerkontrolle erleichtern, Ketoazidosen und Unterzuckerungen vermeiden, Folgeschäden verhindern und insgesamt das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit erhöhen.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner

Diabetes mellitus Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung

Diabetes mellitus Typ 1 (oder Typ-1-Diabetes) ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die zu den Autoimmunerkrankungen gehört. Das bedeutet, dass aufgrund einer Fehlsteuerung des Immunsystems dieses plötzlich die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse angreift und zerstört. Diese Zellen heissen Inselzellen oder auch Langerhans-Inseln (nach ihrem Entdecker Paul Langerhans). Als Inseln werden sie bezeichnet, da sie inselförmig im Gewebe der Bauchspeicheldrüse verteilt sind.

Allerdings gibt es unterschiedliche Inselzellen. Beim Typ-1-Diabetes werden nur die Beta-Zellen vom Immunsystem angegriffen. Sie bilden das Insulin. Die Alpha-Zellen hingegen bilden ein anderes Hormon (Glucagon) und bleiben meist intakt.

Diabetes Typ 1 beginnt häufig schon in der Kindheit oder Jugend, kann sich aber auch noch später entwickeln. Typ-1-Diabetiker haben einen absoluten Mangel an Insulin, da ihre Bauchspeicheldrüse (Pankreas) infolge der genannten Autoimmunprozesse immer weniger und letztendlich gar kein Insulin mehr produzieren kann.

Hier besprechen wir ganzheitliche Massnahmen bei Autoimmunerkrankungen.

Insulin ist ein Hormon, das benötigt wird, um den Blutzucker (die Glucose) aus dem Blut in die Zellen zu schleusen, wo der Zucker zur Energiegewinnung genutzt werden kann.

Fehlt Insulin, dann bleiben die Zellen verschlossen. Sie lassen die Glucose nicht eintreten und können nun auch keine Energie gewinnen. Gleichzeitig aber sammelt sich immer mehr Glucose im Blut. Der Blutzuckerspiegel steigt, was sich schädlich auf die Blutgefässe auswirkt und für die Folgeerkrankungen des Diabetes verantwortlich ist (Nieren-, Augen- und Nervenschäden).

Menschen mit Diabetes Typ 1 müssen ihren Blutzuckerspiegel engmaschig kontrollieren und sich entsprechend ihres Bedarfs selbst Insulin spritzen. Als es noch kein Insulin gab, war Diabetes Typ 1 fast immer eine tödliche Erkrankung.

So erkennen Sie Typ-1-Diabetes: die Symptome

Wenn Sie einen Diabetes Typ 1 bei sich an seinen typischen Symptomen erkennen, sind bereits um die 80 Prozent Ihrer Bauchspeicheldrüse zerstört, die Krankheit ist dann also schon fortgeschritten:

  1. grosser Durst
  2. häufiger Harndrang
  3. Müdigkeit, Schlappheit
  4. Sehstörungen
  5. plötzliche Gewichtsabnahme
  6. Mundgeruch nach Aceton (erinnert an Nagellackentferner oder faulendes Obst)

Der genannte Mundgeruch entsteht, weil sich bei Diabetes Typ 1 Ketonkörper im Blut bilden. Einer der drei entstehenden Ketonkörper ist Aceton, das sich über den Atem bemerkbar macht. Ketonkörper entstehen, wenn im Organismus – aufgrund des Glucoseengpasses in den Zellen – nun unkontrolliert Körperfette abgebaut werden. Die anderen beiden Ketonkörpern sind Acetoacetat und β-Hydroxybutyrat.

Was ist der Unterschied zwischen Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2?

Typ-2-Diabetes ist ebenfalls eine chronische Stoffwechselerkrankung, aber keine Autoimmunerkrankung. Diabetes Typ 2 entsteht meist infolge eines ungünstigen Lebensstils (Übergewicht, ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel) im mittleren oder höheren Lebensalter und wurde daher lange auch als Altersdiabetes bezeichnet. Inzwischen erkranken aber immer häufiger auch immer jüngere Menschen.

Bei Typ-2-Diabetes besteht kein absoluter, sondern ein relativer Insulinmangel, was bedeutet, dass die Bauchspeicheldrüse im Grunde ausreichend Insulin bilden würde (zumindest zu Beginn der Erkrankung), das Insulin aber nicht mehr wirkt, weil manche Körperzellen (insbesondere Muskel-, Fett- und Leberzellen) insulinresistent geworden sind.

Was ist eine Insulinresistenz?

Eine Insulinresistenz liegt vor, wenn die Zellen nicht mehr so gut auf das Insulin reagieren, so dass auch hier der Zucker nicht bzw. nicht im vollen Umfang in die Zellen aufgenommen werden kann. Die Bauchspeicheldrüse versucht daher immer mehr und mehr Insulin auszuschütten und ermüdet irgendwann.

Die Insulinresistenz ist im Tagesverlauf jedoch nicht immer gleich stark ausgeprägt. So ist sie beispielsweise am Morgen besonders stark ausgeprägt, weshalb der Nüchternblutzuckerwert bei Diabetes Typ 2 ein wichtiger Marker darstellt. Eine weitere Spitze der Insulinresistenzkurve kann am Nachmittag auftreten.

Therapie des Typ-2-Diabetes

Beim Typ-2-Diabetes wird erst bei sehr weit fortgeschrittener Erkrankung Insulin verordnet. Zunächst werden Medikamente gegeben (z. B. Metformin, Sulfonylharnstoffe o. a.), die den erhöhten Blutzuckerspiegel über folgende Wirkmechanismen senken sollen:

  1. Hemmung der Zuckerproduktion in der Leber
  2. Hemmung der Zuckeraufnahme aus dem Darm
  3. Förderung der Insulinbildung in der Bauchspeicheldrüse
  4. Förderung der Zuckerausscheidung mit dem Urin

Was ist ein Doppel-Diabetes?

Wer einen Typ-1-Diabetes hat und im Laufe seines Lebens noch einen Typ-2-Diabetes dazu bekommt, hat einen Doppel-Diabetes. Typ-2-Diabetes entwickelt sich gerne bei Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung. Zwar galten Typ-1-Diabetiker lange Zeit als "die Dünnen", was sich jedoch inzwischen gewandelt hat und mittlerweile immer mehr Typ-1-Diabetiker mit Übergewicht zu kämpfen haben.

Gerade Typ-2-Diabetes aber lässt sich ganz hervorragend mit unserem ganzheitlichen Konzept aus der richtigen Ernährung, Bewegung, einem guten Stressmanagement und der individuell passenden Nahrungsergänzung vermeiden. Für einen bestehenden Typ-2-Diabetes gilt in vielen Fällen ausserdem: Diabetes Typ 2 ist heilbar.

Was ist ein LADA-Diabetes?

LADA steht für Latent Autoimmune Diabetes of Adults (latenter Autoimmun-Diabetes bei Erwachsenen). Es handelt sich um einen Typ-1-Diabetes, der erst im Erwachsenenalter in Erscheinung tritt (im Alter ab 30 Jahren) und daher immer wieder falsch als Typ-2-Diabetes diagnostiziert wird.

Der LADA-Diabetes schreitet langsamer voran als der typische Diabetes Typ 1, der sich bei Kindern zeigt. Das heisst, die Fähigkeit der Bauchspeicheldrüse, Insulin zu produzieren, nimmt nur sehr langsam ab. Oft müssen Betroffene erst nach drei bis sechs Jahren nach der Diagnose damit beginnen, Insulin zu spritzen.

So viele Leute haben Diabetes Typ 1

Diabetes ist eine weit verbreitete Krankheit, wobei Typ-2-Diabetes deutlich häufiger vorkommt, während Typ-1-Diabetes zu den eher seltenen Krankheiten gehört. In Deutschland sind etwa 370.000 Menschen von Typ-1-Diabetes betroffen ( 7 ). Ganz grob sieht die Aufteilung so aus:

  1. 10 Prozent der Bevölkerung leiden an Diabetes (Typ 1 und Typ 2)
  2. 95 Prozent der Diabetiker haben Diabetes Typ 2.
  3. 5 Prozent der Diabetiker haben Diabetes Typ 1.

Allerdings wird immer wieder darauf hingewiesen, dass 5 bis 15 Prozent der Erwachsenen, die eine Diabetes-Typ-2-Diagnose erhielten, in Wirklichkeit einen nicht erkannten Diabetes Typ 1 haben ( 9 ). Man spricht hierbei vom sog. LADA-Diabetes.

Ist Diabetes Typ 1 gefährlich?

