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13 min

Hefepilz Candida auris – Die Symptome

Candida auris zählt, gleich wie andere Candida-Pilze, zu den Hefepilzen und kann sich auf Haut oder Schleimhäuten festsetzen. Seit ein paar Jahren sorgt der selten auftretende Pilz aufgrund steigender Fallzahlen und seiner Resistenz gegenüber einigen Medikamenten für Aufsehen. Wir erklären, wie Sie sich schützen können und wie der Pilz behandelt werden kann.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Aktualisiert: 03 Juni 2024

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Was ist Candida auris?

Candida auris ist ein selten auftretender Hefepilz, der bei immungeschwächten Menschen zu Erkrankungen und Infektionen führen kann. So kann der Pilz etwa zu Harnwegsinfektionen, Infektionen von Wunden und Blutvergiftungen ( Sepsis ) führen. Die meisten Menschen, die den Pilz im Körper tragen bzw. bei denen er nachgewiesen wird, erkranken jedoch nicht daran.

Der Pilz wurde erstmals 2009 in Japan im äußeren Gehörgang einer 70-jährigen Patientin nachgewiesen. Daher stammt auch sein Name, denn auris ist das lateinische Wort für Ohr. Seit seinem Auftreten wurde der Pilz bei mehreren tausend Menschen weltweit diagnostiziert.

Er verbreitet sich hauptsächlich in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen und ist häufig gegen herkömmliche Antimykotika, also Anti-Pilz-Medikamente, resistent. Es stehen daher in einigen Fällen nur wenige Antimykotika zur Verfügung, was den Erreger schwerer behandelbar macht als andere Pilze ( 1 ).

Wie häufig tritt der Pilz auf?

In Österreich wurde der Pilz im Jahr 2018 zum ersten Mal nachgewiesen. Seitdem wurden jedoch nur fünf weitere Fälle von Candida auris gemeldet, während in Deutschland im Jahr 2023 77 Fälle diagnostiziert wurden ( 2 ). Das Robert-Koch-Institut berichtet von einem Anstieg der Erkrankungszahlen im Vergleich zu den Vorjahren ( 3 ).

Dies kann jedoch zum Teil auch daran liegen, dass in Deutschland im Jahr 2023 eine Meldepflicht für Candida auris eingeführt wurde (3). Generell sollte man bedenken, dass ein Anstieg auch mit vermehrten Testungen und verbesserten Nachweismethoden zusammenhängen kann.

In ganz Europa wurden von 2013 bis 2017 insgesamt 620 Fälle aus sieben Staaten gemeldet, von denen drei Viertel harmlos verliefen. Lediglich bei einem Viertel führte der Pilz zu Infektionen. Im Jahr 2021 kam es mit 655 gemeldeten Fällen zu einem Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren (1).

Immer mehr Resistenzen und immungeschwächte Menschen

Die Pharmazeutische Zeitung veröffentliche 2023 einen Artikel, in dem darauf aufmerksam gemacht wird, dass die Resistenzen gegenüber den wenig verfügbaren Antimykotika immer weiter zunehmen. Von diesen Resistenzen ist also nicht nur Candida auris betroffen, sondern auch viele andere häufige Pilzarten wie Candida albicans oder Aspergillus fumigatus ( 4 ).

Die Hauptursache der Resistenzen gegenüber antimikrobiellen Medikamenten wie Antimykotika, antiviralen Medikamenten, Antibiotika und Antiparasitika ist der übermäßige Einsatz und Missbrauch dieser Arzneimittel ( 5 ).

So werden diese Mittel häufig verschrieben, obwohl sie gar nicht unbedingt notwendig wären und gelangen durch den Einsatz in der Landwirtschaft auch in unsere Lebensmittel. Achten Sie daher darauf, Medikamente sparsam zu verwenden sowie Bio-Lebensmittel zu kaufen, da diese deutlich weniger belastet sind.

