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Wie vegetarische Ernährung das Krebsrisiko beeinflusst

Wer sich vegetarisch ernährt, könnte bei einigen Krebsarten im Vorteil sein. Eine Auswertung mit 1,8 Millionen Menschen zeigte, dass Vegetarier im Vergleich zu Fleischessern ein niedrigeres Risiko für fünf verschiedene Krebsarten haben.

Fachärztliche Prüfung: Gert Dorschner
Stand: 18 März 2026
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Niedrigeres Krebsrisiko dank vegetarischer Ernährung

Es gibt viele Gründe, kein Fleisch und keinen Fisch zu essen. Viele Menschen wählen die vegetarische Ernährung aus ethischen Gründen, andere für die Gesundheit, die Umwelt oder einfach, weil ihnen pflanzliche Mahlzeiten besser schmecken.

Spannend ist dabei eine Frage, die sich Wissenschaftler schon lange stellen: Wie wirkt sich die vegetarische Ernährung auf das Krebsrisiko aus (1)? Eine große Beobachtungsstudie von 2026 mit rund 1,8 Millionen Teilnehmern ist dieser Frage nachgegangen.

Vegetarier erkrankten seltener an bestimmten Krebsarten

Die Ernährung der Teilnehmer wurde zu Beginn der Studie per Fragebogen erfasst. Dann beobachteten die Wissenschaftler über viele Jahre hinweg, wie viele Personen an Krebs erkrankten.

Da die Daten aus verschiedenen Studien aus Großbritannien, den USA, Indien und Taiwan stammten, war die Beobachtungszeit nicht immer gleich lang. Sie reichte von etwa 6 bis 27 Jahren. Die Forscher werteten die Ergebnisse für 17 Krebsarten aus.

Verglichen mit Fleischessern hatten Personen mit vegetarischer Ernährung ein niedrigeres Risiko für fünf Krebsarten: Das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs war um 21 Prozent geringer – das für Brustkrebs um 9 Prozent und das für Prostatakrebs um 12 Prozent.

Auch das Risiko für Nierenkrebs war bei vegetarischer Ernährung um 28 Prozent niedriger als bei Fleischessern und das für das Multiple Myelom (Knochenmarkkrebs) um 31 Prozent.

Erhöhte Risiken vorsichtig einordnen

Zwei Ergebnisse fallen allerdings aus dem Rahmen: Bei vegetarischer Ernährung zeigte sich verglichen mit fleischhaltiger Kost ein höheres Risiko für eine bestimmte, eher seltene Form von Speiseröhrenkrebs – ein Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre. Dieses Ergebnis beruhte allerdings auf nur 31 Fällen bei Vegetariern.

Auch bei Personen, die vegan lebten (streng vegetarische Ernährung, also ohne Milchprodukte, Honig und Eier) fiel ein erhöhtes Risiko auf – und zwar für Darmkrebs.

Es nahmen jedoch nur sehr wenige Veganer an der Studie teil. Zum Vergleich: Auf rund 1,6 Millionen Fleischesser kamen nur rund 8.800 Veganer. In einer solch kleinen Untergruppe können Zufälle oder andere Störfaktoren leichter eine Rolle spielen.

40 Prozent mehr – aber nur 93 Darmkrebsfälle

Das relative Risiko für Darmkrebs war bei den Veganern um etwa 40 Prozent höher als bei Fleischessern. Doch dieser Wert stützte sich auf nur 93 Darmkrebsfälle unter den Veganern. Der Wert von 40 Prozent klingt zunächst dramatisch, sagt aber nichts darüber aus, wie groß der Unterschied tatsächlich ist.

Grob umgerechnet entsprach das nur knapp 2 zusätzlichen Darmkrebsfällen pro 10.000 Personen und Jahr. Die Forscher prüften ihre Ergebnisse deshalb auch in sogenannten Sensitivitätsanalysen. Das sind Zusatzrechnungen, mit denen man testet, ob ein Ergebnis stabil bleibt, wenn man die Daten etwas anders auswertet.

Dabei wurde das Darmkrebs-Ergebnis bei Veganern schwächer und war nach Ausschluss der ersten vier Jahre nicht mehr statistisch signifikant. Die Autoren selbst schreiben daher, dass dieses Ergebnis vorsichtig interpretiert werden sollte.

Zumal in früheren Studien ein niedrigeres Darmkrebsrisiko bei Veganern festgestellt wurde (2).

Wie sich ein mögliches Risiko vermeiden lässt

Selbst wenn sich das erhöhte Darmkrebsrisiko in weiteren Studien bestätigen sollte, wäre das kein Argument gegen eine streng vegetarische Ernährung an sich, sondern eher ein Hinweis auf eine nicht optimal umgesetzte vegane Ernährung.

Denn die Forscher nennen als mögliche Erklärung vor allem die niedrigere Calciumzufuhr bei Veganern. Mit entsprechend calciumreichen Lebensmitteln lässt sich die Calciumversorgung jedoch sehr gut optimieren, z. B. mit angereicherten Pflanzendrinks, Brokkoli, Kohl, Kernen, Nüssen und Produkten daraus (z. B. Nussmus).

Auch die Vitamin-D-Zufuhr war bei den Vegetariern und Veganern niedriger. Vitamin D hilft dem Körper, Calcium gut zu verwerten. Zudem erwähnen die Autoren, dass auch eine geringere Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren eine Rolle spielen könnte.

Beim erhöhten Risiko für Speiseröhrenkrebs bei den Vegetariern diskutieren die Autoren, ob eine geringere Versorgung etwa mit Protein, Vitamin B2 oder Zink eine Rolle spielen könnte.

Sie betonen, dass sich mögliche Risiken durch eine bessere Lebensmittelauswahl, angereicherte Produkte und Nahrungsergänzungen verringern lassen könnten.

Fazit: Vegetarische Ernährung kann das Krebsrisiko senken

Wenn Sie sich gesünder ernähren möchten, um zum Beispiel Ihr Krebsrisiko zu senken, ist eine vegetarische Ernährung ein sinnvoller erster Schritt. Entscheidend ist aber nicht nur, dass Sie kein Fleisch mehr essen. Wichtig ist vor allem, dass Ihre Ernährung insgesamt ausgewogen und gesund gestaltet ist.

Achten Sie darauf, dass Sie abwechslungsreich essen – mit vielen frischen und möglichst wenigen stark verarbeiteten Lebensmitteln.

Lassen Sie gelegentlich einen Check auf die wichtigsten Vitalstoffe durchführen und nehmen Sie – je nach Ergebnis – eine geeignete Nahrungsergänzung ein. Dies gilt jedoch für alle Menschen, ganz unabhängig von der Ernährung.

* Wenn Sie lernen möchten, wie Sie ausgewogene pflanzliche Gerichte zubereiten, finden Sie in unserer veganen Online-Kochschule alles, was Sie dafür benötigen.

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Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.

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