Nach wie vor ist die Lebenserwartung bei Typ-1-Diabetikern zwar um 8 bis 13 Jahre kürzer als bei Menschen ohne Diabetes ( 19 ). Doch ist Diabetes Typ 1 – seit es Insulin als Arzneimittel gibt – keine akut tödliche Erkrankung mehr. Dennoch ist die Krankheit insofern gefährlich, als dass es nicht immer einfach ist, den Blutzuckerspiegel unter Kontrolle zu halten. Es kommt immer wieder zu Blutzuckerschwankungen (Unterzuckerung und Überzuckerung).

1.Unterzuckerung (Hypoglykämie): Sinkt der Blutzucker ab, kann es zum hypoglykämischen Schock kommen.

2.Überzuckerung (Hyperglykämie): Steigt der Blutzucker zu hoch, kann eine Ketoazidose mit diabetischem Koma die Folge sein.

Beides kann unbehandelt zum Tod führen. Viele Typ-1-Diabetiker sind jedoch mit modernen Hilfsmitteln ausgestattet (z. B. Insulinpumpe) oder kontrollieren ihren Blutzucker und ihren Ketonspiegel rechtzeitig, so dass es nur in seltenen Fällen zu den beschriebenen Extremen kommt.

1. Die Hypoglykämie (Unterzuckerung)

Bei einem Blutzuckerspiegel unter 60 mg/dl spricht man von Unterzuckerung (Hypoglykämie), bei Werten von unter 40 mg/dl von schwerer Hyperglykämie. Eine Hypoglykämie kann entstehen, wenn zu viel Insulin gespritzt wird, man weniger Kohlenhydrate gegessen hatte als geplant oder als üblich, man mehr Sport gemacht hat, wenn Alkohol getrunken wurde oder auch bei Magen-Darm-Infekten mit Durchfall und Erbrechen.

Gerade abendlicher Alkoholgenuss kann in der Nacht zu gefährlichen Unterzuckerungen führen. Denn Alkohol muss von der Leber abgebaut werden, so dass die Leber erst einmal beschäftigt ist und sich daher nicht um die Regulierung des Blutzuckerspiegels kümmern kann. Alkohol hemmt die Zuckerabgabe aus der Leber, so dass die Leber auch nicht auf Glucagon reagiert, jenes Hormon, das die Leber aktiviert, Zucker ins Blut abzugeben ( 22 ).

Eine Hypoglykämie erkennt man an:

  1. Heisshungerattacken
  2. Herzrasen, Zittern und Unruhe
  3. Konzentrationsschwäche
  4. Kopfschmerzen
  5. Blässe und Schwitzen
  6. Übelkeit und Schwindel
  7. Anzeichen von Verwirrung mit Sprach- und Sehstörungen

Was tun bei Hypoglykämie?

Wenn Sie die obigen Symptome einer Hypoglykämie bei sich beobachten, gehen Sie folgendermassen vor:

  1. Messen Sie Ihren Blutzucker.
  2. Bei Werten, die unter 60 bis 70 mg/dl liegen, nehmen Sie ca. 10 – 20 g (1 – 2 KE) leicht verdauliche Kohlenhydrate zu sich, die schnell ins Blut übergehen.
  3. Nach 15 Minuten sollte Ihr Blutzucker wieder bei 100 mg/dl liegen.
  4. Wenn das nicht der Fall ist, nehmen Sie noch einmal 10 – 20 g Kohlenhydrate zu sich.

Bei einer leichten Hypoglykämie können Sie die folgenden gesunden Kohlenhydratquellen zu sich nehmen (die angegebenen Mengen entsprechen 1,5 KE, also 15 g Kohlenhydraten):

  1. 150 ml Apfel- oder Orangensaft (aus Direktsaft, ungezuckert oder O-Saft frisch gepresst)
  2. Obst, z. B. 1 Banane (70 g), Apfel oder Birne (140 g)
  3. 2 EL Sultaninen (25 g) oder 4 bis 5 entsteinte Datteln (20 - 25 g)

Bei einer bedrohlicheren Hypoglykämie sollten Sie umgehend schnell verdauliche Kohlenhydrate zu sich nehmen, z. B. reiner Traubenzucker (10 g/1 KE) gelöst in einem Glas Wasser oder auch 2 Täfelchen Traubenzucker (Dextro Energy) lutschen (= 1 KE). Sobald die Unterzuckerung behoben ist, können Sie etwas „Normales“ essen, z. B. Obst oder ein Vollkornbrot mit Aufstrich.

Der hypoglykämische Schock

Im schlimmsten Falle kann eine Unterzuckerung zum hypoglykämischen Schock führen. Er äussert sich durch die obigen Symptome plus Bewusstlosigkeit und einer gewissen Krampfneigung. Der hypoglykämische Schock ist ein Fall für den Notarzt, der eine Glucoseinfusion verabreicht.

Bis der Notarzt eintrifft, kann der Patient in die stabile Seitenlage gebracht werden. Es sollten ihm unter keinen Umständen Zuckerlösungen oder sonst etwas eingeflöst werden. Diese erhält er, wenn er wieder zu sich kommt. Ansonsten besteht Erstickungsgefahr.

Hat der Patient Glucagonspritzen im Haus, kann er eine solche erhalten (in den Muskel des Oberschenkels), bis der Notarzt eintrifft. Glucagon wirkt genau entgegengesetzt zum Insulin und fördert die Freisetzung von Zucker aus der Leber, was den Blutzuckerspiegel steigen lässt. Wie oben erklärt, würde die Glucagonspritze nicht wirken, wenn zuvor Alkohol getrunken wurde (26). In diesem Fall hilft nur noch die Zuckerinfusion vom Arzt.

2. Die Hyperglykämie (Überzuckerung)

Eine Hyperglykämie ist ein zu hoher Blutzuckerspiegel, was bedeutet, dass der Spiegel den Grenzwert von 180 mg/dl übersteigt und Werte von 250 bis 500 mg/dl und mehr erreichen kann. Der Körper versucht nun, den überschüssigen Zucker über den Urin auszuleiten, was zu einem verstärkten Harndrang führt. Mit dem Urin wird nun nicht nur sehr viel Wasser ausgeleitet. Es werden auch lebenswichtige Mineralstoffe (Elektrolyte) ausgeschwemmt, so dass der Betroffene an Flüssigkeits- und Mineralienmangel leidet. Es kommt zur Dehydrierung (Austrocknung).

Die Symptome der Hyperglykämie sind jene des Diabetes, die schon weiter oben genannt wurden (Harndrang, Durst, Müdigkeit, Übelkeit etc.). Wird die Hyperglykämie nicht behandelt, wird also kein Insulin gespritzt, kann sich daraus eine diabetische Ketoazidose entwickeln.

Die Ketoazidose

Ketonkörper entstehen beim Abbau von Fetten. Bei der diabetischen Ketoazidose entstehen übermässig viele Ketonkörper. Insbesondere der Ketonkörper β-Hydroxybutyrat (Beta-Hydroxybutyrat) kann bei Diabetes zur Übersäuerung (Azidose) des Blutes führen. Denn β-Hydroxybutyrat ist chemisch gesehen eine Säure (eine Hydroxycarbonsäure).

Die Übersäuerung bei Diabetes nennt man Ketoazidose. Sie kann bis hin zum Kreislaufversagen (Bewusstseinsverlust) führen, einem lebensbedrohlichen Schockzustand, den man diabetisches Koma nennt und der nicht mit der latenten Übersäuerung des Gewebes verwechselt werden darf, die aus naturheilkundlicher Sicht die Folge einer ungesunden Lebens- und Ernährungsweise darstellt.

Die diabetische Ketoazidose wird auch als akute Entgleisung des Stoffwechsels bezeichnet. Es handelt sich um eine schwere Komplikation des Diabetes, die nicht nur bei Typ 1, sondern (allerdings deutlich seltener) auch bei Diabetes Typ 2 auftreten kann.

Eine Ketoazidose tritt bei 20 bis 40 Prozent der Neu-Diabetiker auf, also bei jenen Menschen, die erst durch die Ketoazidose erfahren, dass sie einen Diabetes Typ 1 haben. Es sind jährlich aber auch 5 bis 8 Prozent jener Diabetiker von einer Ketoazidose betroffen, die längst Insulin spritzen.

Je später die Ketoazidose erkannt wird, umso höher ist das Sterblichkeitsrisiko. Je älter der Patient und je schwerer vorhandene Begleiterkrankungen sind, umso eher kann eine Ketoazidose auch tödlich enden. Bei jungen Diabetikern ist das jedoch selten der Fall (unter 1 Prozent) ( 8 ).

