Was sind Schrunden?
Der Begriff "Schrunde" bedeutet Riss oder Spalte. Gemeint sind spaltenförmige Risse in der Haut. Die betroffenen Hautpartien sind extrem trocken, spröde und stark verhornt. Der medizinische Fachausdruck lautet Rhagaden.
Am häufigsten entstehen Schrunden an den Füßen und Händen, vorwiegend an den Fersen und Fingerspitzen. Sie können aber an allen möglichen Körperstellen auftreten, so etwa an den Zehen, Ellbogen, Mundwinkeln, Lippen, an der Nase, am After, an den Brustwarzen oder der Scheide.
Schrunden sind häufig mit Schmerzen verbunden. Es besteht die Gefahr, dass Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilzsporen in die Hautspalten eindringen und es zu schwer behandelbaren Entzündungen kommt. Es ist also wichtig, Rhagaden vorzubeugen oder bei akutem Auftreten schnell zu handeln.
Welche Symptome treten bei Schrunden auf?
Zu allererst machen sich Hautveränderungen bemerkbar. Die Haut wird zunehmend trockener und rauer. Es kommt oft zu einer starken Hornhautbildung. Die Hornhaut ist gelblich oder weißlich verfärbt. Da sie sehr trocken und unelastisch ist, kann sie sich den Bewegungen (z. B. beim Laufen) nicht mehr anpassen.
In Folge treten Risse in der Haut, also Schrunden auf. Diese sind anfangs ganz fein und nur wenige Millimeter tief. Wird die Behandlung aufgeschoben, können sich daraus spaltförmige Einrisse bilden, die von der Oberhaut (Epidermis) bis in tiefere Hautschichten (Dermis) reichen und über 1 cm tief sein können.
Die Druckempfindlichkeit und Schmerzen nehmen mit der Zeit zu. Befinden sich Rhagaden beispielsweise an der Ferse, spürt man besonders beim Auftreten ein unangenehmes Gefühl. Oft kommt es zu weiteren Symptomen wie Juckreiz, Brennen und Spannungsgefühl.
Warum bekommt man Schrunden?
Die Ursachen von Schrunden sind vielfältiger Natur. Es gibt oft mehrere Auslöser gleichzeitig. Es ist wichtig, diese zu erkennen. Denn nur dann kann eine Heilung herbeigeführt und das Wiederauftreten verhindert werden.
Zu den häufigsten Ursachen gehören die folgenden:
Mangelhafte Hautpflege
Schon bevor Schrunden erstmals in Erscheinung treten, zeigen sich Vorboten. Dazu gehören extrem trockene, spröde und unelastische Hautstellen. Dafür ist oft eine mangelhafte Hautpflege verantwortlich. Sowohl Vernachlässigung als auch Überpflege können großen Schaden anrichten.
Der Verzicht auf Sonnenschutz, eine zu grobe Behandlung der Hornhaut, übermäßiges Waschen mit heißem Wasser, eine unzureichende Körperhygiene oder das häufige Nutzen von Kosmetika mit schädlichen Inhaltsstoffen wie austrocknenden Alkoholen und aggressiven Tensiden können das Hautgleichgewicht stören und die Bildung feiner Risse verursachen.
Mangel an Feuchtigkeit und Lipiden
Oft liegt bei Rhagaden eine trockene und/oder feuchtigkeitsarme Haut vor.
Ein Feuchtigkeitsmangel kann jeden Hauttypen betreffen. Zu den Ursachen feuchtigkeitsarmer Haut zählen u. a. das Alter, die genetische Veranlagung, trockene Kälte, Flüssigkeitsmangel (Dehydration), Stress, aggressive Kosmetika und bestimmte Medikamente (z. B. Blutdrucksenker).
Trockene Haut entsteht, wenn die Talgdrüsen nicht mehr genügend Lipide (Fette) produzieren. Die Feuchtigkeit entweicht und die Haut wird spröde und rissig. Eine lipidarme Haut ist darum in der Regel gleichzeitig eine feuchtigkeitsarme Haut.
Ist die Haut im Ungleichgewicht, ist die Barrierefunktion gestört. Sie ist dann nicht mehr vor äußeren Einwirkungen wie z. B. UV-Licht, Schadstoffen und Krankheitserregern wie Bakterien geschützt.