Auch die Zahl der Menschen mit schwachem Immunsystem, die anfällig für einen schwereren Verlauf von Pilz-Infektionen sind, nimmt immer weiter zu (4). Einige Ursachen für eine schwache Abwehr finden Sie im vorigen Link.

Wo nistet sich der Pilz bevorzugt ein?

Hefepilze sitzen auf der Haut oder auf den Schleimhäuten, meist jedoch an feuchten Hautstellen. Betroffen können etwa Achseln, Mund, der Bereich zwischen Fingern und Zehen oder der Genitalbereich sein. Auch unter den Nägeln, in der Leistenbeuge oder in Körperfalten wie etwa am Bauch oder unter den Brüsten können Hefepilze sich ausbreiten.

Die Pilze sitzen oft an den Hautstellen, ohne Probleme zu verursachen. Erst wenn das Immunsystem geschwächt ist, etwa durch eine Erkrankung, Dauerstress, bestimmten Medikamenten oder einen ungesunden Lebensstil, vermehren sich die Pilze so stark, dass es zu Krankheitszeichen kommen kann.

Auch bei Candida auris verhält es sich ähnlich. So hat eine Besiedelung des gesunden Menschen keine Auswirkungen. Bestehen jedoch Vorerkrankungen oder leidet jemand aus anderen Gründen an einer schwachen Abwehr, kann der Pilz zu Erkrankungen und Infektionen führen (1).

Welche Symptome verursacht der Pilz?

Candida auris kann die unterschiedlichsten Symptome auslösen – je nachdem, welche Körperstelle betroffen ist. So kann der Pilz etwa zu einer Ohrinfektion führen, die mit Schmerzen, Juckreiz und Überwärmung einhergeht. Er kann auch zu einer Wundinfektion und damit einhergehender Rötung, Schwellung und Schmerzen führen.

Auch eine Harnwegsinfektion mit Beschwerden wie Schmerzen beim Wasserlassen, häufigem Harndrang und trübem Urin kann auf eine Pilz-Infektion hinweisen. Candida auris hat also keine typischen Symptome, die nur bei diesem Pilz auftreten.

Wie verbreitet sich Candida auris?

Candida auris kann von Mensch zu Mensch und über kontaminierte Oberflächen übertragen werden und wochenlang auf diesen Oberflächen überleben. Man nimmt an, dass die Übertragung lediglich über Berührungen stattfindet − wenn also jemand den gleichen Türgriff oder Gegenstand berührt.

Demnach kann der Pilz auch über direkten Körperkontakt wie etwa durch Händeschütteln sowie durch Küssen oder Geschlechtsverkehr weitergegeben werden. Eine Ansteckung über die Luft ist nicht möglich (1).

Wer ist für eine Infektion mit dem Pilz gefährdet?

Wie oben bereits erwähnt, verursacht eine Ansteckung mit dem Pilz bei gesunden Menschen normalerweise keine Beschwerden und kann ohne Symptome auf der Haut getragen werden.

Wer jedoch ein schwaches Immunsystem hat, etwa durch bereits bestehende Erkrankungen, durch Medikamente wie Antibiotika, Immunsuppressiva oder Chemotherapeutika oder auch durch einen längeren Krankenhausaufenthalt oder eine Operation, ist stärker gefährdet, an dem Pilz zu erkranken ( 6 ).

Auch Patienten in Pflegeheimen oder mit Plastik-Fremdmaterial an oder im Körper, wie etwa Venen- oder Harnwegskatheter, Beatmungstuben oder Magensonden haben ein erhöhtes Risiko, an dem Pilz zu erkranken ( 7 ).

Wie kann man sich vor Candida auris schützen?

Um sich vor Candida auris zu schützen, braucht es ein starkes Immunsystem. Wichtig ist daher ein gesunder Lebensstil. Dazu zählen etwa eine nährstoffreiche Ernährung, ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung sowie Stressreduktion und regelmäßige Entspannung.

