Zentrum der Gesundheit
  • Süssstoffe förder Diabetes
27 Juni 2022
2 min

Süssstoffe fördern Diabetes

Israelische Forscher fanden heraus, dass verschiedene Süssstoffe die Darmflora massiv verändern. Diese Veränderungen können zu Übergewicht und einem gestörten Glucosestoffwechsel führen. Damit steigt das Risiko für Diabetes.

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Süssstoffe als Zuckerersatz?

Wer abnehmen möchte, sollte nicht viel Zucker konsumieren. Weil viele dennoch nicht auf Süsses verzichten wollen, greifen sie zu Süssstoffen oder Produkte, die diese enthalten. Zahlreiche sogenannte "Diät"-Produkte enthalten gleich mehrere Süssstoffe.

Diabetikern raten Ärzte und Ernährungsexperten ebenfalls oft dazu, Zucker durch Süssstoffe zu ersetzen.

Da diese die Darmschleimhaut nicht passieren, gelangen sie nicht in den Körper. Daraus schlossen zahlreiche Experten bisher, dass sie auch keinen Schaden im Organismus anrichten könnten.

Süssstoffe erhöhen Diabetes-Risiko

Dass das nicht stimmt, stellte ein israelisches Forscherteam in einer mehrteiligen Studie fest.

Dr. Eran Elinav und Prof. Eran Segal vom Weizmann Institut in Rehovot fanden heraus, dass Süssstoffe das Körpergewicht erhöhen und den Glucosestoffwechsel stören. Das wiederum sind Risikofaktoren für Diabetes.

Für das erste Experiment setzten sie dem Trinkwasser von Mäusen über elf Wochen hinweg die Süssstoffe Saccharin (E 954), Sucralose (E 955) oder Aspartam (E 951) zu. Eine vierte Gruppe bekam Zuckerwasser zu trinken, die Kontrollgruppe reines Wasser.

Die Mäuse, die Süssstoffe aufgenommen hatten, hatten am Ende den höchsten Glucosespiegel – höher auch als der Blutzuckerspiegel der Mäuse, die Zuckerwasser getrunken hatte.

Süssstoffe verändern Darmflora

Das führte die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die Darmflora bei diesem Prozess eine Rolle spielen musste.

Beweisen konnten sie das, indem sie die Mäuse mit Antibiotika behandelten, die die Darmflora abtöteten. Danach konnten die Süssstoffe keine Störungen im Glucosestoffwechsel mehr hervorrufen.

Als nächstes transplantierten sie den Kot von Mäusen, die Süssstoff bekommen hatten, in Mäuse, die noch nicht mit Süssstoff in Kontakt gekommen waren. Es zeigte sich, dass sich dadurch auch der gestörte Glucosestoffwechsel auf die anderen Mäuse übertrug.

Süssstoffe machen dick

Eine Analyse der Darmflora ergab, dass die Süssstoffe zu einer veränderten Bakterienzusammensetzung führten.

Bei den Mäusen, die mit Süssstoffen gefüttert worden waren, fanden sich besonders viele Bakterien im Darm, die langkettige Kohlenhydrate in Zucker zerlegten oder kurzkettige Fettsäuren bildeten.

Sowohl Zucker als auch kurzkettige Fettsäuren führen in zu hohen Mengen allerdings zu Übergewicht.

Dr. Elinav und sein Team analysierten auch die Daten von 381 gesunden Teilnehmern einer Langzeitstudie zum Thema Ernährung. Die Studienteilnehmer, die angaben, regelmässig Süssstoffe zu konsumieren, wogen nicht nur mehr. Ihr Glucosestoffwechsel und die Darmflora waren ebenfalls gestört.

Sieben freiwillige Testpersonen erklärten sich bereit, die von der US-amerikanischen Lebensmittelbehörde empfohlene Höchstmenge des Süssstoffs Saccharin aufzunehmen. Schon nach einer Woche entwickelten vier von ihnen einen gestörten Glucosestoffwechsel.

Diese Ergebnisse spiegelten sich auch in den Stuhlproben der Testpersonen wider: Die vier Probanden, deren Glucosestoffwechsel gestört war, wiesen auch Veränderungen in der Darmflora auf.

Süssstoffe: Gesundheitsrisiko aus dem Labor

Die meisten Süssstoffe werden in Labors entwickelt, es handelt sich um künstlich hergestellte, chemische Stoffe.

Sie sind als Zuckerersatz im Handel, werden aber auch zahlreichen Lebensmitteln zugesetzt. Besonders häufig sind sie in Fertignahrung und "Diät"-Produkten zu finden. In der Liste der Inhaltsstoffe erkennen Sie sie an den Kürzeln E 950 bis E 962.

Obwohl immer mehr Studien das Gegenteil beweisen, behaupten zahllose Ernähungsexperten und sogar wissenschaftliche Institute, Süssstoffe seien gesundheitlich unbedenktlich, obwohl inzwischen etliche Nachteile bekannt sind.

Wer Gewicht verlieren oder sein Diabetes-Risiko senken möchte, sollte daher auf keinen Fall zu Süssstoffen oder Produkte greifen, die Süssstoffe enthalten. Eine zuckerarme Ernährung ist der einzige Weg, um den Glucosespiegel im Blut dauerhaft und auf gesunde Weise niedrig zu halten.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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Quellen
  • Dr. Eran Elinav et al., "Gut Bacteria, Artificial Sweeteners and Glucose Intolerance", Nature, September 2014, ("Darmbakterien, künstliche Süssstoffe und Glucoseintoleranz")