Wie erkenne ich eine diabetische Ketoazidose?

Sie erkennen die diabetische Ketoazidose an diesen Symptomen:

  1. Übelkeit
  2. Erbrechen
  3. Bauchschmerzen (schmerzhaft gespannte Bauchdecke)
  4. Schwäche und Müdigkeit
  5. Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit
  6. Vermehrter Harndrang (man muss oft zur Toilette zum Wasserlassen), was zur Dehydrierung (Austrocknung) führt

Ketoazidose beim Säugling und Kleinkind

Besonders bei Säuglingen und Kleinkindern übersehen Eltern leicht die ersten Anzeichen eines Diabetes, wie verstärkter Durst und vermehrter Harndrang. Eine Ketoazidose ist dann ein regelrechter Schock. Die Kinder sind blass, kaum noch ansprechbar, atmen schnell, aber tief. Ihre Augen können aufgrund der Dehydrierung eingefallen sein, die Lippen werden blau. Dies ist ein Fall für den Notarzt bzw. die Notaufnahme in einem Krankenhaus. 

Eine Komplikation der Ketoazidose ist das Hirnödem, das zum diabetischen Koma (Bewusstlosigkeit) führen kann. Auch wenn heute nur noch selten ein Kind an einem Hirnödem stirbt, zeigten Untersuchungen, dass es zu Schäden am Gehirn führen kann. Betroffene Kinder zeigen etwas schlechtere kognitive Funktionen als Kinder, die kein Ödem hatten.

Welche Blutwerte deuten auf eine Ketoazidose hin?

Die Ketoazidose entsteht durch:

  1. Hyperglykämie (Blutzuckerspiegel erreicht Werte von über 250 bis 500 mg/dl und mehr)
  2. Hyperketonämie (zu hohe Konzentration an Ketonkörpern im Blut; Konzentration von β-Hydroxybutyrat steigt auf mehr als 3,0 mmol/l im Blut)
  3. Azidose (Übersäuerung) des Blutes, das jetzt einen pH-Wert aufweist, der deutlich unter den gesunden 7,4 liegt, häufig zwischen 7,1 und 7,2.

Was tun bei Ketoazidose?

Wenn Sie bereits Diabetiker sind, besprechen Sie die Frage, was Sie bei einer Ketoazidose tun sollten, unbedingt mit Ihrem Arzt – und zwar schon bei einem Routinebesuch, also nicht erst, wenn eine Ketoazidose da ist.

Mindestens ebenso wichtig ist die Frage, wie man einer Ketoazidose vorbeugen kann. Wenn Sie einen zu hohen Blutzuckerspiegel messen, dann führen Sie auch eine Ketonmessung durch.

Wenn erhöhte Ketonkörperkonzentrationen im Blut oder Urin festgestellt werden und der Patient noch bei Bewusstsein ist und auch noch keine anderen ernsthaften Symptome zeigt (Erbrechen), sind im Allgemeinen die folgenden Massnahmen wichtig:

  1. Vorsichtshalber Arzt anrufen und nur in Absprache mit diesem Insulin spritzen, das den Fettabbau hemmt, die Ketonkörperkonzentration senkt und so den Blut-pH-Wert erhöht. Bessern sich das Befinden und die darauf folgenden Tests (Blutzucker- und Ketonkörper-Urinstreifen) nicht und kommt womöglich Erbrechen hinzu, dann heisst es: Ab in die Klinik!
  2. 15 – 30 g Kohlenhydrate zu sich nehmen, z. B. Traubenzucker, damit eine Unterzuckerung aufgrund der verstärkten Insulingabe vermieden wird.
  3. 300 – 600 ml Wasser zu sich nehmen, um den erhöhten Flüssigkeitsverlust auszugleichen und gleichzeitig den Blutzucker zu senken.
  4. Ketonkörper und Blutzucker müssen stündlich kontrolliert werden.

Die Diagnose des Diabetes Typ 1

Die Diagnose des Typ-1-Diabetes kann beim Arzt (Hausarzt oder Diabetologen) recht leicht anhand einer Blutuntersuchung gestellt werden. Natürlich wird auch der Arzt nach einschlägigen Symptomen fragen.

Da es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der das Immunsystem die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse oder sogar das Insulin als körperfremd betrachtet und gegen diese Strukturen Antikörper bildet, kann man im Blut vieler Typ-1-Diabetiker auch diese Antikörper finden (aber nicht bei allen Patienten).

Zusätzlich werden die Zuckerwerte im Blut untersucht – sowohl im nüchternen als auch im nicht-nüchternen Zustand. Auch der sog. Langzeitzuckerwert (HbA1c) wird überprüft, der den durchschnittlichen Blutzucker in den letzten zwei Monaten angibt.

Diese Laborwerte deuten auf Diabetes mellitus hin

Für die Diagnostik eines Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2) werden die folgenden Blutzuckerwerte im Labor überprüft. Die Zahlen zeigen, ab welchen Werten ein Diabetes vorliegen könnte:

  1. Nüchternblutzucker im Blut höher als 126 mg/dl (7,0 mmol/l)
  2. Gelegenheitsblutzucker im Blut höher als 200 mg/dl (11,1 mmol/l) – zu einem beliebigen Zeitpunkt gemessener Blutzuckerwert
  3. Oraler Glucosetoleranztest (OGT) höher als 200 mg/dl (11,1 mmol/l) – So wird der OGT durchgeführt: Erst wird der Nüchternblutzucker bestimmt, dann trinkt man 300 ml Wasser mit 75 g Traubenzucker (Glucose), wartet 2 Stunden und nimmt jetzt nochmals Blut für einen erneuten Blutzuckercheck.
  4. Langzeitzucker (HbA1c) höher als 6,5 % (48 mmol/mol Hb)
  5. Antikörper (nur bei Diabetes Typ 1 – siehe unter „Früherkennung“)

Die Früherkennung: Kann man Diabetes Typ 1 vorhersagen?

An manchen Laborwerten kann man Diabetes Typ 1 vorhersagen. Auch wenn die Krankheit also noch nicht da ist und der Patient keinerlei Symptome hat, kann man anhand dieser Werte relativ sicher sagen, ob und wann ein Diabetes Typ 1 auftreten wird.

Eine solche Früherkennung ist bei Diabetes Typ 1 aus mindestens zwei Gründen sehr wichtig:

  1. Früherkennung kann lebensrettend sein. Denn tritt Diabetes plötzlich auf, kann eine Ketoazidose eintreten, die im schlimmsten Fall (wenn man nicht vorbereitet ist) tödlich enden kann – wozu Sie unten unter „Was ist eine Ketoazidose“ weitere Informationen finden.
  2. Früherkennung kann dazu beitragen, dass der Ausbruch der Krankheit mit passenden Massnahmen verzögert (vielleicht auch ganz verhindert) werden kann und sie sich nicht so schnell entwickeln kann.

Früherkennung mit Antikörpertests

Schon Jahre vor der Erkrankung lassen sich Antikörper gegen Insulin nachweisen; später – wenn die Krankheit ausgebrochen ist – lassen sich bei 90 Prozent der Patienten auch Antikörper gegen die insulinproduzierenden Beta-Zellen des Pankreas nachweisen. Die Antikörper sorgen für die Zerstörung dieser Zellen. Besteht die Krankheit schon einige Jahre lassen sich wieder andere Antikörper finden – die sog. GAD-Antikörper.

Antikörpertests sind besonders in der Früherkennung wichtig, also dann, wenn noch keinerlei Symptome vorliegen. Wenn ein Kind 2 oder mehr der typischen Diabetes-Antikörper aufweist (ohne erkrankt zu sein), kann man davon ausgehen, dass es irgendwann in den kommenden Jahren Typ-1-Diabetiker werden wird:

  1. 50 Prozent der Kinder mit 2 oder mehr Antikörpern erkranken innerhalb von 5 Jahren
  2. 75 Prozent erkranken innerhalb von 10 Jahren, der Rest zu einem späteren Zeitpunkt ( 10 )

Forscher vom Institut für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München empfehlen, bei allen Kindern im frühen Säuglingsalter entsprechende Tests durchzuführen, um rechtzeitig aktiv werden zu können, um den Diabetes hinauszuzögern, aber auch um die Familie entsprechend vorzubereiten.