Physikalische Beanspruchung
Auch eine physikalische Beanspruchung der Haut kommt als Ursache infrage. So etwa Austrocknung, Kälte, intensiver Kontakt mit Wasser (Putzen ohne Handschuhe!), langes Stehen oder ungeeignetes Schuhwerk.
Beispiel: Wer Gemüse auf dem Markt verkauft, kommt ständig mit feuchten Salaten und gleichzeitig Erde (Wurzelgemüse) in Kontakt. Dazu im Winter die Kälte – ideale Voraussetzungen für Schrunden an den Fingern.
Krankheiten
Unterschiedliche Hautleiden wie Pilzinfektionen, Cheilitis exfoliativa (chronische Entzündung der Lippen), Dermatitis und Hyperkeratose (übermäßige Verhornung der Haut) können die Entstehung von Schrunden begünstigen.
Aber auch Erkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion, Immunschwäche, Durchblutungsstörungen, Fettleibigkeit und Diabetes gehören zu den möglichen Ursachen.
Nährstoffmangel
Rhagaden treten häufig in Verbindung mit einem Nährstoffmangel auf. Dadurch können die Hautbarrierefunktion, der Feuchtigkeitshaushalt und die Regeneration beeinträchtigt werden.
Am häufigsten wurde über einen Mangel an B-Vitaminen (insbesondere Vitamin B2), Vitamin C, Eisen und Zink berichtet. So sind etwa rund 25 Prozent der Fälle von Mundwinkelrhagaden mit einem Eisen- oder Vitamin-B-Mangel assoziiert (3).
Selbst wenn diese Nährstoffe eigentlich ausreichend über die Nahrung aufgenommen werden, können individuelle Faktoren wie ein erhöhter Bedarf, eine gestörte Aufnahme oder chronische Grunderkrankungen dazu führen, dass die Versorgung nicht ausreicht.
In dem Fall muss der Bedarf in Form von Nahrungsergänzungsmitteln gedeckt werden.
Überdosierung von Nährstoffen
Seltener kann eine chronische Überdosierung von Nährstoffen durch zu hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel zu Schrunden führen, z. B. bei einer Hypervitaminose A (Überdosierung von Vitamin A). Dadurch wird die Talgproduktion gesenkt und die Barrierefunktion der Haut gestört, was zu Austrocknung und Rissen führen kann.
Hohe Dosen Vitamin B3 können ebenfalls Hautreaktionen wie Trockenheit sowie Entzündungen auslösen.
Flüssigkeitsmangel
Die Haut besteht bis zu 80 Prozent aus Wasser. Wird zu wenig Flüssigkeit in Form von Wasser oder Nahrungsmittel aufgenommen (Dehydratation), wird die Haut trocken und spröde, verliert an Elastizität, trocknet aus und wird in Folge anfälliger für Risse.
Warum treten Schrunden immer wieder auf?
Wenn man Rhagaden nicht behandelt und auslösende Faktoren ignoriert, werden die Risse erneut auftreten. Eine gute Behandlung ist daher entscheidend. Dabei ist es wichtig, dass die Behandlung auf die betroffene Hautpartie zugeschnitten ist.
So kommen bei Schrunden im Gesichtsbereich andere Maßnahmen infrage als bei Rissen an der Ferse oder den Händen. Besonders tiefe oder bereits entzündete Schrunden brauchen häufig auch eine ärztliche Therapie, um nachhaltig auszuheilen.
Die Diagnose beim Arzt
Wenn erste Maßnahmen und bestmögliche Ursachenbehebung nicht ausreichen, die Rhagaden entzündet sind oder trotz Pflege immer wieder auftreten, ist eine umfassende Diagnose beim Haus- oder Hautarzt der nächste Schritt.
Der Arzt prüft, ob durch Druck Schmerzen ausgelöst werden, ob Erkrankungen vorliegen (Diabetes, z. B. bei Rhagaden in den Mundwinkeln), schließt evtl. über einen Bluttest Nährstoffmängel aus und nimmt u. U. Abstriche, um Bakterien und/oder Pilze auszuschließen.
Wie werden Schrunden an Lippen und Mundwinkel behandelt?
