Natürliche Entzündungshemmer – Was ist damit gemeint?
Mit natürlichen Entzündungshemmern sind natürliche Wirkstoffe gemeint, die im Körper Entzündungsprozesse reduzieren. Zu diesen natürlichen Wirkstoffen zählen manche sekundären Pflanzenstoffe, bestimmte Fettsäuren, spezielle Enzyme, organische Schwefelverbindungen, aber auch Mikronährstoffe, wie Vitamine und Spurenelemente.
Entzündungsprozesse nun sind ein vielschichtiges Geschehen im Körper. Es gibt also nicht die eine Entzündung. Stattdessen greifen viele verschiedene Rädchen ineinander – oft auch abhängig von der jeweiligen Erkrankung – so dass ein Entzündungsprozess auch an verschiedenen Stellen gehemmt werden kann.
- Manche Entzündungshemmer hemmen NF-κB, eine Art Hauptschalter im Zellkern, der den Befehl gibt, Entzündungsstoffe und entzündungsfördernde COX-Enzyme zu bauen.
- Andere Entzündungshemmer setzen später an und hemmen erst die COX-Enzyme, damit diese keine weiteren Entzündungsbotenstoffe mehr bilden.
- Wieder andere sorgen dafür, dass die Zytokine (entzündungsfördernde Botenstoffe, die von bestimmten Immunzellen gebildet werden) nicht mehr wirken oder gar nicht erst gebildet werden.
Wir stellen zunächst die Vorgehensweise in der Medizin vor, welche Entzündungshemmer dort eingesetzt werden und wie sie wirken.
Medizinische Entzündungshemmer – Wirkung und Nachteile
In der konventionellen Medizin sind Entzündungshemmer gang und gäbe und werden immer dann verordnet, wenn Schmerzen und Entzündungen vorliegen, ganz gleich ob Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen, Rückenschmerzen, Infekte oder Sportverletzungen.
Die Mittel werden gar so oft verkauft und eingenommen, dass sie unter den vordersten Plätzen der am häufigsten verschriebenen Arzneimittel zu finden sind. In Deutschland ist beispielsweise Ibuprofen unangefochtener Spitzenreiter, ein Entzündungshemmer aus der Gruppe der NSAR (Nicht-steroidale Antirheumatika).
Nicht-steroidale Antirheumatika NSAR
Neben Ibuprofen gehören auch Diclofenac, Naproxen und ASS zu den Nicht-steroidalen Antirheumatika. Sie wirken alle über denselben Mechanismus: Sie blockieren im Gewebe die Enzyme Cyclooxygenase-1 (COX-1) und Cyclooxygenase-2 (COX-2) und werden daher auch COX-Hemmer bezeichnet.
Während die Hemmung von COX-2 den gewünschten therapeutischen Effekt erzielt – nämlich eine verringerte Produktion von entzündungs- und schmerzfördernden Prostaglandinen –, schaltet die gleichzeitige Blockade von COX-1 den natürlichen Schutzmechanismus des Magens ab. Es wird kein schützender Magenschleim mehr gebildet.
Um dieses Problem zu umgehen, entwickelte die Pharmaindustrie die sogenannten selektiven COX-2-Hemmer (Coxibe) wie Celecoxib und Etoricoxib. Diese modernen Arzneistoffe sind so maßgeschneidert, dass sie fast ausschließlich das Entzündungsenzym COX-2 blockieren, während das magenschützende Enzym COX-1 bei normaler Dosierung intakt bleibt.
Glukokortikoide - Kortison
Reicht Wirkung der NSAR nicht aus, etwa bei schweren Autoimmunprozessen, kommt eine weitere Gruppe der Entzündungshemmer zum Einsatz – die Glukokortikoide (Kortison) wie zum Beispiel Prednisolon.
Sie wirken gleich mehrfach auf das Entzündungsgeschehen ein, z. B. sorgen sie dafür, dass Zellen keine Entzündungsbotenstoffe (Zytokine) mehr bilden, stattdessen körpereigene "Entzündungsbremsen" herstellen (NF-κB-Hemmstoffe) – und sie können Abwehrzellen so ruhigstellen, dass diese keine Entzündungssignale mehr abgeben.
