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  • Koala-Bär frisst Eukalyptusblätter
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Eukalyptus – Wirkung und Anwendung

Eukalyptus wird traditionell bei Erkältungen, Husten und Atemwegserkrankungen eingesetzt. Sein ätherisches Öl enthält vor allem Cineol, welches schleimlösend wirken und die Atemwege unterstützen kann. Auch bei Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie zur Insektenabwehr werden verschiedene Eukalyptusarten verwendet. Doch nicht jede Art ist als Heilpflanze geeignet.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
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Der Eukalyptus ist eine uralte Heilpflanze

Der Eukalyptus zählt wie die Gewürznelke zur Familie der Myrtengewächse. Es gibt rund 800 Arten, die fast ausschließlich in Australien und Tasmanien heimisch sind. Darunter finden sich sowohl Sträucher, als auch bis zu 100 m hohe Bäume.

Der Eukalyptus spielt seit Jahrtausenden eine sehr wichtige Rolle in der traditionellen Heilkunde. Weltweit werden rund 20 Arten als Heilpflanzen und für die Gewinnung ätherischer Öle kultiviert.

Auf europäischer Ebene wurden die Eukalyptus-Blätter und das daraus gewonnene ätherische Eukalyptusöl durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) als pflanzliche Arzneimittel offiziell anerkannt.

Der Hauptwirkstoff im ätherischen Öl des Eukalyptus ist das Cineol (auch Eukalyptol genannt).

Zu den empfohlenen Anwendungsbereichen zählen insbesondere Erkältungskrankheiten (v. a. im Bereich der oberen Atemwege) und Muskelschmerzen.

Lieblingsessen vom Koalabär

Während die ätherischen Öle bei zu hoher Dosierung für Menschen giftig sind, stellen sie für Koalas die Hauptnahrungsquelle dar, da sich ihr Verdauungssystem perfekt an diese Giftstoffe angepasst hat.

Ein ausgewachsener Koalabär vertilgt täglich rund 600 bis 800 Gramm dieser Blätter. Da er das einzige Säugetier mit dieser Vorliebe ist, muss er auch keine Nahrungskonkurrenten befürchten.

Der Eukalyptus in der traditionellen Heilkunde der Aborigines

Die Aborigines (Ureinwohner Australiens) nutzen Eukalypten bereits seit Jahrtausenden bei einem breiten Spektrum von Leiden (3).

Die Eukalyptus-Pflanzenteile werden dabei innerlich und äußerlich angewandt (9). Aus den Blättern oder Blüten werden Aufgüsse (Tees) zubereitet, um z. B. Lungeninfektionen zu behandeln, Fieber zu senken und schmerzhafte Magen-Darm-Erkrankungen zu lindern.

Dampfbäder (Inhalationen) werden bei schweren rheumatischen Beschwerden, Gelenkschmerzen und Muskelkrämpfen angewandt. Zudem werden aus den zerstoßenen oder zerkauten Blättern Umschläge gemacht. Der Brei wird auf Wunden, Verbrennungen oder Insektenstiche aufgetragen.

Bei Smoke Ceremonies (Rauchzeremonien) werden die frischen Blätter in die Glut des Feuers gelegt. Der aufsteigende Dampf reinigt die Atemwege, wirkt gegen festsitzenden Husten sowie verkrampfte Atemwege und desinfiziert die Umgebung.

Lebensbedrohliche Notfälle werden zwar mittlerweile längst mit Medikamenten behandelt. Dennoch stellt auch heute noch der Eukalyptus ein wichtiges Fundament der traditionellen australischen Medizin dar.

Eukalypten mit Heilwirkung - Die drei offiziellen Heilpflanzen

Die Aborigines nutzen je nach Region nachweislich etwa 70 wilde Eukalypten ganz gezielt als Heilpflanzen. In Europa spielen laut dem Europäischen Arzneibuch aber nur 3 Arten mit besonders hohem Cineol-Gehalt eine Rolle.