Früherkennung anhand von Symptomen

Wenn Sie bei sich oder Angehörigen die oben genannten Symptome bemerken, lassen Sie sich beim Arzt durchchecken. Seien Sie insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern wachsam, wenn Ihr Kind plötzlich mehr als gewöhnlich trinkt und ständig müde und schlapp ist. Lassen Sie es in diesem Fall sofort untersuchen, um im Falle eines Diabetes einer Ketoazidose zuvorzukommen. Denn diese kann zu einem Hirnödem führen, das bleibende Schäden hinterlassen oder in Einzelfällen auch tödlich sein kann.

Bei Erwachsenen ist die Früherkennung anhand von Symptomen einfacher, weil sie sich im Gegensatz zu Kindern äussern können, wenn sie sich plötzlich merklich unwohl fühlen. Die einschlägigen Symptome haben wir oben unter „So erkennen Sie Typ-1-Diabetes: Die Symptome“ aufgeführt.

Allerdings handelt es sich hier nicht wirklich um eine Früherkennung, da bei Symptomen der Diabetes – wie oben erklärt – bereits ausgebrochen ist und die Betazellen zu 80 Prozent zerstört sind.

Früherkennung mit Urin-Teststreifen

Urin-Teststreifen, mit denen sich Zucker im Urin nachweisen lässt, sind zwar einfach in der Anwendung, nützen aber speziell zur Früherkennung nichts, da sich diese erst dann verfärben, wenn man schon wirklich sehr hohe Blutzuckerwerte hat, der Diabetes also schon weit fortgeschritten ist und dann auch schon weitere Schäden im Organismus angerichtet haben könnte.

Urin-Teststreifen, mit denen sich eine Ketonmessung durchführen lässt, sind für die rechtzeitige Erkennung einer Ketoazidose hilfreich. Man misst mit den Streifen die Menge der Ketonkörper (Aceton) im Urin. Je dunkler die Farbe des Testergebnisses, umso mehr Ketonkörper sind im Urin, was auf eine Ketoazidose hinweisen kann.

Zur Früherkennung eines Diabetes Typ 1 eignen sich die Keton-Teststreifen nicht, denn eine Ketoazidose tritt erst auf, wenn der Diabetes schon vollständig ausgebrochen und in einem kritischen Stadium angelangt ist. Eine Ketonmessung macht hingegen Sinn, wenn man als Diabetiker bei der täglichen Blutzuckerkontrolle einen zu hohen Blutzuckerspiegel feststellt (über 250 mg/dl) und eine drohende Ketoazidose ausschliessen möchte.

Die Ketonmessung kann im Urin oder auch im Blut erfolgen. Im Blut wird der Ketonkörper β-Hydroxybutyrat (BHB) gemessen. Im Urin wird Aceton gemessen. Bevor Aceton im Urin messbar ist, lässt sich BHB im Blut messen, weshalb die Ketonmessung im Blut empfehlenswerter ist.

Der Ketonspiegel bei Nicht-Diabetikern liegt bei ca. 0,6 mmol/l. Steigt der Wert deutlich an, womöglich auf mehr als 3,0 mmol/l, liegt der Verdacht einer diabetischen Ketoazidose nahe.

*Urin-Teststreifen erhalten Sie z. B. hier: Urin-Teststreifen (für Zucker, Ketone und weitere Parameter, z. B. solche, die bei Harnwegsinfekten entscheidend sind)

Wird Diabetes Typ 1 vererbt?

Das Risiko für einen Typ-1-Diabetes ist für Kinder erhöht, wenn schon Familienmitglieder Diabetiker sind, wenn der Diabetes also in der Familie liegt. Allerdings ist Diabetes keine Krankheit, die Kinder in jedem Fall bekommen, wenn ein Elternteil oder ein Geschwisterchen Diabetiker ist.

Selbst bei eineiigen Zwillingen erkranken nur in 25 bis 50 Prozent der Fälle beide Kinder. Bei zweieiigen Zwillingen sind es – genau wie bei anderen Geschwistern – nur 6 Prozent der Kinder, die erkranken, wenn ihr Zwilling bzw. ihr Bruder oder ihre Schwester Typ-1-Diabetiker ist.

Ist der Vater Typ-1-Diabetiker, erkranken 6 bis 9 Prozent der Kinder, ist die Mutter Diabetikerin, sind es bis zu 4 Prozent der Kinder. Sind beide Eltern Typ-1-Diabetiker, steigt das Risiko für das Kind, ebenfalls Diabetiker zu werden auf 10 bis 25 Prozent. Ein Grossteil der Kinder bleibt also gesund, auch wenn Familienmitglieder Typ-1-Diabetiker sind ( 11 ).

Kann man einem Diabetes Typ 1 vorbeugen?

Zur Vorbeugung eines Diabetes Typ 1 sind mehrere Studien mit Kindern im Gange. Einerseits testet man eine orale Impfung, andererseits die präventive Wirkung von Probiotika:

Impfung gegen Diabetes Typ 1

Eine Impfung gegen Diabetes Typ 1 gibt es noch nicht. In einer placebokontrollierten Studie des Helmholtz Zentrums München – der sog. POInt Study – wird jedoch derzeit eine orale Impfung untersucht, mit der man den Ausbruch eines Diabetes Typ 1 bei erblich vorbelasteten Kindern hinauszögern oder ganz zu verhindern versucht ( 12 ). Die Studie ist noch nicht ausgewertet. Sobald die Ergebnisse vorliegen, berichten wir an dieser Stelle.

Bei der oralen Impfung gegen Typ-1-Diabetes handelt es sich um ein Insulinpulver, das mit Flüssigkeit, Babybrei oder Joghurt vermischt eingenommen wird. Das Insulinpulver beeinflusst auf diese Weise nicht den Blutzuckerspiegel. Es wird hingegen eingenommen, um das Immunsystem zu trainieren. Denn dieses wendet sich zu Beginn eines Diabetes Typ 1 erst gegen das Insulin, erst später gegen die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse.

Die Studienteilnehmer waren zu Beginn der Insulineinnahme 18 Monate alt und nahmen das Pulver weitere 18 Monate lang täglich ein, also bis zum Ende ihres dritten Lebensjahres.

Probiotika zur Prävention von Diabetes Typ 1 bei Kindern

Das Helmholtz Zentrum München hat im Anschluss an ihre POInt Study eine weitere placebokontrollierte Doppelblind-Studie initiiert (SINT1A Study), in der man überprüfen will, inwieweit ein bestimmter probiotischer Bakterienstamm (Bifidobacterium longum subspecies infantis) einen Diabetes Typ 1 bei Kindern verhindern oder hinauszögern kann.

In den ersten Lebensmonaten wird die Entwicklung des Immunsystems massgeblich von der Darmflora beeinflusst. Aus früheren Studien ist bekannt, dass Kinder mit Typ-1-Diabetes schon früh an einer Störung der Darmflora leiden. Daher versucht man in der SINT1A Study die Darmflora präventiv so zu beeinflussen, dass sie wiederum das Immunsystem daran hindern kann, sich plötzlich gegen das körpereigene Insulin oder gegen die Bauchspeicheldrüse zu wenden.

Teilnehmen können Kinder unter 6 Wochen. Sobald die Kinder 6 Wochen alt geworden sind, erhalten sie erstmals das Probiotikum oder ein Placebopräparat. Das Probiotikum wird täglich gegeben – bis zum Alter von 12 Monaten. Sobald die Ergebnisse der Studie vorliegen, berichten wir an dieser Stelle ( 13 ).

Selbstverständlich können Sie auch schon vorab mit Ihrem Kinderarzt oder mit Ihrem Diabetologen die Einnahme eines Kinderprobiotikums besprechen.

Die Therapie des Diabetes mellitus Typ 1

Beim Diabetes mellitus Typ 1 besteht die schulmedizinische Therapie insbesondere darin, dem eigenen Bedarf gemäss die benötigten Mengen Insulin zu spritzen. Inzwischen gibt es Hilfsmittel (Pen, Pflaster, Insulinpumpe), die die Therapie stark vereinfachen, so dass Typ-1-Diabetiker in den meisten Fällen ein nahezu normales Leben mit Freizeitaktivitäten, Sport, spontan essen gehen, Schwimmbad etc. führen können. Informationen zur genauen Anwendung bzw. den Vor- und Nachteilen der einzelnen Hilfsmittel erhalten Sie bei Ihrem Arzt oder Diabetologen.

Transplantation einer neuen Bauchspeicheldrüse

In Ausnahmefällen hält die Schulmedizin die Möglichkeit der Pankreas- oder der Inselzelltransplantation bereit. Das klingt erst einmal prima. Denn was könnte es bei einer defekten Bauchspeicheldrüse besseres geben als eine neue, gesunde Bauchspeicheldrüse? Eine Transplantation ist jedoch nur für wenige Diabetiker eine mögliche Lösung.