NF-κB ist ein Stoff, der am Anfang der Entzündungskaskade steht. Er wandert in den Zellkern und gibt der Zelle das Signal für die Produktion von Entzündungsstoffen. Wird NF-κB gehemmt, kann die Entzündung sozusagen im Keim erstickt werden.
Basistherapie und Biologika
Bei noch fortgeschritteneren Erkrankungen (chron. entzündliche Darmerkrankungen, Rheuma u. ä.) greift die Schulmedizin zur sog. Basistherapie. Dazu gehört z. B. das Mittel Methotrexat (MTX). Es hemmt die Vermehrung hyperaktiver Abwehrzellen (T- und B-Lymphozyten), die für Autoimmunprozesse verantwortlich sind.
Da sich die Wirkung erst nach 2 bis 3 Monaten zeigt, müssen in jedem Fall in der Anfangsphase noch NSAR oder Kortison genommen werden.
Reicht auch dies nicht aus, kommen Biologika dazu – Mittel, wie Adalimumab oder Etanercept. Diese gentechnisch hergestellten Proteine können gezielt Entzündungsbotenstoffe (wie das Zytokin TNF-alpha) direkt im Blut abfangen und unschädlich machen, noch bevor sie die Entzündungskaskade lostreten können.
Mögliche Nebenwirkungen herkömmlicher Entzündungshemmer
Die genannten Medikamente wirken zwar oft beeindruckend, zeigen dann aber nicht selten auch unerwünschte Nebenwirkungen:
Magenbeschwerden, weil der natürliche Magenschutz fehlt
Zu den bekanntesten Nebenwirkungen von NSAR gehören Magenbeschwerden, da sie die Bildung des schützenden Magenschleims hemmen, so dass nun die Magensäure die Magenschleimhaut angreift. Es kann zu Sodbrennen, Übelkeit, einer Gastritis und im schlimmsten Fall zu schweren Magen-Darm-Geschwüren mit lebensgefährlichen Blutungen und Magendurchbrüchen kommen.
Hier bieten die selektiven COX-2-Hemmer zwar einen deutlichen Vorteil und sind nachweislich magenschonender. Dennoch kann es auch hier – je nach persönlicher Empfindlichkeit – zu Magenschäden kommen.
Die Blutgerinnung wird – je nach Wirkstoff – gehemmt oder verstärkt
Während die NSAR, die beide COX-Enzyme (COX-1 und COX-2) hemmen, mal mehr mal weniger blutverdünnend wirken, also die Blutgerinnung hemmen und das Risiko für innere Blutungen erhöhen, ist es bei selektiven COX-2-Hemmern gerade umgekehrt.
Sie können die Gerinnung erhöhen und dadurch auch das Risiko für Herzkreislaufereignisse (Schlaganfall und Herzinfarkt) erhöhen.
Organfunktionen werden beeinträchtigt
Weitere Nebenwirkungen sind eine eingeschränkte Nierenfunktion, Wassereinlagerungen, eine verringerte Entgiftungsfunktion und erhöhte Leberwerte.
Infektanfälligkeit steigt
Bei Biologika und hochdosiertem Kortison wiederum wird das Immunsystem gedrosselt, so dass die Infektanfälligkeit steigt. Kortison kann – bei langfristiger Anwendung – außerdem zu Knochenschwund, dünner Haut, Muskelabbau und Diabetes führen.
Wer um Kortison nicht herumkommt findet in unserem Artikel Cortison – Die Nebenwirkungen reduzieren viele Tipps und Hinweise, wie sich die typischen Nebenwirkungen verhindern oder verlangsamen lassen.
Natürliche Entzündungshemmer als Alternative?
Viele natürliche Stoffe wirken nun ebenfalls entzündungshemmend. Vielleicht fiel Ihnen schon auf, dass bei nahezu jedem Nahrungsergänzungsmittel steht, es wirke entzündungshemmend. Auch bei fast jeder Heilpflanze, jedem Vitalpilz und jedem gesunden Lebensmittel ist das der Fall. Wozu dann noch Medikamente nehmen?