Mundwinkelrhagaden (Cheilitis angularis) heilen nur sehr schlecht. Es besteht die Tendenz, immer wieder daran zu lecken. So entsteht ein Teufelskreis aus Feuchtigkeit und Austrocknung.
Meist liegt bei Mundwinkelrhagaden eine begleitende Infektion mit Pilzen (z. B. Candida albicans), Bakterien (z. B. Streptokokken oder Staphylokokken) oder Viren (z. B. Herpes) vor. In solchen Fällen muss gezielt gegen die jeweiligen Verursacher vorgegangen werden.
Meist wird eine Salbe mit einem Breitband-Antimykotikum und Kortison verordnet, da dies in Studien die schnellste Heilung erzielte (1).
Bei Schrunden an den Lippen könnte eine Cheilitis exfoliativa vorliegen – eine chronische Entzündung der Lippen, die durch anhaltende Bildung dicker, schuppiger Krusten (Hyperkeratose) gekennzeichnet ist. Zu den weiteren Symptomen gehören Rötungen, Schwellungen und Schmerzen.
Hier wird vom Arzt häufig eine Tacrolimus-Salbe gegeben. Diese hat sich in einer Studie als deutlich wirksamer als Kortison gezeigt (4).
Warum Hygiene bei Schrunden so wichtig ist
Bei Rhagaden ist es besonders wichtig, auf eine gute Hygiene zu achten. Denn die Hautbarriere ist durch die Risse geschädigt. Keime können so leichter in den Körper gelangen und Entzündungen auslösen.
Verwenden Sie darum milde, pH-hautneutrale Pflegeprodukte (Wert 4,5 bis 5,5), um Ihre Haut zu schonen. Meiden Sie beim Waschen heißes Wasser sowie langes und häufiges Duschen bzw. Baden. Jeweils max. 10 Minuten 2- bis 3-mal pro Woche reichen völlig aus.
Achten Sie dabei auf eine gründliche Reinigung der Rhagaden, trocknen Sie sich sanft ab und waschen Sie sich regelmäßig die Hände.
Vermeiden Sie es unbedingt, sich an den betroffenen Hautstellen zu kratzen – auch wenn es sehr juckt. Ansonsten können Erreger in die Risse gelangen. Wenn Ihnen das schwerfällt, sollten Sie die Schrunden mit einem sterilen Verband abdecken.
Was sind die besten Cremes und Salben bei Schrunden?
Cremes und Salben zählen zu den wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten bei Rhagaden (2). Im Handel werden zahlreiche Produkte angeboten. Doch nicht jede Creme oder Salbe ist in jedem Fall ideal.
Entscheiden Sie sich für Produkte, die auf die individuellen Bedürfnisse Ihrer Haut zugeschnitten sind. In der Regel ist eine Kombination aus Feuchtigkeit und Fett (Wasser-in-Öl-Emulsion) ideal, um Rhagaden zu pflegen und zu regenerieren.
Auf dem Markt sind sogenannte Schrundensalben erhältlich. Es handelt sich hierbei um intensiv pflegende Spezialcremes zur Behandlung von extrem trockener, verhornter und rissiger Haut. Sie eignen sich insbesondere für die Behandlung von Fersen, Händen oder Ellbogen.
Beachten Sie beim Kauf, dass nicht jede Schrundensalbe automatisch auf empfindlichen Hautstellen wie z. B. den Mundwinkeln oder im Genitalbereich angewandt werden kann. Auch eignet sich nicht jede Creme für offene, stark entzündete oder blutende Rhagaden.
* Hier erhalten Sie eine nichtfettende Schrundensalbe für die Füße mit Panthenol. Bei starker Verhornung ist eine beruhigende, abschwellende Schrundensalbe mit 25 % Urea hilfreich. Zur besseren Wundheilung und Entzündungshemmung kann bei nässenden, leicht entzündeten Rissen auch eine Zinksalbe verwendet werden. Letztere ist nicht für trockene, verhornte Bereiche ideal, weil sie weiter austrocknen kann.
Welche Wirkstoffe sind in Schrundencremes enthalten?
In den üblichen Cremes und Salben sind die folgenden Wirkstoffe enthalten
Panthenol und Dexpanthenol
Panthenol (Provitamin B5) und Dexpanthenol haben feuchtigkeitsspendende Eigenschaften und fördern die Wundheilung sowie die Regeneration der Haut.