E. globulus (Blauer Eukalyptus) – die unangefochtene Nummer 1

E. globulus hat als Heilpflanze die größte Bedeutung. Das ätherische Öl riecht intensiv, scharf, krautig und stark kampferartig. Es enthält bis zu 85 % Cineol und löst festsitzenden Schleim bei akuter Bronchitis.

Es handelt sich um die einzige Art, deren Blätter als offizielles pflanzliches Arzneimittel gelten, was bedeutet, dass die EMA die Wirkung bei Husten und Erkältungen als wissenschaftlich belegt und sicher anerkennt.

E. polybractea (Blaublättriger Mallee-Eukalyptus) – die stärkste Essenz

E. polybractea liefert ein extrem starkes Öl. Es enthält bis zu 90 % Cineol, hilft bei hartnäckigen Infekten und reinigt effektiv die Raumluft. Der Duft wird als sehr stark, rein und klar beschrieben.

E. smithii (Gully-Eukalyptus) – die sanfte Kraft

E. smithii gilt aufgrund des niedrigeren Cineol-Gehalts (ca. 75 %) als besonders gut verträglich. Das Öl riecht weich, sanft und leicht süßlich. Es eignet sich ideal bei einer leichten Erkältung und ist oft Bestandteil in schmerzlindernden Salben gegen Muskel- und Gelenkschmerzen.

Eukalypten mit Zitrusduft zur Insektenabwehr

Neben den gerade beschriebenen Eukalypten gibt es weitere, bei uns ebenfalls gebräuchliche Arten wie E. citriodora (Zitroneneukalyptus) und E. staigeriana (Zitronen-Eisenrindenbaum). Diese sind im Europäischen Arzneibuch aufgrund des niedrigen Cineolgehalts nicht als Heilpflanzen verzeichnet.

Im ätherischen Öl dominieren z. B. Citronellal, Citral und Limonen. Diese Terpene eignen sich hervorragend zur Abwehr von Insekten.

In der Aromatherapie gilt der zitronenartige Duft als belebend und zugleich entspannend. Er soll zur Entspannung, Linderung von Stress und Angstzuständen beitragen.

* Hier erhalten Sie 100 % naturreines ätherisches Eukalyptusöl (E. citriodora), gewonnen aus den Blättern des Zitroneneukalyptus.

Wie Sie Zitroneneukalyptus zur Insektenabwehr nutzen können

Um sich effektiv vor Mücken und Zecken zu schützen, haben Sie zwei Möglichkeiten:

Für ein selbst gemachtes Hautspray mischen Sie 20 bis 30 Tropfen des ätherischen Öls (E. citriodora) mit 10 ml Alkohol und 90 ml Wasser in einer Sprühflasche. Schütteln Sie die Flasche vor jedem Gebrauch kräftig und sprühen Sie unbedeckte Hautstellen ein (Gesicht aussparen!).

Da das reine Öl schnell verdunstet, müssen Sie den Schutz alle 1 bis 2 Stunden erneuern. Für Kleinkinder ist das selbstgemachte Spray zu stark.

Fertigsprays – ob von * Autan, AntiBrumm oder anderen Herstellern – haben eine längere Wirkdauer, da sie den aus dem Zitroneneukalyptus gewonnenen Wirkstoff Citriodiol konzentriert enthalten. Er schützt Sie bis zu 6 Stunden zuverlässig. Die Produkte sind offenbar für Kinder ab 1 bis 2 Jahren geeignet. Lesen Sie jedoch aufmerksam die Packungsbeilage.

Für mückenfreie Räume geben Sie 4 bis 5 Tropfen des reinen ätherischen Öls in einen Diffuser oder in eine Duftlampe mit Teelicht. Der verdampfende Zitrusduft verwirrt die Sinnesorgane der Insekten und hält sie effektiv auf Abstand.

Eukalyptus mit Minzaroma – beliebt in der Aromatherapie

Der Pfefferminz-Eukalyptus (E. radiata) hat einen minzeartigen Dufts. Dieser ist auf das Terpen para-Cymol zurückzuführen, das auch in der Minze enthalten ist. Der Cineolgehalt liegt immerhin bei ca. 60 bis 70 %.