Oft beobachtet man die entzündungshemmende Wirkung natürlicher Stoffe im Labor im Rahmen von Zellstudien. Dabei kann es sein, dass ein Stoff zwar entzündungshemmende Eigenschaften zeigt, diese aber nur mild sind. Das bedeutet, sie können präventiv durchaus Sinn machen, wären aber bei ausgeprägten entzündlichen Erkrankungen gar nicht spürbar.
Oder man müsste für eine merkliche Wirkung riesige Mengen des jeweiligen Stoffs, Extrakts oder Pulvers einnehmen, was dann wiederum entweder extrem kostspielig oder auch unverträglich wäre. Sehr oft liegen zudem gar keine klinischen Studien vor, in denen man die Entzündungshemmung, die sich zuvor in Zellstudien zeigte, auch überprüft hätte und im besten Falle auch bestätigen konnte.
Nur bei sehr wenigen natürlichen Stoffen gibt es tatsächlich Hinweise, dass sie konkret beim Menschen spürbar entzündungshemmend wirken und zwar in realistischen Dosierungen. Genau diese Stoffe und Mittel stellen wir nun vor!
* Da schon allein die richtige Ernährung entzündungshemmende Wirkung hat, finden Sie hier unseren entzündungshemmenden Ernährungsplan.
Natürliche Entzündungshemmer – Welche gibt es?
Zu den besten natürlichen Entzündungshemmern zählen Curcumin, Weihrauchextrakt (Boswelliasäuren), Omega-3-Fettsäuren, PEA (Palmitoylethanolamid), Ingwerextrakt und die Teufelskralle. Wir stellen sie unten näher vor.
Für diese Stoffe liegen randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Humanstudien sowie Metaanalysen vor, die eine echte therapeutische Wirkung bei entzündlichen Erkrankungen zeigen.
Der Unterschied zu entzündungshemmenden Arzneimitteln ist hier oft, dass die natürlichen Entzündungshemmer nicht einen einzelnen Mechanismus im Entzündungsgeschehen völlig ausschalten, sondern an mehreren Stellen gleichzeitig ansetzen, insgesamt dabei aber milder wirken (sonst bräuchten sie eine Zulassung als Arzneimittel) und weniger oder kaum Nebenwirkungen haben.
Curcumin aus Kurkuma – entzündungshemmender Allrounder
Curcum, der aktive Wirkstoff aus der Kurkumawurzel gilt als einer der am besten erforschten natürlichen Entzündungshemmer, da er wie ein sanfter Allrounder an mehreren Stellschrauben gleichzeitig ansetzt.
Zunächst blockiert Curcumin den Entzündungs-Hauptschalter namens NF-kappaB (NF-kB), so dass bereits im Zellkern verhindert wird, dass genetische Baupläne für neue Entzündungsstoffe und COX-Enzyme überhaupt abgelesen werden.
Dadurch wird zum einen die Ausschüttung von TNF-alpha gesenkt – einem Botenstoff, der wie im ganzen Körper Alarm schlägt, dadurch das Immunsystem aktiviert und z. B. auch schmerzhafte Gewebeschwellungen auslösen kann.
Zum anderen hemmt Curcumin das Enzym iNOS. Es produziert bei Entzündungen große Mengen aggressiver freier Radikale, die gesundes Gewebe schädigen können. Auch gilt Curcumin direkt als milder COX-2-Hemmer.
Eine große Metaanalyse (2023) gibt für Curcumin eine signifikante Senkung der Entzündungswerte CRP und IL-6 im Blut an (2).
Die Einnahmedauer beträgt 4 bis 16 Wochen. Ab Woche 4 trat in einer Studie mit Kniearthrose-Patienten eine Schmerzlinderung ein, die der von Ibuprofen nicht unterlegen war (1).
Normalerweise werden 400 mg bis 1.500 mg Extrakt pro Tag eingenommen.
Weihrauch (Boswellia serrata) – einzigartig entzündungshemmend
Weihrauch verfügt über einen ganz besonderen (und daher einzigartigen) entzündungshemmenden Mechanismus. Seine Boswelliasäuren (insbesondere AKBA) blockieren nicht die COX-Enzyme, sondern zielen auf das Enzym 5-LOX (5-Lipoxygenase) ab. Dieses wird aber nicht blockiert, sondern umprogrammiert.