Die erste Voraussetzung ist, dass er unter 50 Jahre alt sein muss. Weitere Voraussetzungen sind ein Blutzuckerspiegel, der sich auch mit Insulingaben nur schwer einstellen lässt und damit starke Blutzuckerschwankungen mit häufigen Unterzuckerphasen verursacht. Meist werden für eine Transplantation ausserdem solche Patienten bevorzugt, die bereits zur Dialyse müssen, deren Nieren also aufgrund des Diabetes schon so geschädigt sind, dass eine Niereninsuffizienz vorliegt. Es werden dann mit der Bauchspeicheldrüse gleich die Nieren ebenfalls transplantiert.

Die Transplantation einer gesunden Bauchspeicheldrüse kann dazu führen, dass der Betroffene kein Insulin mehr benötigt. Doch muss er jetzt – wie bei allen Organtransplantationen – Immunsuppressiva nehmen, also Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, damit die fremde Bauchspeicheldrüse nicht abgestossen wird. Diese Medikamente können schwere Nebenwirkungen haben.

Auch ist auf der Seite www.organspende-info.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu lesen, dass von 100 transplantierten Bauchspeicheldrüsen ein Jahr nach der Operation nur noch etwa 80 wie gewünscht funktionieren und nach fünf Jahren nur noch 68 – so eine Studie, für die man die Daten von 1990 bis 2019 erfasst und analysiert hatte. 

Eine Pankreastransplantation ist daher nicht unbedingt eine unproblematische Lösung. Und selbst wenn sie das wäre: Es gibt nicht annähernd so viele Bauchspeicheldrüsen wie entsprechend bedürftige Typ-1-Diabetiker.

Eine weitere Möglichkeit ist die Tranplantation ausschliesslich der Inselzellen, also jener Bauchspeicheldrüsenzellen, die normalerweise das Insulin bilden. Die Zellen werden in die Pfortader der Leber geleitet, siedeln sich in der Leber an und schütten fortan Insulin aus.

Allerdings genügt die auf diese Weise gebildete Insulinmenge oft nicht aus. Doch hilft sie wenigstens, die zu spritzende Insulinmenge und auch das Risiko für Unterzuckerepisoden zu reduzieren. Aber auch hier müssen Immunsuppressiva eingenommen werden, so dass man sorgfältig abwägen muss, ob hier der Nutzen oder mögliche Risiken überwiegen.

Was sind die Folgen von Diabetes Typ 1?

Die Folgen eines Diabetes Typ 1 bzw. der damit in Verbindung stehenden Blutzuckerschwankungen sind:

  1. Augenprobleme und Sehstörungen (diabetische Retinopathie)
  2. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere die koronare Herzkrankheit (Arteriosklerose in den Blutgefässen, die das Herz versorgen)
  3. Bluthochdruck
  4. Nierenschäden
  5. Nervenschäden (diabetische Polyneuropathie)
  6. Durchblutungsstörungen und dadurch schlecht heilende Wunden (z. B. diabetischer Fuss; bei Diabetikern ist das Risiko für eine Fussamputation im Vergleich zu Nicht-Diabetikern um das 10- bis 22-Fache erhöht.)
  7. Erhöhtes Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt
  8. Mineralstoffmangel (und entsprechende Folgeerkrankungen), weil durch die erhöhte Urinausscheidung verstärkt lebenswichtige Mineralstoffe ausgeschieden werden, die allein durch die Ernährung oft gar nicht mehr aufgenommen werden können.

Verursacht werden diese Beschwerden durch einen chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel. Viele Diabetiker fürchten eine Unterzuckerung, was häufig dazu führt, dass sie lieber einen etwas erhöhten Blutzuckerspiegel in Kauf nehmen. Dieser aber führt zu oxidativem Stress und führt zu Zellschäden, ganz besonders in den Blutgefässen, aber auch an den Nerven, so dass jetzt im Laufe der Zeit die o. g. Folgeschäden entstehen, die auch als Komplikationen des Diabetes bezeichnet werden.

Welchen Zuckerersatz bei Diabetes Typ 1?

Bei Diabetes Typ 1 heisst es offiziell, man könne im Grunde alles essen, was man wolle, auch Zucker. Zwar wird empfohlen, man solle gerade Zucker besser meiden, nur um dann zu erläutern, dass man auch bei Diabetes 6 Teelöffel davon pro Tag verspeisen könne.

Wir empfehlen, Zucker besser möglichst zu vermeiden – und zu einem gesunden Zuckerersatz zu greifen, der kein oder nur wenig Insulin erfordert, wie z. B. bei den Zuckeraustauschstoffen Erythrit und Xylit (wobei Erythrit fast keine Kalorien hat, Xylit hingegen etwa halb so viele wie normaler Zucker). Auch bei Produkten aus Stevia, einem natürlichen Süssstoff, ist kein Insulin nötig.

*Hier erhalten Sie Erythrit.

Ebenfalls sehr empfehlenswert bei Diabetes ist Goviosid, ein Zuckerersatz, der aus einer Kombination aus Erythrit und Stevia besteht.

*Hier erhalten Sie Goviosid

Welche natürlichen Mittel helfen bei Diabetes Typ 1?

Ganzheitliche und natürliche Mittel und Massnahmen bei Diabetes Typ 1 bestehen aus einer insgesamt gesunden Lebensweise (Sport, ausreichend Schlaf, gutes Stressmanagement), der individuell richtigen Ernährung sowie aus Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Vitalstoffen und pflanzlichen Extrakten. Alle diese Massnahmen werden mit den folgenden Zielen eingesetzt:

  1. das Ausbrechen eines Diabetes Typ 1 soll möglichst verhindert werden (z. B. bei genetischer Prädisposition)
  2. das Fortschreiten der Krankheit bei bereits bestehendem Diabetes, aber bei noch vorhandener Restfunktion der Inselzellen soll verlangsamt werden
  3. der Verlauf soll positiv beeinflusst werden, was heisst, Blutzuckerschwankungen – Hypo- und Hyperglykämien samt Ketoazidosen – sollen möglichst vermieden werden, der Blutzucker wird stabilisiert, das Allgemeinbefinden bessert sich, die Gesamtkonstitution wird gestärkt (z. B. Infektabwehr, Organfunktionen, Leistungsfähigkeit etc.)
  4. das Auftreten von Komplikationen und Folgeschäden soll verhindert oder verzögert werden

Richtige Ernährung bei Diabetes Typ 1

Eine bewusste Ernährung kann massgeblich vor Blutzuckerschwankungen schützen. Früher, als es noch kein Insulin gab (die erste Behandlung mit Insulin erfolgte im Jahr 1922), setzte man Patienten auf eine stark kohlenhydratreduzierte Diät (weniger als 10 g Kohlenhydrate pro Tag) und konnte so das Leben der Betroffenen noch etwas verlängern.

Seit die Pharmaindustrie jedoch nahezu grenzenlos Insulin herstellen kann, rückten entsprechende Ernährungsempfehlungen in den Hintergrund, könnten aber auch heute die Lebenserwartung der Betroffenen u. U. erhöhen, weil eine bewusste Ernährung bei Diabetes das Risiko für die hauptsächlichen Todesursachen bei Diabetes mindern kann: Blutzuckerextreme sowie die typischen Folgeschäden an Nieren und Herz-Kreislauf-System.

Wir stellen im Artikel Die richtige Ernährung bei Diabetes Typ 1 anhand von Fallstudien und Erfahrungsberichten verschiedene Ernährungsformen vor, die sich bei Typ-1-Diabetes als äusserst erfolgreich gezeigt haben und dazu führen können, dass die erste Insulinspritze oft nach Jahre hinausgezögert werden kann.

Eine gesunde möglichst naturbelassene und vitalstoffreiche Ernährung beeinflusst überdies die bei Diabetes Typ 1 gestörte Darmflora sehr positiv und kann daher auch auf diesem Weg Vorteile mit sich bringen (näheres dazu weiter unten unter „Probiotika und Darmsanierung“).

Nahrungsergänzungsmittel bei Diabetes Typ 1

Gezielt ausgewählte Nahrungsergänzungsmittel können bei Diabetes Typ 1 das Befinden deutlich verbessern und das Risiko für Folgeschäden reduzieren.