Auch Medikamente wie etwa Antibiotika schwächen das Immunsystem und können im Übermaß außerdem zu Arzneimittelresistenzen führen. Versuchen Sie daher, wann immer möglich, eine natürliche Behandlungsalternative zu finden.

Auch Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin C, Vitamin D oder Zink sowie andere Nahrungsergänzungen wie Sulforaphan, Probiotika, Tragant oder Aloe Vera können dazu beitragen, Ihr Immunsystem widerstandsfähiger zu machen. Weitere Tipps für eine starke Abwehr finden Sie unter obigem Immunsystem-Link.

Wie wird Candida auris diagnostiziert?

Bei der Diagnose werden sowohl Symptome als auch Krankengeschichte sowie Risikofaktoren abgefragt. Letztere machen es dem Arzt eher möglich einzuschätzen, wie wahrscheinlich eine Infektion mit dem Pilz ist.

Anschließend werden in der Regel Proben am Ort der Infektion entnommen. Dabei kann es sich etwa um Blutproben, Urinproben, Atemwegssekrete oder Wundabstriche handeln.

Die Probe wird anschließend ins Labor geschickt, in dem sie kultiviert wird, um eventuell vorhandene Pilze wachsen zu lassen und somit erkennen zu können. Nach ein paar Tagen kann der Pilz im besten Fall anhand seines Aussehens und seiner Farbe identifiziert werden. Da viele Candida-Arten ähnlich aussehen, besteht jedoch die Möglichkeit, dass der Pilz mit einem anderen verwechselt wird.

Eine weitere diagnostische Methode besteht daher darin, zu überprüfen, wie der Pilz auf verschiedene Anti-Pilz-Mittel reagiert. Da der Pilz gegen einige dieser Medikamente resistent sein kann, liefert dieser Test einen wichtigen Hinweis darauf, ob es sich tatsächlich um Candida auris handelt.

Besteht weiterhin der Verdacht auf den Candida-Pilz, können weitere Untersuchungen der Probe mit der MALDI-TOF-Massenspektrometrie erfolgen (MALDI-TOF = Matrix Assisted Laser Desorption Ionization Time-of-Flight). Bei dieser Methode soll der Pilz anhand der enthaltenen Proteine erkannt werden.

Wie können Candida-auris-Infektionen behandelt werden?

Eine Candida-auris-Infektion, die mit Symptomen einhergeht, wird mit Antimykotika behandelt. Tragen Sie den Pilz auf der Haut, ohne dass sich Symptome entwickeln, sollte keine Behandlung mit Antimykotika erfolgen, da sich dadurch die Wahrscheinlichkeit einer Infektion erhöht (6).

Meistens kommen sogenannte Echinocandine zum Einsatz, eine Form der Antimykotika. Wirkt die Therapie mit diesem Medikament nicht gut, wird Amphotericin B, ein anderes Anti-Pilz-Mittel, verschrieben (6) (7).

Manche Candida-auris-Infektionen sind jedoch gegen mehrere Anti-Pilz-Mittel resistent, was eine Behandlung erschweren kann. In diesen Fällen werden mehrere antimykotische Wirkstoffe in hoher Dosierung kombiniert. Weiter unten beschreiben wir, wie Candida auris mit natürlichen Mitteln behandelt werden kann ( 8 ).

Gibt es Besonderheiten bei der Behandlung von Candida auris?

Wie weiter oben bereits erwähnt, ist der Pilz gegen einige Anti-Pilz-Mittel resistent, was die Behandlung erschweren kann. Eine Analyse deutscher Candida-auris-Fälle zeigt jedoch, dass von 35 Isolaten lediglich eines eine Resistenz gegen Echinocandine aufwies ( 9 ).