Statt entzündungsfördernder Leukotriene bildet das Enzym unter Weihraucheinfluss entzündungsauflösende Botenstoffe (Resolvine).
Leukotriene sind Gewebshormone, die vor allem bei chronischen Gelenk- und Darmentzündungen aktiv sind und zu Entzündungen, Schmerzen und Gewebeschäden führen. Leukotriene sind häufig um ein Vielfaches potenter und zerstörerischer als die Prostaglandine der COX-Enzyme.
Neuere Daten deuten zwar darauf hin, dass Weihrauch über Umwege indirekt auch die COX-2-Aktivität dämpfen kann. Da COX-1 aber nicht gedrosselt wird, bleibt der magenschädigende Effekt aus.
Von standardisierten Weihrauchextrakten genügen meist 250-300 mg pro Tag. Erste Verbesserungen z. B. bei Arthrose zeigen sich in Sachen Gelenkbeweglichkeit oft schon nach 7 bis 10 Tagen.
* Hier erhalten Sie einen Weihrauchextrakt mit hohem AKBA-Gehalt, also jenen Boswelliasäuren, die als besonders wirksam gelten.
Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel Weihrauch der natürliche Entzündungshemmer.
Ingwerextrakt hemmt Entzündungen über zwei Wege
Die im Ingwer enthaltenen Wirkstoffe (Gingerole und Shogaole) wirken über mindestens zwei Mechanismen entzündungshemmend, da sie sowohl COX- als auch LOX-Enzyme hemmen können.
Mehrere Studien zeigen eine signifikante Schmerzlinderung bei Kniearthrose, die in einigen Studien der Wirkung von Ibuprofen nahekam. Auch bei Regelschmerzen ist Ingwerextrakt ein Versuch wert.
Eine Kombination aus Weihrauch, Curcumin und Ingwer bietet das natürliche Mittel * Flammengarde – es enthält die drei Bestandteile in relevanter Dosis. Unsere Rabatt-Codes für Sie lauten: NT15-ZDG (15 % für Neukunden) und NT10-ZDG (10 % für Bestandskunden).
Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) verdrängen entzündungsfördernde Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren (wie EPA und DHA) können den Entzündungs-Hauptschalter NF-kB bremsen, die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe (Zytokine) reduzieren und die Bildung entzündungsauflösender Stoffe fördern (Resolvine und Protektine). Letztere tragen dazu bei, die Entzündung zu beenden und das Gewebe zu regenerieren.
Außerdem konkurrieren Omega-3-Fettsäuren an den Rezeptoren der COX-Enzyme mit der Arachidonsäure (Omega 6). Aus der Arachidonsäure werden entzündungsfördernde Botenstoffe hergestellt. Stehen jetzt den COX-Enzymen aber verstärkt Omega-3-Fettsäuren zur Verfügung, dann bilden sie zunehmend entzündungshemmende Botenstoffe (4).
Verschiedene Metaanalysen belegen die Reduktion von CRP und IL-6. Studien liegen besonders zu rheumatoider Arthritis (Omega-3-Fettsäuren senken den Bedarf an entzündungshemmenden Arzneimitteln) und kardiovaskulären Erkrankungen vor (5)(6).
Meist werden Dosierungen von 1.000 mg bis 3.000 mg EPA/DHA pro Tag eingenommen (die Menge bezieht sich auf die Fettsäuren, nicht auf die Ölmenge!).
Der maximale Effekt zur Einsparung von NSAR-Medikamenten stellte sich in manchen Studien nach ca. 6 Monaten ein.
PEA (Palmitoylethanolamid) lindert Schmerzen
PEA ist im Grunde ein körpereigener Botenstoff, der aber auch als Nahrungsergänzung eingenommen werden kann. Er gilt nicht nur als entzündungshemmend, sondern auch als immunregulierend, antiallergisch und schmerzlindernd. Nebenwirkungen sind kaum bekannt.
PEA bindet an eine bestimmte Schaltstelle in den Immunzellen, den sogenannten PPAR-α-Rezeptor. Dadurch bilden die Zellen weniger entzündungsfördernde Botenstoffe.