Urea
Urea (Harnstoff) ist ein fetthaltiger Stoff, der stark feuchtigkeitsbindend, hornlösend, abschwellend sowie hautberuhigend wirkt und dafür sorgt, dass die Haut nicht austrocknet. Bei empfindlicher Haut wird eine Konzentration von 5 bis 10 Prozent empfohlen, bei starker Verhornung sind es 10 bis 25 Prozent.
Zink
Zink beruhigt die gereizte Haut, wirkt antibakteriell, hemmt Entzündungen und beschleunigt die Wundheilung.
Antiinfektiva
Liegt eine Infektion vor, werden vom Arzt rezeptpflichtige Produkte mit entsprechenden Wirkstoffen verschrieben. Dazu gehören z. B. äußerlich anwendbare Antibiotika, Cortison oder Antipilzmittel (Antimykotika).
Wie werden Schrundensalben angewandt?
Beachten Sie vor der Anwendung von Salben und Cremes stets die Anweisungen der jeweiligen Hersteller bzw. des behandelnden Arztes oder Heilpraktikers.
In der Regel werden Schrundensalben ein- bis zweimal täglich, am besten am Morgen und am Abend auf den betroffenen Hautstellen aufgetragen. Die Haut sollte sauber und trocken sein.
Massieren Sie die dünn aufgetragene Salbe gründlich ein, bis sie vollständig von der Haut absorbiert wurde. Besonders wirkungsvoll ist die Behandlung, wenn die Salbe über Nacht einwirkt. Im Schlaf schüttet der Körper Wachstumshormone aus, welche die Zellerneuerung anregen.
Um die Wirkung zu verstärken, können Sie – je nach Hautstelle – Socken oder Handschuhe aus Baumwolle anziehen oder einen atmungsaktiven Verband (z. B. Kompresse) anlegen. Fixiert wird der Verband mit einer Mullbinde bzw. elastischen Binde.
Sind die Rhagaden verheilt, können Salben zur Vorbeugung einmal täglich angewandt werden.
Welche Heilpflanzen wirken gegen Schrunden?
Schrundensalben enthalten oft Heilpflanzen, da diese eine entzündungshemmende, wundheilungsfördernde, antimikrobielle und feuchtigkeitsspendende Wirkung entfalten können, z. B. Birke, Johanniskraut, Ringelblume, Aloe vera, Teebaumöl, Efeu, Spitzwegerich, Nachtkerze, Zistrose, Echinacea und Kamille.
Die Heilpflanzen werden den Salben oft in Form von ätherischen Ölen oder Extrakten zugesetzt. Auch pflanzliche Fette sind bei Schrunden hilfreich:
Sheabutter
Sheabutter wird aus den fettreichen Samen des Sheanussbaums gewonnen. Die pflanzliche Butter schützt die Haut, fördert Ihre Elastizität und mindert die Rissbildung.
Sie ist bei sehr trockenen, nicht entzündeten Schrunden ideal, bei dicker, spannender Hornhaut und mechanisch bedingten Fersenschrunden. Auch zur Vorbeugung von Rissbildung kann sie verwendet werden.
Die Butter kann abends dick aufgetragen werden. Dann zieht man Baumwollsocken an und lässt alles über Nacht wirken. Dies sollte allerdings regelmäßig und langfristig gemacht werden.
* Hier erhalten Sie 100 % unraffinierte Sheabutter, frei von Bleichmitteln und chemischen Zusatzstoffen.
Ringelblumensalbe
Ringelblumensalbe (Calendula) wirkt entzündungshemmend und fördert die Wundheilung. Sie ist bei leicht entzündeten Schrunden geeignet, die gerötet sind und wund sind (leicht bluten, aber nicht bei sehr tiefen stark entzündeten Rissen).
Hier könnte man also 3 bis 7 Tage lang Ringelblumensalbe verwenden – und nach der Akutphase, wenn sich die Rötung und Entzündung zurückgebildet hat, zu Sheabutter wechseln.
Erst lauwarm abwaschen, trockentupfen, Blutung stillen, mit Octenidin oder kolloidalem Silber desinfizieren, trocknen lassen, dann dünn Ringelblumensalbe auftragen (morgens und abends).