Auch die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) bestätigt, dass nur einige wenige Isolate gegen diese Antimykotika-Klasse resistent sind ( 10 ). Etwa 10-30 % der Isolate weisen eine reduzierte Empfindlichkeit dem Anti-Pilz-Mittel Amphotericin B gegenüber auf.

Lediglich das Antimykotikum Fluconazol wird zur Behandlung nicht empfohlen, da 80 % der Isolate resistent gegen das Mittel sind (9). Im Falle einer Resistenz gegen verschiedene Anti-Pilz-Mittel gibt es jedoch, wie oben erwähnt, die Möglichkeit, mehrere antimykotische Wirkstoffe in hoher Dosierung zu kombinieren.

Welche Maßnahmen zur Eindämmung von Candida auris gibt es?

Wird Candida auris in einer Gesundheitseinrichtung wie im Krankenhaus oder im Pflegeheim nachgewiesen, wird empfohlen, umgehend Hygienemaßnahmen einzuleiten, um zu verhindern, dass sich der Pilz weiter ausbreitet.

Dazu zählen unter anderem die strikte Einhaltung der Händehygiene, das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung, insbesondere eines Schutzkittels, bei direktem Patientenkontakt, eine gründliche Flächendesinfektion sowie die Abklärung, ob Kontaktpatienten sich angesteckt haben.

Wurde ein Patient positiv auf Candida auris getestet, sollte dieser in einem Einzelzimmer untergebracht werden, um eine weitere Ansteckung zu verhindern (2).

Welche aktuellen Entwicklungen gibt es in Bezug auf den Pilz?

Neueste Auswertungen des Robert Koch-Instituts zeigen, dass es sich bei 58 der 77 in Deutschland gemeldeten Candida-auris-Fälle lediglich um eine Besiedelung mit dem Pilz handelte, während es bei 13 Fällen zu einer Infektion kam, die einer Behandlung bedurfte. In sechs Fällen blieb der Status unklar. (Zu Tests symptomloser Personen kommt es häufig, wenn ein Familienmitglied aufgrund des Pilzes Symptome bekommt und man dann überprüft, inwiefern die Kontaktpersonen ebenfalls betroffen sind).

Von den Patienten, die anfänglich von einer Besiedelung betroffen waren und jenen mit unklarem Infektionsstatus, entwickelten im Verlauf fünf Personen eine invasive Infektion. Insgesamt kam es also bei 18 Patienten zu einer Infektion, jedoch zu keinem Todesfall.

Am häufigsten entwickelten sich Infektionen von Wunden und Gewebe, Blutvergiftungen, katheterassoziierte Infektionen sowie Protheseninfekte (3).

Aufgrund der Antimykotika-Resistenzen widmet sich die Forschung neuen Anti-Pilz-Medikamenten sowie natürlichen Mitteln, die bei Candida auris eingesetzt werden können.

So wurde etwa Rezafungin im März 2023 von der US-amerikanischen Food and Drug Administration zur Behandlung von Erkrankungen zugelassen, die durch den Candida-Pilz entstehen. Auch die Anti-Pilz-Mittel Ibrexafungerp und Fosmanogepix sind in Phase-3-Studien eingetreten, bei denen die Medikamente bereits an Patienten getestet werden ( 11 ).

Im Jahr 2023 veröffentlichten US-amerikanische Forscher außerdem einen Artikel in der Zeitschrift Antimicrobial Agents and Chemotherapy, in dem sie beschrieben, dass Atazanavir, ein Medikament gegen HIV, die Wirksamkeit von Antimykotika verbessert und einen neuen Behandlungsweg darstellen könnte ( 12 ).

Welche natürlichen Mittel zur Behandlung von Candida auris bereits erforscht wurden, beschreiben wir im nächsten Abschnitt.

Gibt es natürliche Behandlungsmethoden bei Candida auris?

