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Pilzinfektion als Ursache für Alzheimer?

Bekannte Risikofaktoren in Bezug auf Alzheimer sind eine ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, geringe kognitive Stimulation oder auch das Rauchen. Spanische Forscher entdeckten 2015 Pilzinfektionen im Gehirn von Alzheimerpatienten, so dass sich die Frage stellt, ob diese ursächlich an der Krankheitsentstehung beteiligt sein könnten.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 04 Juni 2026
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Ist eine Pilzinfektion an der Entstehung von Alzheimer beteiligt?

Im Jahr 2015 machte das Forscherteam um Diana Pisa aus Spanien eine interessante Entdeckung bei bereits verstorbenen Alzheimerpatienten.

Das Gewebe des Zentralnervensystems dieser Patienten enthielt Pilzzellen und Pilzzellfäden. Gleich in mehreren Hirnregionen wurde das Pilzmaterial gefunden.

Auch in den Blutgefäßen wurden Pilzinfektionen nachgewiesen, was die vaskuläre Demenz erklären könnte, die häufig bei entsprechenden Patienten festgestellt wird. Als vaskuläre Demenz bezeichnet man eine Demenz, die sich auf Grund von Durchblutungsstörungen im Gehirn entwickelt.

Bei der Analyse der Pilz-DNA konnten mehrere verschiedene Pilzarten identifiziert werden. Zusätzlich zeigte sich das Immunsystem offenbar alarmiert, da sich verstärkt antimikrobielle Peptide mit gleichzeitiger Wirkung gegen den Hefepilz Candida albicans gebildet hatten. (Antimikrobielle Peptide sind körpereigene Eiweiße und Mitglieder des Immunsystems.)

Die Auswirkungen von Alzheimer

Alzheimer ist eine Demenzerkrankung des Gehirns. Kennzeichnend dafür ist der langsam fortschreitende Untergang von Nervenzellen. Im Gehirn von Patienten befinden sich die typischen Amyloid-Plaques (Eiweißablagerungen).

Durch diese Ablagerungen kommt es zu Gedächtnis- und Orientierungsstörungen sowie Störungen des Denk- und Urteilsvermögen. Zusätzlich werden Substanzen, welche die Informationen zwischen den Nervenzellen übermitteln, die sogenannten Neurotransmitter, nicht mehr ausreichend gebildet, was zu einer allgemeinen Leistungsschwäche des Gehirns beiträgt.

Die Mehrheit der Patienten weist auch klare Anzeichen von Entzündungen des zentralen Nervensystems und Schädigungen der Blutgefäße auf.

Pilze und Bakterien im Gehirn von Betroffenen

Wissenschaftler rätseln nun, ob sich die Entzündungen und die daraus folgende Aktivierung des Immunsystems auf Grund dieser neu entdeckten Pilzinfektionen entwickeln.

Andere Wissenschaftler wiederum meinen, die Demenzerkrankung sei eine Infektionskrankheit, denn es wurden auch Herpes-Simplex-Viren und Bakterien, die Lungenentzündungen auslösen können, im Gehirn der Patienten gefunden. Also könnten auch diese Erreger eine Mitursache der Krankheit sein.

Allerdings kann es auch so sein, dass ein Gehirn, das durch Alter, bereits vorhandene Gefäßschäden, Immunveränderungen oder einsetzende Alzheimerprozesse entsprechend geschwächt ist, so dass leichter Pilze und Bakterien eindringen können.

Was bedeutet das für die Therapie?

Gegenwärtig gibt es in der Medizin keine Heilung bei Alzheimer. Man versucht lediglich die Symptome zu mindern und den Verlauf der Krankheit hinauszuzögern.

Die Tatsache, dass Pilze im Gehirn von Betroffenen gefunden wurde, bedeutet nun aber leider nicht, dass man einfach eine Candida-Diät in die Therapie integriert oder zur Prävention einsetzt, um die Pilze zu entfernen.

Sinnvoller ist es da, bekannte Demenzrisiken zu reduzieren: Zu diesen Risiken zählen Bluthochdruck, Diabetes/Insulinresistenz, Übergewicht, hoher LDL-Cholesterinspiegel, Rauchen, Bewegungsmangel, Schlafprobleme, Hör-/Sehverlust, Depressionen, soziale Isolation und Kopfverletzungen.

Setzt man hier an, kann man sein Risiko für Demenz nachweislich senken, was bei Anti-Pilz-Maßnahmen (noch) nicht der Fall ist.

Was wirklich hilft und sogar eine Verbesserung erzielen kann

Oft heißt es, Alzheimer kann nur verzögert werden, Besserungen werden hingegen selten erwartet. Doch gibt es ermutigende Studien, die zeigen, dass Kombinationen aus Bewegung, geistiger Aktivität und sozialem Leben den Abbau nicht nur messbar verlangsamen, sondern die Situation teilweise sogar verbessern (4).

In Sachen Bewegung zählt Tanzen zu einer der besten Einzelmaßnahmen. Randomisierte Studien zeigen, dass Tanzen Gedächtnis und Denken verbessert und teilweise sogar zu positiven Strukturveränderungen im Gehirn (Hippocampus) führen kann (5).

Denn Tanzen kombiniert Bewegung (Durchblutung) mit Koordination (Gehirntraining), Musik (emotionaler Aktivierung) und sozialer Interaktion.

Einen Tanzpartner brauchen Sie dazu übrigens keinen. Machen Sie Aerobic Dance oder Line Dance - also Solo-Tanzarten.

Denken Sie daran: Alzheimer beginnt schon 10 bis 20 Jahre, bevor merkliche Symptome auftreten. Starten Sie daher am besten schon jetzt mit den genannten Maßnahmen.

Weitere Informationen zum Thema lesen Sie in unserem Artikel Alzheimer-Prävention - Tipps zur Vorbeugung.

Update 2.5.2026

Wir fügten Studien 5 und 6 hinzu und den entsprechenden Abschnitt - und löschten Hinweise zu Anti-Pilz-Maßnahmen.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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