Vitamin C

Eine Unterzuckerung geht bei Diabetes Typ 1 (genau wie eine Überzuckerung) mit starkem oxidativen Stress einher, was zu Entzündungsprozessen und Funktionsstörungen der Blutgefässe führen kann. In einer Studie von 2013 erhielten Typ-1-Diabetiker in einer Unterzuckerphase per Infusion Vitamin C, das besser als GLP-1 (ein Diabetesmedikament) die Entzündungen und Gefässschäden hemmen konnte. Gab man das Vitamin gemeinsam mit GLP-1, dann wurden die genannten Prozesse nahezu vollständig verhindert. Die Infusion fand in der Unterzuckerphase über einen Zeitraum von 2 Stunden hinweg mit einer Dosis von 30 mg Vitamin C pro Minute statt ( 6 ).

Wenn Sie Vitamin C oral einnehmen, gelangt davon natürlich nicht so viel ins Blut wie bei einer Infusion. Nichtsdestotrotz ist eine gute Vitamin-C-Versorgung bei Typ-1-Diabetes – wie bei jeder chronischen Erkrankung – enorm wichtig, um den ständigen oxidativen Stress zu reduzieren.

*Hier erhalten Sie hochdosiertes Vitamin C.

Vitamin B3

Wenn Kinder eine Diabetes-Diagnose erhalten, kann es nach den ersten Insulingaben zum sog. Honeymoon kommen, einer Phase, in der das Kind geheilt scheint. Es braucht plötzlich kein Insulin mehr, so dass man glaubt, die Bauchspeicheldrüse sei wieder gesund. Die Honeymoon-Phase kann viele Monate anhalten, bevor die Krankheit zurückkehrt.

In einer Studie von 2006 untersuchte man nun, ob die Gabe von Vitamin B3 (Nicotinamid) die Honeymoon-Phase verlängern und/oder die erforderliche Insulindosis verringern kann. Innerhalb von 24 Stunden nach der Diabetes-Diagnose begann man mit der Vitamin-B3-Gabe und zwar täglich 1 – 2 mg pro Kilogramm Körpergewicht (aber maximal 50 mg).

Der normale Tagesbedarf von Kindern unter 1 Jahr liegt bei 5 mg Vitamin B3, von Kindern von 1 bis 4 Jahren bei 8 mg Vitamin B3, so dass die verabreichte Dosis nicht übermässig hoch war.

Die Kinder in der Vitamingruppe hatten bei jedem Untersuchungstermin (alle 3 Monate über einen Zeitraum von 2 Jahren) einen geringeren Insulinbedarf als die Kontrollgruppe, die Honeymoon-Phase konnte verlängert und die Funktion der noch übriggebliebenen Beta-Zellen konnte bis zu 24 Monate lang aufrechtgehalten werden ( 14 ).

Vitamin D

Während Vitamin D bei Diabetes Typ 2 deutlich positive Auswirkungen zeigt, ist dies beim Typ-1-Diabetes nicht so eindeutig. In verschiedenen Beobachtungsstudien entdeckte man, dass Typ-1-Diabetiker häufiger einen Vitamin-D-Mangel haben als Personen ohne Diabetes, z. B. in einer Untersuchung von 2009 an 340 Kindern unter 16 Jahren.

In dieser Studie zeigte sich auch, dass Diabetes eher in Familien auftrat, in denen schon die Verwandten einen Vitamin-D-Mangel hatten. Auch erhöhte ein Vitamin-D-Mangel in früher Kindheit das Risiko für einen Typ-1-Diabetes in den folgenden Jahren.

Die Diabetes-Kinder hatten seltener Vitamin-D-Präparate und auch seltener Multivitaminpräparte erhalten als Kinder ohne Diabetes. Vor Diabetes besser geschützt waren Kinder, die länger als 6 Monate gestillt wurden, die häufiger draussen in der Sonne spielten und die generell aktiver/sportlicher waren. In ihrer Schlussfolgerung schrieben die Forscher, dass die Gabe von Vitamin D ein sicherer und effektiver Weg sei, das Typ-1-Diabetes-Risiko zu reduzieren ( 5 ).

Wie aber wirkt sich das Vitamin bei bereits bestehendem Diabetes aus? In einer kleinen Studie von 2018 untersuchte man, wie sich Blutzuckerschwankungen und der Insulinbedarf bei 22 Typ-1-Diabetikern veränderten, wenn sie Vitamin D einnahmen. Die 12-wöchige Vitamin-D-Supplementation von 4000 oder 10.000 IE Vitamin D reduzierte die Blutzuckerschwankungen, die Häufigkeit von Unterzuckerepisoden und auch den Insulinbedarf ( 4 ).

Eine Analyse von 2021 kommt dagegen zum Ergebnis, dass der Einfluss von Vitamin D auf das Diabetes-Typ-1-Risiko nicht allzu hoch ist ( 3 ). Allein Vitamin D also kann Sie nicht vor Diabetes Typ 1 schützen und diese Diabetesform auch nicht heilen. Eine gute Vitamin-D-Versorgung, also ein gesunder Vitamin-D-Spiegel aber, gehört in jedem Fall zu einem ganzheitlichen Therapiekonzept bei Diabetes Typ 1 dazu. Wir erklären hier die richtige Einnahme von Vitamin D.

*Wir verwenden stets diese Vitamin-D-Tropfen.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind lebenswichtige Fettsäuren, die der Organismus nicht selbst herstellen kann. Jeder muss daher auf eine gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren achten – ob Diabetiker oder nicht. Gerade bei chronischen Erkrankungen ist es jedoch so, dass man manche Nährstoffe in höheren Mengen benötigt, die man über die herkömmliche Ernährung gar nicht zu sich nehmen kann. Genauso gibt es Nährstoffe, die in hohen Dosierungen therapeutische Wirkung haben, also eher wie eine Arzt natürliches Arzneimittel eingesetzt werden.

In einer Studie von 2017 gab man 40 Typ-1-Diabetikerinnen 12 Monate lang Omega-3-Fettsäuren, um deren Auswirkungen auf eine typische Folgekrankheit des Typ-1-Diabetes – die Polyneuropathie – zu beobachten. Bei der Polyneuropathie handelt es sich um Schäden an den Nerven, die vom chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel verursacht werden. Die Teilnehmerinnen hatten ihren Diabetes zwischen 9 und 45 Jahre lang. Sie erhielten ein Omega-3-Produkt (Robbenöl), das pro Tagesdosis 750 mg EPA, 560 mg DPA und 1020 mg DHA lieferte.

*Das pflanzliche Algenöl von Norsan ist jenes, das in etwa die genannten Tagesdosen enthält. Lediglich die Fettsäure DPA (Docosapentaensäure) ist in geringeren Mengen enthalten.

Als einfaches Verfahren, das Fortschreiten einer Polyneuropathie zu beobachten bzw. die Krankheit zu erkennen, noch bevor sie sich im Körper ausbreitet, gilt die Untersuchung der Nervenfaserlänge der Hornhaut des Auges. Durch die Einnahme der Omega-3-Fettsäuren nahm die Nervenfaserlänge um durchschnittlich 29 Prozent zu – was ein guter Erfolg darstellt und sehr für die auch rein prophylaktische Einnahme hochwertiger Omega-3-Fettsäuren spricht ( 15 ).

In einem Artikel, der im Mai 2017 im The Journal of Clinical Investigation erschienen war, las man, dass bekannt sei, dass der langfristige Verzehr von Omega-3-Fettsäuren Entzündungsprozesse unterdrücke, weshalb diese Fettsäuren als vielversprechende Kandidaten für die Prävention und Therapie von Autoimmunerkrankungen, wie Typ-1-Diabetes, gelten.

Würden Omega-3-Fettsäuren gleich in der frühen Kindheit gegeben (z. B. ab einem Alter von 1 Jahr), lindere dies den mit Diabetes Typ 1 in Verbindung stehenden Autoimmunprozess und reduziere bei Kindern mit Diabetikern in der Familie sogar das Risiko, überhaupt an einem Typ-1-Diabetes zu erkranken. Ideal ist es dabei, wenn schon die werdende Mutter in der Schwangerschaft und dann auch in der Stillzeit Omega-3-Fettsäuren einnimmt.

Wenn Betazellen gut mit Omega-3-Fettsäuren versorgt sind, dann fördert das ihre Fähigkeit der Insulinbildung und kann die Zellen sogar bis zu einem gewissen Grad vor der Zerstörung durch das Immunsystem schützen ( 16 ).

Mineralstoffe bei Diabetes Typ 1

Ein gutes Mineralstoffpräparat sollte bei Diabetes Typ 1 insbesondere dann eingenommen werden, wenn es immer wieder zu Problemen bei der Blutzuckerkontrolle kommt. Denn ein chronisch erhöhter Blutzuckerspiegel sorgt dafür, dass mit dem Zucker auch Mineralstoffe über den Urin ausgespült werden.