In der Aromatherapie ist der Pfefferminz-Eukalyptus aufgrund seines vielschichtigen Dufts extrem beliebt. Wegen seiner milden Note wird er oft als verträglicher für die Atemwege empfunden als die cineolreichen Arten.

* Hier finden Sie ätherisches Öl von E. radiata aus biologischem Anbau.

Wie der Eukalyptus wirkt

Wie bei anderen Myrtengewächsen befinden sich auch in den Blättern des Eukalyptus reichlich Öldrüsen (10). Diese bilden sehr viel ätherisches Öl. Hierbei handelt es sich um ein komplexes Gemisch. Es enthält in der Regel 20 bis 80 Verbindungen in unterschiedlichen Konzentrationen. Diese variieren u. a. abhängig von der Art und dem Standort.

Zu den Hauptbestandteilen des ätherischen Öls gehören Terpene und Terpenoide. Der Hauptwirkstoff ist 1,8-Cineol, früher bekannt als Eucalyptol. Dieses kampferartig riechende Terpen kommt in vielen Heil- und Gewürzpflanzen vor (etwa dem Rosmarin, Salbei, Ingwer und Ysop), aber in sehr viel geringerer Menge als im Eukalyptus.

Abgesehen vom ätherischen Öl sind in den Blättern auch Gerbstoffe (Tannine) und Polyphenole (u. a. Flavonoide) enthalten.

In zahlreichen Studien konnten die heilsamen Eigenschaften des Eukalyptus belegt werden: Er wirkt antioxidativ, antibakteriell, antiviral, entzündungshemmend und wundheilungsfördernd (4). Zudem hält er Insekten, Milben und Zecken fern.

Bei welchen Beschwerden hilft Eukalyptus?

In vielen Studien wurde der isolierte Wirkstoff 1,8-Cineol untersucht. Seine Wirkung lässt sich nicht zwangsläufig auf das gesamte ätherische Öl übertragen. Doch genau dieses ist ja im Handel erhältlich. Daher stellen wir nachfolgend klinische Studien mit dem ätherischen Öl oder auch mit Extrakten vor. Die verwendete Eukalyptus-Art wird in den Studien leider selten erwähnt.

Der hustenlindernde Effekt

Der Eukalyptus wird traditionell zur Linderung von Husten angewandt (1). In einem Review wertete man 6 klinische Studien mit insgesamt mehr als 1.800 an Husten leidenden Teilnehmern aus (2).

In 2 Studien wurde 3-mal täglich ein Eukalyptus-Extrakt (mit je 200 mg Cineol) eingesetzt. In den anderen 4 Studien kamen Kombinationspräparate mit ätherischem Eukalyptusöl, Zitronenöl und Kiefernöl zum Einsatz (300 mg, 3- bis 4-mal täglich).

Die Beschwerden verbesserten sich genauso gut wie mit einem Antibiotikum (Cefuroxim) und Ambroxol (einem schleimlösenden Mittel).

Die Wirkung bei Arthritis

Auch bei Rheuma kann der Eukalyptus hilfreich sein. In einer randomisierten klinischen Studie wurden 70 Rheuma-Patienten in 2 Gruppen eingeteilt (11). Sie inhalierten über einen Monat 3-mal täglich je 1 ml Eukalyptusöl für 5 Minuten oder erhielten ein Placebo.

Das Öl führte im Vergleich zum Placebo zu einer signifikanten Schmerzlinderung und verbesserte dadurch die Lebensqualität der Patienten.

Wirksam gegen Schmerzen und Bluthochdruck

Die Heilpflanze kann sogar nach schweren Operationen erstaunliche Unterstützung bei der Schmerzlinderung leisten.

An einer Studie nahmen nach einer Knieoperation (Kniegelenksersatz) 52 Patienten teil (12). Ein Teil inhalierte an 3 aufeinanderfolgenden Tagen für jeweils 30 Minuten ätherisches Eukalyptusöl (verdünnt in Mandelöl), der andere Teil 2 reines Mandelöl.