Johanniskrautöl, Borretschöl und Nachtkerzenöl
Johanniskrautöl beruhigt die gereizte Haut und fördert den Wundverschluss. Nachtkerzen- oder Borretschöl liefert γ-Linolensäure, wodurch der Barriereaufbau unterstützt wird. Im Allgemeinen aber sind Öle bei Schrunden eher präventiv hilfreich. Bei bestehenden Rissen in der Haut sollten besser konkret okklusive Cremes verwendet werden.
Okklusiv bedeutet, dass ein Stoff auf der Haut einen weitgehend wasserundurchlässigen Film bildet Dies reduziert den Wasserverlust über die Haut, die Feuchtigkeit bleibt in der Hornschicht, die Haut gewinnt an Elastizität, die Spannung in verhornter Haut lässt nach und das Risiko für eine Rissbildung sinkt.
* Hier erhalten Sie eine reparierende Schrundensalbe mit Bio-Calendula.
Aloe-vera-Gel
Reines Aloe-vera-Gel wirkt hydratisierend und kühlend. Man kann es auch unter einer fettpflegenden Salbe auftragen. Das Gel bietet sich bei brennenden, gereizten und leicht entzündeten Schrunden an.
* Hier erhalten Sie ein biologisches, kaltgepresstes Aloe-vera-Gel.
Schrundensalben selber machen
Schrundensalben für Fersen und Hände können auch leicht selbst hergestellt werden:
Rezept 1: Regenerierende Schrundensalbe
Für nachts ist die folgende Salbe ideal. Das Bienenwachs wirkt okklusiv, dringt also in die oberste Hautschicht ein und verschließt sie, sodass keine Feuchtigkeit verloren gehen kann. Calendula und Johanniskraut wirken regenerierend und die Sheabutter elastifizierend.
Zutaten
- 30 g Sheabutter
- 20 g Ringelblumenöl (Calendula)
- 10 g Johanniskrautöl
- 5 g Bienenwachs (vegane Alternative: Candelillawachs, dann nur 3 g)
Herstellung und Anwendung
Schmelzen Sie die Öle und das Wachs im Wasserbad. Rühren Sie die Sheabutter ein. Rühren Sie so lange, bis die Creme cremig ist und füllen Sie sie in Tiegel.
Kühl gelagert beträgt die Haltbarkeit mindestens ein halbes Jahr.
Die Schrundensalbe wird abends dick aufgetragen und abgedeckt.
Rezeptur 2: Feuchtigkeits-Repair-Creme (tagsüber geeignet)
Die folgende Creme ist milder und zieht schneller ein. Das Aloe-vera-Gel spendet Feuchtigkeit, fördert die Regeneration der Haut und wirkt entzündungshemmend. Jojobaöl speichert die Feuchtigkeit. Glycerin repariert die Hautbarriere und stellt die Elastizität der verhornten Haut wieder her.
Zutaten
- 50 ml Aloe-vera-Gel (pur)
- 20 ml Jojobaöl
- 5 ml pflanzliches Glycerin
- Optional: 1 Kapsel Vitamin E
Herstellung und Anwendung
Vitamin-E-Weichkapseln können zur äußerlichen Anwendung mit einer sterilen Nadel oder Schere aufgestochen werden. Anschließend wird das Öl herausgedrückt. Vermischen Sie dann alle Zutaten gut oder homogenisieren Sie sie mit einem Mini-Mixer.
Die Creme ist im Kühlschrank 1 bis 2 Wochen haltbar.
Tragen Sie die Creme dünn nach dem Waschen 2- bis 3-mal pro Tag auf.
Wann tritt die Wirkung von Schrundensalben ein?
Rhagaden sind oft sehr hartnäckig. Darum ist eine regelmäßige Anwendung der Salbe oder Creme sehr wichtig, um nachhaltige Ergebnisse erzielen zu können. Meist tritt bereits nach wenigen Tagen eine Verbesserung ein.
Je tiefer die Risse sind, desto länger dauert die Behandlung. Bis sie vollkommen verschwunden sind, kann es einige Wochen dauern.
Welche alternativen Mittel gibt es?