Gleichzeitig sind Mineralstoffe und Spurenelemente für einen funktionierenden Insulin- und Zuckerstoffwechsel unverzichtbar. Darüber hinaus schützen sie vor oxidativem Stress, der gerade bei erhöhtem Blutzuckerspiegel den Zellen enorm zusetzen kann und die gefürchteten Folgekrankheiten eines Diabetes begünstigt.

Studien zeigen, dass z. B. der Magnesium-, Zink- und Chromspiegel bei Typ-1-Diabetikern niedriger ist als bei gesunden Personen. Bei jenen Diabetikern, die immer wieder an Blutzuckerschwankungen leiden, ist er noch einmal niedriger als bei gut eingestellten Diabetikern.

Umgekehrt zeigen Tierstudien, dass die Einnahme von Chrom und Magnesium bei der Blutzuckerkontrolle hilft und ausserdem das Risiko für diabetesbedingte Folgeschäden reduziert ( 17 ).

*Hier erhalten Sie ein empfehlenswertes Mineralstoffpräparat, das mit allen erforderlichen Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt.

In einer Studie von 2019 ergab sich, dass auch ein Eisenmangel bei Diabetes Typ 1 häufig ist (knapp ein Drittel der Teilnehmer hatte zu niedrige Ferritinwerte) und 20 Prozent der untersuchten Diabetiker sogar bereits an einer Anämie litten. Depressionen, die bei Typ-1-Diabetikern relativ häufig vorkommen, scheinen ebenfalls mit dem Eisenstatus in Verbindung zu stehen. Es wird daher empfohlen, die Eisenversorgung im Auge zu behalten und bei einem Mangel gut verträgliche Eisenpräparate einzunehmen ( 18 ).

Probiotika und Darmsanierung

Bei Autoimmunerkrankungen, wie dem Typ-1-Diabetes, kommt es zu überschiessenden Immunreaktionen gegen körpereigenes Gewebe, in deren Verlauf dieses Gewebe (beim Diabetes die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse) zerstört wird.

Im Verlauf des Typ-1-Diabetes führen Veränderungen der Darmschleimhaut (sinkende Expression sog. Zelladhäsionsmoleküle im Darmepithel) zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut. Es kommt zum sog. Leaky-Gut-Syndrom. Dies wiederum führt zu einer noch stärkeren Immunantwort und gleichzeitig zu höheren Entzündungswerten, was die Zerstörung der Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse beschleunigt.

Da Probiotika direkt an der Darmschleimhaut arbeiten, diese schützen und zu deren Regeneration beitragen und überdies entzündungshemmend wirken sowie oxidativen Stress reduzieren (der stets mit Entzündungen einhergeht), lag der Verdacht nahe, dass Probiotika selbst bei Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ 1 hilfreich sein könnten.

In wissenschaftlichen Studien ( 2 ) hat sich diese Vermutung nun bestätigt. Es zeigte sich nämlich konkret, dass Probiotika in der Lage sind, die oben genannten Veränderungen der Darmschleimhaut positiv zu beeinflussen, damit das ohnehin schon überaktive Immunsystem nicht noch weiter angestachelt (getriggert) wird.

Probiotika erhöhen die zuvor gesunkene Expression der Zelladhäsionsmoleküle im Darmepithel. Die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut geht somit zurück und Autoimmunprozesse werden vermindert oder (im Falle einer Prävention) ganz verhindert.

Die Darmflora von Typ-1-Diabetikern

Wie wichtig es ist, den Darm in den Mittelpunkt der Therapie von Autoimmunerkrankungen zu rücken, zeigen auch die folgenden Unterschiede in der Darmflora von Typ-1-Diabetiker-Kindern im Vergleich zur Darmflora gesunder Kinder:

  1. Die Darmflora von Diabetiker-Kindern zeigt eine geringere Diversität (weniger Bakterienarten)
  2. Sie zeigt eine verringerte Stabilität (sie verändert sich leichter und ist anfälliger für äussere Einflüsse (Infekte, Antibiotika, Stress)).
  3. Die Darmflora von Diabetikern beherbergt mehr schädliche Strukturen, z. B. Viren und sog. Prophagen (Virenvorstufen).
  4. Die Darmflora von Diabetikern weist eine geringere Zahl jener Bakterien auf, die die nützlichen, weil entzündungshemmenden kurzkettigen Fettsäuren bilden würden (Butyrate). Diese Fettsäuren wirken auch dem Leaky Gut Syndrom entgegen, weil sie u. a. die Bildung von Mucin anregen, einem Glykoprotein, das – salopp formuliert – die Darmschleimhaut abdichtet.
  5. Die Darmflora von Diabetiker-Kindern beherbergt deutlich weniger Bifidobakterien und Laktobakterien als gesunde Kinder.

Besprechen Sie daher mit Ihrem Kinderarzt oder Kinderdiabetologen, welches Probiotikum für Ihr Kind in Frage kommt. Auch als erwachsener Diabetiker können Sie diesen Punkt bei Ihrem Arzt ansprechen.

Wie schnell die Ernährung die Darmflora verändert

Die Darmflora lässt sich überdies von der Ernährung sehr gut beeinflussen. Sie verändert sich bei drastischen Ernährungsumstellungen sogar bereits innerhalb von 24 Stunden. Geht man wieder zur vorigen Ernährung zurück, erreicht auch die Darmflora bald wieder ihren ursprünglichen Zustand (innerhalb von 48 Stunden nach Rückkehr zur alten Ernährung).

Wenn die Darmflora also an einer Krankheitsentstehung beteiligt ist, so kann nicht nur die Darmflora, sondern auch die Krankheit mit einer konsequenten Veränderung der Ernährungsweise relativ schnell beeinflusst werden.

Pflanzenstoffe zum Schutz der Beta-Zellen

In einer Übersichtsarbeit von 2013 wurden mehr als 20 Pflanzenstoffe und ihre Wirkung auf Diabetes Typ 1 vorgestellt – allerdings vorwiegend anhand von Tier- oder Zellstudien, so dass die Stoffe (natürlich nicht alle, sondern evtl. einer oder zwei) in Absprache mit dem Arzt in die Prävention und Therapie des Diabetes zwar integriert werden könnten, doch sind die tatsächlich wirksamen Dosierungen für den Menschen noch nicht bekannt ( 1 ).

Ginseng

Die Wurzel des Panax Ginseng, meist einfach als Ginseng bezeichnet, enthält Ginsenoside, Pflanzenstoffe, die (in Form von Ginsengextrakten) in Zell- und Tierstudien Beta-Zellen vor dem Untergang (Apoptose) bewahren können.

EGCG aus Grüntee

Grüntee und auch Oolong Tee gehöhren zu den naturheilkundlichen Mitteln bei Typ-2-Diabetes. Bei Mäusen konnte EGCG – der massgebliche Wirkstoff im Grüntee – das Auftreten eines Diabetes Typ 1 hinauszögern. Bei Kindern aber zeigte Grüntee in einer Studie eine fördernde Wirkung auf Typ-1-Diabetes und sollte bei entsprechend gefährdeten Kindern nicht zum Einsatz kommen, könnte aber evtl. bei erwachsenen Typ-1-Diabetikern hilfreich sein.

Silymarin

Silymarin ist der Wirkstoffkomplex aus der Mariendistel – einer Heilpflanze, die besonders für ihre entgiftende und leberregenerierende Wirkung bekannt ist. Doch zeigt sie auch entzündungshemmende, antioxidative und antidiabetische Wirkung und konnte daher bei Diabetes-Ratten Beta-Zellen vor dem Untergang bewahren.

Papayablätter

Bei Diabetes-Mäusen konnte der alkoholische Extrakt aus Papayablättern einen zu hohen Blutzuckerspiegel senken – vermutlich weil der Extrakt zur Regeneration der Beta-Zellen führte. Welcher Stoff in den Papayablättern konkret für diese Wirkung verantwortlich ist, weiss man noch nicht.

Pflanzenstoffe, die das Immunsystem regulieren

Da Typ-1-Diabetes eine Autoimmunerkrankung mit fehlgeleiteten Immunzellen darstellt, sind auch Massnahmen wichtig, die dabei helfen, das Immunsystem wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Den Link zu den wichtigsten ganzheitlichen Massnahmen bei Autoimmunerkrankungen finden Sie gleich im ersten Abschnitt dieses Textes ganz oben.