Die Schmerzwerte waren in der Eukalyptus-Gruppe an allen Tagen deutlich niedriger. Interessanterweise sanken am 2. Tag auch der systolische und diastolische Blutdruck. Dies wurde auf die entspannende und stressreduzierende Wirkung des Öls zurückgeführt.

Hilfreich bei Zahnfleischproblemen

Laborstudien haben gezeigt, dass Eukalyptus-Extrakte gegen Bakterien wirken, die Karies und Parodontitis verursachen. An einer kontrollierten Doppelblindstudie Studie nahmen 64 Personen teil, die an Zahnfleischentzündung litten (14).

Die eine Hälfte kaute für 12 Wochen entweder täglich einen Kaugummi mit 0,6 % Eukalyptus-Extrakt (90 mg/Tag) oder mit 0,4 % Eukalyptus-Extrakt (60 mg/Tag). Die andere Hälfte erhielt ein Placebo (Kaugummi ohne Extrakt).

In den Eukalyptus-Gruppen kam es zu einer signifikanten Reduktion von Zahnbelag (Plaque) und Zahnfleischbluten, denn der Extrakt blockiert die Anheftung von oralen Krankheitserregern (z. B. Porphyromonas gingivalis) an den Zahnschmelz. Dabei wurde die Mundflora nicht negativ beeinträchtigt.

Wenn Sie einen Eukalyptus-Kaugummi kaufen möchten, lesen Sie unbedingt die Inhaltstoffliste. Denn die allermeisten enthalten lediglich Aromen, aber kein einziges echtes Eukalyptus-Molekül. Wir entdeckten nur bei Trendzucker einen Xylit-Kaugummi mit echtem ätherischen Öl.

Eukalyptus wirkt gleich gut wie Chlorhexidin

Chlorhexidin gilt in der Zahnmedizin als Standardpräparat zur chemischen Plaque-Hemmung und Keimreduktion. In einer klinischen Studie mit 74 Probanden wurden zwei Eukalyptus-Mundspülungen mit einer 0,12-prozentigen-Chlorhexidin-Spülung verglichen (15).

Die eine Spülung enthielt das ätherische Öl von E. globulus mit 87 % Cineol, die andere enthielt das ätherische Öl von E. citriodora mit 90 % Citronellal.

Die beiden Spülungen zeigten eine nahezu identische antibakterielle Wirksamkeit gegen Plaque-Bakterien wie Chlorhexidin. E. globulus konnte die Erreger schon bei einer geringeren Konzentration (4 %) erfolgreich bekämpfen als E. citriodora.

Die bei Chlorhexidin typischen Begleiterscheinungen wie Geschmacksstörungen und Zahnverfärbungen traten nicht auf.

Aromatherapie lindert Beschwerden bei Post-Covid

Vom Post-Covid-Syndrom spricht man, wenn bestimmte Symptome auch nach der Infektion noch länger als 12 Wochen anhalten.

In einer Pilotstudie erhielten 15 Betroffene eine Aromatherapie (Inhalation mit Eukalytpusöl) (16). Die Inhalation führte zu einer signifikanten Linderung ihrer Beschwerden (Atemnot, Rückenschmerzen und Angstzustände).

Weiter unten finden Sie eine genaue Anleitung zur Inhalation.

Wie Sie den Eukalyptus zubereiten und anwenden

Vom Eukalyptus wird meist das ätherische Öl verwendet und inhaliert (Aromatherapie). Sie können aber auch aus den Blättern einen Tee kochen, diesen trinken oder ihn ebenfalls zur Inhalation nutzen.

Wie Sie Eukalyptus-Tee kochen

Die von der EMA empfohlene Tagesdosis liegt bei 4,5 bis 12 g getrockneten Eukalyptus-Blättern (5).