Der Stoff bewährte sich in zahlreichen Studien, die größtenteils erst in den Jahren zwischen 2019 und 2025 veröffentlicht wurden.
Ob bei Kniearthrose, diabetischer Neuropathie, Multipler Sklerose, Fibromyalgie, Migräne, Menstruationsschmerzen oder Karpaltunnelsyndrom – PEA wirkte stets schmerzlindernd und wenn zuvor Bewegungseinschränkungen da waren (z. B. bei Arthrose), verbesserte sich auch die Beweglichkeit.
Man nimmt 2-mal täglich 300-600 mg – jeweils zu einer Mahlzeit oder kurz danach mit etwas Wasser. Auch eine längerfristige Einnahme ist möglich. Bei der Produktwahl ist es wichtig, dass es sich um mikronisiertes PEA handelt, da das Pulver sonst eine schlechte Bioverfügbarkeit hat.
* Hier erhalten Sie Palmitoylethanolamid-Kapseln ohne Zusatzstoffe.
Alle Details rund um PEA sowie die detaillierten Studienbeschreibungen finden Sie in unserem Artikel PEA - Wirkung und Anwendung von Palmitoylethanolamid.
Teufelskralle (Harpagophytum procumbens)
Die Afrikanische Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist eine Heilpflanze, von der die Wurzel verwendet wird – insbesondere bei Gelenk- und Rückenbeschwerden. Der Hauptwirkstoff Harpagosid kann die Entzündungsschalter NF-κB und AP-1 hemmen. Dadurch fällt der Spiegel entzündungsfördernder Botenstoffe.
Auch die COX-2-Enzyme werden von der Teufelskralle gehemmt, so dass sie weniger schmerzverursachende Prostaglandine bilden können. Zusätzlich reduziert die Pflanze die Produktion des knorpelabbauenden Enzyms MMP-13.
Klinische Studien liegen vor allem bei Knie- und Hüftarthrose vor. Meist werden täglich 1000 bis 2400 mg Extrakt genommen (mit 50 mg Harpagosid). Teilweise zeigte sich eine vergleichbare Wirkung (nach 4 Wochen) wie beim entzündungshemmenden Arzneimittel Meloxicam (nach 10 Tagen).
Die Wirkung entwickelt sich über Tage bis Wochen. Nebenwirkungen sind selten.
* Hier erhalten Sie Bio-Teufelskrallenextrakt in Kapseln mit 13,5 mg Harpagosid pro Tagesdosis.
Lesen Sie mehr über die afrikanische Wurzel in unserem Artikel Teufelskralle - Wirkung, Anwendung und Dosierung.
Rotlichttherapie - Macht Zellen gegen Entzündungen stark
Die Rotlichttherapie (Photobiomodulation) ist natürlich kein Mittel zum Einnehmen, aber dennoch eine wirksame entzündungshemmende, schmerzlindernde und regenerationsfördernde Maßnahme, die unterstützend eingesetzt werden kann – zumal sie teilweise über ganz andere Mechanismen entzündungshemmend wirkt als die vorgestellten (oralen) Mittel.
Im Gegensatz zu klassischen Infrarotlampen, die primär über Wärme wirken, nutzt die moderne Photobiomodulation spezifische Lichtwellenlängen, um biochemische Prozesse direkt in den Zellen anzustoßen.
Die Rotlichttherapie aktiviert die Mitochondrien und erhöht so die Zellenergie. Das bedeutet, Zellen haben mehr Energie zur Reparatur und Bekämpfung von Entzündungen.
Auch die körpereigenen Antioxidantien werden aktiviert, so dass der entzündungsbedingte oxidative Stress das Gewebe nicht mehr so stark schädigen kann. Das Immunsystem erhält außerdem Signale, vom entzündlichen in den regenerativen Zustand zu wechseln.
Zusätzlich werden aber auch ganz klassisch Signalwege gehemmt, die Entzündungen anfeuern. Die Konzentration von Entzündungsbotenstoffen, wie TNF-alpha, IL-1beta und IL-6 sinken. Gleichzeitig steigt der Wert des anti-entzündlichen Zytokins IL-10.