Cannabinoide

Cannabinoide sind Pflanzenstoffe aus Cannabis (Marihuana), dem Medizinalhanf. Bei Mäusen mit genetischer Veranlagung für Typ-1-Diabetes konnte Cannabidiol, ein Stoff aus der Gruppe der Cannabinoide, den Ausbruch der Krankheit teilweise verhindern. Wie dies geschieht, vermutet man bislang nur, etwa weil Cannabidiol den Untergang der überaktiven Immunzellen (T-Zellen) herbeiführt.

Ein weiterer Stoff aus Cannabis – das THC (Tetrahydrocannabinol) – konnte Diabetes Typ 1 sogar umkehren, weil er bestimmte Zellen aktivierte, sog. myeloide Suppressorzellen, die das Immunsystem drosseln können.

Diese Ergebnisse bedeuten nun nicht, dass man regelmässig einen Joint rauchen sollte. Cannabis wird zu Heilzwecken im Verdampfer inhaliert oder es werden Cannabinoide in Tabletten-/Tropfenform eingenommen. Denn einzelne Untersuchungen geben auch Hinweise darauf, dass häufiges Kiffen das Risiko einer Ketoazidose sogar erhöhen kann ( 23 ).

Wilfords Dreiflügelfrucht

Roh-Extrakte aus Wilfords Dreiflügelfrucht (Tripterygium wilfordii) sollen die Entwicklung des Typ-1-Diabetes unterdrücken können, da sie die Aktivierung der überaktiven T-Zellen drosseln, deren Abbau beschleunigen und bestimmte Botenstoffe unterdrücken (Th1-Zytokine), die Autoimmunprozesse einleiten können.

Olivenblattextrakt

Der Extrakt aus den Blättern des Olivenbaums – Olivenblattextrakt – konnte die Häufigkeit eines Typ-1-Diabetes (bei Mäusen) reduzieren. Olivenblattextrakt wirkt in jedem Fall entzündungshemmend und antioxidativ. Er hemmt die Aktivität entzündungsfördernder Botenstoffe, die auch bei Autoimmunprozessen eine wichtige Rolle spielen (z. B. IL-17 oder TNF-alpha).

Pflanzenstoffe für beides: Immunsystem regulieren und Beta-Zellen schützen

Auch gibt es Pflanzenstoffe, für die beide Wirkmechanismen bekannt sind, die also sowohl ein überaktives Immunsystem regulieren, als auch die gefährdeten Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse schützen können.

Resveratrol

Resveratrol ist ein bekannter Pflanzenstoff aus dunklen Trauben und damit auch aus Rotwein. Wir haben im folgenden Link schon ausführlich über Resveratrol, seine Wirkung und Anwendung berichtet. Der Anti-Aging-Stoff zeigt beispielsweise nervenschützende Wirkung, kann Arthrose lindern, Hormonstörungen bessern, das Demenzrisiko senken und in die Therapie von Krebs integriert werden.

Resveratrol hat auch immunmodulierende Eigenschaften, was bedeutet, dass der Stoff das Immunsystem dabei unterstützen kann, wieder in sein gesundes Gleichgewicht zu finden. Wie schon bei den übrigen Pflanzenstoffen, so waren es auch hier Mäuse mit Typ-1-Diabetes, bei denen Resveratrol die Krankheit besserte, dem Zelltod der Beta-Zellen vorbeugte und so zu einer besseren Insulinsekretion führte.

Curcumin

Curcumin darf in der Liste der hilfreichen Pflanzenstoffe natürlich nicht fehlen. Der gelbe Farbstoff aus Kurkuma verzögerte zunächst das Auftreten von Typ-1-Diabetes bei entsprechend erblich vorbelasteten Mäusen oder verhinderte die Erkrankung ganz. Denn Curcumin drosselte Autoimmunprozesse, die normalerweise zur Zerstörung der Bauchspeicheldrüse geführt hätten.

Bei bereits erkrankten Typ-1-Diabetiker-Mäusen senkt Curcumin entzündungsfördernde Botenstoffe (IL-6, IL-17 u. a.) und erhöht gleichzeitig den Insulinspiegel sowie Botenstoffe, die Autoimmunprozesse dämpfen ( 20 ) ( 21 ).

Capsaicin

Auch Capsaicin – ein Wirkstoff aus Chili – zeigt antidiabetische Eigenschaften. Der Pflanzenstoff erhöhte bei Typ-1-Diabetiker-Mäusen die Zahl bestimmter Abwehrzellen, die vor Diabetes Typ 1 schützen und drosselte gleichzeitig die Aktivität der autoimmun wirksamen Abwehrzellen. Zusätzlich konnte Capsaicin die körpereigene Insulinausschüttung verbessern, was darauf hinweist, dass der Pflanzenstoff die Beta-Zellen in irgendeiner Weise beeinflussen kann.

Müssen Typ-1-Diabetiker ein Leben lang Insulin spritzen?

Der Typ-1-Diabetes ist dem offiziellen Wissensstand zufolge bis zum Lebensende des Patienten insulinpflichtig, was bedeutet, dass Typ-1-Diabetiker ein Leben lang Insulin spritzen müssen.

Allerdings gibt es immer wieder Berichte im Netz (deren Wahrheitsgehalt sich leider nicht überprüfen lässt), in denen sich zeigte, dass manche Typ-1-Diabetiker kein Insulin benötigen, was darauf hinweisen könnte, dass der Autoimmunprozess, der die Betazellen zerstört, unter gewissen Umständen zum Stillstand gebracht werden kann.

Zu diesen Umständen könnten Mentaltechniken und/oder eine gezielte Ernährungsumstellung gehören. Denn die Betroffenen, die von einem insulinfreien Leben berichten, hatten meist drastische Änderungen ihrer Ernährungs- und Lebensweise herbeigeführt.

Häufig heisst es an dieser Stelle, es handle sich bei diesen Personen sicher um die sog. Honeymoon-Phase, einer Phase, die bei manchen Typ-1-Diabetikern beobachtet werden kann und in der die Bauchspeicheldrüse plötzlich wieder ausreichend Insulin bilden kann. Die Honeymoon-Phase kann ein paar Wochen bis hin zu Monaten, in seltenen Fällen wenige Jahre anhalten.

Beim LADA-Diabetes, der bekanntlich langsam fortschreitet, können es mehrere Jahre sein, in denen Diabetiker ohne Insulingaben sehr gut leben können. Früher oder später, heisst es aber, müsse schliesslich jeder Typ-1-Diabetiker Insulin spritzen.

Wir stellen in unserem Artikel "Die richtige Ernährung bei Diabetes Typ 1" verschiedene Fallstudien und Erfahrungsberichte vor, in denen die Honeymoon-Phase überdurchschnittlich lange anzuhalten scheint oder aber der Diabetes tatsächlich geheilt bzw. erst einmal gestoppt zu sein scheint.

Ist Diabetes Typ 1 heilbar?

Offiziell gilt Diabetes Typ 1 als nicht heilbar. Im Vergleich zu manchen anderen Autoimmunerkrankungen (wie z. B. Hashimoto) sind uns persönlich auch keine Typ-1-Diabetiker bekannt, die auf irgendeine Weise (ob schulmedizinisch oder naturheilkundlich) von ihrem Diabetes geheilt worden wären. Die im vorigen Abschnitt erwähnten Fallstudien und Erfahrungsberichte machen jedoch Hoffnung, dass dies vielleicht doch möglich sein könnte bzw. dass zumindest bei einem noch nicht insulinpflichtigen Diabetes Typ 1 die erste Insulinspritze mit den richtigen Massnahmen viele Jahre hinausgezögert werden könnte - auch abhängig von der Art des Diabetes Typ 1 (siehe oben Stichwort LADA-Diabetes).

Fälle jedoch, bei denen schon jahre- oder jahrzehntelang Insulin gespritzt wurde und dann noch eine Heilung eingetreten wäre, sind rar und schwer überprüfbar, wie z. B. die Geschichte von Ewald Schober, Business Coach, Persönlichkeitstrainer und Autor, der insbesondere mit Mentaltechniken seine Bauchspeicheldrüse nach Jahrzehnten des Insulinspritzens wieder aktiviert haben will.

Zwar ist sein Weg zur Heilung (falls tatsächlich Heilung eingetreten sein sollte) nicht unbedingt für jeden gangbar. Dennoch lohnt es sich auch im Hinblick auf andere Lebensbereiche Mentaltechniken zu erlernen und anzuwenden, da diese zu mehr Glück, Zufriedenheit und Erfolg führen – und eine ausgeglichene Psyche immer auch positiven Einfluss auf körperliche Beschwerden hat.

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Quellen
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