Für eine Tasse Tee gießen Sie 1,5 bis 3 g (1 bis 2 TL) getrocknete und zerkleinerte Blätter mit 150 ml kochendem Wasser auf. Lassen Sie den Tee 10 bis 15 Minuten zugedeckt ziehen und gießen Sie ihn dann ab. Das kondensierte Wasser am Deckel gießen Sie in den Tee. Es enthält das ätherische Öl.

Vom Tee können Sie 3-mal täglich eine Tasse trinken.

* Hier erhalten Sie geschnittene Bio-Eukalyptusblätter (E. globulus).

Wie Sie einen Aufguss für eine Inhalation herstellen

Zerkleinern Sie pro Anwendung 2 bis 3 g (1,5 bis 2 TL) der getrockneten Blätter mit den Fingern und übergießen Sie sie mit ½ l kochendem Wasser. Lassen Sie den Aufguss zugedeckt für 3 bis 5 Minuten ziehen, seihen Sie ihn ab und geben Sie ihn in eine Inhalationsschüssel.

Beugen Sie nun das Gesicht mit ausreichend Sicherheitsabstand (etwa 20 bis 30 cm) über die Schüssel. Legen Sie ein Handtuch über Kopf und Gefäß und atmen Sie den Dampf für 10 Minuten tief ein. Schließen Sie dabei unbedingt die Augen.

Während reines ätherisches Öl beim Übergießen sofort als konzentrierte, scharfe Wolke aufsteigt und die Augen und Schleimhäute reizen kann, ist der Dampf eines Blattaufgusses mild und angenehm. Öfter als 3-mal täglich sollten Sie die Inhalation nicht durchführen.

Wie Sie Eukalyptusöl zum Inhalieren nutzen

Laut der EMA reichen für eine therapeutische Inhalation 3 bis maximal 8 Tropfen des reinen ätherischen Eukalyptusöls auf 250 ml Wasser völlig aus (17).

Bringen Sie 1 l Wasser zum Kochen und lassen Sie es in der Schüssel ca. 3 Minuten auf etwa 80 °C abkühlen. Geben Sie 3 bis 8 Tropfen des Öls in das Wasser und gehen Sie nun genauso vor wie bei der Inhalation mit dem Aufguss. Auch diese Inhalation sollte nicht öfter als 3-mal täglich erfolgen..

Wie Sie Eukalyptusöl äußerlich zum Einreiben verwenden

Die äußerliche Einreibung mit ätherischem Eukalyptusöl wirkt stark durchblutungsfördernd, wärmend und schmerzlindernd. Zudem werden über die aufsteigenden Dämpfe die Atemwege befreit. Da ätherische Öle hochkonzentriert sind, dürfen sie nie unverdünnt aufgetragen werden.

Mischen Sie das Eukalyptusöl daher immer mit einem fetten Trägeröl (z. B. Mandelöl oder Jojobaöl). Das ideale Mischungsverhältnis liegt bei 3 bis 5 Tropfen ätherischem Öl auf 1 Esslöffel (10 ml) Trägeröl. Das entspricht einer sicheren Konzentration von etwa 2 %.

Machen Sie vorab am besten einen Hauttest, um zu sehen, ob Sie das Öl vertragen. Wenn ja, können Sie die Ölmischung auf gesunde Hautpartien auftragen (nicht auf Wunden). Geben Sie die Ölmischung in die Hände und reiben Sie diese kurz warm.

Massieren Sie das Öl bei Erkältungskrankheiten sanft auf der Brust und dem oberen Rücken ein. Die Körperwärme lässt die Wirkstoffe verdampfen, sodass Sie diese automatisch einatmen. Bei Muskel- oder Gelenkschmerzen reiben Sie das Öl direkt auf den betroffenen Hautpartien ein.

Waschen Sie Ihre Hände danach gründlich mit Seife. Denn gelangt Eukalyptusöl über die Finger in die Augen, führt dies zu starken Reizungen.

* Hier gibt es naturreines ätherisches Eukalyptusöl (E. globulus), standardisiert auf einen Gehalt von mindestens 80 % Cineol.

Kann man Eukalyptusöl auch einnehmen?