Abgesehen von Salben und Cremes mit oder ohne Heilpflanzen sind in der Volksheilkunde bei Schrunden viele weitere alternative Behandlungen bekannt:
Kolloidales Silber
Kolloidales Silber wird aufgrund seiner antibakteriellen, entzündungshemmenden und antimykotischen Eigenschaften oft zur Behandlung von Hautproblemen wie rissiger Haut eingesetzt. Es kann helfen, bakterielle Infektionen zu verhindern und die Wundheilung zu fördern.
Nachdem Sie die Hände oder Füße gereinigt bzw. ein Bad durchgeführt haben, können Sie das kolloidale Silber aufsprühen und trocknen lassen. Die Anwendung erfolgt 1- bis 3-mal täglich.
* Hier erhalten Sie kolloidales Silber (am besten in kleine Sprühflasche umfüllen).
Anschließend können Sie eine Silbercreme auftragen oder eine Schrundensalbe.
* Hier finden Sie eine Creme mit kolloidalem Silber.
DMSO
Dimethylsulfoxid (DMSO) wird aufgrund seiner entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften bei Schrunden an manchen Stellen im Netz oder auch in Büchern empfohlen, sollte aber aus unserer Sicht keinesfalls auf rissige Haut aufgetragen werden. Denn das Lösungsmittel kann dann zu deutlichen Hautreizungen und als Carrier auch unerwünschte Stoffe mit in den Körper nehmen.
Harze
Baumharze zählen zu den traditionellen Hausmitteln, die schon lange zur Behandlung von Schrunden verwendet werden. Sie wirken antimikrobiell, antiviral und antimykotisch, was besonders bei tiefen, entzündungsgefährdeten Rissen hilfreich sein kann.
Sehr beliebt ist Lärchenharzbalsam, da er raue, stark verhornte Haut wieder weich und geschmeidig macht und die Wundheilung fördert. Klassischer Lärchenharzbalsam besteht aus natürlichem Lärchenharz (Pech), Öl (z. B. Olivenöl) und Bienenwachs.
Nachdem die betroffenen Stellen (z. B. Fersen) gründlich gewaschen und abgetrocknet wurden, wird eine kleine Menge des Balsams dünn auf die rissigen Stellen auftragen. Massieren Sie den Balsam dann sanft ein, bis er eingezogen ist.
Idealerweise erfolgt die Anwendung 2-mal täglich. Für eine intensivere Wirkung trägt man den Balsam abends dicker auf, zieht Baumwollsocken an und lässt ihn über Nacht einwirken.
Lärchenharzbalsam kann auch leicht selbst hergestellt werden, indem gesammeltes Lärchenharz in Öl erwärmt, abgeseiht und dann mit Bienenwachs angedickt wird. Veganer können das Bienenwachs durch pflanzliche Alternativen wie Beerenwachs (aus den Beeren des Lacksumachs), Candelillawachs oder Carnaubawachs ersetzen.
* Hier erhalten Sie eine naturreine, traditionell hergestellte Lärchenpechsalbe.
Propolis
Propolis ist ein Bienenprodukt, das aufgrund seiner stark entzündungshemmenden, antibakteriellen und hautregenerierenden Eigenschaften häufig in Salben gemischt wird. Der Propolisanteil sollte bei 10-30 % liegen.
Entsprechende Cremes oder Salben binden überdies Feuchtigkeit in der Haut und machen rissige Stellen geschmeidig. Die Creme wird 1- bis 2-mal pro Tag, am besten morgens und abends, dünn auf die betroffenen Hautstellen aufgebracht und gut einmassiert.
Manukahonig
Manukahonig wirkt antibakteriell und feuchtigkeitsspendend. Man trägt vor dem Zubettgehen eine dünne Schicht direkt auf die Schrunden auf. Dann bedeckt man die behandelten Stellen (z. B. mit Baumwollsocken) und lässt den Honig über Nacht einwirken.
Verwenden Sie ausschließlich hochwertigen Manukahonig, am besten MGO 400+ oder höher. Das bedeutet, dass mindestens 400 mg des antibakteriellen Wirkstoffs Methylglyoxal pro kg Honig enthalten sind.
* Hier erhalten Sie laborgeprüften, zertifizierten Manukahonig (550 MGO) aus Neuseeland.
Ist ein Fußbad hilfreich bei Rhagaden?