Bereits einige In-vitro-Studien und In-vivo-Studien belegen, dass es natürliche Mittel zur Behandlung von Candida auris gibt, die sehr vielversprechend als Alternative zu Medikamenten oder bei Antimykotika-Resistenzen zu sein scheinen.

Natürliche Antimykotika aus Propolis und Granatäpfeln

Einem Artikel des Journal of Fungi aus dem Jahr 2021 zufolge sollen die Pflanzenstoffe Ellagsäure sowie Kaffeesäurephenethylester wirksam gegen Candida auris sowie gegen Candida albicans sein. Ellagsäure ist ein Tannin, das in einigen Pflanzen wie Granatäpfeln, Nüssen und Beeren vorkommt, während Kaffeesäurephenethylester eines der wesentlichen Bestandteile von Propolis ist.

Die pflanzlichen Stoffe erwiesen sich sogar bei jenen Candida-auris-Stämmen als wirksam, die gegen die Antimykotika Fluconazol, Caspofungin und Amphothericin B resistent waren ( 13 ).

Ätherische Öle als Anti-Pilz-Mittel

Dass ätherische Öle gegen Pilz- und Bakterieninfektionen wirksam sind, ist bereits bekannt und wurde in mehreren Studien nachgewiesen. Obwohl Candida auris hartnäckiger als andere Pilzarten zu sein scheint, zeigen erste Studien auch hier eine gute Wirksamkeit mehrerer Öle.

Dazu zählen Teebaumöl, Niaouliöl, weißes Thymianöl sowie Cajeputöl. Sie konnten die Ausbreitung des Pilzes in Planktonzellen sowie das Wachstum von Biofilmen verhindern. Ein Biofilm ist eine dicke Schleimschicht, mit der sich der Pilz an Oberflächen heften kann und die ihn vor Medikamenten und anderen äußeren Einflüssen schützt. Ein Biofilm hilft dem Candida-Pilz also dabei zu überleben, und er sorgt für seine Antimykotika-Resistenz ( 14 ).

* Unter dem nachstehenden Link finden Sie Bio-Teebaumöl

Pilzhemmender Wirkstoff aus brasilianischem Pfefferbaum

Eine Studie aus dem Jahr 2023 zeigt, dass das Tannin Pentagalloylglucose (PGG) in der Lage ist, das Wachstum von arzneimittelresistenten Candida-Pilzen, einschließlich Candida auris, zu hemmen. Tannine sind eine Gruppe von Polyphenolen, die unter anderem in vielen Obstarten, Hülsenfrüchten, oder Getreide zu finden sind.

Die Forscher fanden auch heraus, wie dem Tannin das gelingt: Es bindet Eisenmoleküle und schafft es dadurch, dem Pilz einen wichtigen Nährstoff zu entziehen. Da PGG den Pilz also aushungert anstatt ihn anzugreifen, fördert es im Gegensatz zu Antimykotika nicht die Entstehung von Arzneimittelresistenzen.

PGG hat bereits in früheren Studien antivirale, antibakterielle und krebshemmende Eigenschaften gezeigt und ist etwa in den Blättern des brasilianischen Pfefferbaums enthalten, der in Mittel- und Südamerika beheimatet ist und in Florida als invasives Gehölz gilt ( 15 ).

Manuka-Honig und Manuka-Öl

Manuka ist ein Baum aus Neuseeland, dem viele heilende Eigenschaften zugeschrieben werden. Unter anderem ist er reich an antimikrobiellen Inhaltsstoffen und wurde bereits in einigen Studien als wirksam gegen verschiedene Candida-Arten beschrieben.

Eine chinesische Studie aus dem Jahr 2023 zeigt, dass Manuka-Honig sowie ätherisches Manuka-Öl (aus Zweigen und Blättern) auch in der Lage sind, Candida auris zu hemmen. Ein höherer UMF-Grad (Unique Manuka Factor), der auf stärkere gesundheitsfördernde Eigenschaften des Honigs hinweist, war mit einer besseren antimykotischen Wirkung verbunden.