In einer Übersichtsarbeit von 2017 beschreibt Prof. Michael R. Hamblin (Harvard Medical School), dass die Rotlichttherapie Entzündungen in Gelenken, Muskeln, Lunge und Gehirn ähnlich effektiv wie nicht-steroidale Antirheumatika (z. B. Ibuprofen) reduzieren kann – jedoch ohne deren systemische Nebenwirkungen (7).
Eine im Fachjournal Frontiers in Neuroscience veröffentlichte Tierstudie von 2023 zeigte, dass eine zehntägige Vorbehandlung mit Rot- und Nahinfrarotlicht (640/880 nm) eine künstlich ausgelöste, schwere systemische Entzündung deutlich dämpfen konnte. Entzündungsfördernde Botenstoffe im Blut und Gehirn wurden signifikant herunterreguliert, während schützende Faktoren in den Geweben zunahmen (8).
Und in einer Übersichtsarbeit von 2023 heißt es, dass die Rotlichttherapie bei Gelenkerkrankungen Schwellungen reduziert, die lokale Durchblutung verbessert und den Abtransport entzündlicher Stoffwechselprodukte beschleunigt, was dann auch zu einer besseren Beweglichkeit führt (9).
Meist kombinieren Lampen beide Wellenlängenbereiche, also 630-660 nm für eine oberflächliche Wirkung (entzündliche Hauterkrankungen) und 810-850 nm für tieferen Entzündungen, etwa in den Muskeln, Sehnen, Gelenken und im Nervengewebe.
* Wir verwenden sehr erfolgreich – bei uns selbst und bei unserem Hund – die äußerst * hochwertigen Rotlichtlampen von heilys. Besonders einfach im Handling, finden wir, ist das * FlexiPad, das man um den unteren Rücken, um Knie oder andere Gliedmaßen legen oder auch dem Hund auflegen kann.
In den ersten 10 Tagen kann man die Therapie täglich 10-15 Minuten lang durchführen, später genügt die Anwendung 2- bis 3-mal wöchentlich. Wenn Sie das Gefühl haben 10-15 Minuten sind für Sie zu lang, dann bleiben Sie bei 5-8 Minuten.
Wichtig: Erhöhen Sie die Zeit oder die Zahl der Anwendungen pro Tag nicht! Denn wenn Sie die Therapie z. B. 30, 45 oder 60 Minuten auf derselben Stelle anwenden oder die Geräte 3- bis 4-mal täglich nutzen, dann werden die Mitochondrien einerseits "überstimuliert" und die Zelle schaltet auf Blockade. Andererseits hat das Gewebe dann auch keine Zeit, die Lichtreize zu verarbeiten. Die Zellen geraten in zellulären Stress, was die Entzündung sogar anfeuern kann.
Natürliche Entzündungshemmer, die begleitend genutzt werden können
Neben den genannten natürlichen Entzündungshemmern gibt es weitere Stoffe, die ebenfalls gut wirken können, aber eher als Begleiter oder – weil sie spezifischer wirken – auch nur bei bestimmten Erkrankungen.
Dazu zählen MSM (organischer Schwefel/Methylsulfonylmethan), Enzyme, wie Wobenzym und EGCG aus Grünteeextrakt.
MSM (organischer Schwefel)
MSM reguliert NF-κB im Zellkern und mindert die Ausschüttung von verschiedenen Entzündungsbotenstoffen, etwa IL-1, IL-6 und TNF-α. Zudem liefert es Schwefel für den Knorpelerhalt, so dass es besonders bei entzündlichen Gelenkbeschwerden eingesetzt wird.
Verschiedene Studien zeigen eine Besserung bei Kniearthrose und auch eine Reduktion von Muskelschäden nach dem Sport. Die Entzündungsmarker im Blut sinken meist zwar nur moderat, der schmerzlindernde Effekt ist aber spürbar.
Die Tagesdosis (z. B. 2000 mg) wird auf zwei Einnahmen aufgeteilt und wirkt am besten auf leeren Magen, also vor dem Essen mit etwas Wasser. Vitamin C erhöht die Aufnahme und Verwertung, z. B. 200 mg.