Fußbäder sind bei Schrunden eine Wohltat. Das Wasser sollte maximal 40 °C warm sein. Die Anwendungsdauer sollte 10 bis 20 Minuten nicht überschreiten.
Zusätze im Badewasser sind nicht nötig. Ein schlichtes warmes Wasserbad reicht völlig. Entscheidend ist die nachfolgende Pflege.
Durch das Fußbad wird die verhornte Haut aufgeweicht. Sie kann anschließend vorsichtig entfernt werden. Salben oder Cremes, die jetzt aufgetragen werden, können so viel besser wirken.
Ist es gut oder schlecht, die Hornhaut zu entfernen?
Eine weitere wichtige Maßnahme bei Schrunden ist das regelmäßige Entfernen trockener, verdickter Hornhaut an den Fersen oder anderen Körperstellen. Hierbei können diverse Werkzeuge zum Einsatz kommen.
Bei Schwämmen und Feilen handelt es sich um die sanftesten Varianten. Mit einem Bimsstein aus Vulkanlava kann auch hartnäckigere Hornhaut leicht entfernt werden. Auf Hornhauthobel sollten Sie besser verzichten, da das Verletzungsrisiko groß ist.
Hornhaut wird am besten direkt nach einem Fußbad, dem Duschen oder Baden abgetragen, wenn die Haut noch weich ist. Um sie richtig zu entfernen, brauchen Sie ein wenig Feingefühl. Es darf nicht zu viel abgetragen werden. Denn wird die Haut verletzt, bildet sich zum Schutz schnell neue Hornhaut.
Sind die Schrunden tiefer, entzündet oder liegt ein Diabetes vor, sollten Sie immer eine professionelle Fußpflege durchführen lassen. Das Verletzungsrisiko und mögliche Wundheilungsstörungen im Nachhinein wären sonst zu groß.
* Hier erhalten Sie einen Lava-Bimsstein.
Eignen sich Ölpackungen bei Rhagaden?
Ölpackungen können bei trockenen, nicht entzündeten Schrunden unterstützend wirken. Pflanzliche Öle machen die verhornte Haut geschmeidiger und verbessern die Elastizität der Hornschicht. Sie enthalten Lipide, die die Hautbarriere unterstützen und den Feuchtigkeitsverlust etwas reduzieren.
Geeignete Öle sind beispielsweise Olivenöl, Kokosöl oder Mandelöl. Olivenöl wirkt rückfettend, kann jedoch bei sehr empfindlicher Haut aufgrund seines hohen Ölsäuregehalts gelegentlich irritierend sein. Kokosöl besitzt milde antimikrobielle Eigenschaften, ersetzt jedoch kein Antiseptikum bei offenen Wunden. Mandelöl gilt als gut verträglich und eignet sich besonders für sensible, raue Haut.
Zur Anwendung wird das Öl dünn auf die betroffenen Stellen aufgetragen und sanft einmassiert. Anschließend empfiehlt es sich, Baumwollsocken oder Handschuhe anzuziehen, um eine leichte Okklusion zu erzeugen. Dadurch wird der Feuchtigkeitsverlust reduziert und die Haut kann über Nacht geschmeidiger werden. Die Anwendung kann täglich erfolgen, solange keine Entzündung oder offene, blutende Rhagade vorliegt.
Bei tiefen, entzündeten oder nässenden Schrunden sind stärker okklusive Salben oder eine gezielte Wundbehandlung meist sinnvoller als reine Ölpackungen.
Wie wird ein Schrundenpflaster angewandt?
Im Handel sind spezielle Pflaster zur Behandlung von Schrunden erhältlich, insbesondere für Fersen oder Finger. Dabei unterscheidet man im Wesentlichen zwischen Hydrokolloidpflastern und sogenannten Flüssigpflastern.
Hydrokolloidpflaster bilden über der Schrunde ein feuchtes Wundmilieu. Sie nehmen Wundsekret auf, quellen gelartig auf und schützen die Fissur mechanisch vor Druck und Reibung. Durch die geschützte, leicht feuchte Umgebung kann die Epithelisierung unterstützt werden. Eine direkte „regenerierende“ Wirkung haben sie nicht, sondern sie schaffen günstige Heilungsbedingungen.