Das ätherische Öl kann zwar eingenommen werden, birgt aber Risiken, so dass wir davon abraten. Schon wenige Milliliter können zu schweren Vergiftungssymptomen wie Erbrechen, Atemstillstand sowie Bewusstlosigkeit und in Folge zum Tod führen.

Will man es dennoch nehmen, so pro Dosis nicht mehr als 0,1 bis 0,2 ml (2 bis 4 Tropfen) maximal 5-mal täglich. Pur darf es nicht genommen werden. Auch nicht gemischt in Wasser. Denn das Öl löst sich nicht im Wasser, sondern schwimmt an der Oberfläche und kann nun akute Schleimhautschäden im Rachen und Mund verursachen.

Verrühren Sie es daher zuvor mit 1 TL Honig oder 2-3 EL Sojamilch und geben nun diese Mischung in ein großes Glas (ca. 250 ml) lauwarmes Wasser oder Tee und trinken es in kleinen Schlucken.

Sehr viel sicherer ist die Einnahme des ätherischen Öls in Kapselform.

* Hier finden Sie ein Kapselpräparat mit einer Mischung aus ätherischem Eukalyptusöl, Süßorangenöl, Myrtenöl und Zitronenöl. Es ist nicht vegan (Gelatine-Kapseln).

Wie Sie eine Eukalyptus-Tinktur verwenden

Tinkturen sind meist alkoholhaltig (alkoholhaltige Tinkturen) und werden aus 1 Teil Blätter auf 5 bis 10 Teile Alkohol hergestellt. Auf der Packung steht dann das Verhältnis 1:5 oder 1:10.

Genau wie Kapseln (siehe unten) können Tinkturen standardisiert sein, das heißt, sie enthalten dann eine garantierte Wirkstoffmenge (300-900 mg Cineol pro Tagesdosis).

Tinkturen werden bei akuten Erkältungen/Atemwegsinfekten meist 2- bis 3-mal täglich eingenommen, z. B. je 20 bis 40 Tropfen (ca. 1 bis 2 ml).

Wenn Sie 20-30 Tropfen in 100 ml warmes Wasser geben, können Sie die Mischung als keimhemmende Gurgellösung bei Rachen- und Zahnfleischentzündungen verwenden.

Wie Sie Eukalyptus-Kapseln einsetzen

Kapseln können das ätherische Öl enthalten – siehe „Kann man Eukalyptusöl auch einnehmen?“ – sie können aber auch einen Trockenextrakt enthalten oder das reine Cineol.

* Ein bekanntes Präparat mit Cineol ist Soledum forte (nicht vegan). Es enthält 200 mg Cineol pro Kapsel und 3- bis 4-mal täglich eingenommen werden – etwa bei Bronchitis oder Nasennebenhöhlenentzündung.

Da die Wirkstoffkonzentration je nach Hersteller und Produkt stark variieren kann, ist es wichtig, dass Sie das Präparat so dosieren, wie es im Beipackzettel steht.

* Ein natürliches (nicht standardisiertes) Präparat für die Lungen und Atemwege ist das Lungenkraut von Naturtreu. Es enthält eine Kombination aus Lungenkraut, Thymian, Eukalyptus, N-Acetyl-Cystein (Schleimlöser und Antioxidans) und Vitamin B2 und – im Gegensatz zu den Apothekenpräparaten – keinerlei sonstige Zusatz- oder Hilfsstoffe. Nutzen Sie gern unsere Rabatt-Codes. Diese lauten: NT15-ZDG (15 % für Neukunden) und NT10-ZDG (10 % für Bestandskunden).

Wie Sie Eukalyptus-Salben anwenden

Eukalyptus-Salben basieren auf einer fettreichen Grundlage (wie Vaseline, Bienenwachs oder Pflanzenölen). In diese wird das ätherische Öl eingearbeitet.

Salben eignen sich hervorragend für die äußere Einreibung auf Brust und Rücken bei Erkältungen oder direkt auf schmerzende Gelenke und Muskeln. Beim Auftragen auf die Haut entfalten sie eine lokale Wärmewirkung und fördern spürbar die Durchblutung.