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Viele Informationen rund um MSM lesen Sie in unserem Artikel MSM - Wirkung, Anwendung und Wissenswertes zum Schwefel.
Enzyme (z. B. Wobenzym)
Enzyme, wie Bromelain, Papain und Trypsin (z. B. in Wobenzym) wirken systemisch, also im Blutkreislauf und nicht etwa nur im Darm, wie es Verdauungsenzyme tun. Systemische Enzyme spalten zirkulierende Immunkomplexe im Blut (die bei chronischen Krankheiten Entzündungen triggern) und beschleunigen den Abbau von Entzündungsödemen (Schwellungen).
Im August 2025 erschien eine Studie, in der die 8-wöchige Einnahme von Wobenzym bei Kniearthrose Schmerzen und Entzündungen linderte sowie den Knorpelabbau verlangsamte.
Details zur entzündungshemmenden Wirkung von Wobenzym und zur genannten Studie lesen Sie in unserem Artikel Enzympräparat bei Arthrose: Studie zeigt Wirkung.
* Hier erhalten Sie Wobenzym. Da es unterschiedliche Wobenzym-Präparate gibt, achten Sie darauf, dass Sie das richtige besorgen, wenn Sie die Enzymtherapie ausprobieren möchten.
EGCG (Grüntee-Extrakt)
EGCG ist der Hauptwirkstoff im Grüntee. Er hemmt den Entzündungs-Hauptschalter NF-κB im Zellkern und reduziert die Bildung des entzündungsfördernden Botenstoffs TNF-alpha. Klinische Studien zeigen Effekte beim metabolischem Syndrom (Entzündungsprozesse im Fettgewebe) und eine unterstützende Wirkung bei rheumatoider Arthritis (Rheuma).
Meist werden in Studien 200 mg bis 500 mg reines EGCG pro Tag eingenommen - etwa 8-12 Wochen lang, was dann zur messbaren Reduktion von TNF-alpha beitrug.
* Hier finden Sie den Grünteeextrakt von Tigovit.
Natürliche Entzündungshemmer, die oben nicht genannt werden
Vielleicht fragen Sie sich nun, wo all die anderen Mittel geblieben sind, die doch ebenfalls immer als entzündungshemmend bezeichnet werden, oben aber nicht genannt werden. Vielleicht vermissen Sie Sulforaphan, Astaxanthin, Resveratrol, dann die Heil- oder Vitalpilze Reishi, Chaga, Cordyceps u. a. sowie Mittel wie CBD, Katzenkralle oder schwarzer Knoblauch.
Manche wirken durchaus, manchmal nur nicht vorwiegend über eine Entzündungshemmung, z. B. CBD, das über andere Wege schmerzlindernd wirken kann. Andere wirken entzündungshemmend im Labor, aber haben eine schlechte Bioverfügbarkeit, so dass sie letztendlich präventiv helfen können, aber im Akutfall kaum sofortige Wirkung zeigen werden, z. B. Resveratrol, Sulforaphan und Astaxanthin.
Bei den Heilpilzen ist es dagegen so, dass noch so gut wie keine Humanstudien vorliegen, was sich aber natürlich noch ändern kann.
Fazit: Natürliche Entzündungshemmer wirken – nur langsamer und sanfter
Während entzündungshemmende Arzneimittel versuchen, einzelne entzündungshemmende Mechanismen (z. B. COX-2) möglichst zu 100 Prozent auszuschalten – was den Organismus destabilisiert und zu Nebenwirkungen führt – arbeiten natürliche Entzündungshemmer als sanfte sog. Multitarget-Modulatoren.
Das bedeutet, sie greifen bei Entzündungsprozessen an verschiedenen Stellen ein – und hemmen den Mechanismus an jeder Stelle vielleicht nur um 30-40 %
Ein solches Vorgehen wirkt nicht sofort in voller Stärke. Wer aber Geduld mitbringt, kann – natürlich abhängig von den jeweiligen Beschwerden und ihrer Ausprägung – nach einigen Wochen eine vergleichbare Linderung erleben wie bei der Arzneimitteleinnahme.