Wenn Sie den Honig probieren möchten, kaufen Sie am besten einen Bio-Manuka-Honig mit einem UMF von 20+ oder mehr.

Auch Mundwasser und Wundgel mit Manuka sowie Duschgel mit Manuka oder Teebaumöl erwiesen sich als wirksam gegen den Pilz ( 16 ). So war das Mundwasser mit Manuka bei einer Konzentration von weniger als 6,25 % und das Manuka-Duschgel bei weniger als 0,10 % pilztötend.

Das Wundgel mit dem Namen „Medihoney“ (Apotheke) wurde bei einer Konzentration von 12,5 % wirksam gegen den Pilz, während diese beim Duschgel mit Teebaumöl bei 25 % lag.

* Hier finden Sie Manuka-Honig

Pflanzenstoff Carvacrol bei Candida auris

Carvacrol ist ein Terpen, das in Pflanzen wie Thymian, Oregano, Winter- und Sommer-Bohnenkraut, echter Katzenminze und in größeren Mengen etwa in griechischem Bergtee enthalten ist. Öle aus diesen Pflanzen wie etwa Thymian- oder Oreganoöl können sogar bis zu 85 % Carvacrol beinhalten.

* Hier finden Sie griechischen Bergtee

Eine Studie aus dem Jahr 2020 zeigt, dass die Wirkung gegen Candida auris verstärkt wurde, wenn Antimykotika wie Amphotericin B oder Nystatin zusammen mit Carvacrol verwendet wurden. Die Kombination reduzierte auch die minimale Hemmkonzentration (MHK) der Medikamente, was bedeutet, dass die Antimykotika schon bei geringerer Konzentration wirksam waren.

Carvacrol kann sich also auch positiv auf Antimykotika-Resistenzen auswirken, da ein Erreger bei einer zu hohen MHK als resistent gegen ein Medikament eingestuft wird ( 17 ).

* Hier finden Sie Oregano-Produkte.

Natürliche Candida-Behandlung auch bei Candida auris wirksam?

Ob die anderen natürlichen Behandlungsmethoden, die wir in unserem Artikel über Candida-Infektionen bereits beschrieben haben, speziell bei Candida auris wirksam sind, ist bisher noch nicht durch Studien bewiesen. Da es sich dabei jedoch um natürliche Mittel oder Lebensmittel handelt, sind diese auf jeden Fall auch bei diesem Pilz einen Versuch wert.

Fazit: Ist Candida auris tatsächlich so gefährlich?

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC schätzt, dass zwischen 30 und 60 Prozent aller Infektionen, bei denen Candida auris zu einer Erkrankung führt und in den Körper eindringt, tödlich enden. Das klingt erst einmal sehr gefährlich. Doch wie bereits oben erwähnt, entwickeln sich bei einem Großteil der Menschen, bei denen der Pilz diagnostiziert wird, keine Symptome.

Denn für gesunde Menschen ist der Pilz ungefährlich. Das bedeutet, die Schätzung betrifft, wenn überhaupt, nur einen kleinen Teil der Betroffenen – nämlich jene, die Symptome entwickeln. Nimmt man die Fälle aus Deutschland und Österreich als Beispiel, trifft die Schätzung nicht zu. Denn es gab zwar bisher einige Infektionen, jedoch keine Todesfälle.

Nicht auszuschließen sind natürlich Todesfälle, die eingetreten sein könnten, ohne dass man zuvor auf den Pilz testete.

Um sich vor Candida auris und vor anderen Krankheiten zu schützen, achten Sie jedoch in jedem Fall darauf, Ihr Immunsystem zu stärken und einen gesunden Lebensstil zu pflegen, wann immer möglich auf eine Alternative zu Medikamenten zurückzugreifen und (die häufig Panik auslösenden) Nachrichten kritisch zu hinterfragen.

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Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.