Einige Produkte enthalten zusätzlich pflegende Bestandteile wie Öle oder Panthenol. Diese können die Hautbarriere unterstützen, sind jedoch nicht der Hauptwirkmechanismus des Pflasters.
Flüssigpflaster bestehen meist aus filmbildenden Polymeren. Sie werden auf die gereinigte, trockene Haut aufgetragen und bilden nach dem Trocknen einen flexiblen Schutzfilm. Dieser stabilisiert die Schrunde mechanisch und kann ein erneutes Aufreißen verhindern. Sie sind vor allem bei kleineren, oberflächlichen Rissen geeignet.
Zunächst reinigen Sie die Haut vorsichtig und trocknen sie vollständig. Das Pflaster wird spannungsfrei über der Schrunde platziert (bei Hydrokolloidpflastern). Ränder sorgfältig andrücken und das Pflaster mehrere Tage belassen, sofern es dicht haftet und keine Anzeichen einer Infektion bestehen.
Flüssigpflaster werden dünn aufgetragen und müssen vollständig trocknen, bevor eine Belastung erfolgt.
Bei größeren oder tieferen Schrunden ist die mechanische Entlastung entscheidend. Eine Polsterung der Ferse (z. B. mit Gel- oder Silikonpolster) kann Druck und Scherkräfte reduzieren sowie Schutz vor Reibung und erneuter mechanischer Belastung bieten.
Nicht geeignet sind Schrundenpflaster bei stark entzündeten oder eitrigen Wunden, bei diabetischem Fuß ohne ärztliche Kontrolle und bei sehr tiefen, klaffenden Rissen.
Der zentrale therapeutische Faktor ist die Druck- und Reibungsreduktion. Je geringer die mechanische Belastung, desto besser kann die Schrunde epithelial schließen.
* Hier erhalten Sie ein Flüssigpflaster zur Behandlung von Schrunden an Händen und Füßen.
Können Produkte gegen Schrunden Nebenwirkungen haben?
In der Regel sind sowohl herkömmliche als auch selbst gemachte Schrunden-Präparate gut verträglich. Vereinzelt kann es aber zu Nebenwirkungen wie lokalen Hautreizungen, Rötungen, Brennen oder Juckreiz kommen. Gelegentlich treten allergische Reaktionen (Kontaktdermatitis) auf, insbesondere bei empfindlicher Haut.
Die Nebenwirkungen können durch eine Unverträglichkeit gegen bestimmte Wirkstoffe oder eine zu hohe Dosierung derselben verursacht werden.
So können z. B. höhere Urea-Konzentrationen (über 10 Prozent) bei der Behandlung leicht gereizter Haut oder krankhafter Gewebeveränderungen ein unangenehmes Brennen verursachen. Darum wird in puncto Erstbehandlung leicht gereizter, atopischer Haut empfohlen, Harnstoff in Konzentrationen von maximal 5 Prozent anzuwenden.
Am besten ist es, ein Präparat anfangs auf einer kleinen Hautstelle zu testen. Treten dann Beschwerden auf, sollte die Behandlung nicht fortgeführt werden.
Vorsicht bei Komplikationen!
Meist können Rhagaden durch die Eindämmung der Ursachen und eine entsprechende Behandlung auch ohne eine ärztliche Visite rasch in den Griff bekommen werden. Kommt es allerdings zu Komplikationen wie Blutungen und Entzündungen, sollte ein Experte konsultiert werden.
Denn im schlimmsten Fall kann bei einer Infektion ein Abszess auftreten (eine schmerzhafte Eiteransammlung). Abszesse entstehen fast immer durch bakterielle Infektionen (oft Staphylokokken).
Es treten Symptome wie Rötung, Schwellung, pochende Schmerzen und Überwärmung auf. Die Behandlung erfolgt primär durch eine chirurgische Eröffnung (Spaltung/Drainage) und Antibiotika.
Fazit: Schrunden – Ursachen finden und gezielt behandeln
Ganz gleich, an welcher Körperstelle Sie Schrunden haben – entscheidend ist eine ursächliche und individuelle Behandlung. Maßnahmen wie Salben, Cremes, Fußbäder, Hornhautentfernung und Ölpackungen bringen in der Regel eine schnelle Linderung der Beschwerden. Liegt eine Infektion vor, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.