Meist werden die Präparate 2- bis 3-mal täglich sanft einmassiert. Bei Erkältungen empfiehlt sich die Anwendung besonders vor dem Schlafengehen, um ein freies Atmen in der Nacht zu unterstützen.

Genau wie das reine ätherische Öl dürfen jedoch auch Salben niemals auf offene Wunden, geschädigte Haut oder im Gesicht aufgetragen werden.

* Hier gibt es die berühmte Erkältungssalbe mit Eukalyptusöl (und Kiefernnadelöl sowie Menthol). Sie kann auch mit heißem Wasser in eine Inhalationslösung verwandelt werden.

Wie lange darf man Eukalyptus anwenden?

Generell gilt für alle Anwendungen (wie Tee, Tinktur oder Inhalation): Wenn die Symptome während der Behandlung länger als 1 Woche anhalten oder sich verschlimmern, sollten Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker um Rat fragen (8). Dasselbe gilt, wenn Symptome wie Fieber oder Atemnot auftreten.

Diese Warnzeichen deuten meist darauf hin, dass die pflanzliche Hilfe nicht ausreicht und sich die zugrundeliegende Erkrankung verschlimmert hat. Zudem kann zu langes Inhalieren die Atemwege auf Dauer reizen.

Wie lange dauert es, bis die Wirkung eintritt?

Nach einer Inhalation oder einem Dampfbad tritt eine Wirkung nach 1 bis 2 Minuten ein, nach einer äußerlichen Anwendung (Salben) nach etwa 5 bis 10 Minuten.

Trinkt man den Tee, spürt man nach ca. 15 bis 20 Minuten eine Linderung der Beschwerden, nimmt man Kapseln ein, nach etwa 20 bis 30 Minuten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Laut der EMA sind in der Regel (!) keine Nebenwirkungen zu befürchten. Dennoch kann es gerade bei innerlicher Einnahme hochkonzentrierter Präparate zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und allergischen Reaktionen kommen

Entscheidend ist in jedem Fall die richtige Dosierung. Man darf Eukalyptus-Produkte niemals überdosieren. Das gilt ganz besonders für das reine ätherische Öl und reine Cineol-Präparate, die bei innerlicher Einnahme zu einer sehr schweren Vergiftung führen können.

Klinische Studien zur äußerlichen Anwendung von ätherischem Eukalyptusöl haben gezeigt, dass es sowohl bei Inhalationen als auch bei der Verwendung auf der Haut bei korrekter Anwendung gut vertragen wird (7). Es kann allenfalls zu allergischen Hautreaktionen, lokalen Reizungen oder Rötungen kommen.

Wer den Eukalyptus besser nicht nutzen sollte

Gerade, weil der Eukalyptus ein hochwirksames Naturheilmittel ist, darf seine starke Wirkung nicht unterschätzt werden:

Für Säuglinge und Kleinkinder (unter 30 Monaten) sind cineolhaltige Salben, Einreibungen oder Inhalationen im Gesichtsbereich strikt tabu. Es besteht das akute Risiko eines Kehlkopfkrampfes (Laryngospasmus), der zu schwerer Atemnot führen kann.

Der Zitronen-Eukalyptus (E. citriodora), der kein Cineol enthält, wäre jedoch möglich, z. B. als Raumduft (1 bis 2 Tropfen auf einen Duftstein oder in eine Wasserschale auf der Heizung geben) oder für eine sanfte Einreibung (1 Tropfen des Öls mit 2 Esslöffeln Mandelöl mischen und damit den Rücken oder die Fußsohlen des Kindes massieren).

* Hier erhalten Sie 100 % naturreines ätherisches Eukalyptusöl (E. citriodora), gewonnen aus den Blättern des Zitroneneukalyptus.

Auch Kinder unter 12 Jahren sollten besser keine starken Eukalyptus-Zubereitungen erhalten. Ein milder Tee oder spezielle Kinderbalsame oder -bäder wären möglich, aber keine eigenen Mischungen von ätherischem Öl mit einer Basiscreme oder einem Basisöl und auch keine Inhalationen mit ätherischem Öl.

In der Schwangerschaft und Stillzeit wird vom Eukalyptus abgeraten, da es keine ausreichenden medizinischen Daten zur Sicherheit.

Welche Wechselwirkungen gibt es?

Eukalyptuspräparate oder -zubereitungen sollten nicht gemeinsam mit Barbituraten, Benzodiazepinen und Antidepressiva angewendet werden (6). Denn Cineol regt die Leberenzyme stark an. Dadurch baut der Körper diese Medikamente deutlich schneller ab, was deren medizinische Wirkung abschwächt.

Warum Sie besser keinen Eukalyptus im Garten anpflanzen sollten

Der Anbau des Eukalyptus im eigenen Garten oder auf dem Balkon kann zwar für ein exotisches Flair und einen frischen Duft sorgen. Doch ist es nicht zwangsläufig eine gute Idee, davon dann auch die Blätter für Tee oder andere Zubereitungen zu ernten.

Nur 1 Eukalyptus eignet sich als Heil- und Teepflanze

Nicht jede Art eignet sich als Heilpflanze! Nur der Blaue Eukalyptus ist als „Teepflanze“ zugelassen. Andere Arten können unverträgliche oder sogar giftige Inhaltsstoffe aufweisen, die dann zu starken Magen-Darm-Reizungen führen können.

Der Heil-Eukalyptus ist nicht winterhart

Der Blaue Eukalyptus ist aber wieder nicht winterhart und würde z. B in Deutschland oder der Schweiz im Winter erfrieren (zumindest oberirdisch).

Die falschen Blätter

Zwar kann es sein, dass der Baum nach dem Abfrieren im Frühjahr wieder austreibt, doch bildet er dann stets seine rundlichen Jugendblätter. Diese wiederum enthalten nur wenig Wirkstoff sowie zusätzlich Giftstoffe (Phellandren oder Piperiton).

Es kann bis zu 10 Jahren dauern, bis ein Blauer Eukalyptus die wirkstoffreichen und giftfreien sichelförmigen Blätter bildet. In diesen Jahren darf er aber nicht zwischendurch erfrieren, sonst wird er wieder ins Jugendstadium versetzt.

Winterharte Arten enthalten zu wenig Wirkstoff und häufig Giftstoffe

Andere Eukalyptusarten – gerade jene bei uns erhältlichen Arten – bilden nie ausreichend Wirkstoff und/oder dauerhaft unerwünschte Stoffe.

Pflanzen Sie lieber heimische Arten!

Da die Bäume oder Büsche zudem nicht zu unserer heimischen Flora zählen, ist ihr ökologischer Wert fraglich.

Zwar sind sie dürreresistent, so dass es verlockend ist, sie in Zeiten heißer, trockener Sommer bei uns anzusiedeln. Doch gibt es auch heimische Arten, die durchaus mit Trockenheit und Hitze zurechtkommen und dabei gleichzeitig der heimischen Insektenwelt nützen, z. B. die Felsenbirne, der Sanddorn oder auch der Weißdorn.

Es ist also nicht sinnvoll, den Eukalyptus im Garten, Wintergarten oder auf dem Balkon zu pflanzen, weshalb wir auch die üblichen Tipps zur Pflege an dieser Stelle nicht aufführen.

Fazit: Eukalyptus – eine mystische Heilpflanze

Die Aborigines betrachten den Eukalyptus als heiligen Baum. Aus der tiefen Verbundenheit zur Natur entstand das Wissen um die starke Heilkraft der Pflanze.

Mittlerweile schätzt auch die moderne Wissenschaft das Heilpotenzial des Eukalyptus – besonders bei Erkältungen, Gelenkschmerzen und in der Aromatherapie zur Entspannung. So verbindet die Pflanze bis heute uraltes Heilwissen mit moderner Medizin.


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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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